Geglückter Start vor gelber Wand

Champions League, 1. Spieltag / BVB 3 FC Kopenhagen 0

Borussia Dortmund hat gegen den FC Kopenhagen außer Pyros nichts anbrennen lassen: Ein 3:0 im Auftaktspiel der anspruchsvollen Gruppe lässt den Schwarz-Gelben alle Chancen und einiges an Zuversicht, nach fünf weiteren Partien im Achtelfinale zu stehen. Die dänischen Gäste ließen in entscheidenden Momenten die nötige Qualität vermissen und der BVB nutzte das teilweise sehr sehenswert aus.

70.700 Zuschauer – ausverkauft war das Westfalenstadion trotz Stehplatzerlaubnis nicht. Was aber angesichts des frühen Anstoßes unter der Woche auch nicht überraschte. Ob die wiederholten Pyro-Shows auf der Süd und im Gästeblock dazu beitragen, dass die UEFA den Stehplatz-Modellversuch entfristet, darf allerdings bezweifelt werden. Es hat zwar nicht direkt miteinander zu tun, aber vorausschauend wäre es wohl besser gewesen, auf die Zusatzbeleuchtung zu verzichten. Unter Fans gibt es mindestens zwei Meinungen dazu, ob Pyrotechnik zum Stadionerlebnis dazugehört – und das ist ok so. Gestern war deren Einsatz aber wohl nicht so klug.

Souverän und engagiert

Die Partie selber war eigentlich ansehnlich genug. Kopenhagen war bis auf einige wenige Szenen offensiv abgemeldet und der BVB kontrollierte das Geschehen. Eine Vielzahl von Chancen entstand daraus nicht, solange die Ordnung der Gäste hielt. Man merkte jedoch, dass dem amtierenden dänischen Meister in dieser Saison noch die Konstanz fehlt. In den letztendlich entscheidenden Szenen, als die Borussia ihre Qualität im Kombinationsspiel auf den Platz brachte, waren die Kopenhagener doch zu weit weg oder schalteten nicht schnell genug.

Das 1:0 war wie schon am Wochenende eine Koproduktion von Brandt und Reus, eingeleitet durch einen starken Lauf nach vorne von Niklas Süle, dem 2:0 des in der CL immer besonders starken Guerreiro ging ein Doppelpass mit dem eingewechselten Reyna voraus. Und Letzterer lieferte in den Schlussminuten von der anderen Seite auch noch die Vorlage für Bellinghams 3:0 – nach einem großartigen Spielzug, der der Idealvorstellung von Edin Terzic und uns Fans wohl recht nahe kam.

Das gute alte Fernsehen

Der Spaß an dieser Vorstellung des BVB wurde für mich vor dem Fernseher durch technische Probleme – einen immer wieder stockenden und nachladenden Stream – gemindert. Das kann an den Geräten bei mir vor Ort und dem manchmal wankelmütigen WLAN gelegen haben. In der Form habe ich das allerdings noch nicht erlebt. Da muss man nicht altmodisch sein, um sich das Offline-Fernsehen zurückzuwünschen.

Hiobsbotschaften gab es mal wieder auch für den BVB: Thorgan Hazard musste schon in der ersten Hälfte verletzt ausgewechselt werden. Nach Mo Dahoud wird sich Jamie Bynoe-Gittens ebenfalls einer Schulter-OP unterziehen und monatelang ausfallen. Dagegen sind die muskulären Probleme von Gregor Kobel hoffentlich eher kurzzeitiger Natur. Am Samstag könnten ihn die Schwarz-Gelben wieder gut gebrauchen. Es geht zu dem Projekt, das uns gerade mit gesponserten Social Media Posts zeigen will, was für tolle authentische Fans es doch unterstützen. Geld hat man in Brause-Leipzig, Geduld eher nicht: Soeben ist Domenico Tedesco als Trainer entlassen worden. Als möglicher Nachfolger ist Marco Rose im Gespräch. Sollte es bis zum Wochenende zu dieser Nachfolgeregelung kommen, hätten wir bei aller grundlegenden Abneigung gegen diese Partie zumindest eine Konstellation mit reichlich Stoff für Diskussionen. Die nur noch zu toppen wäre, wenn es Thomas Tuchel wird.

Die Aufstellung: Meyer – Meunier, Süle, Schlotterbeck, Guerreiro (86. Rothe) – Bellingham, Özcan (66. Can) – Brandt, Reus (86. Wolf), Hazard (23. Reyna) – Modeste (66. Moukoko). Tore: Reus, Guerreiro, Bellingham

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