BVB bringt sich selbst auf den Punkt

1.Bundesliga, 24. Spieltag / FC Augsburg 1 BVB 1

Die Partie in Augsburg charakterisierte all das, was Borussia Dortmund in dieser Spielzeit ausmacht: eine erneute Verletztenmisere, fehlende Konstanz innerhalb der 90+ Minuten, Gegentreffer wegen Unordnung und fehlende Schlagkraft ohne Haaland. Ab sofort dürfen die Schwarz-Gelben von der Vizemeisterschaft reden.

Erling Haaland immer noch nicht im Kader, die Auswahl in der Defensive arg beschränkt, der Kapitän nicht an Bord – es stand zu befürchten, dass die Reise nach Augsburg nicht in einen Spaziergang münden würde. Marco Rose reagierte auf die personelle Situation mit einer Dreierkette inklusive Marin Pongracic. Letzterer war trotz ein, zwei Unsicherheiten mitnichten das Problem im BVB-Spiel. Es war insgesamt auch keine schwache Defensivleistung der Gäste. Nur beim 1:1, nach Ballverlust von Witsel in der gegnerischen Hälfte, standen die Schwarz-Gelben im Strafraum schlecht geordnet und zu weit weg von den zahlreichen Gegenspielern.

Dribbel-Star Hazard

Die Idee der Augsburger war die gleiche wie bei so vielen Gegnern des BVB: Frühes Stören und aggressives Anlaufen, gefolgt von sicher stehen und auf Konter lauern. Nach der lebhaften Anfangsphase hatten die Schwarz-Gelben zwar viel vom Spiel, kreierten aber zu wenig. Typisch also, dass der Torerfolg mal wieder aus einer Einzelaktion hervorging: Thorgan Hazard dribbelte sich in der 35. Minute einfach mal durch die Augsburger Verteidigung und traf anschließend ins lange Eck. Ein tolles Tor, welches das Spiel leider nicht entschied – kein Einzelfall in dieser Saison. Für Hazard darf man sich ruhig freuen – mir wurde er in den letzten Monaten etwas zu voreilig abgeschrieben.

Zu Beginn der zweiten Hälfte hätte der BVB in Person von Donyell Malen nachlegen können. Es reichte jedoch nur – aber immerhin – zu zwei Alu-Treffern. Danach hätten die Gäste dranbleiben müssen, doch es kam – auch nicht zum ersten Mal – anders. Ob sich Augsburg nach etwa einer Stunde in die Partie zurück kämpfte oder die Borussia sie dazu einlud, ist eine Frage der Interpretation. Ich tendiere zur zweiten Lesart. Ja, der FCA stellte in dieser Phase das Zentrum zu und verschob auch gut. Trotzdem hätte vom Tabellenzweiten mehr kommen müssen: mehr Zug, weniger „Hintenrum“ und Zögerlichkeit. Letzteres kitzelte die Gastgeber geradezu heraus – und der BVB konnte das nicht zu seinem Vorteil nutzen.

Am Ende hatte der BVB mehr Schüsse (10:8) und mehr Schüsse aufs Tor (6:3) aufzuweisen, der FCA dagegen die aussichtsreicheren Chancen (Expected Goals: 1,16:0,55) auf jedoch niedrigem Niveau. Das Unentschieden geht in Ordnung. Wir müssen aber nicht darüber reden, dass es Schwarz-Gelb nicht zufriedenstellen kann. Es scheint sich zu bewahrheiten, dass diese Spielzeit nun ihrem Ende entgegen plätschert. Ob das Erling noch verhindern kann?

Die Aufstellung: Kobel – Can, Hummels, Pongracic – Hazard, Witsel, Guerreiro – Brandt (68. Wolf), Dahoud (81. Reinier), Bellingham – Malen (68. Moukoko). Gelbe Karte: Bellingham. Tor: Hazard

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