Dortmund eine Runde weiter

DFB-Pokal, 2. Runde / Eintracht Braunschweig 0 BVB 2

Mehr als das Ergebnis wird von der Partie nicht in Erinnerung bleiben – es sei denn, ein gewisser Steffen Tigges kommt bald richtig groß raus. Der BVB erfüllt in Braunschweig eine Pflichtaufgabe, ohne Glanz, aber auch ohne große Probleme.

Mut, der nicht bestraft wird

Besagter Steffen Tigges, 22, ist normalerweise Stürmer und Kapitän von Dortmunds U23 in der Regionalliga West. Gestern durfte er von Beginn an im Sturmzentrum der ersten Mannschaft ran, denn auch Haaland-Vertreter Youssoufa Moukoko war nicht ganz fit. Dass Edin Terzic auf ihn setzte und nicht wie Lucien Favre so häufig auf eine falsche oder ungeeignete „9“, ist grundsympathisch. Es zeigt den Jungs im Nachwuchs einen Weg nach oben auf und es war gegen Eintracht Braunschweig auch nicht waghalsig.

Steffen Tigges hatte einige Abschlüsse, jedoch kein Glück dabei. In der 85. Minute parierte Eintracht-Keeper Fejzic einen ordentlichen Versuch von ihm, doch hätte Tigges in dieser Szene auch querlegen können. Trotzdem war es ein ordentliches erstes Pflichtspiel bei den Profis und es gibt wenig Anhaltspunkte, dass der BVB bei dieser personellen Lage in einer anderen Konstellation erfolgreicher gewesen wäre.

Auf der Suche nach kreativen Lösungen

Bedenklich ist, dass die Borussia sich auch gegen den Tabellen-15. der zweiten Liga schwer tat, Lücken im Abwehrverbund zu finden. Die Statistik besagt, dass die Schwarz-Gelben 19 Torschüsse abgaben, von denen vier aufs Tor kamen. Großchancen gab es ebenfalls vier. Es sind keine Werte, für die man sich schämen muss, aber angesichts vom geringen Offensivdrang bzw. -vermögen der Gastgeber – mit Ausnahme des fulminanten Lattenkrachers von Bär kam da wenig – hätte man sich deutlich mehr erhofft. Die Partie war weder ein spannender Schlagabtausch, noch glänzte der BVB mit Toren, Tricks und Sensationen. Über weite Strecken war es eher ermüdend, den beiden Teams zuzuschauen.

Thomas Delaney und Jude Bellingham besetzten diesmal die 6er- und 8er-Positionen und machten ihre Sache ganz OK. Julian Brandt durfte starten, bewegte sich ganz ordentlich, ohne durch irgendwelche Geistesblitze oder besondere Finessen aufzufallen. Und auch seine vergebene Riesenchance in der 22. Minute wird ihm nicht weiterhelfen. Um mit positiven Vibes zu enden: Dan-Axel Zagadou ist auf einem guten Weg, wieder erste Wahl in der Innenverteidigung zu werden. Und Jadon Sancho traf endlich wieder, nachdem er vom eingewechselten Reus in der Nachspielzeit steil geschickt worden war.

Nun ist dieses gruselige 2020, das auch für den BVB keine wahre Freude war, bald vorbei. Die letzte Aufgabe haben die Schwarz-Gelben erledigt. Anfang Januar eröffnet das Transferfenster, während dem keine aufsehenerregenden Aktivitäten in Dortmund zu erwarten sind. Wie sich die Mannschaft dann auf dem Platz präsentieren wird, lässt sich noch nicht absehen. Ich wünsche mir sehr, dass der Versuch mit Edin Terzic funktioniert. Aber dazu muss sich noch einiges ändern. Was das sein könnte – damit wird sich ein weiterer Artikel in den kommenden Tagen beschäftigen.

Die Aufstellung: Hitz – Morey (83. Meunier), Hummels (46. Akanji), Zagadou, Guerreiro – Delaney – Bellingham (76. Witsel), Brandt (63. Reus) – Sancho, Tigges, Reyna (83. Hazard). Gelbe Karten: Bellingham, Morey. Tore: Hummels, Sancho

So oder so ähnlich geht siegen

1. Bundesliga, 19. Spieltag / Eintracht Braunschweig 1 BVB 2

Es geht doch. Irgendwie. Nach dem knappen Auswärtssieg in Braunschweig durfte man sich zwar die Frage stellen, gegen welches andere Bundesliga-Team der BVB gestern gewonnen hätte, aber zum Glück ist bis zur nächsten Partie in Bremen eine gute Woche Zeit.

Jürgen Klopp startete mit Pierre-Emerick Aubameyang über rechts und Mats Hummels kehrte in die Innenverteidigung zurück. Beide Personalien sollten sich als wichtig erweisen. Doch zunächst konnte einem Angst und Bange werden, wie die Gastgeber die schwarz-gelbe Defensive ein ums andere Mal aushebelten. Da passte es hinten und vorne nicht und dass ein erfahrener Mann wie Kuba fehlte, kam noch dazu. Auch Hummels brauchte eine Eingewöhnungsphase, aber alle sechs Feldspieler ab Sahin rückwärts wirkten zunächst immobil und ließen sich durch einfache Braunschweiger Pässe überrumpeln. Wer mir am meisten Sorgen macht ist Marcel Schmelzer: Da gab es eine gute Rettungstat im ganzen Spiel zu sehen und sonst viele Szenen, in denen er schlecht positioniert war.

Es musste ein Freistoß von Nuri Sahin her – Reus‘ Standards waren zuvor kaum anzuschauen gewesen – um die erste Chance für den BVB heraufzubeschwören. Und es schien mit dem Ende von Hummels‘ Akklimatisierungszeit zu koinzidieren, als es für die Schwarz-Gelben besser lief. Mit der ersten schönen Kombination, die an den Dortmunder Meisterstil erinnerte, fiel das 1:0. Nach einem Sokratis-Pass kam Lewandowski über halbrechts, spielte einen tollen Doppelpass mit Reus und lupfte den Ball dann in die Mitte, wo Aubameyang knapp vor dem Tor nur noch den Kopf hinhalten musste. Und wie zu erwarten brachte der Treffer Selbstvetrauen und mehr Sicherheit – zunächst.

Direkte Pässe und flüssige Kombinationen gab es in der zweiten Hälfte zum Glück in größerer Anzahl zu sehen. Doch leider auch wiederholt Konzentrationsfehler in der Deckung. Bestes Beispiel: der Ausgleich nach einer Ecke, als Braunschweigs Kessel im Strafraum ungestört dem Ball entgegengehen und köpfen durfte. Kurz vor Schluss setzte Bicakcic noch einen Kopfball gegen den Pfosten, bevor Weidenfeller die Kugel aufnehmen konnte – es wäre für die derzeitige BVB-Phase das bezeichnende Ende eines Spiels gewesen, in dem wieder eine Reihe von hochkarätigen Gelegenheiten nicht genutzt wurde.

Marco Reus hatte mit einem Konter in der 65. Minute toll das 2:1 durch Aubameyang vorbereitet, aber auch wieder zu viel liegen gelassen. Lewandowski scheiterte ebenfalls mehrmals und Braunschweigs Torwart Davari wuchs über sich hinaus. So richtig setzte das Haareraufen jedoch in der 89. Minute ein, als der ansonsten leicht verbesserte Mkhitaryan frei vor dem Keeper den Ball an den Pfosten setzte. Die Entscheidung hätte in jedem Fall früher fallen müssen – so bleibt nach der späten Schrecksekunde der Eindruck eines sehr knappen Sieges beim Tabellenletzten.

Die breitere Auswahl im Mittelfeld nach der Verpflichtung von Milos Jojic könnte Jürgen Klopp wirklich weiterhelfen. Nuri Sahin schoss zwar wieder einen schönen Freistoß – das kann Jojic angeblich auch -, aber insgesamt kommen von ihm derzeit zu wenig Impulse. Aubameyang hat sich gestern für eine zentralere Rolle angeboten – die Idee eines zweiten Stürmers oder Halbstürmers ist Klopp für gewisse Partien wirklich ans Herz zu legen. Trotz aller Ungewissheit ist meine Freude auf das Bremen-Spiel schon groß – so oft, wie diese Begegnungen es in den letzten Jahren in sich hatten.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Großkreutz (84. Piszczek), Sokratis, Hummels, Schmelzer – Sahin, Bender (90. Kehl) – Aubameyang, Mkhitaryan (90. +3 Duksch), Reus – Lewandowski. Gelbe Karte: Mkhitaryan. Tore: Aubameyang (2)

Hat die Suche jetzt ein Ende?

Und wieder ist es ein Name, den niemand auf der Rechnung hatte: Borussia Dortmund wird sich nach „Kicker“-Informationen mit dem 21-jährigen serbischen Mittelfeldspieler Milos Jojic verstärken, sollte dieser heute den Medizincheck bestehen. Der einmalige Nationalspieler kommt von Partizan Belgrad, das seinen Abgang bereits auf der Vereinshomepage verkündet hat – allerdings noch nicht das Ziel des Spielers des Jahres der ersten serbischen Liga. Der Kicker will aber wissen, dass es Jojic zum BVB zieht, er etwa zwei Millionen Euro Ablöse kostet und einen Vierjahresvertrag erhält.

Jojic ist laut „transfermarkt.de“ auf mehreren Positionen im Mittelfeld einsetzbar: Am häufigsten spielt er zentral offensiv, doch auch die Gündogan-Position und der Flügel sind denkbar. Damit erfüllt Jojic zumindest auf dem Papier das Anforderungsprofil, das in den letzten Tagen, nach Kubas Kreuzbandriss und auch wegen Gündogans schleppender Genesung, von Jürgen Klopp eher indirekt skizziert wurde. Angeblich soll – mal wieder – auch Bayer Leverkusen an dem Spieler interessiert gewesen sein. Ob und wann er in Dortmund aufschlägt, werden sicher die Journalisten mitbekommen, die nach Klopps Worten und zu dessen Amüsement gestern bereits einen Live Ticker aus dem Krankenhaus befüllten – wohl eher in der Hoffnung, dort auf Lewis Holtby zu treffen.

Doch der BVB hält nicht nur die Augen nach neuen Spielern offen. Er ist vor allem auf der Suche nach Form und Selbstsicherheit – und nach den Gründen, warum sie verloren gingen. Mit einer durchgehend kohärenten Begründung tun sich nicht nur die Medien, sondern auch der Trainer schwer. Neben der Verletzungsproblematik gibt es eigentlich keine weiteren guten Gründe – was im Umkehrschluss heißt: Je mehr fitte Topspieler in den Kader zurückkehren oder neu hinzukommen, desto wahrscheinlicher ist ein Ende der kleinen Ergebniskrise.

Warum nicht am Freitag? Jürgen Klopp freut sich auf das Abendspiel in „großartiger Atmosphäre“ in Braunschweig. Das Engagement des Teams braucht nach dem jüngsten Rückschlag niemand in Frage zu stellen und die Rückkehr von Mats Hummels sowie die mögliche Ankunft eines Kuba- und Gündogan-Ersatzes könnte die Schwarz-Gelben weiter pushen.

Einfach wird es gegen eine sicher mit allen Kräften kämpfende Heimmannschaft nicht werden. Eintracht Braunschweig könnte zudem bis Freitag ebenfalls noch auf dem Transfermarkt tätig werden – im Gegensatz zum BVB hat man das unzweideutig angekündigt. Bisher hat man sich für die Rückrunde bereits leihweise mit dem jungen norwegischen Offensivspieler Havard Nielsen von RB Salzburg verstärkt. Mehr Durchschlagskraft ist jedenfalls ein Thema, das auch die Braunschweiger Löwen beschäftigt.

Auf dem Papier sollte die Borussia am Freitagabend drei Punkte holen können. In der Realität dürfte es ein stimmungs- und reizvolles, engagiertes, emotionales und hoffentlich friedliches Flutlichtspiel werden. Für alles andere muss die Mannschaft ihre Qualität auf den Platz bringen.

Spitzenreiter ohne Feier

1. Bundesliga, 2. Spieltag / BVB 2 Eintracht Braunschweig 1

Borussia Dortmund ist Spitzenreiter – doch der Auftritt der Schwarz-Gelben auf dem Feld und den Tribünen wirkte lange Zeit blutleer. Die Ultras verweigerten wegen einer Polizeiaktion vor der Partie den Support und den Spielern musste erst Trainer Klopp eine Infusion namens Jonas Hofmann geben, um den Erfolg zu erzwingen. Dennoch: Auf Platz 1 steht der BVB und hat derzeit keinen Grund, sich nach irgendjemand ängstlich umzuschauen.

Grund für den Stimmungsboykott der Ultras war eine Durchsuchung der Polizei vor dem Spiel, über deren Ziel und Ausmaß es derzeit noch keine eindeutigen Informationen gibt. Die Ruhr Nachrichten schreiben, dass alle drei Ultra-Gruppierungen vor dem Spiel von der Polizei eingekesselt und gefilzt worden seien. Außerdem sei den Gruppen laut The Unity-Sprecher Jan-Hendrik Gruszecki verboten worden, Trommeln mit ins Stadion zu nehmen. Die Polizei Dortmund wiederum hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der die Rede davon ist, dass 60 Mitglieder der Desperados angehalten und kontrolliert wurden, da sie in der Vergangenheit strafrechtlich relevante Banner gezeigt hätten. Vergleichbares wurde heute nicht festgestellt.

Was bleibt dem zu sagen, der nicht dabei war und das Spiel in der Kneipe gesehen hat? Ein Westfalenstadion, das am ersten Spieltag fest in der Hand der frisch aufgestiegenen Gästefans war, findet natürlich kein Schwarz-Gelber schön. Ob das wirklich auf das Spiel abgefärbt hat, ist Spekulation – den Anschein hatte es sicherlich. Bis die Polizei weitere belastbare Infos rausgibt, wirkt der Zeitpunkt der Durchsuchung willkürlich – umso mehr, da nichts gefunden wurde. Warum sollten ausgerechnet gegen Braunschweig neue Schmähplakate auftauchen? Andererseits haben die Desperados in der vergangenen Saison mehr als einmal negativ auf sich aufmerksam gemacht und wären wirklich nur sie betroffen, hielte sich das Mitleid wohl bei vielen in Grenzen.

Bleibt die Frage, ob der Stimmungsboykott am ersten Spieltag wirklich die richtige Protestform war. Gruszecki hat ihn als quasi alternativlos dargestellt, weil er am meisten Aufmerksamkeit erzeuge. Doch wird da wirklich die Verhältnismäßigkeit gewahrt angesichts von möglicherweise nur 60 Durchsuchungen? Kann man nicht doch mal über andere Protestaktionen, etwa in der Stadt, nachdenken? Ein endgültiges Urteil sollte man ohnehin erst bilden, wenn weitere Details bekannt sind.

Und das Spiel? Es war meistens nicht gerade ansehnlich. Im letzten Drittel fehlten den Schwarz-Gelben vor allem in der ersten Hälfte die Inspiration und die Genauigkeit. Manche Pässe waren gut gedacht, wurden aber schlecht ausgeführt oder vom Empfänger nicht antizipiert. Kevin Großkreutz hatte auf seiner neuen Position rechts hinten keinen guten Tag und Nuri Sahin ist von seiner früheren Form weit entfernt – Ausnahmen sind seine Standards. Henrikh Mkhitaryan kam von Anfang an zum Einsatz, konnte seine Rolle nach seiner Verletzung aber noch nicht wie gewünscht ausfüllen – das könnte allerdings schon am Freitag wieder anders aussehen. Und auch die Torschützen von letzter Woche, Aubameyang und Lewandowski, wirkten heute in ihren entscheidenden Szenen unglücklich oder scheiterten an Torwart Davari.

Es brauchte wie in den ersten beiden Pflichtspielen die nachlassende Aufmerksamkeit des Gegners und heute dazu die gut getimete Einwechslung von Jonas Hofmann, um den Weg an die Tabellenspitze freizumachen. Einen tollen Doppelpass mit dem sich im Laufe des Spiels erneut steigernden Hummels schloss Hofmann zum 1:0 ab und holte in der 86. Minute den berechtigten Elfmeter zum 2:0 durch Reus heraus. Der Anschlusstreffer der Braunschweiger passte allerdings doch zu dieser Partie, über die man eigentlich nicht so lange nachdenken will: Kratz köpfte nach einem Eckball Lewandowskis Kopf an, der den Ball ins Tor abfälschte. Überaus gefährlich waren die Gäste ansonsten nicht, trotz der einen oder anderen Strafraumszene.

Die besten Borussen neben dem eingewechselten Hofmann: Sokratis, für den Subotic auf die Bank rotierte, und Marcel Schmelzer, der in der entscheidenden Phase extrem viel Charakter und Engagement zeigte. Viele andere sollten sich bis zur Freitagabend-Partie gegen Bremen noch steigern. Was jedoch nicht nur im Bereich des Möglichen liegt, sondern sogar eine gewisse Wahrscheinlichkeit hat.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Großkreutz, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Bender, Sahin – Blaszczykowski (60. Reus), Mkhitaryan (90. +2 Duksch), Aubameyang (68. Hofmann) – Lewandowski. Tore: Hofmann, Reus (EM)

Der Hauch der nächsten Saison

Der Spielplan der Fußball-Bundesliga lässt noch ein paar Tage auf sich warten. Die Auslosung der 1. Runde des DFB-Pokals gab heute aber bereits den ersten Vorgeschmack auf die Saison 2011/12. Borussia Dortmund kriegt es mal wieder mit einem Drittligisten zu tun: dem SV Sandhausen. Der Verein beendete die abgelaufene Spielzeit im Mittelfeld der 3. Liga, als Tabellenzwölfter. Sandhausen liegt nahe bei Heidelberg im nordwestlichen Baden-Württemberg. Das örtliche Hardtwaldstadion fasst nur gut 10.000 Zuschauer, so dass es fraglich erscheint, ob die Pokalbegegnung dort ausgetragen wird.

Schaut man sich den Kader der Sandhausener an, kommen einem ein paar Namen bekannt vor. Der ehemalige VfB- und Hertha-Profi Roberto Pinto, der ehemalige Freiburger und Rostocker Stürmer Régis Dorn und der ehemalige Mainzer Ersatztorwart Daniel Ischdonat verdienen ihr Geld inzwischen in der Kurpfalz. Abwehrspieler Roland Benschneider kennt der eine oder andere vielleicht noch vom FC Köln. Zur neuen Saison haben sich die Sandhausener unter anderem mit Marcel Kandziora aus der zweiten Mannschaft des BVB verstärkt. Trainer des SVS ist inzwischen wieder Gerd Dais, der den Klub bereits von 2005-2010 betreute. In der abgelaufenen Saison war Dais bereits der dritte Übungsleiter. Der gefährlichste Torschütze war Stürmer Frank Löning mit 13 Treffern.

Der SV Sandhausen ist trotz einiger bekannter Gesichter ein Verein ohne große Stars. Tim Danneberg stellt im defensiven Mittelfeld eine der Stützen des Teams dar. Die Voraussetzungen für den amtierenden Deutschen Meister sind klar: Man ist in Sandhausen (oder wo auch immer) haushoher Favorit, der Außenseiter wird sein Heil in der Defensive und ein paar vereinzelten Kontern suchen. Der BVB muss dieses Spiel sehr ernsthaft angehen, denn auch in der 3. Liga wird bekanntlich ein gepflegter Ball gespielt – wenn man sie spielen lässt. Sandhausen ist zwar nicht Offenbach und wird keine vergleichbare Fanunterstützung haben, aber wenn die Mannschaft sich in der Saisonvorbereitung schnell findet, ist sie nicht völlig chancenlos. Für die Borussia könnte in diesem Zusammenhang das Supercup-Spiel in der Woche zuvor von Vorteil sein.

Ich hätte nichts gegen einen unterklassigeren Verein gehabt, aber Sandhausen muss natürlich machbar sein. Ausgerechnet der FC Schalke hat mit dem Siebtligisten FC Teningen den ‚David‘ des Wettbewerbs zugelost bekommen. Den FC Bayern dagegen hat das Pokal-Losglück erst mal verlassen: Mit Eintracht Braunschweig wartet einer der schwersten möglichen Gegner.

Mehr Unentschieden

Solange das vor der Saison passiert, kann ich damit leben: Der BVB spielt wieder Unentschieden. Im letzten Testspiel vor der Pokal-Partie in Weiden (Samstag, 15:30 Uhr) haben die Schwarz-Gelben beim kurzfristig eingesprungenen TUS Koblenz ein 1:1 erreicht. Ursprünglich war ein Spiel gegen Mainz 05 geplant; die hatten aber wegen Verletzungssorgen abgesagt. Das Ergebnis im Oberwerth-Stadion war wohl eher unglücklich für den BVB, aber auch zweitrangig.

Zwei interessante Erkenntnisse kann man jedoch durchaus mitnehmen. Neuzugang Lucas Barrios hat bereits das erste Tor für Schwarz-Gelb erzielt und konnte trotz Jetlag überzeugen. Und vor der Abwehr spielte gestern Mats Hummels eine Halbzeit lang überzeugend – ob das reicht, um am Samstag als Kehl-Ersatz den Vorzug vor Tinga zu kriegen, wird sich vielleicht erst im Training entscheiden.

Das andere Unentschieden gab es gestern im Stadion Rote Erde in Dortmund. Die Zweite Mannschaft holte mit dem 0:0 gegen Braunschweig den ersten Punkt nach dem Aufstieg in die 3. Liga. Dass das keine einfache Saison, aber dafür eine echte Herausforderung wird für den Nachwuchs war ja klar.

Nicht klüger als zuvor

Zunächst mal, ich war nicht in Braunschweig. Und deshalb muss ich mich bei der Einschätzung des letzten BVB-Testspiels vor dem Pokalkracher gegen Bremen und dem Beginn der Rückrunde wieder auf den Spielbericht auf der Vereins-Website verlassen. Zum hoffentlich letzten Mal in dieser Saison – obwohl die Zusammenfassungen dort halbwegs akkurat sind und das Geschehen nur äußerst selten stärker verzerren.

Das Gastspiel bei der Eintracht endete auf rutschigem Untergrund 2:2. Die Tore für den BVB erzielten Neuzugang Boateng und, wie schon gegen Osnabrück, Kullmann, der normalerweise in der Zweiten spielt. Anscheinend lief es in etwa spiegelverkehrt zu der Partie in Gladbach: Die Schwarz-Gelben dominierten die Partie, waren diesmal jedoch nicht effektiv genug beim Verwerten der Chancen (wobei die Gladbacher vor drei Tagen scheinbar auch nicht so viele Großchancen hatten). Die Gastgeber dagegen nutzten die wenigen Torszenen die sie hatten.

Es hilft ja nix. Fünf Tage müssen wir uns noch gedulden. Mit Prognosen und Vorbericht zum Pokalspiel warte ich natürlich auch noch bis nächste Woche um auf dem neuesten Stand zu sein. Ich denke, zumindest die Transferaktivitäten sind aber abgeschlossen…

Härtetestspiel

Gestern Abend hat der BVB das einzige Vorbereitungsspiel gegen einen (Noch-)Erstligisten bestritten und war erfolgreich: Im Borussia-Park gab es ein 4:2 gegen Mönchengladbach. Unter vermutlich ganz anderen Voraussetzungen wird es die Partie in dieser Saison noch einmal geben, am letzten Spieltag, erneut in bzw. bei Gladbach. Dann dürfte es mehr geben: Mehr als 3°, mehr als 6.300 Zuschauer, mehr Spannung.

Trotzdem scheinen die Schwarz-Gelben auf einem guten Weg zu sein. Jürgen Klopp ließ zunächst eine Mannschaft auflaufen, die angesichts der Verletzungen von Kehl, Hummels, Kuba und Dede auch nächsten Mittwoch gegen Bremen so aussehen könnte. Bilder von dem Spiel gibt es offiziell nur über das kostenpflichtige Internet-Angebot der Gladbacher, Fohlen TV. Oder von Fans gefilmt bei You Tube. Das Ergebnis wirkt imposant, der BVB führte nach 55 Minuten 3:0 durch Tore von Frei, Zidan und Hajnal, jedoch war der Trainer nicht durchweg zufrieden, da die Gladbacher wohl streckenweise das Spiel dominierten und nur die Effektivität für Dortmund sprach.

Aber  damit kann man leben. Was eher Sorgen macht, ist, dass zumindest Kehl, Hummels und Dede noch mehrere Wochen ausfallen dürften, ’nur‘ bei Kuba scheint eine zeitnahe Rückkehr möglich. Und nun ist es wirklich nur noch eine Woche bis es ernst wird. Heimspiele gegen Bremen, Leverkusen, Cottbus und Hoffenheim; auswärts in München und Gelsenkirchen – es wird schnell klar werden, wohin die Tendenz für den BVB geht. Zuvor gibt es am Freitag den letzten Test in Braunschweig beim Drittligisten Eintracht. Es besteht übrigens eine Außenseiter-Chance, dass ich dann in der phantasievoll Eintracht-Stadion benannten Spielstätte der Braunschweiger live dabei sein werde, um mir endlich wieder selbst einen Eindruck zu verschaffen. Den ich dann natürlich hier wiedergeben würde…