BVB erfindet Job für Terzic

Gute Nachrichten und drei Fragezeichen: Edin Terzic verlängert seinen Vertrag bei Borussia Dortmund bis 2025, wird aber nicht Teil des künftigen Trainerteams von Marco Rose, sondern rückt auf den neu geschaffenen Posten des „Technischen Direktors“ – ein Jobtitel, mit dem ich noch nie viel anfangen konnte. Glücklicherweise hat der BVB die Fragen der Fans vorausgeahnt und so gibt Edin Terzic der Vereinswebseite ein Interview, in dem er recht ausführlich auf seine Tätigkeit eingeht.

Die Idee, ein solches Stellenprofil im Verein zu schaffen, sei bei einer gemeinsamen Saisonanalyse mit den anderen BVB-Verantwortlichen entstanden, so Terzic. Erst im Laufe dieses Prozesses hätten er und die anderen erkannt, wie gut dieses Profil auf ihn selber passe. Dem kann man vollumfänglich glauben, es gibt aber keine zwingenden Gründe dafür. Hört man die Meldung zum ersten Mal, könnte man ja denken, die Borussia mache genau das, wovon ich sie im letzten Artikel für die jüngere Vergangenheit freigesprochen habe: für verdiente (Ex-)Angestellte einen Versorgungsposten schaffen.

Kooperation mit Kehl, Zorc und Addo

Das Terzic-Interview kann diesen Verdacht nicht direkt entkräften. Denn was sind nun die Aufgaben des künftigen Technischen Direktors? Er wird „fest“ in die Kaderplanung involviert und soll versuchen,„Spieler für den BVB zu begeistern“. Er wird „ein weiterer Ansprechpartner“ für das Nachwuchsleistungszentrum, der„wie Otto Addo auch direkt an der Schnittstelle zwischen Nachwuchs und Profis“ arbeitet. Außerdem soll Terzic Kontakt zu an andere Vereine verliehenen Profis und deren Trainern halten. Eine Aufgabe, die aller Ehren wert ist, aber wohl nicht den Großteil seiner Arbeitszeit in Anspruch nehmen wird. Edin Terzic fasst sein Aufgabenfeld abschließend so zusammen:

Im Grunde werde ich in Zukunft der Co-Trainer von Michael Zorc und Sebastian Kehl sein (lacht).

Es sind Tätigkeitsfelder, die sich mit denen der genannten BVB-Mitarbeiter überschneiden oder nicht besonders zeitintensiv sein dürften. Nun ist gegen Aufgabenteilung nichts einzuwenden, solange die Zusammenarbeit effektiv und harmonisch abläuft. Und hier dreht sich die Interpretation ins Positive: Vielleicht bräuchte der BVB nicht unbedingt einen Technischen Direktor, aber es spricht einiges dafür, dass Edin Terzic durch seine Persönlichkeit und seine vom Fragesteller im Interview nochmal aufgezählten Kompetenzen doch etwas im Verein bewegen kann. Auch zusammen mit anderen und vielleicht besser als im Trainerteam. Auch wenn sein Posten etwas konstruiert wirkt. Den Segen der Fans wird er spätestens mit diesem Satz haben:

Ich hatte nullkommanull Lust, Borussia Dortmund zu verlassen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s