Borussia unter Terzic zu Hause noch unbesiegt

1. Bundesliga, 21. Spieltag / BVB 2 TSG Hoffenheim 2

Positiver Spin, anyone? Nach der Heimpartie gegen Hoffenheim fällt es mal wieder deutlich leichter, negative Aspekte des BVB-Spiels hervorzuheben. Daran sind zu viele Faktoren schuld, als dass man an eine schnelle Wende glauben könnte.

Uninspirierte Aufstellung

Edin Terzics Mut bei der Wahl seiner Startelf erschöpfte sich darin, Kapitän Marco Reus auf die Bank zu setzen. Manche meinen ja, dazu gehöre in Dortmund schon viel Mut, aber in der derzeitigen Situation sollte jedem klar sein, dass tiefgreifende Änderungen nötig sind. Die zuletzt genauso bescheiden kickenden Brandt und Reyna durften wieder ran: ersterer auf der ungeliebten Außenbahn, Giovanni dafür zentraler. Jude Bellingham agierte etwas weiter vorne als Thomas Delaney im zentralen Mittelfeld, Emre Can blieb rechts hinten.

All diese Entscheidungen erwiesen sich als unglücklich bis falsch. Auch wenn Moukoko nach einer Stunde für Brandt kam und diesmal nicht so viel bewegen konnte: Er hätte einen Einsatz von Beginn an verdient gehabt. Von Julian und Giovanni kam wieder sehr wenig Erwähnenswertes. Die Aufstellung des Mittelfelds sorgte mit dafür, dass die Gäste zu viele Konter bekamen. Can wäre dort deutlich besser aufgehoben gewesen.

Es stimmt hinten und vorne nicht

Schon früh ließ Hoffenheims Bebou beide Dortmunder Innenverteidiger schlecht aussehen und legte damit auch die Probleme im Zusammenspiel der Mannschaftsteile bei Schwarz-Gelb offen. Die große Kontergefahr lässt auch Hummels und Akanji öfter hektisch werden, die zudem regelmäßig ohne Hilfe von den Außenverteidigern da stehen. Die Kalamitäten in der Abwehr kulminierten erneut in einem schweren Torwart-Patzer, als Marwin Hitz in der 47. Minute einen von Rudy geflankten Ball gegen Bebou faustete, von dem er ins Tor sprang.

Vorne sind es derzeit allein Jadon Sancho und Erling Haaland, die für Gefahr sorgen. Hätte Jadon besser aufgelegte Mitspieler, wäre er schon längst wieder da, wo er in der letzten Saison war. Beide Genannten trafen gestern und sind mit ihrem schnellen Antritt und ihrer Durchsetzungsfähigkeit ihren Kollegen derzeit meilenweit voraus. Nicht verschwiegen werden soll, dass Sancho gelegentlich nach einem Ballverlust immer noch einfach stehen bleibt.

Zwei gegen alle ist aber nicht so einfach und so machte das Dortmunder Offensivspiel insgesamt wieder einen „seltsam lethargischen“ Eindruck, wie es auch der Kicker gesehen hat. Wenig Zwingendes kam vor allem nach dem Ausgleich durch Haaland, durch den doch eigentlich noch mal richtig Feuer hätte im Spiel sein müssen. Schon allein, weil Hoffenheims Posch Erling danach anging, da er den Ball nicht ins Aus gespielt hatte – Dabbur lag verletzt am Boden. Immerhin gaben alle befragten Gästespieler und -funktionäre nach der Partie zu, dass sie es in der Situation wohl nicht anders gemacht hätten und zunächst ja selbst weiterspielten. Wie so häufig in den Spielen gegen Schwarz-Gelb erwies sich Hoffenheim selbst mal wieder als ziemliche Tretertruppe und sammelte sieben gelbe Karten. Aufgeheizt war die Stimmung also – gut möglich, dass ein volles Stadion gestern noch etwas hätte bewegen können.

Derby als Chance?

Persönlich interessiert mich das Achtelfinale der Champions League gegen Sevilla ja nur peripher. Der Beitrag dieses Wettbewerbs zur Ungleichheit in den nationalen Ligen überschattet seinen Glanz für mich mehr und mehr. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Schwarz-Gelben nun plötzlich wieder eine ansprechende Vorstellung abrufen, bevor es in der Liga erneut deutlich verhaltener wird. Doch hoffentlich nicht im Revierderby, das am Samstagabend ansteht. Ich traue es den Spielern schon zu, dass sie dessen Bedeutung verstanden haben und in der Lage sind, gegen dieses Schalke drei Punkte zu holen. Alles andere würde die Lage mächtig ungemütlich machen.

Die Aufstellung: Hitz – Can, Akanji, Hummels, Guerreiro – Delaney (59. Dahoud) – Brandt (60. Moukoko), Reyna (59. Reus), Bellingham (71. Schulz), Sancho – Haaland. Gelbe Karten: Delaney, Akanji, Dahoud. Tore: Sancho, Haaland

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s