Dortmund gewinnt wie der Effzeh gegen Köln

1.Bundesliga, 10. Spieltag / BVB 2 1. FC Köln 0

Vertauschte Rollen im Westfalenstadion: 21:8 Schüsse und 58 Prozent Ballbesitz – für die Gäste. Der Effzeh über lange Strecken die aktivere Mannschaft. Doch der BVB holt sich dank Effektivität, einem Standard und einem starken Torwart die drei Punkte.

Die Aufstellung war das Beste, was Marco Rose bei der angespannten Personallage aufbieten konnte. Eine Dreierkette machte zunächst mal ebenso Sinn wie ein Sturm aus Hazard und Reus, mit Julian Brandt auf seiner eigentlichen Lieblingsposition dahinter. Donyell Malen nach seinem Magen-Darm-Infekt nicht von Beginn an zu bringen war ebenso nachvollziehbar. Gefährlich wurde der BVB aber nur wenige Male. Es waren eher Nadelstiche gegen einen in der Spielkontrolle mehr als ebenbürtigen Effzeh.

Borussia effektiv per Kopf

Die Gastgeber hatten jedoch besonders in der ersten Hälfte die gefährlicheren Szenen und gewannen die xG-Wertung hierfür mit 0,89 zu 0,31. Reus vergab zweimal, ehe Jude Bellingham nach Vorarbeit von Brandt auf Thorgan Hazard flankte und der per Kopf traf. In der zweiten Halbzeit ging die Wertung dann an die Kölner (0,72 zu 1,28), doch das Ergebnis war das Gleiche: Die Borussia traf durch den eingewechselten Nachwuchsstürmer Steffen Tigges, per Kopf nach einer Ecke von Brandt. Bis zu jener 63. Minute konnte man fast von einem Sturmlauf der Gäste sprechen. Uth und der zuvor formstarke Modeste forderten BVB-Keeper Kobel heraus, doch der behielt nicht nur in dieser Phase die Oberhand. Allerdings kamen auch nur fünf Kölner Schüsse aufs Tor – wie beim BVB – und diese meist zentral.

Das letzte Viertel der Partie gestalteten die Schwarz-Gelben mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken wieder ausgeglichen, ohne selbst noch groß Gefahr auszustrahlen. Trainer Rose hatte in Hazard, Wolf und spät noch Brandt drei der Top-Performer ausgewechselt (dazu noch Pongracic, für den der Torschütze Tigges kam), was aber nichts an der wiedererlangten Souveränität der Gastgeber änderte.

Für alles, was zuvor passiert war, muss man dem Effzeh, der unter Steffen Baumgart unheimlich weit gekommen ist, ein Kompliment aussprechen. Keine Ahnung, ob die Kölner das über die gesamte Saison durchhalten, aber hier ist ein Team, das definitiv seine Stärken ausspielt. Nur die zuvor gezeigte Effektivität fehlte gestern. Der BVB muss sich einige Fragen zum Abwehrverhalten und der teilweise fehlenden Kontrolle im Mittelfeld stellen, darf sich aber auch über eine weiße Weste in einer schwierigen Phase gegen einen spielerisch unangenehmen Gast freuen.

Die Aufstellung: Kobel – Akanji, Hummels, Pongracic (58. Tigges) – Meunier, Witsel, Bellingham, Wolf (70. Passlack) – Brandt (87. Knauff) – Hazard (58. Malen), Reus. Gelbe Karten: Meunier, Bellingham. Tore: Hazard, Tigges

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