Donyell Malen: der nächste Hit nach Sancho?

Hätte es ein „Malen“-Wortspiel auf halbwegs britischem Niveau gegeben, ich hätte es nicht verschmäht. Doch ich habe keins gefunden und auch noch keines gelesen. Deshalb bleiben wir mal seriös. Donyell Malens Verpflichtung ist perfekt, kurz nachdem Jadon Sanchos Wechsel zu Manchester United endgültig über die Bühne gegangen war. Dessen vermeintlicher Nachfolger kommt für rund 30 Millionen Euro plus mögliche Boni von PSV Eindhoven und hat einen Vertrag bis Juni 2026 unterschrieben.

Borussia Dortmund hat sich mit Donyell einen weiteren Schützling von Mega-Berater Mino Raiola ins Haus geholt. Schlägt er ähnlich ein wie der letzte Raiolaner – gemeint ist natürlich Erling Haaland – wird alles super. Natürlich können wir davon ausgehen, dass Raiola für Malen ebenfalls eine Ausstiegsklausel ausgehandelt hat. Dazu ist noch nichts bekannt, doch da der BVB schon bei Haaland von seiner zuvor ablehnenden Linie gegenüber derartigen Vereinbarungen abgewichen ist, dürfte es beim 22-jährigen Niederländer ähnlich sein. Einen Langzeitplan kann man als Verein mit Raiola-Klienten also eher nicht verfolgen.

Bekommt der BVB einen Jadon Haaland?

Was die meisten schon wissen dürften: Ein 1:1-Sancho-Ersatz ist Donyell Malen nicht. Seine bevorzugte Position ist das Sturmzentrum, auch wenn er schon häufiger als etwa Erling Haaland und nicht gänzlich erfolglos auf Außen gespielt hat. Der Vergleich mit seinem neuen Sturmkollegen zeigt: Malen hat in seiner Karriere 46 Einsätze mehr als der Norweger vorzuweisen und dabei 18 Tore weniger erzielt (88:106). Immerhin führt er aber bei den Vorlagen (37:28). Starke Werte sind das ohnehin.

Die entscheidende Frage wird sein, ob Marco Rose diese beiden Topspieler in einem funktionierenden Spielsystem vereinen kann. Denn selbstverständlich können es sich weder der Trainer noch der Verein leisten, Malen oder Haaland längere Zeit auf die Bank zu setzen. Vorstellbar sind etwa die Raute mit zwei echten Stürmern, wie sie der BVB schon lange nicht mehr gespielt hat, ebenso wie ein Dreier-Angriff mit Malen und Hazard/Reyna auf den Außen. Wichtig wird auch, ob Erling und Donyell den bis zu einem gewissen Grad natürlichen Egoismus des Stürmers beim Torschuss in den Griff bekommen. Ersterer hat das in der vergangenen Saison immer wieder gut hingekriegt – doch stand seine Position als Torjäger Nummer 1 auch nie in Frage. Klar ist: Sollte das Zusammenspiel der beiden halbwegs funktionieren, dürfen sich die BVB-Fans – und die Gegner – auf einiges gefasst machen.

Ob die Borussia allerdings von Saisonbeginn an glänzen wird, bleibt nach den jüngsten Auftritten und bei der momentanen Personalsituation zweifelhaft. Dem neuen Trainerteam steht noch viel Arbeit bevor.

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