Promi-Joker gewinnen Spiel

DFB-Pokal, 2. Runde / BVB 2 FC Ingolstadt 0

25.130 Zuschauer waren gestern Abend im Westfalenstadion. Der Hauptgrund für den spärlichen Zuspruch dürfte nicht die Aussicht auf einen wenig glanzvollen Arbeitssieg gewesen sein. Trotzdem passte die Kulisse zu dem, was lange Zeit auf dem Platz zu sehen war. Denn es fehlten zunächst nicht nur eine Reihe prominenter Kranker und Verletzter, sondern auch drei potenzielle Stammkräfte, die geschont wurden: Marco Reus, Thorgan Hazard und Manuel Akanji.

Der Gegner – der Tabellenletzte der 2. Bundesliga FC Ingolstadt – war gekommen, um zu verteidigen. Am Ende standen für die Schanzer drei Torschüsse, von denen keiner aufs Ziel kam. Das ist nur einer mehr, als mein lokaler Regionalligist Babelsberg 03 zuvor gegen RB Leipzig geschafft hatte. Trotzdem gelang es dem BVB lange nicht, aus seiner drückenden Überlegenheit Kapital zu schlagen. Eine Angriffs-Drei mit Julian Brandt, Steffen Tigges und Reinier ist schlicht nicht torgefährlich genug. Wenn zudem im Mittelfeld mit Jude Bellingham nur einer steht, der wirklich kreativ werden und in der gegnerischen Defensive für Aufregung sorgen kann, kommt selbst das Kellerkind aus Liga 2 nicht an seine Grenzen.

Game Management gelungen

Man muss das bis zur 71. Minute Gesehene allerdings nicht zu einem bleibenden Eindruck überhöhen. Dass Marco Rose mit den Kräften seiner Spieler haushalten muss, zeigen ja gerade die vielen Verletzungen. So gesehen war die Startelf nachzuvollziehen. Die Frage nach der qualitativen Tiefe des Kaders ist legitim, doch der Verein wird die Situation schon aus finanziellen Gründen nicht von heute auf morgen ändern können. Letztlich handelte der Trainer gestern noch rechtzeitig, wechselte in eben jener 71. Minute Reus und Hazard für Tigges und den schon gelb belasteten Meunier ein – und damit den Erfolg. Was einen ausgeruhten Hazard von den restlichen gestrigen Offensivkräften unterscheidet, war unverzüglich zu sehen: Läufe mit und ohne Ball in aussichtsreiche Positionen und schnelle Abschlüsse. Mit den zwei eingewechselten „Promis“ als Partner im Angriff wurde Julian Brandt doch noch zum Assist-Geber.

Obwohl er nicht so auffällig wie Jude Bellingham agierte, sollte der die linke Seite beackernde Marius Wolf mal Erwähnung finden. Er galt als abgeschrieben, als einer der ersten Wechselkandidaten im Sommer. Inzwischen ist Marco Rose angesichts der personellen Situation sicher froh, dass er ihn als sehr ordentliche Alternative für beide Seiten zur Verfügung hat. Wolf muss sich hinter keinem Konkurrenten verstecken; nur Raphael Guerreiro ist ihm in Normalform ein gutes Stück voraus. Das sagt etwas über die Schwachstellen des aktuellen schwarz-gelben Kaders aus, ist aber einfach auch eine schöne Geschichte.

Am Samstag kommt der Effzeh ins Haus – ein vermutlich deutlich schwererer Test für den verletzungsgeschwächten BVB. Danach geht’s gegen Ajax und Leipzig, immer noch ohne Erling Haaland. Der November hat es also in sich – im Fall des Norwegers nur gut, dass der Monat eine weitere Länderspielpause mit sich bringt.

Die Aufstellung: Hitz – Can, Hummels (83. Akanji), Pongracic – Meunier (71. Hazard), Witsel, Bellingham, Wolf (87. Knauff) – Brandt (87. Passlack), Tigges (71. Reus), Reinier. Gelbe Karte: Meunier. Tore: Hazard (2)

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