Der letzte Wecker

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Klar könnte ich etwas über den Supercup schreiben. Auch wenn der ein Heißluftballon der DFL ist, stellt die Partie gegen den FC Bayern immer eine Standortbestimmung dar. Derzufolge steht die schwarz-gelbe Borussia unter dem neuen Trainer Peter Bosz gar nicht so schlecht da. Außerdem darf natürlich der Videobeweis diskutiert werden, bei dessen erster Pflichtspiel-Anwendung im deutschen Vereinsfußball dem Videoschiedsrichter Tobias Stieler die virtuelle Abseitslinie fehlte und er somit dem FC Bayern eher zweifelhaft das 1:1 zusprach.

Aber: So wird dieser Beitrag nicht weitergehen. Denn diese Woche hat der Profifußball endgültig eine Schwelle überschritten, ist in eine neue Dimension eingetreten oder welches Bild auch immer man wählen will. Der Neymar-Transfer zu PSG verändert meiner Meinung nach nochmals die Wahrnehmung, die man von diesem Geschäft haben kann. Wir reden von 222 Millionen Euro nur an Ablösesumme, die durch die bekannte Ausstiegsklausel verbürgt ist. Es geht auch gar nicht darum, dass der BVB direkt von diesem Deal betroffen sein könnte, wenn der FC Barcelona sich nun um Ousmane Dembelé bemüht. Nein: Ich bin gerade im Urlaub in Griechenland und man muss einfach darüber nachdenken, was man mit diesem Geld hier oder anderswo erreichen könnte.

Irgendwann reicht es nicht mehr zu sagen, dass das natürlich übertrieben oder sogar „pervers“ sei – letzteres Adjektiv stammt von ZDF-Experte Holger Stanislawski. Manche Leute haben ja sogar die Haltung: So wie die Gesellschaft ist eben der Sport; ist trotzdem ne gute Show und wer sich das nicht mehr antun will, kann ja Kreisliga gucken. Mein Verständnis für diese Apologeten geht immer mehr gegen Null. Was ich dagegen nachvollziehen kann, ist Vereinsliebe. Die habe ich selber und warum sollte ich die verlieren, nur weil diese Branche aus dem Ruder läuft. Gerade für jene Fans, die mit ihrem Verein wirklich ‚durch dick und dünn‘ gegangen sind, ist Aufgeben wohl keine Option.

Und doch: Muss man nicht zumindest eine neue Haltung finden? Es gibt genügend Beispiele, dass die Autoritäten des Fußballs nicht gewillt sind, ernsthaft gegen Auswüchse vorzugehen. RB Leipzig und Neymar sind nur die uns geläufigsten Beispiele. Natürlich hoffe ich darauf, dass der Rekordtransfer noch untersucht wird, doch ich glaube nicht, dass dabei eine ernsthafte Sanktion herauskommt. Und während ich natürlich gespannt bin, wie sich die Schwarz-Gelben unter dem netten Herrn Bosz schlagen, während ich natürlich über das geile Aubameyang-Tor gegen Bayern gejubelt habe, wächst die Distanz.

Ich verstehe also Fans, die weiter mit ihrem Erstligaklub mitzittern genauso wie jene, die sich zumindest vom Profifußball ganz abwenden. Etwas einfacher sind solche Entscheidungen für jemanden, der eine Beziehung zu einem Zweitverein hat – bei mir ist es der örtliche Regionalligist. Bei dem ist man außerdem wirklich nah dran und kriegt ohne Probleme Karten. Ohne Fußball geht es nicht, ohne Dortmund auch nicht, aber es wird anders werden. Red Bull und die Scheichs dürfen nicht gewinnen, aber echten Sport gibt es sowieso abseits der Top-Ligen zu sehen.

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Die goldene Generation: BVB ist Deutscher Meister

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Geht doch: Borussia Dortmund schlägt den FC Bayern im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Im Westfalenstadion, vor Rekordkulisse – 33.450 Zuschauer, darunter sogar einige Bayern-Fans, sahen das Finale der A-Junioren. Die beiden Teams schenkten sich nichts, doch während es in der ersten Halbzeit noch ausgeglichen zuging, verdiente sich der BVB schon gegen Ende der regulären Spielzeit den späteren Sieg. In der Verlängerung waren keine spielerischen Leckerbissen mehr zu vermelden, auch wenn Bayerns Awoudja ein Abseitstor köpfte und Dortmunds Bulut kurz vor Schluss knapp verzog.

Dann also Elfmeterschießen. Auf die Südtribüne, entschied das Los. Schon beim zweiten Schuss zeigte Bayerns Matthias Stingl eine Hommage an Philipp Lahm, rutschte weg und zielte drüber. Doch auch Alexander Schulte traf nicht. Und so mussten acht Schützen von jedem Team antreten, ehe Timothy Tillmanns Schuss in die Mitte von BVB-Keeper Bansen mit den Füßen abgewehrt wurde. Und dann traf Innenverteidiger Amos Pieper…

Es ist also eine Tatsache, dass Borussia Dortmund bei den A-Junioren derzeit das Maß aller Dinge darstellt. Insgesamt ist der Jugendbereich sehr gut aufgestellt. Ob das jetzt an Lars Ricken oder den vielen guten Trainern liegt, ist egal. Es war allerdings ein bestimmter Jahrgang, die Klasse von 1998 um Felix Passlack und Dzenis Burnic, der alle anderen überragte und vier Meisterschaften in Folge einfuhr. Jetzt geht es darum, den Erfolg mit anderen Spielern und Altersstufen so gut es geht zu bestätigen. Und natürlich darauf zu hoffen, dass die Durchlässigkeit zu den Profis sich nach Möglichkeit noch vergrößert.

Dortmund holt alles was zählt

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DFB-Pokal, Halbfinale / Bayern München 2 BVB 3

Es ist viel mehr als nur ein Finaleinzug, ja sogar mehr als nur ein neuer Rekord für den BVB: Der Sieg beim FC Bayern macht aus einem diffusen Unbehagen über Aspekte des Vereins und des ‚modernen Fußballs‘ gelöste Glückseligkeit. Ging wahrscheinlich nicht nur mir so. Die Dramaturgie des Halbfinales von München folgte dabei dem Ligaspiel in Mönchengladbach – nur dass es die Schwarz-Gelben mit einem viel stärkeren Gegner zu tun hatten, dessen Weiterkommen die logische Konsequenz gewesen wäre.

Drei Gedanken zum Spiel

Was war das denn für ein Spielverlauf? Wir starten gut gegen den FC Bayern: typisch. Wir gehen sogar in Führung: auch schon vorgekommen. Der FCB zieht das Spiel an sich und dreht auch das Ergebnis: typisch Bayern. Und dann? Ich würde schreiben, wir waren doch schon tot – wenn es gerade nicht so makaber wäre. Spätestens nach der Bayern-Führung war die Borussia weg vom Fenster und viel zu weit weg von den Gegenspielern. Doch die Gastgeber ließen eine Reihe hochkarätiger Chancen aus, vor allem durch Lewandowski und Robben. Und dann reichten eine großartige Vorbereitung und ein großartiges Tor von Ousmane Dembelé, verbunden mit einem Fehler von Bayern-Kapitän Lahm, dieses Spiel unfassbarerweise erneut zu drehen.

Die jetzt natürlich wieder alles hinterfragenden Rekordmeister verloren aber in erster Linie, weil sie ihre Riesengelegenheiten nicht nutzten. Man könnte jetzt auch nicht sagen, was Manuel Neuer bei den drei Treffern besser gemacht hätte – obwohl ihm irgendein teuflischer Stunt immer zuzutrauen ist. weiterlesen

Das etwas andere Bayern-Spiel

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Schlimm war es 2015: Der BVB schlägt den FCB im Pokal-Halbfinale in München nach Elfmeterschießen. Ich weile im Urlaub in den herrlichen Yorkshire Dales, aber ohne Möglichkeit, deutschen Fußball zu sehen. Das Netradio mit dem weinenden Nobby Dickel bleibt das Höchste der Gefühle. Zwei Jahre später, am vergangenen Samstag, verpasse ich die Begegnung erneut, doch es fühlt sich nicht nur wegen des Ergebnisses ganz anders an.

Natürlich ist die Bedeutung eine andere: Es ist ein Ligaspiel und die Gastgeber haben schon vorher 15 Punkte Vorsprung auf die Borussia. Nur drei Tage später ist Champions League-Viertelfinale gegen die Pep-Bezwinger vom AS Monaco. Und natürlich folgt in wenigen Wochen die Neuauflage des Pokal-Halbfinales in München. Thomas Tuchel selbst vermutete, dass erst dann alle Karten auf den Tisch gelegt würden. Die vielen Verletzten – Reus, Kagawa, Weigl, Durm, um nur vier zu nennen – dienten von vornherein als Entschuldigung, warum man nicht mit einem ’normalen Spitzenspiel‘ rechnen könne.

So kam es: Der BVB hatte in der Arroganz Arena scheinbar wenig zu melden. Jetzt lässt sich trefflich diskutieren, ob die niedrige Erwartungshaltung dafür mitverantwortlich war. Für mich ist diese Vorstellung Küchenpsychologie mit höchstens einem Funken Plausibilität. Die Schwarz-Gelben sind den Bayern in deren jetziger Form schlicht qualitativ unterlegen, wenn wichtige Spieler fehlen. Fragen darf man eher nach dem Spielsystem oder einzelnen Besetzungen. weiterlesen

Lieber Fürstentum als Königliche

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Borussia Dortmund feiert eine Premiere und trifft erstmals in der Champions League auf den AS Monaco. So ergab es die Auslosung des Viertelfinales durch Ian Rush heute Mittag in Nyon. Monaco, das ist der Klub, der schon mal groß war, bevor er 2011 in die zweite Liga abstieg. Heute ist er mit drei Punkten Vorsprung auf PSG Tabellenführer der Ligue 1.

Diese Wende nach ganz oben hat der AS Monaco vor allem dem Geld von Dmitry Rybolovlev zu verdanken. Im Winter 2011 kaufte der russische Milliardär, um den sich auch einige Skandalgeschichten ranken, zwei Drittel der Klubanteile (der Rest gehört dem monegassischen Fürstenhaus). Seitdem hat er massiv investiert und unter anderem den heutigen Kapitän Radamel Falcao für rund 43 Millionen Euro (laut Transfermarkt.de) von Atletico Madrid geholt. Die Portugiesen Joao Moutinho und Bernardo Silva spielen ebenso im Fürstentum wie der bei europäischen Topklubs gefragte Teenager Kylian Mbappé.

Der BVB muss sich also auf viel, viel Qualität einstellen, wie auch schon Pep Guardiolas Manchester City erfahren durfte. Zudem findet das Rückspiel im Stade Louis II statt. Trotzdem: Die Monegassen haben in Manchester fünf Tore kassiert und sind noch kein in Europas absoluter Spitze etabliertes Team. Das Los ist also allemal besser als im April viermal gegen den FC Bayern spielen zu müssen. Oder etwa gegen den Titelverteidiger und Spitzenreiter der Primera Division. Da überlassen wir den königlichen Glanz doch gerne unserem deutschen Rekordmeister.

Wenn Halbfinale, dann in München

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Gut, dass ich mir das nicht mehr angesehen habe: Ex-FCB-Sportdirektor und Ex-BVB-Meistertrainer Matthias Sammer hat am späten Mittwochabend das DFB-Pokalhalbfinale ausgelost. Gewinnt Borussia Dortmund das Nachholspiel in Lotte, muss man mal wieder in die Arroganz-Arena.

Einerseits ist damit der Los-Dusel der Bayern komplett – zumindest was das Heimrecht angeht. Andererseits kommen Erinnerungen an eine der denkwürdigsten Pokalpartien der letzten Jahre hoch. Doch die liegt jetzt im Gestern. Buchstäblich gestern haben die Bayern den Revierrivalen aus Gelsenkirchen ordentlich hergespielt. Ja, sie nehmen Schwung auf, diese Rekordmeister. Noch kann niemand ihre Tagesform Ende April vorhersagen. So es denn zum Spitzenspiel kommt, hätte eine Borussia an der obersten Leistungsgrenze eine Chance gegen den FC Bayern.

Eigentlich ist mir ein Halbfinale gegen den FCB in der derzeitigen Situation fast lieber. Nicht schon wieder eine Finalniederlage. Und außerdem – so oder so – die Möglichkeit, sich ab Ende April halbwegs auf den Liga-Endspurt zu konzentrieren. Nur ein Heimspiel hätte es schon sein sollen.

Bayern endlich wieder schlechte Verlierer

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1. Bundesliga, 11. Spieltag / BVB 1 FC Bayern 0

Das Spiel ist aus. Vier Bayern-Spieler, darunter Mats Hummels und Manuel Neuer, bedanken sich bei den Fans. Die anderen verabschieden sich geschwind in die Katakomben. Was ist passiert? Der FCB hat mal wieder gegen den BVB verloren. Zeit wurde es ja.

Für die Schwarz-Gelben war das Topspiel die Riesenchance, noch mal in Kontakt zur Ligaspitze zu kommen. Dementsprechend akribisch war sicherlich Thomas Tuchels Matchplan vorbereitet. Der ging zwar nicht über 90 Minuten auf, die Taktik allerdings schon. Drei Innenverteidiger (Bartra, Sokratis und Ginter) entlasteten die Außen Schmelzer und Piszczek von der gröbsten Defensivarbeit. Mit Adrian Ramos lief neben Aubameyang ein zweiter Stürmer auf, der sehr engagiert und flexibel agierte und vor allem in der Anfangsphase für Belebung und Überraschung sorgte.

Nicht zum ersten Mal in den letzten Wochen wirkte der FC Bayern zu Beginn einer Partie nicht unverwundbar. Diesmal konnte das der Gegner ausnutzen. Natürlich war es Pierre-Emerick Aubameyang, der sogar per Hacke für Piszczu vorgelegt hatte, ehe der Ball über  Mario Götze zum Torjäger zurückkam, der ’nur noch‘ das Bein hinhalten musste. Den Bayern ging das in dieser Spielphase zu schnell. Dass Mario entscheidend beteiligt war: sweet. Ein weiterer sehenswerter Spielzug wurde nicht von Erfolg gekrönt.

Von der 25. bis zur 45. und von der 50. bis zur 80. Minute dominierten die Bayern. Zeitweise kam Schwarz-Gelb kaum noch nennenswert in die gegnerische Hälfte. Die echten Chancen für die Gäste lassen sich trotzdem an einer Hand mit fehlenden Fingern abzählen. Kribbelig war es trotzdem, gerade weil Auba in der 71. Minute auch noch allein gegen Neuer vergab.

Am Ende interessiert es keinen Schwarz-Gelben, dass der FCB mehr vom Spiel hatte und dass Marc Bartra bei sehr strenger Regelauslegung hätte Gelb-Rot sehen können. Die Chancen für den BVB waren da, eine wurde genutzt, der FCB war in dieser Hinsicht quantitativ und qualitativ schlechter. Ein enger, aber nicht unverdienter Sieg gegen die Bayern. Genau das hat der Verein, haben wir Fans jetzt gebraucht.

Die Aufstellung: Bürki – Ginter, Sokratis, Bartra – Weigl – Piszczek, Schmelzer (88. Pulisic) – Götze (77. Castro), Schürrle (68. Durm) – Aubameyang, Ramos. Gelbe Karten: Bartra, Götze, Ramos. Tor: Aubameyang

Ist Mario Götze der verlorene Sohn?

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Er ist wieder da: Der Kicker vermeldet heute Abend, dass die Rückkehr von Mario Götze zu Borussia Dortmund perfekt sei – für einen „Basisbetrag“ von 26 Millionen Euro. Bayern-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte am Rande des Testspiels gegen Manchester City verlauten lassen, dass morgen eine Einigung erfolgen könne. So scheint tatsächlich wahr zu werden, was sich viele nicht vorstellen konnten und viele nicht vorstellen wollten. Wobei die erste Gruppe nicht ganz kongruent mit letzterer ist.

Des Weiteren sollen auch die Verhandlungen mit dem VfL Wolfsburg wegen André Schürrle weit gediehen sein. Es ist wahrscheinlich, wenn auch noch nicht komplett sicher, dass die beiden Protagonisten des WM-Siegtors von 2014 bald in schwarz-gelb spielen. Für die zwei Freunde Schürrle und Götze dürfte der BVB dann rund 56 Millionen ausgegeben haben. Diese Transfers würden in Dortmunder Fankreisen polarisieren wie kaum eine andere Vereinsentscheidung der letzten Jahre. Zeit für einige Diskussionsanstöße.

Woher dieser Hass?

Wer in den letzten Monaten Internetforen oder die Leserkommentare in Sportportalen zum Thema BVB-Transfers gelesen hat, wird zweifellos auf eine Reihe äußerst kritischer bis gehässiger Beiträge zu Mario Götze und André Schürrle gestoßen sein. Während Götze sich nachweislich ungeschickt bis unfein aus Dortmund verabschiedet hat, ist Schürrles einziges Vergehen, dass er zeitweise seine Leistung nicht abrief und der BVB nun viel Geld für ihn bezahlen soll. weiterlesen

Hereinspaziert, Sebastian Rode!

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Nun geht es Schlag auf Schlag: Kurz nachdem Marc Bartra einen Vertrag beim BVB unterschrieben hat, landet bereits der nächste Neuzugang in Dortmund. Medizincheck, Unterschrift, Sebastian Rode ist ein Borusse. Der 25-jährige defensive Mittelfeldspieler kommt vom FC Bayern und soll, da scheiden sich die Medien, 10 bis 15 Millionen Euro kosten. Sein Vertrag läuft bis 2020.

„Sebastian Rode ist ein dynamischer, zweikampfstarker und charakterlich ungemein wertvoller Spieler“, sagt Michael Zorc. „Ich bin von Kindesbeinen an BVB-Fan und freue mich schon deshalb sehr, dass es mit dem Transfer zu meinem Lieblingsklub geklappt hat“, sagt Sebastian Rode. Tatsache bleibt, dass er vor zwei Jahren zum FC Bayern gewechselt ist und nun vor allem aufgrund geringer Einsatzzeiten das Weite gesucht hat. Ob schon bei den Hummels-Verhandlungen über Rode gesprochen wurde, dürften Aki Watzke oder Susi Zorc sicher bald mal von einem Journalisten gefragt werden.

Nun kann man sicher anmerken – und ich habe das bereits getan – dass im zentralen Mittelfeld der Borussia auf den ersten Blick kein Spielermangel herrscht. Da sind Weigl, der zur EM fährt, Neuzugang Merino, der gute ‚alte‘ Sven Bender, Sahin, Ginter. An was es vielleicht mangelt, ist ein Spielertyp: zweikampf- und gleichzeitig mental stark. Einer, der nie nachlässt und nie aufgibt. Kann Sebastian Rode das erfüllen, könnte er im BVB-Mittelfeld wirklich einschlagen und ein wertvoller Akteur werden.

Vielleicht müssen wir künftig mehr als bisher damit leben, dass es auch im Kader der Borussia unzufriedene Spieler gibt. Weil viele Positionen mehrfach besetzt sind. Vielleicht gehört das zu den Geheimnissen der absoluten Spitzenklubs dazu – nicht die Unzufriedenheit, aber die Möglichkeit des Trainers, auf alle Eventualitäten eine überzeugende personelle Antwort zu haben. Es ist schade, dass dann auch verdiente Spieler mit ihrer Nichtberücksichtigung rechnen müssen. Überdrehen sollte man das mit der Kaderdichte aber auch nicht. In diesem Sinne, nun sind andere Positionen dran!

Bayern sticht Dortmund aus

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DFB-Pokal, Finale / Bayern München 4 BVB 3 (n.E.)

Ein heiß umkämpftes Pokalfinale der zwei besten deutschen Mannschaften, taktisch und defensiv besser als in der Offensive, aber ungemein spannend. Dennoch liegt der Felsen am Ende des Tages wieder am Fuß des Bergs und Borussia Sisyphos muss von vorne anfangen. Und zwar nicht nur auf dem Weg nach Berlin, sondern auch beim Zusammenstellen eines neuen Erfolgsteams.

Dass sich Thomas Tuchel nach dem Spiel Gedanken über seine Auswahl der Elfmeterschützen und Mats Hummels‘ Auswechslung machte, ist seiner Enttäuschung oder den bohrenden Reporterfragen geschuldet. Sich lange damit aufhalten muss man nicht. Elfmeterschießen ist größtenteils Lotterie und Matthias Ginter machte seine Sache nach der Hereinnahme so schlecht nicht.

Tatsächlich waren die 120 Minuten ein Abnutzungskampf. Es schien auch darum zu gehen, wer die lange Saison besser verkraftet hatte. Die Schwarz-Gelben hatten ja noch mehr Spiele absolviert. Wie entscheidend die Kraftfrage am Ende war, sei dahingestellt. Schmelzer und Hummels mussten jedenfalls aus Kraftgründen ausgewechselt werden. weiterlesen