Die Magie der Europa League: Dortmund v Rangers

Die Champions League war für mich schon ein Stück weit kaputt, ehe heute die Auslosung des Achtelfinales missglückte. Selbstverständlich wäre es für Borussia Dortmund besser gewesen, im Wettbewerb zu überwintern. Selbstverständlich werden Champions und Europa League vom selben Verband ausgerichtet. Und trotzdem reizt mich der ehemalige UEFA-Pokal mehr als die große „Money Show“. Auch sportlich, denn Ersterer ist unvorhersehbarer. Dem BVB ist außerdem mehr zuzutrauen. Natürlich spielt bei dieser Einschätzung auch der Faktor Abwechslung eine Rolle, und klar ist zu hoffen, dass die Schwarz-Gelben am Ende der Saison wieder mindestens Platz 4 belegen.

Nun auch noch dieses Los. Großbritannien. Schottland. Rangers. Dass der ehemalige Torhüter Stefan Klos erst zehn Jahre beim BVB und anschließend neun Jahre beim Club aus Glasgow unter Vertrag stand, ist dabei nur eine schöne Randnotiz. Während die Dominanz der „Old Firm“, Rangers und Celtic, für den schottischen Fußball insgesamt kein Segen ist, sorgt sie doch immerhin dafür, dass es bei den beiden Glasgower Vereinen meistens voll, laut und leidenschaftlich ist. Nicht zu vergessen: Für die Rangers lief es vor knapp zehn Jahren noch weniger rosig als ein paar Jahre zuvor für den BVB. Einer finanziellen Krise folgte die Insolvenz; es musste sogar ein neues Unternehmen gegründet werden. Und die „neuen Gers“ wurden in die League Two (4. Liga) einsortiert.

Zurück auf Kurs

Die Rückkehr aus den Tiefen des schottischen Profifußballs wurde erst dieses Jahr unter Steven Gerrard mit dem Meistertitel gekrönt – dem ersten seit genau zehn Jahren. Inzwischen ist Gerrard in Birmingham bei Aston Villa. Und Ex-Spieler Giovanni van Bronckhorst, bekannt nicht nur aus der niederländischen Nationalmannschaft, sitzt seit Kurzem auf dem Trainerstuhl im Ibrox Park. Derzeit sind die Rangers schon wieder Tabellenführer, mit vier Punkten Vorsprung auf Celtic und bereits zwölf auf den Dritten Hearts.

Ich mag englischen Fußball – regelmäßigen Lesern des Blogs dürfte das bekannt sein. Ich mag auch mehr und mehr den schottischen Fußball, selbst wenn der nicht besser und an der Spitze nicht spannender ist (mehr dazu demnächst hier). Und auch wenn ich es nicht mit einem aus der Old Firm halte, freue ich mich auf dieses Europa League-Spiel im Februar mehr als auf jedes mögliche CL-Duell.

Edin Terzic stellt sich vor

Der neue BVB-Trainer stellte sich heute Mittag gemeinsam mit Michael Zorc erstmals den Fragen der Journalisten. Auf der Spieltags-Pressekonferenz zur Partie in Bremen blieb diese erwartungsgemäß Randnotiz. Edin Terzic, bisher Co-Trainer, ist voraussichtlich bis Sommer der neue starke Mann auf der Bank der Schwarz-Gelben. Er kam sympathisch rüber, wie ein Mann, der keine Allüren, aber auch keine Angst vor der Aufgabe hat.

Natürlich kündigte Terzic eine Analyse der Gemengelage rund um die Mannschaft an, die unabhängig von seiner bisherigen Mitarbeit im Trainerstab notwendig ist. Wenig Konkretes gab es zu möglichen Änderungen in der täglichen Arbeit oder im Umgang mit der Mannschaft zu erfahren. Terzic wollte sich auch nicht das Etikett „emotionaler Trainer“ anheften (lassen). Was durchschimmerte: Bei der Analyse, aber auch danach, wird er womöglich verstärkt auf den Dialog mit den Spielern setzen – ohne im Anschluss die Verantwortung zu scheuen, eigene Entscheidungen zu treffen. Ein wichtiger Satz von Terzic, den er hoffentlich dem Team nahebringen kann:

Wir müssen uns auch bei unangenehmen Situationen wehren. Und wir müssen alle die Verantwortung haben, uns da auch gegenseitig stets daran zu erinnern.

Sympathisch ist natürlich auch, dass Edin Terzic aus der Region kommt und nach eigenem Bekunden schon seit seiner Kindheit BVB-Fan ist. Das und seine Art werden ihm einen gewissen Bonus bei den Fans verschaffen. Diese wissen aber auch, dass Terzic als Cheftrainer unerfahren ist und der Verein sich sportlich kaum noch Ausrutscher erlauben kann. Der Ergebnisdruck wird also nur unwesentlich geringer sein als bei jedem anderen Trainer.

Viel mehr als ein menschlich positiver Eindruck von Edin Terzic fiel bei der PK nicht ab. Also keine knackigen neuen Infos – aber das war wohl auch nicht zu erwarten. Verständlich ist, dass der neue Trainer zum gerade ausgelosten Gegner im Achtelfinale der Champions League, dem FC Sevilla, noch nicht viel sagen konnte und wollte. Unangenehm sei Sevilla – das dürften Verantwortliche wie Fans des BVB noch ganz gut in Erinnerung haben. In sportlicher Hinsicht fällt mir da das eher unsportliche, sehr aufreizende Zeitspiel der Spanier ein.

Doch das ist Vergangenheit und hat mit den Partien im Februar/März erstmal nichts mehr zu tun. Nach wie vor stellt Sevilla eine große sportliche Herausforderung dar – selbst, wenn viele Dortmunder wohl erleichtert waren, dass nicht Atletico oder Barcelona aus dem Lostopf kamen. Wie der BVB ist Sevilla gerade Fünfter in der Liga, zwei Punkte vor Barca, das ebenfalls elf Spiele bestritten hat. Mit Ausnahme von Atletico haben alle Clubs vor Sevilla mindestens eine Partie mehr absolviert. Sportlich wird das also ein Duell auf Augenhöhe für die Borussia, in dem es keinen Favoriten gibt.

Bis es soweit ist, wird sich auch geklärt haben, was wir von Edin Terzic erwarten dürfen. Und ob er sich ein wenig Hoffnung auf ein längeres Engagement machen kann, was Michael Zorc zumindest nicht explizit ausgeschlossen hat.

Die Farce ist komplett: RB spielt gegen sich selbst

Manche haben es als theoretisches Szenario abgetan, doch nun wird es schon ganz bald zur Praxis: In der Gruppenphase der Europa League trifft RB Leipzig auf RB Salzburg. Außerdem bekommen es die beiden vom selben Brausehersteller erschaffenen Vereine mit Celtic und Rosenberg Trondheim zu tun.

Gibt es irgendeinen nur ansatzweise kritischen Fußballfan, der sich auf diese beiden Partien freut? Zwischen zwei geschlossenen Klubs, die lange Zeit zum Verwechseln ähnliche Logos hatten, die jetzt aber nur noch sehr ähnlich sind? Alles entflechtet, alles easy, sagen die Apologeten. Aber wie easy wird sich das anfühlen, wenn sich in dieser ein wenig nach Champions League riechenden Gruppe folgendes Szenario ergibt: Einer der beiden RBs ist schon durch und der andere braucht noch Punkte. Diese Situation ließe sich realistisch nur ausschließen wenn die letzte Begegnung zwischen beiden schon am 4. Spieltag wäre.

Klar, man kann Leipzig und Salzburg für total unabhängig halten. Das ist ungefähr genauso nah an der Realität wie zu sagen: RBL gegen RBS oder von mir aus FCS, das ist wie der BVB gegen seine eigene U23.

Sie nennen es Losglück

„Deutsches Quartett im Losglück“ – so wird selbst bei Kicker.de nach der heutigen Champions League-Auslosung pauschalisiert. Wer die vier Gruppen der deutschen Vertreter, mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen, so zusammenfasst, der findet natürlich auch gleich alles Scheiße, wenn die Deutschen international mal ein schwarzes Jahr haben.

Borussia Dortmund trifft in der CL-Gruppenphase also auf Atletico Madrid, AS Monaco und Club Brügge. Das mag etwas leichter sein als gegen Real und die Spurs. Aber es ist alles andere als Tiefstapelei, wenn das BVB-Vertreter unisono als anspruchsvoll bezeichnen. Diego Simeones Atletico ist nach wie vor eine ungeheuer stabile Mannschaft mit einem Superstar Antoine Griezmann. Das Finale des Wettbewerbs wird 2019 in ihrem neuen Stadion ausgetragen.

Der AS Monaco liegt vielleicht ein wenig unter dem Niveau der vorletzten Saison, als die Borussia unter unglückseligsten Umständen gegen den Klub aus dem Fürstentum der Reichen und nicht so gerne Steuern Zahlenden ausschied. Die Monegassen haben aber immer noch genügend illustre Namen in ihren Reihen wie Kolumbiens Stürmer Falcao, die junge belgische Mittelfeldhoffnung Youri Tielemans oder natürlich Kroatiens Nationalkeeper Danijel Subasic. Außerdem wird das erneute Aufeinandertreffen womöglich Erinnerungen zurückbringen, auf die die Borussen gerne verzichten würden. Angenehm wird Monaco sicher auch nicht.

Bleibt Brügge. Dieses Los kann man sicher als machbar bezeichnen. Man kann auch die Statistik ins Reich der Geschichte verweisen, die besagt, dass der BVB bei den letzten beiden Aufeinandertreffen jeweils ausgeschieden ist. Ganz aktuell ist aber die Tatsache, dass der belgische Fußball bei Länderturnieren gerade zum Ansehnlichsten weltweit gehört. Alles werden sie also auch im Klubfußball nicht falsch machen.

Ja, natürlich hat der BVB in Gruppe A Chancen, Zweiter oder gar Erster zu werden. Schließlich haben wir ordentlich aufgerüstet. Aber der Verein muss es sich von niemandem zur Pflicht erklären lassen. Lucien Favre hat schon die passenden Worte gefunden:

Ein schweres Los mit starken Gegnern. (…) Wir nehmen die Herausforderung gerne an.

Und jährlich grüßt CR7

Es reicht nicht, dass Cristiano Ronaldo erneut „Fußballer des Jahres“ geworden ist – er darf dieses Jahr auch wieder gegen Borussia Dortmund antreten. Außer wir erleben noch den spektakulärsten Last-Minute-Transfer seit Menschengedenken, der den von Ousmane Dembelé locker in den Schatten stellen würde.

Bei der Auslosung der Champions League-Gruppenphase in Monaco hat der BVB Real Madrid, Tottenham Hotspur und Apoel Nikosia zugeteilt bekommen. Und damit – so auch der Medientenor – die schwerste Gruppe mit deutscher Beteiligung. Unsere Freunde aus Leipzig, gezogen aus Lostopf 4, bekommen es mit unserem diesjährigen Viertelfinalgegner AS Monaco, dem FC Porto sowie Besiktas zu tun. Für den FC Bayern ist sportlich wohl nur das Duell mit PSG eine echte Herausforderung.

Man kann über die Einteilung der Lostöpfe diskutieren. In Topf 1 kommt man nicht mehr als Verein mit besonders gutem UEFA-Koeffizient, sondern als Meister einer der acht Topligen. Man kann aber auch das System der Lostöpfe insgesamt in Frage stellen. Denn hätten nicht kleinere Mannschaften viel bessere Chancen, wenn es auch mal zu einer wirklichen Hammergruppe kommen könnte? Wäre das nicht die sportlich fairste Lösung?

Jammern braucht also sicher keiner der Klubs in Topf 1 oder 2. Natürlich kann sich die Borussia gegen die Spurs durchsetzen. Auch wenn Dembelé gehen sollte. Das und seine Nachfolge sind derzeit ohnehin die spannenderen Fragen für Schwarz-Gelb.

Lieber Fürstentum als Königliche

Borussia Dortmund feiert eine Premiere und trifft erstmals in der Champions League auf den AS Monaco. So ergab es die Auslosung des Viertelfinales durch Ian Rush heute Mittag in Nyon. Monaco, das ist der Klub, der schon mal groß war, bevor er 2011 in die zweite Liga abstieg. Heute ist er mit drei Punkten Vorsprung auf PSG Tabellenführer der Ligue 1.

Diese Wende nach ganz oben hat der AS Monaco vor allem dem Geld von Dmitry Rybolovlev zu verdanken. Im Winter 2011 kaufte der russische Milliardär, um den sich auch einige Skandalgeschichten ranken, zwei Drittel der Klubanteile (der Rest gehört dem monegassischen Fürstenhaus). Seitdem hat er massiv investiert und unter anderem den heutigen Kapitän Radamel Falcao für rund 43 Millionen Euro (laut Transfermarkt.de) von Atletico Madrid geholt. Die Portugiesen Joao Moutinho und Bernardo Silva spielen ebenso im Fürstentum wie der bei europäischen Topklubs gefragte Teenager Kylian Mbappé.

Der BVB muss sich also auf viel, viel Qualität einstellen, wie auch schon Pep Guardiolas Manchester City erfahren durfte. Zudem findet das Rückspiel im Stade Louis II statt. Trotzdem: Die Monegassen haben in Manchester fünf Tore kassiert und sind noch kein in Europas absoluter Spitze etabliertes Team. Das Los ist also allemal besser als im April viermal gegen den FC Bayern spielen zu müssen. Oder etwa gegen den Titelverteidiger und Spitzenreiter der Primera Division. Da überlassen wir den königlichen Glanz doch gerne unserem deutschen Rekordmeister.

Wenn Halbfinale, dann in München

Gut, dass ich mir das nicht mehr angesehen habe: Ex-FCB-Sportdirektor und Ex-BVB-Meistertrainer Matthias Sammer hat am späten Mittwochabend das DFB-Pokalhalbfinale ausgelost. Gewinnt Borussia Dortmund das Nachholspiel in Lotte, muss man mal wieder in die Arroganz-Arena.

Einerseits ist damit der Los-Dusel der Bayern komplett – zumindest was das Heimrecht angeht. Andererseits kommen Erinnerungen an eine der denkwürdigsten Pokalpartien der letzten Jahre hoch. Doch die liegt jetzt im Gestern. Buchstäblich gestern haben die Bayern den Revierrivalen aus Gelsenkirchen ordentlich hergespielt. Ja, sie nehmen Schwung auf, diese Rekordmeister. Noch kann niemand ihre Tagesform Ende April vorhersagen. So es denn zum Spitzenspiel kommt, hätte eine Borussia an der obersten Leistungsgrenze eine Chance gegen den FC Bayern.

Eigentlich ist mir ein Halbfinale gegen den FCB in der derzeitigen Situation fast lieber. Nicht schon wieder eine Finalniederlage. Und außerdem – so oder so – die Möglichkeit, sich ab Ende April halbwegs auf den Liga-Endspurt zu konzentrieren. Nur ein Heimspiel hätte es schon sein sollen.

Was anschließend geschah

Für alle, die ebenfalls im Urlaub waren: eine kurze Rekapitulation, was in der schwarz-gelben Welt zuletzt passiert ist.

1. Moritz Leitner ist weg. Dass es Abgänge geben würde, war klar. Regelmäßige Leser dieses Blogs ahnen, dass mich dieser Abschied wenig schmerzt. Leitner hat im schwarz-gelben Trikot weder vor noch nach seiner Ausleihe jene Konstanz zeigen können, die er auf diesem Niveau benötigt. Das hat dann auch etwas mit fehlender Klasse zu tun. Angesichts der illustren Namen im Kader war er auf meiner Liste der erste, der gehen durfte. Viel Erfolg bei Lazio!

2. Fast schon zu souverän gegen Trier gewonnen. Reden wir nicht drum herum: Es war einseitig im Moselstadion. Der übertragenden ARD und neutralen Zuschauern vermutlich zu sehr. Nachdem die Borussia in der ersten Halbzeit die Drei-Tore-Führung hergestellt hatte, verlegte man sich später aufs Auslassen von Chancen und wurde inkonseqenter. Aus der Innenperspektive gefielen zumindest drei Aspekte: Shinji Kagawa weiß, was die Stunde geschlagen hat und kämpft um seine Startelfchance. André Schürrle zeigt ordentliche Frühform und kann erwartungsgemäß gut mit Tuchel. Richtig begeistert hat gegen später dann aber vor allem Emre Mor. Was für ein Dribbler!

3. Wieder Real in der Champions League. Kein einfaches Los ergab die heutige Auslosung der CL-Gruppenphase. Über Real brauchen wir nicht reden; ein Leckerbissen ist es immer wieder. Sporting sollte man bloß nicht unterschätzen. Legia Warschau sollte man dann doch schlagen – noch ist der polnische Vereinsfußball nicht auf dem Niveau des Nationalteams. Diese Gruppenphase wird kein Selbstläufer – aber fragt mal die andere Borussia!

Bringt bloß nicht die 90er zurück!

Musikalisch bin ich in den Neunzigern sozialisiert worden – und fand das Jahrzehnt in dieser Hinsicht deutlich besser als viele behaupten. Neben mancher Verirrung gab es vor allem abseits des Mainstreams viel Gutes, vor allem Tanzbares zu entdecken. Borussia Dortmund hat in den Neunzigern die größten Erfolge seiner Vereinsgeschichte errungen – allerdings auch dank finanzieller Konstruktionen, die uns später an den Rande des Abgrunds brachten.

Schaut man jedoch nur auf einen speziellen Wettbewerb, den DFB-Pokal, dann sinkt die Lust an einem 90s Revival gewaltig. Die Erfolge sind da nämlich äußerst überschaubar. Das Jahrzehnt begann ein Jahr nach dem Pokalsieg in Berlin mit einer Niederlage gegen Fürth und endete mit einer gegen die Stuttgarter Kickers. Das höchste der Gefühle war eine Viertelfinalteilnahme in der Meistersaison 95/96 – man scheiterte am Karlsruher SC. Eine der peinlicheren Pleiten trug sich in der Saison 1997/98 zu. Als amtierender Champions League-Sieger unterlag der BVB im Achtelfinale Eintracht Trier, damals Drittligist, mit 1:2. Ob es der Ehrenrettung dient, dass die Moselstädter eine Runde zuvor auch die Nachbarn aus Gelsenkirchen ausgeschaltet hatten?

Beenden wir unsere kleine Zeitreise. In der kommenden Saison 2016/17 muss Borussia Dortmund erneut nach Trier reisen und in der ersten Pokalrunde im Moselstadion antreten – das ergab die Auslosung gestern Nacht. Die Eintracht ist wieder Regionalligist, die Spielklasse aber nur noch die vierthöchste. Trainer ist Peter Rubeck, sowohl als Spieler wie als Trainer ein Mann der Region. Schaut man sich den Kader der Trierer an, klingelt es bei mir bei keinem Namen. Die vergangene Saison beendete der Verein als Fünfter, bei einem Zuschauerschnitt von gut 2300.

Warum sollte die Borussia sich trotzdem noch mal an die Geschehnisse von vor 19 Jahren erinnern? Trier könnte dann erneut zum Stolperstein werden, wenn es Thomas Tuchel und seinem Team bis Mitte August nicht gelingt, aus einem beträchtlich veränderten Kader schon eine Mannschaft zu formen, die solch ein vermeintlich leichtes Pflichtspiel ernsthaft und konzentriert angeht. Schön, dass der BVB heute einen solchen Status hat, dass so gut wie niemand an ein solches Szenario glaubt. Völlig ausgeschlossen ist es dennoch nicht.

Eine der heißesten Pokalpartien der letzten Jahre findet unterdessen in Sachsen statt: Dynamo Dresden gegen RB Leipzig. Urlaubsstopp bei der sächsischen Polizei?

Mangala ist der Nächste, Guerreiro wird noch untersucht

Die Fußball-EM hat begonnen, schöne und schlimme Bilder aus Frankreich drohen, den Transfermarkt aus den Schlagzeilen zu verdrängen … aber nicht hier. Denn wir ahnten es bereits – Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke basteln unverdrossen weiter am BVB-Kader für die Saison 2016/17. Oder später. Denn mit Orel Mangala vom RSC Anderlecht haben sie nun einen Spieler verpflichtet, der zunächst in der U19 zum Einsatz kommen soll. Auch in Belgien hat er bisher im Nachwuchsteam gekickt. Mittelfeldspieler Mangala wird auf Leihbasis verpflichtet, die Borussia besitzt eine Kaufoption.

Für die Bundesligamannschaft ist die folgende Meldung zunächst deutlich interessanter: Auch der Transfer des 22-jährigen Linksverteidigers Raphael Guerreiro soll klar sein – vorbehaltlich des obligatorischen Medizinchecks. Da der Spieler jedoch mit Portugal bei der EM weilt, wird der Abschluss dieses Deals noch ein paar Wochen auf sich warten lassen. Der abgebende französische Verein FC Lorient soll 12 Millionen Euro plus mögliche Boni kassieren.

Das wäre nun ein Transfer ganz nach meinem Geschmack. Die Außenverteidigerpositionen sind seit Längerem eine Schwachstelle des BVB – da konnte weder die Verpflichtung von Joo-Ho Park helfen noch die Vertragsverlängerung mit Marcel Schmelzer darüber hinweg täuschen. Schmelle ist solide, aber eben keine „internationale Klasse“, wie es der Kicker nennen würde. Es gibt links hinten also künftig echten Konkurrenzkampf; außerdem kann Guerreiro auch weiter vorne spielen. Sollte dieser Transfer wie geplant über die Bühne gehen, wären die Schwarz-Gelben einen großen Schritt weiter.

Und die Vorfreude auf die neue Saison steigt! Ganz nebenbei wird am Samstagabend gegen 23.30 Uhr in Beckmanns Sportschule in der ARD auch die erste Runde des DFB-Pokals ausgelost.