Tigges zu Tünnes

Borussia Dortmund lässt Steffen Tigges zum 1. FC Köln ziehen. Dort unterschreibt der 23-jährige Stürmer aus dem schwarz-gelben Nachwuchs einen Vertrag bis 2026. Es ist eine Transfer-Vollzugsmeldung, die man im Kontext der Planungen für die Saison 2022/23 schnell abhaken kann – man kann aber auch noch ein paar Zeilen darüber nachdenken.

Der Effzeh ist zunächst mal ein Verein, für den der durchschnittliche Borusse eher Sympathie als Antipathie hat. Vor wenigen Wochen hat sich der BVB dort Mittelfeldspieler Salih Özcan geangelt – warum also nicht etwas zurückgeben? Eine Ablöse von 1 bis 1,5 Millionen ist für die Bundesliga nicht viel, könnte aber durch Bonuszahlungen und eine Beteiligung an einem möglichen Weiterverkauf von Tigges noch steigen. Kölns Geschäftsführer Christian Keller attestiert dem Neuzugang „viele wichtige Stürmereigenschaften“. Gleichzeitig wird Steffen aber noch nicht als fertiger Spieler, sondern eher als Projekt gesehen, das „viel Fantasie für die Zukunft“ bietet. Die Hoffnung des Spielers ist wohl trotzdem, das er in absehbarer Zeit mehr Spielzeit bekommt als in Dortmund.

Fehlte Dortmund der Glaube?

Verständlicherweise sieht sich Borussia Dortmund nach einem Ersatz für Erling Haaland um. Nach jemandem, der sofort weiterhelfen kann. Trotzdem kann man den Tigges-Transfer zum jetzigen Zeitpunkt schade finden. Steffen mag limitiert sein, ist aber sicher auch noch entwicklungsfähig – zumindest die Kölner glauben daran. Im Dortmunder Umfeld geht man wohl eher davon aus, dass es für regelmäßige Einsätze in der ersten Mannschaft nicht reichen wird. Dabei hat Tigges auch dort schon getroffen. Richtig ist, dass ihm bei seinen Einsätzen in der Ersten Manches noch zu schnell gehen schien, er nicht immer auf der Höhe war. Eine Gewöhnungssache oder fehlende Qualität?

Ob ein Leihgeschäft wie etwa bei Ansgar Knauff zur Debatte stand, war noch nicht zu lesen. Möglich, dass der Effzeh einen festen Transfer bevorzugte; möglich, dass der BVB keine Notwendigkeit sah, Tigges zu halten. Der baldige Sportdirektor Sebastian Kehl hat ihn trotzdem gebührend verabschiedet:

Steffen Tigges hat in den vergangenen Jahren eine tolle sportliche Entwicklung genommen und uns darüber hinaus mit seiner positiven, offenen und bodenständigen Art auch menschlich sehr gut getan.

Via Kicker.de

Der zweite Teil des Satzes ist, was einem zusätzlich zu denken gibt. Sportlich ist Tigges zweifellos zu ersetzen, aber hat der BVB Stand heute noch genügend positive, offene und bodenständige Spieler? Die auch, wie Kölns Christian Keller von Tigges sagt, zur „aggressiven, permanenten Arbeit gegen den Ball“ bereit sind? Sagen wir es so: Unter den Offensivkräften im aktuellen Kader fällt einem in dieser Hinsicht spontan niemand ein. Kann sich natürlich noch ändern…

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