Ein freundschaftliches 3:1 zum Finale

1. Bundesliga, 34. Spieltag / BVB 3 Bayer Leverkusen 1

Es war ein Tag der Abschiede und der Freundschaft: Im Duell der befreundeten Trainer Edin Terzic und dem von seinem aktuellen Verein scheidenden Hannes Wolf hatte der scheidende Schiedsrichter Manuel Gräfe wenig Mühe und kam ohne Gelbe Karten aus. Von der Intensität her war die Partie zwar nicht mit der aus der Hinserie vergleichbar, aber immerhin weitaus weniger ein Sommer-Kick des BVB wie am letzten Spieltag der Vorsaison.

Abschieds-Aufstellung

Der zumindest von seiner jetzigen Position scheidende Edin Terzic beorderte sechs Neue in die schwarz-gelbe Startelf. Man kann das zuvorderst auf der menschlichen und in zweiter Linie auf der kommerziellen Ebene verstehen. Dass Lukasz Piszczek spielen würde, war eh klar. Dass auch Brandt, Delaney, Reinier und Schulz auflaufen durften, war gleichzeitig ein Dank für ihre Geduld, aber auch ein Schaufenster für die Spieler, um sich nochmal möglichen Interessenten zu präsentieren. Man möchte und kann wohl nicht alle vier abgeben, wäre bei dem einen oder anderen aber auch nicht gleich abweisend. Wobei ich inzwischen hoffe, dass Julian Brandt uns erhalten bleibt. Weiterlesen „Ein freundschaftliches 3:1 zum Finale“

Nur mal eben die Saison gerettet

1. Bundesliga, 33. Spieltag / FSV Mainz 05 1 BVB 3

Innerhalb von vier Tagen hat Borussia Dortmund zwei seiner Saisonziele erreicht. Der Pokalsieg und das Erreichen der Champions League hatten natürlich einen Vorlauf. Doch die Story der vergangenen BVB-Woche ist einfach zu schön, um sie nicht auch komprimiert zu erzählen. Schließlich sah es lange Zeit nicht danach aus, als könnten die Schwarz-Gelben eine arg durchwachsene Saison noch zu einem Happy-End führen. Gegen schon gerettete Mainzer reichte dazu eine professionelle Vorstellung.

Frische Pokalsieger gegen frische Nicht-Absteiger

Viel änderte Edin Terzic nicht gegenüber dem Pokalfinale drei Tage zuvor: Der gefeierte Lukasz Piszczek wurde wegen einer Muskelverhärtung von Thomas Meunier ersetzt, Emre Can wohl aus taktischen Gründen durch Reyna. Die Mainzer tauschten fünfmal und ihrem Spiel war insgesamt eher anzumerken, dass es um nicht mehr so viel ging. Sie kamen zwar nach einigen Minuten starken BVB-Drucks halbwegs ins Spiel, allerdings ohne selbst ernsthaft gefährlich zu werden. Es gelang den Gastgebern aber immerhin, den Schwarz-Gelben den Weg zum Tor zu verstellen. Dennoch wirkte das Spiel der Gäste halbwegs flüssig, so dass man durchaus die Hoffnung haben konnte, dass sich Geduld an diesem Tag auszahlt.

Das tat sie noch in der ersten Halbzeit gleich zweimal: Ein bisschen Pech und Unvermögen in der Mainzer Abwehr, Jadon Sancho als Vorlagengeber Nr. 1 – schon war die Champions League zum Greifen nah. Dabei hatte der erste Torschütze Raphael Guerrerio trotz seines absolut sehenswerten Treffers noch nicht mal einen besonders guten Tag erwischt, auch wenn er sich im zweiten Durchgang etwas steigerte. Marco Reus bestätigte mit dem 0:2 nochmal, dass er momentan immer zur rechten Zeit am richtigen Ort ist.

Die großen Versöhnungen

In die wegen eines Unwetters verspäteten zweiten Halbzeit starteten die 05er mit neuem Personal und viel mehr Elan. Der mündete in einigen Torchancen, die zum Teil durch Roman Bürki vereitelt wurden. Für den ehemaligen Stammkeeper deutet sich ein versöhnliches Saisonende an. Dann war wieder der BVB an der Reihe, ehe die Partie auszutrudeln drohte. Doch wir waren ja gerade bei versöhnlichen Enden: Kein Wunder also, dass auch noch der eingewechselte Julian Brandt traf – nach starker Vorarbeit von Erling Haaland. Und selbst Thomas Meunier machte eine ordentliche Partie. Der Handelfmeter für die Mainzer in der Nachspielzeit war zum Glück nur noch Ergebniskosmetik.

Knapp zwei Drittel Ballbesitz für die Borussia, allerdings ’nur‘ 13:11 Torschüsse und sogar einen zielgenauen weniger als die Gastgeber (4:5) – letztere recht positive Statistik verdankten die Mainzer allerdings nur ihrer starken Viertelstunde in Halbzeit 2. Und auch die recht ausgeglichenen Expected Goals (1,64:1,52 pro BVB) relativieren sich, wenn man den unglücklichen Handelfmeter herausrechnet (xG 0,79). Bemerkenswert und ein wenig bezeichnend: Schiedsrichter Harm Osmers verteilte keinerlei Karten an eins der beiden Teams.

Nun ist der BVB also qualifiziert für die Champions League. Am letzten Spieltag geht es im Fernduell mit dem VfL Wolfsburg noch um Platz 3. Ein rundum positives Saisonende also, das nur durch eine richtig peinliche Niederlage gegen Leverkusen noch getrübt werden könnte. So etwas wäre tatsächlich nicht s*****egal, sondern hätte auch etwas mit Charakter zu tun – man denke an das unschöne Finale der letzten Saison. Doch von so etwas brauchen wir heute nicht auszugehen – warten wir es entspannt ab!

Die Mannschaft: Bürki – Meunier, Akanji, Hummels, Guerreiro (84. Schulz) – Bellingham (87. Delaney), Dahoud – Reyna (76. Brandt), Reus (84. Hazard), Sancho (84. Reinier) – Haaland. Tore: Sancho, Reus, Brandt

Große Punkte für den BVB

1. Bundesliga, 31. Spieltag / VfL Wolfsburg 0 BVB 2

Was ist schöner als ein Sieg im Sechs-Punkte-Spiel? Klar – ein Sieg in Unterzahl. Die Borussia bleibt damit nach dem Auswärtsspiel, das sie über eine halbe Stunde zu zehnt bestreiten musste, zweifellos einer der Angstgegner der Wölfe. Seit knapp sechs Jahren haben jene nicht mehr gegen Schwarz-Gelb gewonnen, bei nur einem Unentschieden seither.

Zu passiv, aber effektiv

Für den BVB kehrte Jadon Sancho in die Startelf zurück und Lukasz Piszczek behielt seinen Platz. Kein Vertrauensbeweis für die Rechtsverteidiger-Kollegen Morey und Meunier, aber in dieser eminent wichtigen Partie war es zumindest verständlich, dass Edin Terzic auf den Routinier setzte. Es begann munter und ausgeglichen, bis Erling Haaland den katastrophalen Rückpass von Ridle Baku abfing und sich nicht mehr vom 0:1 abhalten ließ. Bleibt die Frage, wie jemand ernsthaft glauben konnte, dass Erling womöglich ein längerfristiges Problem mit dem Toreschießen habe.

Solange die Schwarz-Gelben zu elft spielten, verhielten sie sich nach der Führung zu passiv – abgesehen von der Anfangsphase der zweiten Hälfte. Wenn starke Gegner sie früh anlaufen, reagieren die Borussen mit zu viel Vorsicht und ziehen sich häufig zu weit zurück. Teilweise ist es schwer nachzuvollziehen, warum im eigenen letzten Drittel so häufig quer gespielt wird, vom Torwart bis zu den Mittelfeldspielern, anstatt schneller den Raumgewinn und den Weg nach vorne zu suchen. Ballkontrolle ist gut – wenn man sich aber beim dritten oder vierten Querpass von anrückenden Gegenspielern nervös machen lässt, ist die Kontrolle eben dahin. Weiterlesen „Große Punkte für den BVB“

Knauff öffnet Tür zum Sieg

1. Bundesliga, 28. Spieltag / VfB Stuttgart 2 BVB 3

Einige Male hatten sie angeklopft, doch die Borussen brauchten den eingewechselten Nachwuchsmann Ansgar Knauff, um drei eminent wichtige Punkte aus Stuttgart mitzunehmen. Es war eine Partie, die in alle Richtungen hätte ausgehen können, in der der BVB aber genug tat, um von einem verdienten Sieg sprechen zu können.

Schwarz-Gelb feilt weiterhin am Endprodukt

Borussia Dortmund hat unter Edin Terzic – aber auch schon vorher – immer wieder Fortschritte gemacht, die jedoch nicht von Dauer waren und nie etwas hervorbrachten, was man als BVB-Spiel in Vollendung, als „finished article“, bezeichnen könnte. Das Kunstwerk, an dem sich die Schwarz-Gelben abmühen, wird nie ganz rund. Mal fehlt etwas an der einen Ecke, mal an der anderen.

Die Partie in Stuttgart war ansehnlicher als man nach dem letzten Absatz vermuten könnte. Sie hat sogar Spaß gemacht, weil sie spannend war und richtig endete. Der BVB hat drei Tore erzielt, was auswärts aller Ehren wert ist. Diesmal war es wieder die Defensive, die wackelte. Ausgelöst wurden die Tore allerdings durch Ballverluste: einmal von Dahoud, den Kalajdzic bedrängte, einmal unbedrängt von Mateu Morey, der eben auch noch nicht der vollendete Rechtsverteidiger ist. Der Spanier erhält derzeit zu Recht den Vorzug gegenüber Thomas Meunier, aber schon in Manchester hatte er – erwartbar – Probleme auf seiner Seite. Lukasz Piszczek halte ich dennoch nicht für eine überzeugende Alternative – hätte er den zweiten Dortmunder Treffer so mit vorbereitet wie Morey? Piszczu fehlt inzwischen einfach die Schnelligkeit und Wendigkeit. Weiterlesen „Knauff öffnet Tür zum Sieg“

Niederlage gegen Frankfurt: Was wird aus dem BVB?

1. Bundesliga, 27. Spieltag / BVB 1 Eintracht Frankfurt 2

Sogenannte Sechs-Punkte-Spiele hat man womöglich mehrmals in einer Saison. Deutlich seltener sind Partien, die für einen Verein über die Spielzeit hinaus langfristig richtungweisend sein können. Die Heimniederlage des BVB gegen Eintracht Frankfurt hat das Potenzial dazu. Doch wie schlimm kann es kommen?

Keine frohen Ostertage für Schwarz-Gelb

Als es gestern Nachmittag darauf ankam, blieb Borussia Dortmund hinter der Leistung zurück, die in dieser Spielzeit nötig ist, um vor Eintracht Frankfurt und dem VfL Wolfsburg zu landen. Diese beiden Teams sind bisher einfach besser als die Schwarz-Gelben. Es war auch nicht der Einsatz, der fehlte – es waren eine Reihe von Unzulänglichkeiten, in die man das unglückliche Eigentor von Nico Schulz gar nicht einbeziehen muss. Mats Hummels hat nach der Partie mal wieder alles treffend analysiert. Aus journalistischer Sicht mag es fragwürdig sein, das Spiel mit seinen Worten nachzuerzählen, aber besser als mit diesen Worten eines direkt Beteiligten kann man es kaum ausdrücken:

Zum einen müssen wir uns ganz klar die fehlende Chancenverwertung vorwerfen lassen – wir hatten so viele Torchancen und vor allem Situationen, die Hundertprozentige werden müssen. Ein gutes Dutzend haben wir da unsauber zu Ende gespielt. Zum anderen haben wir eine unkonzentrierte Spielweise zugelassen. (…) Wir waren in der zweiten Halbzeit mit dem Ball zu unsauber, zu unkonzentriert und technisch einfach nicht gut genug. Da sind uns andere Mannschaften voraus.

Ruhr Nachrichten Online

Es waren tatsächlich die vielen schlampigen Abspiele, die nicht gut zu Ende gespielten Angriffssituationen, die der Borussia diese potenziell folgenschwere Pleite einbrachten. Selbst Erling Haaland agierte gestern technisch nicht sauber genug bei seinen Gelegenheiten. Die Eintracht blieb bei Weitem nicht fehlerfrei, machte aber den entscheidenden offensiven Fehler weniger und in der 87. Minute alles richtig. Torjäger André Silva triumphierte dank seines Tores über Torjäger Haaland. Weiterlesen „Niederlage gegen Frankfurt: Was wird aus dem BVB?“

Terzic oder Rose – das ist hier die Frage

Teile der Anhängerschaft von Borussia Dortmund und der Medien führten in den letzten Wochen eine heiße Diskussion: Wird zur nächsten Saison etwa der bessere Dortmunder Trainer von Neuankömmling Marco Rose auf den Co-Posten verdrängt? Edin Terzic, ein Mann mit jeder Menge schwarz-gelbem Stallgeruch, hatte einige beachtliche Ergebnisse vorzuweisen, während Noch-Gladbacher Rose ein Spiel ums andere verlor. Nun ist dieser Lauf der Dinge am Wochenende erstmal gestoppt worden: Gladbach hat nicht ganz unerwartet in Gelsenkirchen gewonnen, sogar zu null, und der BVB kann mit dem erst in letzter Minute gesicherten Punkt in Köln nicht zufrieden sein, genauso wenig wie mit der gezeigten Leistung.

Nun könnte man in Frage stellen, ob heute schon der richtige Tag ist, um sich in der oben gestellten Frage zu positionieren. Würden nur kurzfristige Erwägungen und Stimmungen in meine Meinungsbildung eingehen, wäre diese Kritik berechtigt. Schauen wir uns deshalb die gesamte bisherige Saison an: Edin Terzic hat in 15 Ligaspielen einen Punkteschnitt von 1,6 erreicht. Zuvor brachte es Lucien Favre in elf Partien auf durchschnittlich 1,73 Punkte. Mit Terzic hat der BVB außerdem zwei Runden im DFB-Pokal überstanden und ist ins Viertelfinale der Champions League eingezogen. Ersteres gelang eher knapp und ohne viel Glanz. Zweiteres ist trotz weniger Minuten Zitterns eine starke Leistung.

Was sich geändert hat

Wie stark Edin Terzic die Schwarz-Gelben vorangebracht hat, ist angesichts der Ergebnisse eine spannende Diskussion. Einige Spieler, etwa Mats Hummels, haben die Veränderungen und Herangehensweise von Terzic ausdrücklich gelobt. Es gab Partien, in denen mehr Wille zu Pressing und vertikalem Spiel zu sehen war. Andere Begegnungen erwecken den Eindruck, dass sich nichts Substanzielles gegenüber dem ersten Saisondrittel unter Favre geändert hat, in dem eben auch nicht alles schlecht war. Gelegentlich ging das gewünschte aggressivere Auftreten mit unerwünschter größerer defensiver Anfälligkeit einher. Was Lucien Favre in den Pokalwettbewerben erreicht hätte, muss Spekulation bleiben – deshalb ist es schwer, daran einen Fortschritt festzumachen.

Marco Rose ist unterdessen in Mönchengladbach in eine Situation geraten, an der er vielleicht nicht komplett unschuldig ist, die aber nur wenig über seine Fähigkeiten als Trainer aussagt. Wie auch immer sich die durch die Ankündigung seines Wechsels entstandene Unruhe genau ausgewirkt hat – wegzuleugnen ist ihr Einfluss nicht. Aber es kann auch niemand behaupten, dass Rose die Mannschaft entglitten ist. Ja, er hat Fehler gemacht, etwa im Derby gegen Köln. Aber das Team hat sich während der Pleitenserie nie willenlos in sein Schicksal ergeben, sondern meistens genügend Chancen auf ein besseres Ergebnis gehabt. Ein kleines Gedankenexperiment: Was wäre gewesen, wenn Roses Gladbach in den erfolglosen Partien Erling Haaland zur Verfügung gehabt hätte und Terzics BVB zur gleichen Zeit an des Norwegers Stelle einen beliebigen Gladbacher Stürmer?

Ich finde, Marco Rose hat in Mönchengladbach insgesamt beachtliche Arbeit geleistet und sich grundsätzlich als BVB-Trainer qualifiziert. Wie jeder Aktive oder Funktionsträger, der mal für das Dosen-Imperium gearbeitet hat, muss er bei mir mehr Überzeugungsarbeit leisten als jemand, der in dieser Hinsicht unbefleckt ist. Der Hauptteil dieser Arbeit wird fällig, wenn Rose in Dortmund ist. Edin Terzic mag ich sehr als Typen – soweit ich das beurteilen kann – und als Borussen von Herzen. Ich hoffe, dass er Schwarz-Gelber bleibt oder in Zukunft wieder wird, gerne auch Cheftrainer. Stand jetzt – und das war letzte Woche nicht anders – gibt es für mich allerdings keinen Grund, ihn Marco Rose vorzuziehen. Möglich, dass diese Meinung am Saisonende schwerer zu halten sein wird – das bleibt schlicht abzuwarten.

Ausgerechnet Brandt: Dortmund gewinnt B-Movie

1. Bundesliga, 25. Spieltag / BVB 2 Hertha BSC 0

Nach der unvermeidlichen Niederlage in München meldet sich der BVB auch in der Liga zurück und begibt sich wieder auf die Fährte der Eintracht. Sieg ohne Gegentor gegen Hertha – dafür kann man die Mannschaft loben. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Partie ein typischer Geisterkick war: teilweise schwer anzuschauen, mit nur wenigen Highlights.

Fußball, der beim Zusehen müde macht

Sechs Torschüsse, davon einer auf den Kasten, gab es von der Borussia in der ersten Hälfte zu sehen. Doch die war noch langweiliger als diese Zahlen nahelegen. Die Partie ähnelte den ganzen Geisterspielen gegen defensiv eingestellte Teams, in denen den Schwarz-Gelben Inspiration und scheinbar auch Laufbereitschaft fehlen, um torgefährliche Szenen zu erzwingen. Der Sky-Kommentator griff einen Ausruf von Mats Hummels auf, der seine Mitspieler aufforderte, doch auch mal tief zu gehen. Sie merken es ja selber, machen es aber zu selten anders. Zu sehen bekam man also ermüdendes Ballgeschiebe von links nach rechts, zurück und oft auch nach hinten.

Natürlich weiß man als Fußballfan, dass man gerade bei Spielen vor leeren Rängen Geduld haben muss, dass es nicht immer gleich nach vorne gehen kann. Klar muss man sich ein Team, das auftritt wie Hertha, erstmal zurechtlegen. Aber (nicht nur) gestern wären Raumgewinne und sichere Pässe nach vorne deutlich öfter möglich gewesen als die Schwarz-Gelben sie versuchten. Einfach mal ein paar Schritte mehr gehen, ob mit oder ohne Ball, hätte wohl schon früher Wunder gewirkt. Weiterlesen „Ausgerechnet Brandt: Dortmund gewinnt B-Movie“

Dortmund, Bayern und das Unvermeidliche

1. Bundesliga, 24. Spieltag / Bayern München 4 BVB 2

Nicht einen Cent hätte ich vor diesem Spiel auf den BVB gesetzt, nachdem am Freitag bekannt geworden war, welche Schwarz-Gelben nicht im Flugzeug nach München saßen. Meine Einschätzung stellte sich als richtig heraus. Und doch war es mal wieder ein maximal frustrierender Spielverlauf. 4:2 nach 0:2 – aber das war noch längst nicht alles…

Angst essen Siegchancen auf

Edin Terzic stellte in der Arena auf drei Innenverteidiger um und brachte zudem Thomas Meunier für Mateu Morey. Eine vorsichtige Herangehensweise an das Topspiel, die dem BVB in den ersten 15 bis 20 Minuten nicht schadete, im Gegenteil. 0:2 nach neun Minuten – die Schwarz-Gelben traten genau so auf, wie es an diesem Ort nötig ist: hellwach und bereit, im Mittelfeld sofort dazwischenzugehen, sobald sich die Gelegenheit ergibt. War das erste Tor von Erling Haaland noch durch Boatengs Ballberührung begünstigt worden, ergab sich das zweite aus einem tollen Konter über mehrere Stationen; mit der entscheidenden Vorlage durch Thorgan Hazard, über dessen Rückkehr man nur froh sein kann.

Das Problem: Dem FC Bayern ist jederzeit zuzutrauen, einen Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen und so spielte Borussia Dortmund auch. Abgesehen von besagter Anfangsphase der ersten Halbzeit und weiteren zehn Minuten zu Beginn der zweiten präsentierte sich der BVB so, wie man es von den letzten Gastspielen in München gewohnt ist: zunehmend defensiv und ängstlich. Die Schwarz-Gelben versammelten sich phasenweise um den eigenen Strafraum, wie man es von deutlich schwächeren Gegnern der Bayern kennt – und selbst die versuchen das inzwischen zu vermeiden, wenn auch nicht immer mit Erfolg. Wer so viele Räume preisgibt, den legen sich die Bayern zurecht. Dass es dann mal bis in die Schlussphase dauern kann, bis der Rekordmeister trifft, ist nichts Neues. Weiterlesen „Dortmund, Bayern und das Unvermeidliche“

BVB verkürzt den Abstand

1. Bundesliga, 23. Spieltag / BVB 3 Arminia Bielefeld 0

Nur noch drei Punkte hinter der Eintracht, dafür jetzt 30 vor Schalke: Der bisherige Spieltag hätte schlechter laufen können für Borussia Dortmund. Gegen Arminia Bielefeld zeigten die Schwarz-Gelben eine insgesamt ordentliche Leistung mit gelegentlichen Schwachpunkten, die ein anderer Gegner hätte ausnutzen können.

Kurz mal Druck vor langem Anlauf

Der BVB begann mit Bellingham für den kranken Thomas Delaney und Giovanni Reyna für Julian Brandt – eine absolut nachvollziehbare Veränderung. Nach 69 Minuten wurde Reyna durch Rückkehrer Thorgan Hazard ersetzt und der gut zehn Minuten später eingewechselte Reinier traf zum ersten Mal für die Borussia – die Situation in der Dortmunder Offensive entspannt sich gerade rechtzeitig.

Gegen Bielefeld war allerdings nach einem lebhaften Auftakt von beiden Teams erst mal wieder Schluss mit dem großen Drang nach vorne. Man sieht sie immer noch im schwarz-gelben Spiel, diese energischen Läufe nach links und rechts, um dann den Ball seitwärts oder sogar rückwärts weiterzugeben. In diesen Phasen wirkt der BVB schlicht ratlos, wie man das mit der Vertikalität hinkriegen soll. In der letzten Viertelstunde der ersten Hälfte kamen die Gastgeber zu guten Chancen, ließen aber auch eine Riesengelegenheit für Bielefelds Cordova zu. Weiterlesen „BVB verkürzt den Abstand“

BVB Geisterderbysieger, Schalke entgeistert

1. Bundesliga, 22. Spieltag / FC Schalke 0 BVB 4

Schwarz-Gelb gewinnt souverän im Last-Chance-Saloon: 0:4 bei 04, da kann man nicht meckern. Die Bedeutung des Spiels war groß, das Ergebnis ist brillant; dennoch blieb einem als Beobachter immer bewusst, dass es sich um ein Geisterderby handelte.

Feuerwerk bleibt draußen

Die Fans waren in Stimmung: Die Blauen machten draußen vor dem Stadion Feuerwerk, die Schwarz-Gelben bei der Rückkehr ihrer Mannschaft nach Dortmund. Ereignisse, die man in diesen Tagen nicht gut finden muss. Schön ist, dass dieses Gefühl der Aufgeregtheit wieder da war, bei mir so sehr wie noch bei keinem Geisterspiel. Bei den Akteuren auf dem Rasen hatte man diesen Eindruck erst nach Abpfiff so richtig – als Jadon Sancho seine Freude rausließ, als die Schwarz-Gelben vor dem leeren Gästeblock feierten.

Nicht, dass sich die Teams der Bedeutung des Derbys allgemein und dieser Ausgabe im Besonderen gar nicht bewusst gewesen wären: Sie gaben sich ohne Zweifel Mühe, was bei Schwarz-Gelb meist besser zu erkennen war. Doch auch die Spielweise der Gäste verharrte oft im Geisterspiel-Ligamodus: Es war in diesen Phasen wenig Tempo drin und die Pässe kamen zu lässig. Klar: Schalke war ein ganz anderer Gegner als etwa Sevilla; meist doch zu defensiv und ideenlos, um etwas zu reißen. Bekanntlich tut sich der BVB gegen massierte Verteidigung häufig erstmal schwer. Dennoch entstand der Eindruck, dass ein Derby mit Zuschauern niemals so träge verlaufen wäre wie phasenweise die gestrige Begegnung. Weiterlesen „BVB Geisterderbysieger, Schalke entgeistert“