Zurück aus Asien: Auba dabei, Schmelzer verletzt

Begeisterte Fans in Japan und China, zwei Testspielsiege und ein Torjäger an Bord der Maschine zurück nach Europa: Nicht nur die offizielle Vereinssichtweise des Asien-Trips von Borussia Dortmund klingt positiv. Sicher kann man sich auch über China als Zielland streiten, doch das wäre angesichts von dessen Einfluss so etwas wie Inseldenken.

Bleiben wir beim Sportlichen, dann haben die Schwarz-Gelben einen ordentlichen und einen richtig überzeugenden Test gegen die Urawa Red Diamonds respektive AC Mailand hingelegt. Die – merke: chinesisch gesponserten – Mailänder sind gerade auf großer Einkaufstour und möchten endlich wieder Juventus angreifen. In der Serie A beginnt die neue Spielzeit wie in der Bundesliga am Wochenende 18. bis 20. August. Insofern kann man sich auf den Testspielsieg mit Toren von Aubameyang (2x) und Sahin schon ein klein wenig einbilden. Zumindest ist seit Essen eine Entwicklung zu erkennen.

Milan soll einer aus einer Reihe von Vereinen gewesen sein, die an einer Verpflichtung unseres Torschützenkönigs interessiert waren. Glaubt man jüngsten Verlautbarungen, ist Aubas ganz persönliches Transferfenster jetzt nicht nur für Chinesen geschlossen. Auch andere Klubs können sich ihre Offerten sparen, suggerieren Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke. Einen Transfer komplett ausgeschlossen haben sie allerdings nicht; gerade Watzke ist in der Hinsicht schließlich ein gebranntes Kind. Bei einem schwindelerregenden Angebot von deutlich über 100 Millionen Euro könnte noch mal Bewegung in die Sache kommen. Mehr und mehr stellt sich aber auch angesichts der bereits getätigten oder bevorstehenden Transfers die Frage, wer noch so viel bezahlen würde.

Die Wahrscheinlichkeit ist daher sehr hoch, dass Pierre-Emerick Aubameyang tatsächlich noch eine Saison in Dortmund spielt. Wenig deutet darauf hin, dass ihm das sonderlich unangenehm wäre. Man darf davon ausgehen, dass die Vereinsführung ihre Bedingungen Auba gegenüber besser kommuniziert hat als das möglicherweise in der Vergangenheit bei anderen Spielern der Fall war.

Die einzige Hiobsbotschaft aus dem fernen Osten: Kapitän Marcel Schmelzer hat sich im Training einen Teilriss des Außenbandes im Sprunggelenk zugezogen. Bis zum Ligastart in Wolfsburg soll er wieder „voll einsatzfähig“ sein. Nicht dass mir das schlaflose Nächte bereiten würde: Im Pokal gegen den 1. FC Rielasingen-Arlen sollten wir auf Schmelle verzichten können. Und dass sich ein paar Wochen lang Alternativen für den Käpt’n in den Vordergrund spielen können, finde ich gar nicht verkehrt.

Fußballverbot und ein kaputter Zeh

Zwei Ur-Dortmunder haben jeweils ein Problem. Kevin Großkreutz das deutlich größere. Die Fifa hat entschieden, dass der Transfer des Allrounders vom BVB zu Galatasaray wegen fehlender Unterschriften nicht anerkannt wird. Großkreutz und sein neuer Verein haben jedoch beschlossen, den Wechsel trotzdem durchzuziehen. Für den schwarz-gelben Jungen bedeutet das, in Istanbul monatelang nur trainieren zu können, bis sich Anfang Januar das Transferfenster wieder öffnet.

Die Schuld an der selbst im europäischen Rahmen seltenen Blamage trägt laut türkischer Presse der in der Folge entlassene „Vize-Verwaltungsmanager“ von Galatasaray. Er hatte unvollständige Unterlagen abgeschickt. Kevin Großkreutz ist nun in einer extrem bedauerlichen und für einen Fußballer bitteren Situation. Natürlich müssen sich aber neben den Vereinen auch er und sein Berater fragen lassen, warum sie bis zur buchstäblich letzten Minute mit dem Transfer gewartet haben. Möglich, dass Kevin bis zuletzt auf eine Wende und den Verbleib in Dortmund gehofft hat. Wahrscheinlicher ist wohl, dass sich er und Konstantin Liolios andere Optionen offen halten wollten, etwa einen Wechsel in die geschätzte Premier League.

Dass Kevin trotz Spielverbot schon jetzt nach Istanbul wollte, ist durchaus respektabel und hat wohl kaum mit „verbrannter Erde“ zu tun. Vielmehr dürfte es daran liegen, dass gerade er sich die Borussia nicht als Verlegenheitslösung vorstellen konnte. Schwarz-gelb ging bei ihm nur ganz – und dazu gehörte auch die zweite Mannschaft – oder gar nicht. Es bleibt zu hoffen, dass Kumpel Podolski Kevin am Bosporus vier Monate aufmuntern kann und die beiden nicht zu viel Schabernack treiben. Vielleicht reichen für den Emotionsmenschen Großkreutz auch Freundschaft und die allgegenwärtige Fußball-Begeisterung dort, um sich halbwegs wohlzufühlen. Es ist ihm sehr zu wünschen!

Neben einer fehlenden Spielberechtigung mutet selbst eine Verletzung wie die von Marco Reus harmlos an. Zum wiederholten Mal kann unsere Nummer 11 deswegen nicht an Länderspielen teilnehmen. Wichtiger ist jedoch, dass der Haarriss in der großen Zehe keinen langfristigen Ausfall zur Folge haben dürfte. Reus zeigte sich zuletzt in starker Form und könnte Thomas Tuchel und dem BVB beim Heimspiel gegen Leverkusen am 20. September schon wieder zur Verfügung stehen.

Es geht wieder los: Kehl vier Wochen weg

Nach drei Tagen kam die endgültige Diagnose: Ex-Kapitän Sebastian Kehl hat sich im Testspiel von Borussia Dortmund gegen Steaua Bukarest eine Schultereckgelenkssprengung zugezogen. Die Verletzung soll konservativ behandelt und nicht operiert werden – dennoch wird der defensive Mittelfeldspieler den Schwarz-Gelben rund vier Wochen fehlen. Damit fallen die 1A- und 1B-Besetzung der ‚6er‘-Position für den Rückrundenauftakt aus, denn auch Sven Bender wird wohl die ersten zwei Partien verpassen, die ja am Samstag, den 31.1. und Mittwoch, den 4.2. anstehen.

Das Jahr fängt somit für die Borussia auch personell nicht so sorgenfrei an wie erhofft. Erste Spekulationen über Nachverpflichtungen sind aufgetaucht, unterfüttert mit der Bemerkung, Kehl und Bender seien nun mal recht anfällig. Doch abgesehen davon dass die BVB-Verantwortlichen nicht für Schnellschüsse bekannt sind, stellt sich die Situation auch beherrschbar dar. Bender könnte schon am 19. Spieltag zurückkehren. Und außerdem steht mit Oliver Kirch eine Alternative parat, die nach wie vor von zu vielen Beobachtern übersehen wird. Auch ein selbstbewussterer Matthias Ginter wäre im defensiven Mittelfeld denkbar.

Die ‚6‘ war zudem keine Schlüsselposition bei des Rätsels Lösung, was den BVB die Hinserie gekostet hat. Deshalb muss der Verein jetzt nicht handeln – es sei denn, es steht plötzlich der Kehl-Nachfolger vor der Tür. Sorgen macht eher, dass das Verletzungspech die Schwarz-Gelben ganz allgemein wieder zu ereilen scheint. Im Fall Kehl lag es nicht mal an zu hoher Belastung. Unsere Nummer 5 fiel unglücklich – im ‚Zweikampf‘ mit Mats Hummels.

Durm verlängert, Sahin fehlt langfristig

Einer derer, die in Dortmund eine Blitzkarriere hingelegt haben, wird langfristig das schwarz-gelbe Trikot tragen: Erik Durm hat gestern seinen Vertrag um zwei Jahre bis Juni 2019 verlängert. Der Außenverteidiger, der nach einigen Einsätzen in der letzten Saison fast sensationell mit zur WM nach Brasilien fuhr, weiß, bei wem er sich zu bedanken hat:

Borussia Dortmund hat meine Entwicklung so intensiv vorangetrieben, dass ich heute der Spieler sein kann, der ich bin.  Es ist selbstverständlich für mich, das wertzuschätzen und mich dauerhaft an den Klub zu binden, der mich extrem gefördert hat.

Beim rasanten Aufstieg Durms hat natürlich auch eine Rolle gespielt, dass der BVB auf den Außenverteidiger-Positionen wohl am schwächsten besetzt ist. Das soll Eriks Leistung nicht schmälern. In den ersten Saisonspielen hat er allerdings noch nicht über 90 Minuten die defensive Sicherheit gehabt, die es links hinten auch braucht. Das kann noch kommen – offensiv ist der frühere Stürmer jedenfalls deutlich höher einzuschätzen als Marcel Schmelzer. Dem BVB gibt diese Vertragsausdehnung Planungssicherheit – jetzt kann der endgültige Durchbruch getrost kommen.

Nachdem Ilkay Gündogan ins Mannschaftstraining zurückgekehrt ist, gibt es vom anderen Langzeit-Rekonvaleszenten aus dem Mittelfeld weniger Erfreuliches zu berichten. Nuri Sahin machte zuletzt wiederholt das Knie zu schaffen – nun ließ sich der 25-jährige bei einer Operation entzündetes Gewebe aus dem Gelenk holen. Nach dem Eingriff ist allerdings nach Angaben von Mannschafts-Doc Braun von einer zweimonatigen Reha-Phase auszugehen. Gute Besserung, Nuri!

Reus verpasst Saisonstart

Die Teilentwarnung für Dortmund-Fans ist Vergangenheit: Marco Reus hat sich beim Test-Länderspiel gegen Armenien nicht nur einen Teilriss des vorderen Syndesmosebands, sondern auch einen „knöchernen Bandausriss an der Fersenbein-Vorderseite“ zugezogen. Hört sich mindestens genauso unschön an, ist es auch: Die Ausfall-Zeit für den schwarz-gelben Kreativspieler verdoppelt sich dadurch von sechs Wochen auf etwa drei Monate. Marco wird also mit Sicherheit den Auftakt in Pokal und Liga verpassen. Für den BVB ist das ebenso unglücklich wie für das Nationalteam. In der Findungsphase einer Mannschaft zu Saisonbeginn hätte der formstarke und torgefährliche Reus für Impulse und Stabilität sorgen können.

Die „Erweiterung der Diagnose“ (O-Ton BVB-Homepage) wurde in den vergangenen Tagen im Dortmunder Knappschaftskrankenhaus nach eingehenderen Untersuchungen des Verletzten vorgenommen. Während für Reus persönlich das Verpassen der WM in Brasilien sicher der schwerere Schlag war, dürfte ihn die mit der neuen Diagnose gestiegene Unsicherheit über den Zeitpunkt seines Comebacks nicht gerade beruhigt haben. Immerhin sind mit dem jetzigen Befund der Ärzte die ohnehin unglaubwürdigen Gerüchte über einen baldigen Transfer von Reus vom Tisch. Gute Besserung, Marco!

Ginter will nach Dortmund, Reus bleibt zu Hause

Katastrophen-Nachricht für Marco Reus: Im letzten Vorbereitungsspiel vor der Fußball-WM in Brasilien hat sich der Dortmunder Mittelfeldstar einen „Teilriss des vorderen Syndesmosebandes oberhalb des linken Sprunggelenks“ zugezogen und fällt für das Turnier aus. Bundestrainer Löw, der Shkodran Mustafi nachnominiert hat, zeigte sich betroffen:

Für ihn und für uns ist dies extrem bedauerlich. Marco war super drauf, (…) hat vor Spielfreude gesprüht. In unseren Überlegungen für Brasilien hat er eine zentrale Rolle gespielt.

Zwar hat die deutsche Nationalmannschaft sicher genügend Alternativen im offensiven Mittelfeld, aber das unberechenbar-kreative Element von Marco Reus wird tatsächlich schwer zu ersetzen sein.

Ein schwerer Schlag für Joachim, aber auch für den BVB? Nach DFB-Angaben wird Marco erst in sechs bis sieben Wochen wieder ins Training einsteigen können. Das wäre Mitte bis Ende Juli. Die Saisonvorbereitung der Borussia ist dann zwar schon voll im Gange, sie beginnt am 5.7., aber natürlich steigen die zahlreichen WM-Fahrer ohnehin später ein. Bei normalem Heilungsverlauf könnten wir zum Saisonstart also einen gesunden und trainierten Marco Reus in der Startelf haben. Wie sehr den 25-jährigen das verpasste Turnier belasten wird, ist eine andere Frage – allerdings würde ich ihn nicht so einschätzen, dass er daran Mitte August noch täglich denkt. Für Marco kann es einem sehr leid tun; der Verein könnte dagegen sogar den Vorteil haben, dass der Spieler nicht in einem weiteren internationalen Schaufenster vorspielt.

Unterdessen verdichten sich die Anzeichen, dass Defensiv-Allrounder Matthias Ginter zum BVB wechseln wird. Zumindest ist das nach Lesart des „Kicker“ der Wunsch des Spielers. Dem SC Freiburg ist es dagegen verständlicherweise nicht recht. Auch wenn bei den Breisgauern derzeit kein vergleichbarer Exodus wie im Sommer 2013 zu befürchten ist, würden sie mit Ginter erneut einen ihrer Topspieler verlieren. Zwar wird nach den Worten von Sportdirektor Hartenbach der Wunsch des Spielers respektiert, aber Michael Zorc dürfte ein harter Verhandlungspartner gegenübersitzen.

Für die Borussia stellt sich die Frage, ob das Ausgeben einer weiteren zweistelligen Millionensumme mit dem Standing korrespondiert, das Ginter in absehbarer Zeit im Team haben könnte. An einer direkten Rückleihe an Freiburg scheint der 20-jährige nicht interessiert zu sein. Der große Vorzug bei ihm ist seine Vielseitigkeit. Zwar wird kolportiert, dass Michael Zorc ihn vorwiegend als Innenverteidiger sieht, doch Ginter wäre nicht der erste Spieler, den Jürgen Klopp auf einer anderen Position erfolgreich einsetzt – zumal der Noch-Freiburger diese Allrounder-Qualitäten bereits hat. Die Möglichkeit, einen derartigen jungen deutschen Nationalspieler zu bekommen, der auch noch eine alte Affinität zum BVB hat, ist verlockend. Warum sollte man Ginter nicht zutrauen, sich auf einer der möglichen Positionen auch gegen Konkurrenz durchzusetzen?

Der Fortschritt der Verhandlungen zwischen Sportclub und Borussia ist allerdings unklar. Jüngst hatte die „Badische Zeitung“ berichtet, die Gespräche lägen auf Eis. Freiburg will offenbar die WM abwarten – entweder um Ginter noch mal umzustimmen oder einen höheren Preis zu erzielen. Dem Spieler wäre es lieber gewesen, die Sache vor dem Turnier zu klären. Deshalb war noch unter der Woche gemeldet worden, der Transfer könne bald über die Bühne gehen. Gibt es die Hängepartie oder eine weitere Wendung? Relativ sicher scheint nur zu sein, dass Dortmund Ginters bevorzugtes Ziel ist.

Letzte Auffahrt für Santana

Innenverteidiger Felipe Santana bietet sich überraschend doch noch eine Möglichkeit, von der Landstraße an den Niederrhein auf den Borussen-Highway einzuschwenken. War spätestens nach der kürzlich erfolgten Vertragsverlängerung von Neven Subotic davon auszugehen, dass sich ‚Tele‘ als ewiger dritter Mann aus Dortmund verabschieden würde, könnte sich nun doch noch etwas ergeben. Denn für den faktischen Konkurrenten gab es heute unerfreuliche medizinische Neuigkeiten: Neven hat einen Faserriss am Muskelsehnenübergang erlitten, was die Länge der Verletzungspause gegenüber einem herkömmlichen Muskelfaserriss auf bis zu sechs Wochen verdoppeln dürfte.

Santana bekommt also aller Voraussicht nach einige Einsätze in der Liga und womöglich der Champions League. Stellt er sich dabei extrem gut an, könnten weitere Auftritte folgen, wenn Neven wieder genesen, aber noch nicht zu 100 Prozent matchfit ist. Sollte auch dann alles perfekt laufen, wäre es zumindest eine schwierige Entscheidung, ‚Tele’ noch in dieser Saison wieder rauszunehmen.

Im gestrigen ersten Testspiel des BVB im neuen Jahr durfte der 26-jährige schon mal proben, wie sich ein Einsatz über 90 Minuten anfühlt. Auch wenn es nicht sein erstes Mal war, konnte Santana die Spielpraxis mit Sicherheit gebrauchen. Die Begegnung in Spanien gegen den dortigen Drittligisten Albacete Balompie entschieden die Schwarz-Gelben mit 3:1 für sich. Torschützen waren Reus, Bajner aus der zweiten Mannschaft und Santamaria mit einem Eigentor. Der ebenfalls 90-minütige Einsatz von Leonardo Bittencourt gab einen Fingerzeig darauf, dass Jürgen Klopp die Lücke, die Ivan Perisic hinterlassen hat, auch intern schließen könnte.

Vollzug: Kehl bleibt mindestens bis 2013

Es war schon seit einigen Wochen absehbar, dass Kapitän Sebastian Kehl seinen Vertrag bei Borussia Dortmund verlängern würde. Der 32-jährige blieb in den letzten Monaten von Verletzungen verschont und zeigte prompt sehr gute Leistungen – wie man es von früher gewohnt war. Gerade in einer Zeit, in der andere prominente Spieler im Mittelfeld ausfallen, braucht der Verein Typen mit den Qualitäten Kehls. Das wird in der kommenden Saison nicht anders sein und daher macht die nun vollzogene Vertragsverlängerung um ein Jahr für beide Seiten Sinn.

Es gibt zudem eine Option auf ein weiteres Jahr – wie genau die ausgestaltet ist, wer sie aktivieren kann, ging aus der Berichterstattung bisher nicht hervor. Interessant wäre auch gewesen, zu erfahren, ob Kehl Gehaltseinbußen hinnehmen muss – angesichts der Vertragsdauer und der aktuellen Leistungen des Kapitäns ist das eher unwahrscheinlich, bleibt jedoch wie üblich im Dunkeln.

Eine weitere gute Nachricht für die Borussia folgt: Nach Sven Benders Blitzrückkehr am vorletzten Wochenende könnte auch Shinji Kagawa früher als erwartet wieder zur Startelf stoßen. Der offensive Mittelfeldspieler konnte heute Morgen bereits wieder problemlos leichte Trainingseinheiten absolvieren – dabei hatte er sich erst am Mittwoch einen Außenbandanriss im Sprunggelenk zugezogen. Für das schwere Heimspiel gegen Hannover wäre Shinjis Rückkehr sehr erfreulich.

Ernstfall ohne Götze

Der Auswärtssieg in Hamburg war nur die äußerst reizvolle Generalprobe für das, was Borussia Dortmund in den nächsten Wochen erwartet: kein Mario Götze. Der 19-jährige Topspieler des Vereins wird nun sogar sechs bis acht Wochen ausfallen. Schuld ist eine Überlastung mit folgender Stressreaktion des Schambeins. Für die nächsten zwei Wochen darf sich Mario erst mal zur Ruhe setzen. Eine „Überlastung“ heißt natürlich nicht, dass der Mittelfeldspieler mutwillig überfordert wurde – schließlich ist der Spielrhythmus für Spitzenmannschaften gang und gäbe. Doch 23 Spiele in der Hinserie, davon 22 von Beginn an, hinterlassen Spuren, bei Mario nun leider stärkere als erhofft.

Am Sonntag hat die Borussia das Fehlen des Schlüsselspielers hervorragend kompensiert. Für kommenden Samstag kann man aus diversen Gründen ebenfalls optimistisch sein. Doch es wäre illusorisch zu glauben, dass der Ausfall an der Mannschaft spurlos vorbeigeht. Mario hat allein in der Hinserie der Bundesliga fünf Tore erzielt und fünf vorbereitet. Dabei sind die vielen vorletzten Pässe nicht eingerechnet. Durch seine Übersicht, seine Tricks und allein durch seine Präsenz hatte er eine öffnende Funktion für das BVB-Spiel. Kagawa, Lewandowski, Kuba und Großkreutz in Topform können im Zusammenspiel Vergleichbares leisten, aber schon, wenn zwei von ihnen abfallen, wird es schwierig. Und an Götzes Konstanz kam keiner von ihnen ran.

Glücklicherweise kann man leicht pauschalisierend sagen, dass die erste Hälfte der Rückserie auf dem Papier einfacher aussieht als das Ende. Götze wird nach heutigem Stand Auswärtsspiele in Nürnberg, Berlin und möglicherweise Augsburg verpassen. Zuhause geht es für den BVB in den nächsten Wochen im Anschluss an Hoffenheim gegen Leverkusen, Hannover und Mainz. Das sind alles keine Selbstläufer, aber dank des ausgeglicheneren Kaders dieser Saison braucht man auch nicht zu verzweifeln. In diesem Sinne: Gute Besserung, Mario Götze!

Und schon wieder Trainersuche

Erst ließen die Verantwortlichen von Schalke 04 Felix Magath sehenden Auges zum Alleinherrscher aufsteigen. Im Anschluss wurde Ralf Rangnick mit den fälligen Aufräumarbeiten beauftragt. Der ist heute wegen eines Erschöpfungs-/Burnout-Syndroms als Trainer zurückgetreten. Ich will da gar keinen Zusammenhang herstellen, der Verein kann für die jüngste Entwicklung vermutlich wenig. Rangnick soll schon nach dem Ende seiner Hoffenheimer Zeit eine Pause benötigt haben. Sein Rücktritt verdient Respekt und ich wünsche ihm alles Gute, auch wenn ich ihn nie besonders gemocht habe. Er hätte seinen Verein zu diesem Zeitpunkt ohne triftigen Grund nicht im Stich gelassen.

Für Schalke beginnt damit erneut die Suche nach einem Trainer, mit dem man langfristig Erfolg haben will. Sicher nicht zum günstigsten Zeitpunkt. In der Diskussion beim „Königsblog“ kristallisieren sich drei ‚early favourites‘ für die Nachfolge heraus: Huub Stevens, Mike Büskens oder Co-Trainer Seppo Eichkorn bis zum Saisonende. Stevens klingt für einen begrenzten Zeitraum nicht unplausibel. Er würde aber von vielen als Rückschritt empfunden und würde sich selber sicher ein längeres Engagement wünschen. Vorteil: Er wäre im Gegensatz zu Büskens verfügbar. Denn der ehemals bei S04 von Magath verdrängte Büskens hat noch eine unvollendete Aufgabe: Greuther Fürth endlich in die 1. Bundesliga zu führen (was irgendjemand verhüten möge). Dem ‚Co‘ Eichkorn das Amt bis zum 34. Spieltag anzuvertrauen wäre eine Notlösung – denkbar erscheint höchstens ein Engagement bis zur Winterpause.

Es werden sicher noch andere Namen ins Spiel kommen. Warten wir es ab! Mein Gefühl bei der Sache: Ich kann in einem solchen Fall keine Häme empfinden. Ich hätte Schalke lieber mit einem gesunden Rangnick scheitern sehen.