Es ist sooo Dortmund!

1. Bundesliga, 16. Spieltag / BVB 1 FSV Mainz 05 1

Nur ein weiterer frustrierender Samstag: Borussia Dortmund gestaltete ihn in aus den letzten Jahren gewohnter Art. Einer großen Leistung in Leipzig ließen die Schwarz-Gelben ein 1:1 gegen den Tabellenletzten Mainz folgen. Immerhin war die Leistung nicht so schlecht wie beim Grottenkick letzten Juni.

Chancen genug, leider vergeben

Eine Sache, über die man unter Edin Terzic kaum noch meckern kann, ist die Aufstellung. Seine Umstellungen schienen durchweg Sinn zu machen: Dan-Axel Zagadou bekam in der Innenverteidigung mal wieder eine Chance von Beginn an. Leider ging es dann verletzungsbedingt nicht über 90 Minuten. Emre Can und der gegenüber Delaney kreativere Jude Bellingham machten im zentralen Mittelfeld ebenso Sinn wie die Hereinnahme von Julian Brandt, der sich gegen einen vermeintlich schlagbaren Gegner hätte Selbstvertrauen erspielen können.

Das Positive: In der ersten Halbzeit kreierten die Schwarz-Gelben einige echte Chancen, obwohl die Mainzer sehr defensiv und kompakt standen. Gegen Brandt und Reus parierte 05-Keeper Zentner, Bellingham traf den Pfosten. Die Borussia hielt zunächst an der Maxime fest, auch mal etwas nach vorne zu probieren, wenn der Erfolg nicht garantiert war. Das ist in jedem Fall besser anzusehen als die ständigen Rückpässe und das Quergeschiebe, in das man später phasenweise zurückfiel. Allerdings schaffte es sogar der Tabellenletzte in ein paar Szenen schnell in die Nähe des BVB-Tors – die Kehrseite der ’neuen‘ Spielweise. Weiterlesen „Es ist sooo Dortmund!“

1:3 – Dortmund ärgert Didi

1. Bundesliga, 15. Spieltag / RB Leipzig 1 BVB 3

Endlich zeigen sich die Schwarz-Gelben mindestens eine Halbzeit lang in der benötigten Topspiel-Form. Zunächst agierten die Gäste jedoch zu passiv gegen spielbestimmende Leipziger. Gut war immerhin, wie man die Angriffs-Power von RB hinten wegverteidigte und kaum echte Chancen zuließ. Nach einer halben Stunde kam die Borussia dank mutigerer Taktik ins Spiel und gestaltete es ausgeglichen.

In der zweiten Hälfte startete beinahe umgehend die große bunte Offensiv-Show der Schwarz-Gelben mit Marco Reus, Erling Haaland und Jadon Sancho als Hauptattraktionen. Herrlich kombinierte Tore vor allem zum 0:1 und 0:2, provozierte Ballverluste der sonst so defensivstarken Gastgeber im Mittelfeld und eine für Dortmunder Verhältnisse unheimliche Wachheit sorgten für den nicht mehr gefährdeten Auswärtssieg.

Taktischer Kniff und eine Verletzung als Chance

Etwa eine halbe Stunde lang war der BVB gestern die zweitbeste Mannschaft im Zentralstadion. Dann reagierte Edin Terzic mit einer simplen, naheliegenden und dennoch mutigen taktischen Änderung. Er ließ das Team, insbesondere die Offensivabteilung höher rücken und die Gastgeber schon früh im Aufbau stören. So wie andere mutige Mannschaften, natürlich inklusive dem FC Bayern, gerne gegen die Borussia spielen.

Der mutigere Ansatz birgt natürlich die Gefahr, dass dich ein starkes Team wie Leipzig überspielt. In der Partie gestern hatten die Schwarz-Gelben jedoch endlich wieder das Selbstbewusstsein und die Griffigkeit, um das zu verhindern. Verbunden ist dieser Erfolg neben den offensichtlichen Namen vor allem mit einem der Eingewechselten: Emre Can musste schon nach einer halben Stunde den verletzten Axel Witsel ersetzen und ergriff seine Chance absolut überragend. Zwar war die taktische Umstellung von Terzic hauptverantwortlich für die Steigerung des gesamten Teams, aber Can war der ideale Spieler, um die daraus folgenden Implikationen im Mittelfeld umzusetzen. Weiterlesen „1:3 – Dortmund ärgert Didi“

Jung und jünger

1. Bundesliga, 8. Spieltag / Hertha BSC 2 BVB 5

BVB-Trainer Lucien Favre schickte gestern in Berlin keine besonders junge Startelf auf den Rasen des Olympiastadions: 27,6 Jahre war deren Durchschnittsalter. Nach der Partie fokussierte sich dennoch alles auf die Jugend. Der 20-jährige Stürmer Erling Haaland traf viermal und Sturmkollege Youssoufa Moukoko wurde zum jüngsten Bundesligaspieler aller Zeiten, als er wenige Minuten vor Schluss mit 16 Jahren und einem Tag eingewechselt wurde.

Goal Phenomenon

Ein Hattrick innerhalb einer Viertelstunde, vier Tore in 33 Minuten – es war ein Tag der Superlative für den Dortmunder Superstürmer, der auf dem besten Weg ist, alle großen schwarz-gelben Torjäger der jüngeren Vergangenheit in den Schatten zu stellen. Marcio Amoroso, Lucas Barrios, Pierre-Emerick Aubameyang und vielleicht sogar der damalige Robert Lewandowski verblassen gegenüber der gestrigen Leistung des Erling Haaland.

Der Norweger kann das auf diesem Niveau nicht jede Woche abrufen – siehe Bayern-Spiel. Aber der BVB wird sich spätestens im Sommer vor äußerst lukrativen Angeboten nicht retten können. Erlings Antritt, die Ballannahme und -verarbeitung sowie sein Torriecher waren schlicht sensationell in Berlin. Er kreiert Tore selber – wie das dritte, begünstigt durch den schludrigen Pass des Berliners Plattenhardt auf Alderrete – oder er ist einfach an der richtigen Stelle, wie bei Cans Querpass vor dem 1:1. Weiterlesen „Jung und jünger“

Es ist, wie es war

1. Bundesliga, 7. Spieltag / BVB 2 Bayern München 3

Nach dem Topspiel am Samstagabend wird Borussia Dortmund von vielen Seiten eine ordentliche Leistung bescheinigt, doch gleichzeitig zementiert die Heimniederlage gegen die Bayern die Rangordnung im deutschen Fußball weiter. Mit jeder Pleite schwindet die Hoffnung auf Änderungen.

Ist der BVB näher an Bayern dran?

Manche deuten den couragierten Auftritt gegen die „Besten der Welt“ schon als Fortschritt. Dabei darf man nicht vergessen, dass es für die Schwarz-Gelben ein Heimspiel – wenn auch eines ohne Zuschauer – war. Aus den letzten fünf Ligapartien gegen die Bayern im Westfalenstadion hat der BVB sieben Punkte geholt (S 2, U 1, N 2); die höchste der beiden Niederlagen war ein 1:3. Es hat sich also bisher nichts grundlegend geändert – da müssen wir schon noch das Rückspiel und allgemein den weiteren Saisonverlauf abwarten.

Spielerisch kann die Borussia dem FCB punktuell weh tun, aber dann schlägt der Rekordmeister in aller Regel mit der ihm eigenen Selbstsicherheit zurück. Die Frage, warum es Hoffenheim gelingt, diesen Gegner deutlich zu schlagen und uns nicht, ist nicht schwer zu beantworten: Die Bayern haben ihre gebrauchten Tage, aber nicht gegen Schwarz-Gelb. Für dieses Duell sind sie immer top vorbereitet und eingestellt – so braucht es selbst zu Hause außergewöhnliche Umstände, um gegen sie zu gewinnen. Weiterlesen „Es ist, wie es war“

BVB noch nicht am Zenit

Champions League, 2. Spieltag / BVB 2 Zenit St. Petersburg 0

Nichts wirklich Neues: Lange tut sich die Borussia schwer gegen ein tief stehendes Team. Doch Zenits Elfmeter-Geschenk öffnet schließlich die Räume für ein weiteres Tor. Im Grunde ein ähnliches Spiel wie das Derby, nur mit einem stärkeren Gegner.

Dominant, aber nicht zwingend

Sehen wir mal das Positive: Im Gegensatz zur Partie bei Lazio waren die Schwarz-Gelben gestern das eindeutig dominante Team, das hinten wenig zuließ. 69 Prozent Ballbesitz und nur vier Torschüsse für den Gegner sind für die Champions League ordentliche Werte. Das BVB-Spiel sah zwar vor allem in der ersten Hälfte eher dröge, aber wenigstens sicher aus. Eine Problemzone: die Mittelfeldzentrale. Witsel trug mit wenigen Ausnahmen nichts wirklich Kreatives vor. Dahoud wirkte wenigstens lebhafter, doch bei ihm kommen auf zwei gute Aktionen halt auch acht überflüssige.

Über außen gelang der Borussia lange Zeit auch wenig. Und so durfte man trotz der einen oder anderen Torannäherung schon guten Gewissens ungeduldig werden, als der eingewechselte Thorgan Hazard von Karavaev im Strafraum umgerissen wurde. Ein glasklarer und vermeidbarer Elfmeter, aber Glück oder Fehler des Gegners gehören seit jeher zum Fußball dazu. Danach spielte es der BVB recht souverän runter, mehr als ein Weitschuss kam nicht mehr von Zenit. Mit mehr Vorwärtsdrang hätten die Schwarz-Gelben womöglich früher die Entscheidung geschafft. So geschah es erst in der Nachspielzeit, als Bellingham den Ball per Kopf in den Laufweg von Haaland beförderte, der dann alles richtig machte.

Arbeiterverein BVB

Vielleicht kann es derzeit nur so funktionieren, dass die Borussia über viel Arbeit zum Erfolg kommt. Mit Glanz ist da gerade wenig, allenfalls in Momenten. Dieses perfekte Gefüge, das letztlich auch gar nicht so viele andere Klubs haben, gibt es in Dortmund nicht. So fällt es zum Beispiel auch schwer, eine Wunschelf aus dem aktuellen Kader zu bilden, von der man wirklich überzeugt ist. Klar sind da viele gute Kicker dabei, aber nur ein paar Erfolgsgaranten, die man ohne großes Nachdenken immer aufstellen würde. Mal sehen, wie das Lucien Favre in den nächsten Wochen hinkriegt.

Die Aufstellung: Bürki – Meunier, Akanji, Hummels, Guerreiro – Dahoud (67. Hazard), Witsel – Sancho (84. Delaney), Reus (74. Reus), Reyna (84. Bellingham) – Haaland. Tore: Sancho (EM), Haaland

Und schon wieder Derbysieger

1. Bundesliga, 5. Spieltag / BVB 3 FC Schalke 0

Zeit für eine neue Serie: Mit dem überzeugenden zweiten Derbysieg in Folge erwecken die schwarz-gelben Jungs Hoffnung auf ein Ende der bescheidenen Auftritte gegen die Nachbarn aus Gelsenkirchen. Die Kräfteverhältnisse waren am Samstagabend noch eindeutiger als das Chancenverhältnis.

Gegner ohne Überraschungsmoment

Mats Hummels gab nach dem Derbysieg – und seinem ersten Derbytor – gegenüber Sky eine interessante Antwort auf die (sinngemäße) Frage, wie die immer wieder auftretenden Aussetzer-Spiele des BVB zu erklären seien. Man habe darüber intern schon öfter diskutiert und er glaube, einen Teil der Antwort zu kennen, sagte der Vize-Kapitän in dem Interview, das wie üblich qualitativ um Längen besser war als 98 Prozent der TV-Gespräche mit anderen Spielern. Ohne ins Detail zu gehen erweckt die Aussage immerhin die Hoffnung, dass man dem Mysterium auf der Spur ist.

Wie wäre das Derby wohl ausgegangen, wenn die Borussia unter der Woche in Rom gewonnen hätte? Braucht es immer erst einen schockierenden Rückschlag, um in die Nähe der vollen Leistungsfähigkeit zu kommen? Der Gegner Schalke taugte nicht als Beweis für diese vielleicht naheliegende, aber doch etwas oberflächliche Theorie. Die Blauen hätte man am Samstag in beiden Konstellationen und auch nach einem Unentschieden zuvor geschlagen. Ihre Akteure räumten es nach der Partie freimütig ein: Die Gäste wussten nichts mit dem Ball anzufangen und verloren ihn meistens sehr schnell wieder. Weiterlesen „Und schon wieder Derbysieger“

Mission erfüllt: Dortmund kann Umschwünge

1. Bundesliga, 33. Spieltag / RB Leipzig 0 BVB 2

Als wäre nichts gewesen kommt der BVB nach dem Durchhänger vom Mittwoch zurück und schlägt Leipzig. Zwar reicht es für die Gastgeber dennoch zur Champions League, doch die deutsche Nummer 2 kommt mal wieder aus Dortmund. Ist jetzt alles wieder gut?

Konzentrierter Auftritt im Zentralstadion

Offensichtlich hatten sich ein Großteil der Spieler und der Trainer die Niederlage gegen Mainz zu Herzen genommen – und nicht nur Mats Hummels, der von einer schlaflosen Nacht im Anschluss an die Heimpleite sprach. Mats war unter den Topspielern in Leipzig, in der Entstehung an beiden Treffern beteiligt. Gleiches gilt für Julian Brandt, der schon gegen Mainz neben Hummels zu den besseren Akteuren gezählt hatte.

Vor allen Dingen wirkte es wacher, was die Schwarz-Gelben gegen den „ganz normalen Verein“ so alles anstellten. Bessere, zielstrebigere Pässe ließen den BVB in der ersten Hälfte dominieren, Leipzig wirkte verunsichert. Was daran gelegen haben dürfte, dass die Raumaufteilung der Gastgeber in der Defensive deutlich schlechter war als die der Bayern, an denen sich die Borussen noch die Zähne ausgebissen hatten. Dortmund fand immer wieder Lücken, RB gelang deutlich weniger im Spielaufbau.

Haaland is back

Die Dortmunder Tore folgten schnellen Angriffen. Gut, dass die Schwarz-Gelben ihr Spezialgebiet wieder beherrschen, gut, dass Erling Haaland am Ende der Angriffe wieder genau an den richtigen Punkten stand. In der zweiten Hälfte hatte der BVB deutlich stärkeren Druck von aufrückenden Leipzigern zu überstehen, benötigte dafür erfreulich wenig Glück und am Ende waren die Jungs dann wieder zur Stelle.

Wird jetzt also der Vizemeistertitel gefeiert? Warten wir lieber noch bis nächsten Samstag. Denn obwohl es um nicht mehr viel geht, muss jetzt noch ein Sieg gegen Hoffenheim her. Schon um des Gedenkens an einen früheren 34. Spieltag willen, als die TSG nach Dortmund kam und zuvor deutlich schlechter da stand. Eine Frage der Einstellung…

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Hummels, Can – Morey (78. Sancho), Witsel, Brandt, Guerreiro (90. Zagadou), Reyna (81. Balerdi) – Hazard (90. Schulz), Haaland. Gelbe Karten: Reyna, Can, Witsel. Tore: Haaland (2)

Wie es sich heute anfühlt, Derbysieger zu sein

1. Bundesliga, 26. Spieltag / BVB 4 FC Schalke 0

Borussia Dortmund hat den höchsten Derbysieg seit 1966 errungen – und das nach zuletzt zwei wirklich üblen Revierderbys im Westfalenstadion. Ein Grund zur Freude? Wenn man es aufs rein sportliche runterbricht: ja. Ich habe mich gefreut. Sport gibt es mit vielen oder wenigen Fans und auch ganz ohne. Vom Kick auf dem Bolzplatz über das Tennisspiel zu zweit bis zum zuletzt öfter zitierten Kreisligaspiel mit zehn Zuschauern. Dass sich das Spiel gestern auf anderer Ebene nicht so gut angefühlt hat, ist aber ebenso klar.

Football or not

Die DFL hat sich für den Wiederbeginn der Saison 2019/20 ein- und diesen durchgesetzt. Es gibt ein Konzept, das die größtmögliche Sicherheit vor Corona bieten würde, wenn sich alle daran halten. Ob größtmöglich in diesen Tagen groß genug ist, wird sich zeigen. Die Spielzeit könnte nun geordnet zu Ende gehen oder noch in einer bösen Farce enden. Die Wahrscheinlichkeit für Letzteres erhöht sich, wenn Einzelne – wie etwa Ex-Borusse und Neu-FCA-Trainer Heiko Herrlich – ausscheren. Das ist aber nicht nur eine Frage des Spitzenfußballs, sondern der gesamten Gesellschaft. Mit Sicherheit werden die Anti-Lockdown-Demonstranten mehr zur Weiterverbreitung von Covid-19 beitragen als die Bundesliga-Fußballer. Genauso wie normale, unauffällige Leute, die im privaten Umfeld selber Lockerungen beschließen, weil ihnen die soziale Distanzierung zu viel wird.

Ja, Bundesliga-Fußball ohne Fans ist Mist. Aber wäre es wirklich besser, die Saison zu annullieren und es in Kauf zu nehmen, dass Vereine pleite gehen? Das wären dann vermutlich nicht die Großen – nicht Bayern und Dortmund, auch nicht Leipzig, Wolfsburg oder Hoffenheim, sondern eher die, die versucht haben, einen für den Klassenerhalt ausreichenden Kader zusammenzustellen und dafür die Fernsehgelder eingeplant haben. Weiterlesen „Wie es sich heute anfühlt, Derbysieger zu sein“

Die Show geht weiter

1. Bundesliga, 19. Spieltag / BVB 5 Union Berlin 0

Wer das Hinrundenspiel des BVB in der Alten Försterei gesehen hat, weiß, dass uns heute der größtmögliche Kontrast geboten wurde. Eine um Dimensionen verbesserte Borussia traf auf fehlerhafte und später mutlose Unioner und schlug die Gäste auch in der Höhe verdient mit 5:0.

Es kann nur eine Meinung geben

Eine der neuen Dimensionen der Schwarz-Gelben heißt Erling Haaland. Wer aufgrund von Alter, der nötigen Umstellung auf eine stärkere Liga oder Anpassung an eine neue Umgebung Zweifel an dieser Verpflichtung hatte, darf diese tatsächlich schon nach drei Spielen begraben. Klar, der norwegische Wunderstürmer wird auch mal leer ausgehen und jeden Spieler kann das Verletzungspech treffen. Aber Haaland hat schon einen Bundesliga-Rekord geknackt: Sieben Tore in den ersten drei Spielen hat ligaweit noch kein Neuling geschafft. Dazu dieser Torriecher gepaart mit Schnelligkeit – genau das hat dem BVB in der Hinserie gefehlt. Der Transfer war sowas von richtig. Bleibt nur die Frage, ob wir nicht einen Stürmer mehr hätten vertragen können.

Lust am Fußball

Diese Mannschaft hat (wieder) Bock auf die Rückrunde. Jeder will 90 Minuten spielen und setzt in der Regel nach, wenn er den Ball verliert. Es gab diese Ballverluste bei den Schwarz-Gelben, es gab einige schlampige Pässe, aber man ließ sich im Anschluss nicht vom Gegner auskontern, sondern gewann viele Bälle schnell zurück. Der BVB hatte schwächere, passivere zehn bis 15 Minuten zu Anfang der zweiten Hälfte. Aber so richtig gefährlich wurde der 1. FC Union nicht. Da war nach dem frühen 0:2-Rückstand der Gäste viel Respekt zu spüren – und sie vermissten offensichtlich die Alte Försterei.

Der BVB profitierte von Fehlern. Selbst Unions Torwart und Fanliebling Gikiewicz hätte das 5:0 halten können. Aber es waren auch feine schwarz-gelbe Spielzüge dabei, die zu noch mehr Toren hätten führen können. Ein rundum gelungener Tag war es dennoch.

Deadline Day Can

Am Freitag wurde zwischen den Abgängen von Paco Alcacer zu Villareal und Jacob Bruun Larsen zur TSG Hoffenheim noch ein großer Einkauf klar gemacht: Emre Can wurde bis zum Saisonende von Juventus ausgeliehen und wird danach aller Voraussicht nach dauerhaft verpflichtet werden. Schön, dass wir noch einen starken Defensiv-Allrounder verpflichtet haben. Schade wäre es, wenn er Dan-Axel Zagadou aus der Startelf verdrängt.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Hummels, Akanji – Hakimi (64. Hakimi), Brandt, Witsel, Guerreiro – Sancho, Reus (72. Hazard) – Haaland (78. Reyna). Tore: Sancho, Haaland (2), Reus (EM), Witsel

Klare Sicht nach dem Spektakel von Augsburg

1. Bundesliga, 18. Spieltag / FC Augsburg 3 BVB 5

So macht man tatsächlich Werbung für die Rückserie: Borussia Dortmund dreht zum Auftakt einen 1:3-Rückstand in Augsburg und der junge, neue Stürmer Erling Haaland hat daran einen gewaltigen Anteil. Noch klarer als bisher zeigte sich aber auch, was beim BVB zuletzt falsch gelaufen ist und teilweise noch falsch läuft.

Bevor die großartige Show des Norwegers begann, sahen wir in der ersten Hälfte muntere Augsburger, die in dieser Form sicher nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben werden. Die Schwarz-Gelben hielten durchaus dagegen, aber es haperte, wie in den vorherigen Spielen, am letzten Pass und wenn der kam, am Torabschluss. Marco Reus war in der Hinsicht sicher der Aufreger der Partie – seine drei ungenutzten Großchancen hätten uns in der Hinserie sicher drei Punkte gekostet.

Endlich eine 09

Aber: Die Borussia hat nun wieder einen echten Stürmer. Was das wert ist und wie wir einen solchen vermisst haben, konnte man ab Minute 56 sehen. Vielleicht hätte Paco Alcacer den Schwarz-Gelben in der Hinserie auch etwas mehr helfen können, wenn Favre ihn gelassen hätte. Nun ist mit Haaland aber einer da, von dem das wirklich zu erwarten ist und der so bald wie möglich von Beginn an spielen sollte. Wir können uns auf das Zusammenspiel von Jadon Sancho und Erling wirklich freuen – und mit Marco und Thorgan geht da bestimmt auch noch was. Verlässt Paco den BVB noch, müssten Michael Zorc, Lucien Favre und Aki Watzke aber eigentlich über einen weiteren Neuner für die zweite Reihe nachdenken. Weiterlesen „Klare Sicht nach dem Spektakel von Augsburg“