Auswärtssieg: Terzic dreht an Knöpfen

1. Bundesliga, 12. Spieltag / Werder Bremen 1 BVB 2

1:2 in Bremen – mehr hat niemand erwartet, mehr hat Borussia Dortmund nicht geliefert. Aber das Notwendige war gestern in jedem Fall ein Erfolg und die Schwarz-Gelben brauchten dazu kein Glück. In der kurzen Zeit seit seiner Ernennung konnte Edin Terzic offenbar Manches ändern, auch wenn sich das noch nicht über 90 Minuten auswirkte.

Keine schwarz-gelbe Revolution

Dortmund begann mit einer Viererkette, in meinen Augen die stabilere Option für die schwarz-gelbe Deckung, und mit Youssoufa Moukoko im Sturm. Der 16-Jährige war agil, blieb bei seinem einzigen Torabschluss links aus kurzer Entfernung jedoch glücklos. Aber er war da und das machte etwas mit dem Angriffsverhalten der Borussia. Den Ball direkter und schneller nach vorne zu befördern funktioniert besser mit einer Anspielstation, die sich am Strafraum orientiert und damit Lücken beim Gegner in anderen Räumen schafft. Ja, das klappte nur phasenweise, aber es war ermutigend. Und wenn Erling Haaland erst zurückkehrt…

In anderen Phasen der Partie sah man noch viel horizontales Ballgeschiebe, wie wir es aus den letzten Monaten kennen. Und Dortmund war auch nicht resistent gegen schnelle Gegenstöße der Bremer. Witsel als alleiniger Sechser ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber die Defensive stand schon deutlich besser als gegen Stuttgart. Sechs Torschüsse der Bremer (BVB: 15), darunter keine echte Großchance. Das Tor der Gastgeber resultierte aus einem Ballverlust von Manuel Akanji im Mittelfeld, einem guten Bremer Angriff und einem Klasseschuss von Kevin Möhwald, der laut Sky einen xG-Wert von 5% hatte.

Erarbeitete Chancen

Es war nicht alles federleicht in der BVB-Offensive, aber wenn es mit Zug zum Tor ging, dann sah das gut aus. Die Zahl der guten Chancen, der „Head-in-your-hands“-Momente, war größer als zuletzt und es waren mehr Spieler daran beteiligt. Das Führungstor von Guerreiro entsprang einer Szene, in der eine Reihe von BVB-Spielern im und am Strafraum waren. Den Elfmeter zum 1:2 holte Manuel Akanji recht clever heraus, auch wenn er durchaus korrekt war. Der Schweizer machte damit seinen kritischen Abspielfehler wieder gut. Und Marco Reus verwandelte den Strafstoß erst im Nachschuss. Passt zur Borussia im Dezember 2020, aber auch zu einem Neuanfang. Der Kapitän traute sich und am Ende war der Ball im Netz.

Das letzte Ligaspiel vor Weihnachten führt den BVB nun in die Alte Försterei. Muss man ja heutzutage keinem mehr sagen, dass es dort knallhart wird. Auch am Freitag wird die Aufstellung für Spannung sorgen. Spielt Moukoko erneut? Ersetzt Meunier, falls fit, womöglich wieder Morey rechts hinten? Letzterer wirkte nicht so sicher und kreativ wie erhofft, hat sich aber eigentlich noch eine Chance verdient. Im zentralen Mittelfeld könnten Can und eventuell Delaney Alternativen darstellen. Für Edin Terzic wird das jedenfalls ein echter Test am Freitag.

Die Aufstellung: Bürki – Morey (85. Piszczek), Hummels (85. Zagadou), Akanji, Guerreiro – Witsel – Bellingham (73. Brandt), Reus – Sancho, Moukoko (80. Can), Reyna. Gelbe Karten: Reus, Witsel. Tore: Guerreiro, Reus

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