Zehn Jahre später: Was vom Fußball bleibt

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Vor zehn Jahren und ein paar Tagen erschien mein erster Blog-Artikel unter dieser Adresse. Die Geburtsstunde von Any Given Weekend, vor der ich bereits seit Anfang 2006 mit ähnlichem Konzept bei einem anderen Anbieter gebloggt hatte. Nun könnte man denken, das sei ein Grund zum Feiern. Es gibt zwar viele Fußball-Blogs, die ich ambitionierter, aktueller, lustiger finde, aber tatsächlich nicht so viele, die schon so lange und ununterbrochen im Geschäft sind.

Und was ist nicht alles passiert in dieser Zeit. Viele schöne Dinge kamen hier vor: die Verpflichtung von Jürgen Klopp, der Aufschwung, gekrönt durch die zwei Meisterschaften, das 5:2 gegen die Bayern in Berlin, das unvergessliche 3:2 gegen Malaga, zwei Siege im Pokal in München. Natürlich auch bittere Momente: das deutsche CL-Finale oder das EL-Aus in Liverpool. Allein diese ganzen Geschichten sind schon ein Ansporn, noch lange weiterzumachen. Auch wenn Zeit und Lust schwanken.

Damit kommen wir jetzt zur Erklärung, warum mir nicht so recht zum Feiern zumute ist. Zum einen liegt das an Zeitgründen. In den zehn Jahren Any Given Weekend ist auch ein klassischer 9-to-6-Job dazugekommen und eine kleine Familie gewachsen. Was natürlich sehr schön ist – bis auf den winzigen Schönheitsfehler, dass die Frequenz der Blogartikel und gelegentlich wohl auch deren Qualität darunter leiden.

Fünf Buchstaben gegen den Sport

Was aber im Zusammenhang mit meiner Erklärung viel wichtiger ist: Ich finde die jüngste Entwicklung des Profifußballs kaum noch tolerabel. Dazu nur fünf Buchstaben: RB und PSG. Dass die dahinter stehenden Entwicklungen von regionalen Fußballverbänden, DFB, DFL, UEFA und FIFA zugelassen wurden, war ein entscheidender Schlag gegen die Fußballkultur, zumindest im Bereich des Spitzensports. Manche wollen trotz gewichtiger Argumente nicht die neue Qualität einsehen, die diese Prozesse haben. Manche wollen alles mit dem BVB, Bayern und Gazprom in einen Topf werfen. weiterlesen

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Die Rückkehr, die sich falsch anfühlt

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Eigentlich hatte ich mir das anders vorgestellt. Zunächst einmal wollte ich keine mehr als einmonatige Blog-Pause einlegen. Doch familiäre Verpflichtungen und vor allem mein Umzug inklusive fehlendem Internet haben dazu geführt. Nun, inzwischen bin ich wieder verbunden und an diesem Wochenende sollte es weitergehen. Einfach mal ganz entspannt in der Länderspiel-Pause das Geschehene Revue passieren lassen, so war das gedacht. Es gab ja genug, über das man sich als BVB-Fan freuen konnte, während sich der DFB nebenher selbst zerlegte.

Aus naheliegenden Gründen fühlt sich das heute nicht richtig an und würde auch keinen Spaß machen. Was will man noch über den Derbysieg vom letzten Wochenende schreiben, wenn es ‚Menschen‘ gibt, die Fußballstadien, Cafés und Konzerthallen voller Menschen angreifen, um zu töten? Ich will jetzt gar nicht lange auf das Dilemma eingehen, wann man dann wieder zur Tagesordnung übergehen kann und sollte. Natürlich lasse ich mir nicht langfristig den Spaß am Fußball verleiden. Es geht weiter – tagesaktuell vor dem nächsten Spiel.

Nur noch kurz die Saison retten

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In der letzten Woche ging es um die Zukunft von Borussia Dortmund. Die liegt mir selbstverständlich sehr am Herzen. Doch mit dem 3:0 gegen Paderborn hat der BVB auch den Grundstein gelegt, um die gegenwärtige Saison, die alles veränderte, versöhnlich ausklingen zu lassen.

Ach, was sage ich? Abgesehen davon, dass es in der Liga noch für die Plätze 5 bis 7 reichen könnte, haben die Schwarz-Gelben die Gelegenheit, mit nur einem Spiel alles zu verändern. Würden sie das Pokalhalbfinale in München gewinnen, wäre Klopp endgültig unsterblich und hätte den krönenden Schlusspunkt gesetzt, den seine Ära in Dortmund verdient. Es wäre ein grandioser Erfolg für diesen Verein und natürlich ein wichtiger Schritt zum Pokalsieg. Es würde zudem die Bayern empfindlich treffen – umso mehr, wenn sie zuvor gegen Porto auch aus der Champions League fliegen. So viel Schadenfreude darf und muss sein.

„Any Given Weekend“ wird die nächsten zwei Wochen pausieren und somit auch dieses Top-Topspiel nicht direkt thematisieren. Ich bin im Urlaub, mal wieder im Mutterland des Fußballs, in dem es zumindest in der zweiten Liga auch sehr spannend zugeht. Mal sehen, ob ich die Abwesenheit nach meiner Rückkehr bereuen werde.

Urlaub. Pause. Borussia!

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Wer hätte gedacht, dass sich die erneute Verpflichtung von Shinji Kagawa so schnell als wichtig erweisen würde? Marco Reus erneut Deutschland-geschädigt, ‚Kuba‘ Blaszczykowski mit Muskelfaserriss, der auch die Sehne betrifft, Ilkay Gündogan auf einem guten Weg, aber noch nicht bereit – auf alle drei wird die Borussia noch mehrere Wochen, im Fall Kuba bis zu sechs, verzichten müssen. Wie stark ist die Borussia ohne sie, aber mit Shinji?

Eine spannende Diskussion, die hier aber erst ab 22. September wieder geführt werden wird. Vorher bin ich in Urlaub. Geht aber mal davon aus, dass ich mitbekommen werde, wie das mit der Borussia so weiterläuft!

1000

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Any Given Weekend wird vierstellig, am 09.12., was nicht geplant war, aber passend ist. Ihr lest gerade den tausendsten Artikel in diesem Blog, gut sechs Jahre hat das gedauert. Es gibt viele Blogger, die mehr veröffentlichen und stärker in die Tiefe gehen – stolz bin ich eigentlich in erster Linie auf die lange Lebensdauer dieser Seite. Zusammen mit deren Vorgänger-Blog sind das nun knapp acht Jahre Schreiben über den BVB. Nicht nur über den, aber vor allem.

Das soll jetzt aber keine Feierstunde werden. Ich bin nur immer wieder erstaunt, was wir in dieser Zeit mit unserem Lieblingsverein alles erleben durften und wie sehr sich das Blatt gewendet hat. Welches Datum dabei das entscheidende war, darüber gibt es wohl keine zwei Meinungen: Am 23. Mai 2008 wurde bekanntgegeben, dass Jürgen Klopp die Nachfolge von Thomas Doll als Trainer von Borussia Dortmund antritt. Worauf ich vielleicht noch ein klein wenig stolz bin: Ich war von Anfang an sehr zuversichtlich, was diese Personalie angeht. Deshalb verlinke ich den Artikel von damals meines Wissens nun schon zum zweiten Mal. Ist einfach zu schön.

Tradition ist zwar wichtig, aber Gegenwart und Zukunft waren mir immer wichtiger. Deshalb wende ich mich genau der nun wieder zu. Sportlich hat die Borussia am Mittwoch eine Aufgabe zu meistern, die ihre Saison mitdefinieren wird. Ein Scheitern würde es schwer, wenn auch nicht unmöglich machen, die Saison in der öffentlichen Wahrnehmung noch zu einem Erfolg werden zu lassen – da könnte dann nur noch ein Finalsieg in Berlin helfen. Intern – und damit meine ich auch unter uns Fans – würde man sicher die Verletztenmisere bis zu einem gewissen Grad als Entschuldigung akzeptieren. Doch die Ansprüche sind bei allen gestiegen, auf Platz 13 will schließlich niemand zurück.

Jenseits des Sportlichen lief gerade ein ziemlich erschreckender Bericht in der WDR-Sendung Sport Inside, über den in den nächsten Tagen mit Sicherheit noch geredet werden wird. Offensichtlich gab es eklatante Missstände bei der Auswahl der BVB-Ordner durch die Stadiongesellschaft. Die Rede war von nicht eingehaltenen Mindestlöhnen, fehlenden Kontrollen und nicht erfolgten Schulungen – die letzten beiden Punkte sind relevant bei der Erteilung der Bundesliga-Lizenz durch die DFL.

Auch in Zukunft soll es deshalb bei Any Given Weekend kritisch zugehen. Manchmal kamen die Hintergründe zuletzt ein wenig zu kurz. An der schwankenden Beitragsfrequenz hier war sicher abzulesen, dass ich nicht immer die notwendige Zeit gefunden habe. Das ist einer der Vorsätze fürs neue Jahr (von denen man nie weiß, ob man sie einhalten kann): Wieder mehr Beiträge zu allen relevanten Ereignissen zu verfassen, wenn nötig kurz und knapp. Auch der englische Fußball wird im Blog weiter vorkommen – da ist traditionell die deutsche Winterpause eine gute Zeit: Der Sport ruht in seinem Mutterland über Weihnachten bekanntlich nicht.

Die Rückkehr ist nah

Kurzmitteilung

Manchmal jagt ein Ereignis das andere und die Zeit ist knapp. Bei mir so geschehen letzte Woche. Da bleibt dann keine Zeit mehr zum Bloggen, obwohl ich natürlich den Ligaauftakt des BVB gesehen und die Pokalauslosung vernommen habe. Da sich inzwischen die meisten Leser bereits ihre Meinung zum ansehnlichen 2:1 gegen Bremen und dem nächsten Pokalgegner VfR Aalen gebildet haben dürften, gibt es dazu bei Any Given Weekend (vorerst) nichts mehr zu lesen. Dafür jedoch zu den spannenden Themen, die in den nächsten Tagen auf uns zu kommen: die Champions League-Auslosung, das erste BVB-Auswärtsspiel der Saison in Nürnberg. Und auch das Mutterland des Fußballs wird hier bald wieder eine Rolle spielen. Dafür werde ich mir die Zeit nehmen.

Vamos sagt Ramos

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Die Show ist vorbei. Die EM 2012 endet mit einem nicht ganz überraschenden Europameister Spanien. Der geistige Nährwert des ganzen Drumherums wird, wie ich glaube, ganz treffend durch das Steffen Simon-Zitat aus der Überschrift verdeutlicht. Weswegen ich in diesem Jahr wirklich keine Lust hatte, dieses Turnier auch noch hier zu besprechen, obwohl ich mich durchaus beispielsweise über die neu aufgeflammte Führungsspieler-Diskussion… aber lassen wir das.

Vamos Borussia. Der 1. Juli ist jedes Jahr die Zeitenwende im europäischen Fußball. Verträge laufen aus, das Transferfenster öffnet sich, der Trainingsauftakt steht vor der Tür. Kurz, die neue Saison beginnt. Beim BVB ist die Kaderplanung eigentlich abgeschlossen, was weitere Bewegung in die eine oder andere Richtung jedoch nie komplett ausschließt. Am kommenden Mittwoch, 4. Juli, stehen die BVB-Profis erstmals wieder auf dem Trainingsplatz. Natürlich nur diejenigen, die nicht an der EM teilgenommen haben. Nach dem folgenden Trainingslager in Österreich findet am 11. Juli das erste Testspiel gegen den SV Meppen statt, das auch gleich live von Sport1 übertragen wird.

Und Any Given Weekend geht mal wieder mit einem neuen Design in die nächste Saison, das sich deutlich vom letzten abhebt und viel Platz bietet. Vamos!

Wie Sportjournalisten die Worte von Oliver Kahn verdrehen

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„Oliver Kahn kritisiert Dortmunder Personalpolitik“. Diese Überschrift bei „Spox.com“ macht sich gut, denn sie passt ins Bild. Der BVB steckt angeblich in der Krise und der ehemalige Bayern-Torwart kritisiert zurzeit gerne. Die dazugehörige Meldung stammt vom Sportinformationsdienst. Liest man den Bericht, kommt Kahns Kritik nicht gerade spektakulär rüber:

Eine Option wäre gewesen, sich im Sommer mit neuen Spielern zu verstärken, die den Konkurrenzkampf in der Mannschaft entfachen. Der BVB hat darauf verzichtet.

Man könnte diese konjunktivisch-deskriptiven Sätze vielleicht als leise Kritik werten. Die Sätze stammen allerdings aus einem längeren Blogbeitrag, den Oliver Kahn für Yahoo-Eurosport geschrieben hat. Neben diversen anderen Tätigkeiten bloggt der ‚Titan‘ dort seit einiger Zeit ungefähr im Zwei-Wochen-Rhythmus. Was der für die ‚Kritikmeldung‘ verantwortliche Journalist mutwillig unterschlägt: Der zitierte Absatz aus Kahns Blog geht noch ein Stück weiter. Komplett liest er sich so:

Eine Option wäre gewesen, sich im Sommer mit neuen Spielern zu verstärken, die den Konkurrenzkampf in der Mannschaft entfachen. Der BVB hat darauf verzichtet. Das muss nicht falsch sein. Es ist ein Vertrauensbeweis für die junge Mannschaft. Gut möglich, dass Götze & Co. dieses Vertrauen mit engagierter Leistung zurückzahlen.

Das versteht der Sportinformationsdienst also unter Kritik. Ich frage mich, wie sie dann das genannt haben, was Karl-Heinz Rummenigge über Sepp Blatter gesagt hat.

Das Traurige an derart verzerrenden Agenturmeldungen: Sie werden bundesweit von Online-Redaktionen ungeprüft übernommen. So findet sich der Bericht selbstverständlich nicht nur bei „Spox.com“, sondern auch bei „Der Westen“, der „Zeit“, „goal.com“, den 11 Freunden und vielen anderen viel besuchten Webseiten. Dass Online-Redaktionen nicht nur selbst Content produzieren, sondern auf die Nachrichtenagenturen angewiesen sind, dürfte klar sein. Insofern zeigt der Finger hier in erster Linie auf den Urheber dieser Meldung. Peinlich wird es nur dann, wenn Redakteure ihren Namen unter oder über die Agenturmeldung setzen.

Wer häufiger kritische Fußballblogs liest, gar selber bloggt oder zumindest die herkömmlichen Sportmedien kritisch konsumiert, dem dürften ähnliche Methoden schon geläufig sein. Trotzdem ist die Boulevardisierung des Sportjournalismus auf der Jagd nach schönen Schlagzeilen immer wieder von neuem erschreckend. Zumindest für die, denen der Sport oder ein Verein wichtig sind und die deshalb kompetent darüber informieren oder informiert werden wollen.

Neue Farbe

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Wie regelmäßige Leser bereits bemerkt haben dürften, bastele ich weiter am Aussehen von „Any Given Weekend“. Das ist hier sozusagen ‚work in progress‘ mit dem Ziel, auch mal einen Look zu haben, der längerfristig bestehen bleibt. Da ich mit dem im Dezember aktivierten „Fusion“-Theme nicht 100%ig zufrieden war, habe ich immer mal wieder das eine oder andere ausprobiert und bin jetzt auf „Clean Home“ gestoßen, das WordPress.com vor ein paar Tagen freigegeben hat. Es ist ein eher minimales Theme, bei dem mir die Typographie und vor allem die verschiedenen Farbvariationen gefallen. Ein neues Aussehen für die Rückrunde also, das hoffentlich nicht nur bei mir Anklang findet und das im Idealfall die nächste Qualifikation des BVB für einen internationalen Wettbewerb überdauert. ;-)

Inhaltlich herrschte hier immer schon größere Kontinuität und dabei bleibt es auch. Ich werde aber die Möglichkeiten des neuen Themes nutzen und voraussichtlich noch in dieser Woche ein kleines, neues Feature einführen.

Die Kontinuität des Wandels

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Zu den Konstanten dieses Blogs gehört der regelmäßige, in Wahrheit jedoch eher spontane, Wechsel des Layouts. Nun ist es wieder so weit, ab sofort läuft „Any Given Weekend“ mit dem „Fusion“-Theme. Der Vorgänger, „Enterprise“, hat gerade mal ein gutes halbes Jahr überstanden – weniger als ein durchschnittlicher Eff Zeh-Trainer. Für die dunkle Winterzeit und sicher ein bisschen länger habe ich mich für einen hellen Hintergrund und ein mMn frisches, leichteres Theme entschieden.

Weniger wechselhaft war in diesem Blog immer schon der Inhalt. Da wird sich nichts Grundsätzliches ändern, ich arbeite aber an Verfeinerungen und mehr Vielfalt, nur setzt dem die liebe Zeit leider allzu häufig Grenzen. Meine schriftlichen Ausflüge nach England werde ich in Kürze fortsetzen und für die nächsten Tage ist auch noch ein kleiner Foto-Container für die Sidebar geplant. Das Ziel, nicht nur das Design, sondern auch den Inhalt – behutsam – weiterzuentwickeln, behalte ich jedenfalls vor Augen.