Schwarz-gelbes Status-Update

30 Spieltage vorbei, 4 to go – höchste Zeit für ein Update in Sachen Borussia Dortmund, nachdem ich die letzten Spiele alle nur teilweise verfolgen konnte. Es bleibt eine Spielzeit des Auf und Abs. Mit einigen extremen Ausschlägen – Partien, wegen denen man die Schwarz-Gelben als bipolar bezeichnen könnte. Wie kriegt man sonst das 1:4 gegen die Leipziger Fußball-Konstrukteure und das 6:1 gegen Wolfsburg zusammen? Es fällt zumindest schwer – trotz aller Form- und Qualitätsunterschiede bei den Gegnern.

Aus Borussen-Sicht darf 2021/22 lieber früher als später enden. Gefühlt haben schon jetzt das Thema Neuaufbau und aktuelle Transfergerüchte einen höheren News-Stellenwert als das kommende Auswärtsspiel beim FC Bayern. Im Fokus steht derzeit die künftige BVB-Abwehr, die u.a. aus den deutschen Nationalspielern Niklas Süle und Nico Schlotterbeck bestehen könnte. Doch zum einen hat der 22-jährige Noch-Freiburger Schlotterbeck gestern gegenüber Sky eine Einigung mit dem BVB oder einem anderen Verein ausdrücklich dementiert und will sich erst nach Saisonende festlegen. Zum anderen hat das Beispiel Götze/Schürrle gezeigt, das aus einem dynamischen Nationalmannschafts-Duo nicht unbedingt ein schwarz-gelber Volltreffer wird.

Worin sich BVB und Bayern ähneln

Der Blick auf den FC Bayern lohnt sich vielleicht nicht hinsichtlich tagesaktueller Fakten wie Personalsituation oder Ergebnisprognosen. Vergleicht man jedoch die bisherige Spielzeit des Tabellenersten und -zweiten, zeigen sich interessante Parallelen. Beide Klubs sind in den nationalen wie internationalen Pokalwettbewerben deutlich hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben. Beide Klubs stehen in der Bundesliga auf dem Tabellenplatz, mit dem sie am Ende zufrieden wären. Aber in der Summe überwiegen wohl die negativen Eindrücke, die kritischen Stimmen. So dass im Umfeld der Bayern genauso wie in Dortmund Umbauten im Kader angemahnt werden.

Trotz manch verpasster Ziele dürften beide Vereinsführungen den Trainern Marco Rose und Julian Nagelsmann das Vertrauen für 2022/23 aussprechen. Weil man sie jeweils für dynamisch, progressiv sowie für Verfechter eines attraktiven Spielstils hält. Und deshalb an höhere Erfolgsaussichten im zweiten Anlauf glaubt. Gesprochen wird auch über den Verbleib der jeweiligen Stürmer-Stars, wobei die Bayern bei Robert Lewandowski natürlich bessere Karten haben als der BVB bei Erling Haaland.

Nun will es der Spielplan so (und vielleicht wollten es auch die Spielplaner), dass der FC Bayern am 31. Spieltag, natürlich am Samstagabend um 18.30 Uhr, gegen die Borussia die Meisterschaft perfekt machen kann. Dazu reicht den Hausherren aufgrund der überlegenen Tordifferenz im Grunde ein Punkt. Doch es wäre für die Roten in einer höhepunktarmen Saison wohl ein Ersatz-Highlight, wenn der gewohnte Meistertitel wenigstens mit einem Sieg zuhause gegen den vermeintlichen Rivalen aus Dortmund eingefahren würde. Deswegen ist es außerordentlich unwahrscheinlich, dass den Schwarz-Gelben dort ausgerechnet jetzt der erste Punktgewinn seit acht Jahren gelingt. Da müssen wir jetzt auch noch durch.

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