Dortmund entspannt nur drei Tage

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1. Bundesliga, 10. Spieltag / Hannover 96 4 BVB 2

In Hannover hat der BVB nicht immer gut ausgesehen, doch das gestrige Spiel fiel gegenüber den üblichen Auftritten dort ab. Der Noch-Tabellenführer ließ sich im Niedersachsenstadion defensiv ein ums andere Mal düpieren, ohne das diesmal offensiv wettmachen zu können. Dennoch hätte dieses Spiel anders laufen können – es war nicht so, dass die Gastgeber dominierten.

Peter Bosz muss handeln

Der Trainer und Sportdirektor Zorc versuchten nach der Partie, die von den Medien unvermeidlich wieder gestellte Systemfrage abzuwimmeln. Schlechte Zweikämpfe, fehlende Aggressivität und pomadiges Spiel seien für die Pleite verantwortlich gewesen. Man sollte diese Frage tatsächlich nicht oberflächlich diskutieren. Wir wissen schließlich nicht, was Bosz und sein Team den Spielern im Training und den Besprechungen mitgeben.

Tatsache ist aber, dass die Viererkette immer wieder, nicht nur in Hannover, ausgehebelt und mit einfachen Mitteln überspielt wird. Da genügen oft lange Bälle, wenn die Angreifer schnell genug sind. Viel zu oft stehen die Schwarz-Gelben dann Mann gegen Mann oder sind sogar in Unterzahl. Schnelligkeitsvorteile haben wir meistens auch nicht. Selbstverständlich ist an diesem Dilemma das von mir auch letztes Wochenende kritisierte Mittelfeld mit schuld. Der springende Punkt: Wenn die Spieler wiederholt nicht in der Lage waren, hinten besser abzusichern, muss sich Peter Bosz etwas einfallen lassen – ob er dafür grundlegend sein System ändern muss, ist eine ganz andere Frage. weiterlesen

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Dortmund bleibt Spitze

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1. Bundesliga, 2. Spieltag / BVB 2 Hertha BSC 0

Im Spiel gegen Hertha BSC, eine dieser nicht gerade brillanten, aber schwer zu schlagenden Bundesligamannschaften, zeigt Borussia Dortmund, dass man auch ohne Ousmane Dembelé weiter ist als wohl viele vor zehn Tagen gedacht hätten. Zumindest bis zu den Sonntagsspielen bleiben die Schwarz-Gelben ohne Gegentor an der Tabellenspitze.

Drei Gedanken zum Spiel

Die Borussia kann auch beharrlich sein, ohne kopflos zu werden. Wer gedacht hatte, dass Peter Boszs Spielphilosophie bedingungslose Offensive bis zum Leichtsinn beinhalte, wurde eines besseren belehrt. Natürlich war die Hertha gestern auf Konter aus – und versuchte es hinten mit zwei dicht gestaffelten Viererketten, um dem BVB nur den Weg ins Abseits zu gestatten. Letzteres klappte aus Gästesicht auch phasenweise sehr gut. Bloß dass die schwarz-gelbe Defensive eben auch auf der Hut war.

Das Spiel machte die Borussia ohnehin. Aber eben geduldig und aufmerksam, um in dem Moment da zu sein, wenn sich doch eine Lücke zeigte. Natürlich ist hier besonders Nuri Sahin zu nennen, der wie Christian Pulisic letzte Woche ein Tor von Aubameyang vorbereitete und dann mit einem Hammerschuss selbst traf. Dass es gegen später noch Chancen auf beiden Seiten gab, ist gegen einen Europa League-Teilnehmer absolut OK. weiterlesen

Innenverteidiger 6 Trainer 0

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Während das heitere Trainerraten in den Medien in vollem Gange ist, hat Borussia Dortmund laut Kicker erst mal einen weiteren Innenverteidiger verpflichtet. Dan-Axel Zagadou kommt ablösefrei aus der zweiten Mannschaft von Paris St. Germain. Heute feiert der 1,93 Meter große Franzose seinen 18. Geburtstag. Nebenher ist er übrigens Kapitän der U18-Nationalmannschaft Frankreichs. Er gilt als stark in der Abwehr, beim Kopfball, aber auch in der Spieleröffnung.

Das hört sich alles vielversprechend an, zumal wir ja schon mindestens zwei aus Frankreich kommende Spieler in unseren Reihen haben. Zagadou ist Stand jetzt allerdings schon der sechste Innenverteidiger für die nächste Saison, wenn man Sven Bender mitzählt. Nun wird allenthalben spekuliert, dass Matthias Ginter wechseln könnte, etwa nach Hoffenheim. Dennoch wird der Konkurrenzdruck in der Abwehrzentrale hoch sein. Es sei denn, die Vereinsführung weiß etwas, was sonst noch niemand weiß. Perspektivisch und für sich genommen macht der Wechsel natürlich absolut Sinn. Nun wird es aber Zeit, sich mal um die Außenpositionen in der Defensive zu kümmern.

Doch natürlich bleibt die spannendste Frage, wer Thomas Tuchel nachfolgt. Lucien Favre, der von Kicker, Bild und anderen schon beinahe in Dortmund gesehen wurde, war unpässlich. OGC Nizza hat seinem Übungsleiter die Freigabe verweigert. Das ist ihr gutes Recht und ich bin erleichtert. Die neuen Favoriten des Kicker: Peter Stöger und Peter Bosz. Die L’Equipe hatte noch Giovanni van Bronckhorst ins Rennen geschickt, was laut Kicker jeder Grundlage entbehrt. Aktueller Stand, nachdem Stöger wenig Neigung zeigt, aus Köln wegzugehen: Man ist in Gesprächen mit Peter Bosz. Er sei nun Favorit, schreiben unter anderem die Welt und der Kicker. Nicht zu vergessen allerdings: Bosz ist erst ein Jahr bei Ajax und hatte bisher nicht zu erkennen gegeben, schon wieder wechseln zu wollen. Der Kicker kann jetzt nur hoffen, dass sich Bosz noch eines Besseren besinnt.

Noch ein paar letzte Gedanken zu unserem Ex: Ich frage mich nach wie vor, ob man die Differenzen nicht im Gespräch hätte ausräumen können. Meinetwegen an einem großen runden Tisch mit allen Beteiligten. Doch man darf auch nicht die Hinweise übersehen, dass es mit Tuchel wirklich schwierig war. Ein Indiz dafür ist sein Ende beim BVB: Da eröffnet er am Morgen des „Bilanzgesprächs“ noch einen Twitter-Account, um als Erster seine Entlassung zu verkünden. Das ist einerseits infantil, andererseits das Verhalten eines Kontrollfreaks. Mal sehen, wie es mit Thomas Tuchel weitergeht.