Schwaches Spiel, starkes Ergebnis

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1. Bundesliga, 7. Spieltag / FC Augsburg 1 BVB 2

IMAG0231-Breite360Es sei das „schlechteste Spiel“ gewesen, seit er in Dortmund Trainer ist, sagte Peter Bosz gestern in Augsburg. Das kann man so sehen, ohne der Mannschaft einen großen Vorwurf zu machen. Die Schwarz-Gelben gestalteten die erste Hälfte dominant, waren aber nicht effektiv genug – trotz zweier toller Tore. Über die zweite Halbzeit gibt es dann wirklich nichts Positives mehr zu berichten.

Drei Gedanken zum Spiel

Die wohl meistgestellte Frage nach der Partie: Was war bloß mit Pierre-Emerick Aubameyang los? Zunächst wirkte der Torjäger kaum ins Spiel eingebunden. Nach 32 Minuten lief er alleine auf Augsburgs Torwart Hitz zu, hatte alle Zeit der Welt, den Ball an ihm vorbeizuschieben und scheiterte schließlich beim Versuch, den Keeper zu umkurven. Noch sträflicher war natürlich der Elfmeter in der 79. Minute, als Auba nach einer mannschaftlich schwachen zweiten Halbzeit beim Stand von nur 2:1 den Ball in die Mitte lupfen wollte – und Marwin Hitz damit vor keinerlei Probleme stellte.

War das nun ein komplett gebrauchter Tag unserer Nummer 17 oder sogar ein Null-Bock-Auftritt? Wer die bisherige BVB-Saison verfolgt hat, weiß: Für Letzteres spricht wenig. Auba hat sich bisher nichts zu Schulden kommen lassen. Das sollten einen Tag danach auch die anerkennen, die während der Partie vielleicht „geh doch nach Madrid“ gerufen haben. Mea culpa. weiterlesen

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Dortmund sorgt für Finale daheim

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1. Bundesliga, 33. Spieltag / FC Augsburg 1 BVB 1

Im Schatten von Pokalfinale und jeder Menge Spekulationen um den Trainer verpasst die dominante Borussia in Augsburg die Vorentscheidung im Kampf um Platz 3 sowie eine Chance auf Platz 2.

Drei Gedanken zum Spiel

Wie ordnet man diese Leistung ein: große Dominanz, wenig Durchschlagskraft? Der BVB bemühte sich ja, suchte die Lücke, hatte sage und schreibe 77 Prozent Ballbesitz. Die Gastgeber setzten auf das in dieser Saison zumindest gelegentlich bewährte Rezept, tief zu stehen und auf Konter zu warten. Und wenn die schwarz-gelbe Defensive so sehr dazu einlädt wie in der 29. Minute, dann hat FCA-Trainer Manuel Baum alles richtig gemacht. Ein simpler Abschlag von Keeper Luthe traf die Dreierkette unvorbereitet und Augsburgs Max war durch. Was von schwarz-gelber Seite folgte, war trotz des schnellen Ausgleichs zu oft Stückwerk. Unter den 15 Torschüssen waren zwar einige, die einen Auswärtssieg gerechtfertigt hätten, doch angesichts aller anderen Statistiken hätten es mehr sein müssen.

Fehlte etwa die Entschlossenheit? Man spürte jedenfalls nicht über 90 Minuten diese große Intensität, die das BVB-Spiel in den besten Zeiten auszeichnet. Der Subtext dazu: Beeinflusst die Mediendebatte zur Unzeit die Spieler? Ich bin bei solchen Deutungen immer sehr vorsichtig, genauso wie bei der Bedeutung von Watzkes Antwort auf eine Journalistenfrage. Augsburg verteidigte gut, der Borussia fehlte nicht zum ersten Mal in solchen Situationen die Inspiration. Einer, der fast schon untypisch entschlossen wirkte und im Mittelfeld in viele Zweikämpfe ging, war Pierre-Emerick Aubameyang. Der will die Kanone, das merkte man ihm an. Und da der Service aus dem Mittelfeld zu wünschen übrig ließ, kümmerte er sich gelegentlich selber darum.

Eine Rolle spielte auch die Verletzung von Julian Weigl. An guten Tagen ist er der Mann für die öffnenden Pässe. In den 20 Minuten seines Mitwirkens gestern war davon noch nicht so viel zu sehen. Aber was wäre gewesen, wenn? Der BVB wurde in der Folge vor allem über die Flügel gefährlich, der Weg durch die Mitte war meistens Sackgasse. Nach dem Spiel wurde bekannt: Julian hat sich einen Bruch des Sprunggelenks zugezogen und fällt monatelang, vermutlich bis in die neue Saison hinein, aus. Gute Besserung von dieser Stelle!

Am Ende ist entscheidend: Der BVB hat es zu Hause gegen Bremen selbst in der Hand, Platz 3 zu sichern. Ein Sieg reicht, wenn Hoffenheim kein Freak-Resultat gelingt. Doch es ist jammerschade, dass wir uns das von den Bayern bewundernswert gedrehte Spiel in Leipzig nicht mehr zunutze machen können. Auch gestern wäre mehr drin gewesen. Dennoch: Eine Trainerdiskussion gibt es hier erst, wenn etwas entschieden oder die Saison vorbei ist

Die Aufstellung: Bürki – Ginter (89. Rode), Sokratis, Schmelzer – Piszczek, Weigl (23. Durm), Guerreiro (80. Pulisic) – Dembelé, Kagawa – Aubameyang, Reus. Gelbe Karte: Ginter. Tor: Aubameyang

Es ist doch nur Fußball, aber trotzdem

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1. Bundesliga, 16. Spieltag / BVB 1 FC Augsburg 1

Wieder gerät die Borussia in Rückstand, wieder muss sie sich in ein Spiel zurückkämpfen. Dank defensiver wie offensiver Unzulänglichkeiten reicht es ein Tag nach dem Vereinsgeburtstag nur zu einem Unentschieden gegen Augsburg.

Drei Gedanken zum Spiel

Was ist falsch an der guten alten Viererkette? Die Idee der von Thomas Tuchel zuletzt häufig aufgebotenen Dreierkette ist klar: Im Mittelfeld soll gerade gegen tief stehende Gegner ein Übergewicht geschaffen werden. Doch was nutzt es wenn man immer in Rückstand gerät? Gerade in einer nicht eingespielten Abwehr ist es hilfreich, die Außenverteidiger immer an seiner Seite zu haben. Ohne Sokratis ist die Dreierkette ein Experiment am offenen Herzen.

Die Sache mit dem Schiedsrichter. Eine zweischneidige Geschichte. Einerseits wurde der BVB in den letzten beiden Partien eindeutig benachteiligt. Gestern hätte Guido Winkmann zwei Elfmeter für Schwarz-Gelb geben können, einen davon müssen. Doch vielleicht hat die exzessive Debatte, die von den Medien an den Verein herangetragen und dort aufgegriffen wurde, geschadet. Wenn man an so etwas wie unterbewussten Trotz bei den Unparteiischen glaubt. Nicht hilfreich waren gestern auch die unbegründeten Proteste von Schmelle und Mario Götze vor dem Gegentreffer, mitten im Augsburger Angriff. Ob sie das Tor begünstigt haben, ist noch mal eine andere Frage.

Performer, Teilzeit-Performer und Nicht-Performer. Die Borussia spielt derzeit zu selten geschlossen auf höchstem Niveau. Greifen wir mal ein paar Akteure raus: Mario Götze lässt zu selten seine frühere Spritzigkeit aufblitzen. Shinji Kagawa war gestern am Tor beteiligt, aber sonst an nicht viel. Selbst Ousmane Dembélé blühte erst in der zweiten Hälfte aus. Und Schürrle entwickelt sich langsam zu einem Unglücksvogel, wie es Jürgen Klopp vielleicht ausdrücken würde. Nach seinem Tor im Heimspiel gegen Madrid gelingt ihm kaum noch was. Auch kein Schuss aufs Tor aus aussichtsreichster Position.

Nun ist Weihnachten. Vorher könnte einer der beiden Spitzenklubs auf zwölf Punkte davonziehen. Die Meisterschaft ist passé. Die Hoffnung: keine Verletzten in der Winterpause. Und immerhin gab es doch ein Weihnachtsgeschenk: Julian Weigl hat bis 2021 verlängert.

Ja, wir können absteigen

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1. Bundesliga, 19. Spieltag / BVB 0 FC Augsburg 1

Es wird Zeit, sich mit diesem Gedanken vertraut zu machen: Leider ist es nicht so unwahrscheinlich, dass Borussia Dortmund nach 39 Jahren in der höchsten deutschen Fußballliga wieder mal absteigt. Zumindest nicht so unwahrscheinlich, wie die allermeisten Fans – und nicht nur schwarz-gelbe – bisher gedacht haben. Das ist der heutige Stand. Denn wenn man Winterpause-übergreifend die letzten Wochen betrachtet, gibt es nur zwei Klubs, die ähnlich schwach aufgetreten sind: Hertha BSC und Paderborn (auch wenn der VfB nur wenig besser war).

In der Verfassung vom gestrigen Spiel kann der BVB gegen alle anderen Teams verlieren, sogar gegen die genannten. Bis zum Gegentor lief die Partie leidlich ordentlich, die Borussia ließ wie gegen Leverkusen wenig zu, auch wenn sie sich wieder einige Fehlpässe zu viel erlaubte. Die Außenverteidiger – und diese Wiederholung macht mürbe – waren offensiv nahezu wirkungslos. Aushilfe Kevin Großkreutz machte ein besonders schwaches Spiel und leitete mit einem Fehlpass auch das Gegentor ein. Trotzdem ist sein Ausfall mit einem Muskelbündelriss eine weitere Schwächung. Schmelzer schlug eine gelungene Flanke, dafür sah er beim 0:1 am Ende der Fehlerkette zusammen mit Nuri Sahin auch besonders dumm aus. Leider kamen auch Pässe und Flanken der offensiveren Kampl und Aubameyang nicht gut, waren häufig zu lang – bei Letzterem nichts neues.

Dennoch, die Rückkehr des schnellen Auba ist einer der wenigen Lichtblicke für die Borussia. Sein Lauf führte zu Jankers Platzverweis. Er hat auch schon bewiesen, dass er treffen kann. Es wäre mal einen Versuch wert, ihn neben Immobile in einem Zweier-Sturm einzusetzen. Dass der Italiener mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz Torwart Manninger traf, ist verzeihbar. Es war eine Aktion aus vollem Lauf – immerhin kam er zum Abschluss.

Doch insgesamt blieb am Mittwoch der Eindruck, dass die Schwarz-Gelben derzeit zu viele Schwachstellen haben – Spieler, die ihr Potenzial nicht ausschöpfen und solche, die falsch eingeschätzt wurden und werden. Auch das Kollektiv gibt zu denken: Wie die Mannschaft nach dem Gegentor und erst recht nach dem Platzverweis gespielt hat, war schwer erträglich. Auch wenn es natürlich in der letzten Viertelstunde durch Augsburgs extreme Mauertaktik nicht einfach war.

Der Abstieg ist also eine reale Gefahr. Und doch gibt es noch genügend Chancen, ihn zu verhindern. Nur zwei Punkte ist Platz 15 entfernt, auf dem der nächste Gegner SC Freiburg steht. Und der VfB spielt gegen den FC Bayern. Da es derzeit spielerisch aber an fast allem hapert, ist dieser Trost kein echter. Vielleicht fehlt dem Team auch ein wenig das Gefühl des K.O.-Systems. Letztendlich bleibt dieser Erklärungsversuch wie die meisten anderen hilflos.

Jürgen Klopp und das Team müssen dennoch weiterarbeiten, mit den Spielern, die derzeit zur Verfügung stehen. Die Personaldebatten heben wir uns also noch ein Weilchen auf. Resigniert habe er nicht, versicherte der Trainer in der Pressekonferenz vor dem Freiburg-Spiel. Großkreutz steht sechs Wochen nicht zur Verfügung, ob Piszczek oder Durm rechtzeitig fit werden, um ihn zu ersetzen, steht noch nicht fest. Bei den Gastgebern, die von den Bürgern der Stadt Freiburg gerade das Ok für ein neues Stadion gekriegt haben, fällt unter anderem Offensivmann Admir Mehmedi aus – allerdings wussten die beiden Neuen vorne drin, Petersen und Möller Daehli, bisher durchaus zu gefallen. Für einen Auswärtssieg muss beim BVB noch einiges besser werden.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Großkreutz (60. Subotic), Sokratis, Hummels, Schmelzer – Sahin, Gündogan – Aubameyang, Reus (72. Kagawa), Kampl (72. Mkhitaryan) – Immobile

Elf Spieler für ein Halleluja

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Nachdem Borussia Dortmund sich am Samstag in Leverkusen je nach Sichtweise ohne Gegentor oder spielerisch bescheiden aus der Affäre gezogen hat, ist für die kommende Partie am Mittwoch der Auftrag klar: Nun muss die Erlösung her. Zu schwach waren die Auftritte fernab des Westfalenstadions und zu groß die Zuversicht nach einer langen Winterpause, als dass man nun weniger als einen Heimsieg verlangen könnte.

Das Problem heißt Augsburg. Niemand kann bestreiten, dass der dortige FC seit dem Aufstieg absolut herausragende Arbeit geleistet hat. Und vor allem in der Hinserie dieser Saison einiges besser gemacht haben muss als der BVB, obwohl die Gäste natürlich nicht mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatten. Doch die Fuggerstädter hatten immerhin Abgänge vom Kaliber eines Andre Hahn zu verkraften; dafür haben sie sich unter anderem mit dem Ex-Borussen Markus Feulner verstärkt. Da dessen Mittelfeld-Kollege Alexander Esswein mit einer Muskelverletzung am Mittwoch fehlen wird, könnte auch der jüngst von Dortmund nach Augsburg zurück transferierte Ji Dong-Won seinem alten Team gegenüberstehen.

Der FCA steht nach einem 3:1 am Sonntag im heimatlichen Schneetreiben gegen die TSG Hoffenheim unglaublicherweise auf einem Punkteniveau mit dem direkten Champions League-Platz 3. Vom FC Bayern wurde zuletzt noch Pierre-Emile Hojberg ausgeliehen, der gestern bereits einen Scorerpunkt verbuchen konnte. Ergo: Die Augsburger haben sich rein durch ihre eigene Arbeit den Status einer neuen Kraft in der Liga gesichert. Ob die in drei Jahren noch genauso stark sein wird, ist ungewiss – aber die Möglichkeit besteht.

Um das jetzt so wichtige Momentum zu behalten, muss der BVB nun gegen diesen FCA gewinnen. Es gibt leichtere Aufgaben, aber auch einen Lösungsweg, den Trainer und Spieler von ihrem Potenzial her finden können. Gut 900 Gästefans kündigte Pressesprecher Sascha Fligge bei der Pressekonferenz zum Spiel an – die Lautstärke-Wertung dürfte also schon mal Schwarz-Gelb gewinnen, denn das Westfalenstadion ist ausverkauft. Klopp wiederum gab zu Protokoll, dass die Herangehensweise wie bei jedem Gegner eine andere sein werde als zuvor. Ein Rumprobieren werde es aber auch nicht geben, sondern „klare Aktionen“.

Es steht zu erwarten, dass die Augsburger deutlich defensiver postiert sein werden als gestern. Ohne spielerische Mittel wird es also nicht gehen. Der BVB muss die Umstellung meistern und das machen, was die Engländer so schön einfach als „get the ball down and play“ umschreiben. Da es heute keine schwarz-gelben Schlusskaufaktivitäten gegeben hat, stehen dafür ähnliche Namen wie zuletzt zur Verfügung. Aubameyang und Kagawa sind beide körperlich fit und könnten auflaufen, wenn Klopp will. Einen von diesen beiden würde ich deutlich präferieren.

Im zentralen Mittelfeld scheinen Sebastian Kehl und Sven Bender auf einem guten Weg zu sein, aber erst nächste Woche wieder für den Kader in Frage zu kommen. Bei Ilkay Gündogan stehen die Chancen für Mittwoch recht gut, während bei Kuba die Zweifel ein wenig und bei Piszczek noch etwas größer sind. Erik Durm könnte nach der Rückkehr ins Mannschaftstraining ebenfalls wieder zur Verfügung stehen. Meine elf Mann für die heikle Mission wären:

Weidenfeller – Durm, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Gündogan, Sahin – Aubameyang, Reus, Kampl – Immobile.

Der Mann, der niemals spielte

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Kurz nach dem Ende der Bundesliga-Hinrunde hat Borussia Dortmund bereits erste Transfer-Aktivitäten vollzogen. Der Südkoreaner Dong-Won Ji, erst seit Juli im Verein, wechselt zum 1. Januar zu seinem dritten Aufenthalt nach Augsburg – diesmal permanent. Beim Champions League-Aspiranten FCA unterschreibt er einen Vertrag bis 2018.

Beim BVB war der Stürmer, der zentral und außen einsetzbar ist, nur auf fünf Einsätze in der U23 gekommen. Ji war lange Zeit verletzt und das was Jürgen Klopp in der übrigen Zeit sah, scheint ihm nicht so zugesagt zu haben, dass er den Spieler als Alternative für die erste Mannschaft in Erwägung gezogen hätte. Fälle wie ihn gibt es bei fast allen Klubs und doch hinterlässt es einen kleinen Nachgeschmack, wenn jemand derart chancenlos bleibt. Entweder Ji war ein unnötiger Transfer oder er hat nicht die Gelegenheit bekommen, sein Leistungsvermögen zu zeigen. Den Fehler jetzt rückgängig zu machen, muss dennoch kein neuer Fehler sein.

Jis Abschied ist ein erster Fingerzeig, dass die Schwarz-Gelben auch in die andere Richtung auf dem Transfermarkt tätig werden könnten. Sicher nur maßvoll – alles andere macht angesichts der Kadergröße auch keinen Sinn. Ein bis zwei Neue sind aber vorstellbar, um noch mal Impulse zu setzen und andere Qualitäten zu bekommen. Welche Verpflichtungen tatsächlich Sinn ergeben, wird zu Recht intensiv diskutiert werden. Ich bin gespannt auf die ersten seriösen Namensnennungen.

Dortmund macht es doppelt spannend

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1. Bundesliga, 2. Spieltag / FC Augsburg 2 BVB 3

Der BVB zeigt blitzsaubere, ansprechende 70 Minuten gegen einen zunächst schwachen FC Augsburg, versäumt es jedoch, nachzulegen und gerät am Ende tatsächlich noch mal unter Druck. Untypisch spannend geht es für die Schwarz-Gelben auch auf dem Transfermarkt zu: Dort will man offensichtlich ebenfalls nachlegen und könnte im Werben um Shinji Kagawa bis Montag noch erfolgreich sein. Als Konsequenz ist nach „Kicker“-Informationen eine Ausleihe von Jonas Hofmann zu Mainz 05 im Gespräch.

Doch jetzt geht es um Fakten: Die Borussia hat sich durch die Auftaktniederlage nicht nachhaltig verunsichern lassen und in der Bundesliga mit einem Auswärtssieg in Augsburg geantwortet. Das Ergebnis schmeichelt den Schwarz-Gelben wie schon letzte Woche nicht: Gegen Leverkusen hätte man ein Tor verdient gehabt und gestern wäre ein 3:1 oder 4:2 dem Spielverlauf gerechter gewesen. Jürgen Klopp stellte wieder auf ein System mit einem Stürmer um, ließ aber Jojic zentral vor Kehl agieren – eine Art 4-1-4-1. So saßen Ramos und Immobile zunächst auf der Bank, der formstarke Aubameyang agierte ganz vorne allein.

Zu dieser Aufstellung passte, dass die Borussen nicht schon mit der vordersten Linie pressten, sondern die Augsburger ein wenig kommen ließen. Es zeigte sich schnell, dass die Gastgeber wie vermutet noch wenig eingespielt sind: Sie hatten keine Ideen für die Offensive und wirkten in der Rückwärtsbewegung extrem ungeordnet. Ihre Flügel ließen sie bei den schnellen Dortmunder Gegenstößen wiederholt verwaisen. Letztere wurden angenehm flüssig ausgespielt; so wie beim 1:0 – Pass Mkhitaryan, Doppelpass Reus-Großkreutz, flacher Schuss ins rechte Eck durch Marco. weiterlesen

Kellerduell in Augsburg

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BVB-Fans, die nach der Auftaktpleite gegen Leverkusen erst mal wieder Mut fassen müssen, sollten sich einfach Jürgen Klopps Pressekonferenz zum Freitagabendspiel in Augsburg anschauen (z.B. bei BVB Total). Die Niederlage hat den Trainer offensichtlich beschäftigt, so dass zwei seiner Grundtugenden besonders deutlich zutage traten: Einerseits ging er ins Detail und analysierte messerscharf, was in erfolgreichen Zeiten nicht in jeder PK der Fall ist. Andererseits hatte er genügend Zeit für Späßchen – ein Indiz für seine positive Haltung und die Lust am Fußball, die er immer wieder auf die Spieler zu übertragen versteht.

Nicht, dass alles plötzlich wieder zum Besten stünde. Von den zuletzt geschonten Spielern kehrte im Benefiz-Testspiel bei Waldhof Mannheim (4:0) nur Roman Weidenfeller ins Team zurück. Dortmunds Nummer 1 wird auch morgen im Kasten stehen. Adrian Ramos und Sven Bender nahmen gestern am Mannschaftstraining teil. Klopp konnte jedoch noch keine Auskunft zu ihrer Verfügbarkeit für Freitag geben. Auf Mats Hummels verzichtet der Trainer jedenfalls noch – die Abwesenheit des Weltmeister-Innenverteidigers wird mit muskulären Problemen begründet. Alle anderen Verletzten sind frühestens nach der Länderspiel-Pause ein Thema.

Taktisch führte Klopp sehr nachvollziehbar aus, dass ein ‚flaches‘ 4-4-2-System zwar defensive Stabilität verleihen kann, die Borussia aber (derzeit) nicht unbedingt die passenden Spieler dafür hat. Um die zentral offensiv starken Spieler wie Reus oder Mkhitaryan bestmöglich zur Geltung kommen zu lassen, dürfte er erneut auf eine 4-4-2-Raute mit nur einem defensiven Mittelfeldspieler oder das 4-2-3-1 der letzten Saison setzen. Matthias Ginter könnte unter Umständen wie in Mannheim auf der ‚6‘ zum Einsatz kommen – wenn Neven Subotic als fit und spielstark genug für die Innenverteidigung erachtet wird.

Der FC Augsburg hat in der Bundesliga einen ebenso schlechten Start wie die Schwarz-Gelben hingelegt, sich aber bereits aus dem Pokal verabschiedet – beim Regionalligisten 1. FC Magdeburg. Nach den derzeitigen Eindrücken könnte dem Überraschungsteam der Vorsaison ein tiefer Fall drohen, doch Trainer Markus Weinzierl wurde damals ja nicht umsonst gelobt. Es wird darauf ankommen, wie schnell er die schmerzenden Abgänge von unter anderem André Hahn und Matthias Ostrzolek kompensieren und die insgesamt hohe Zahl neuer Spieler integrieren kann. Halbwegs prominente Ausfälle gibt es in Jan Moravek und Alexander Esswein nur zwei.

Dennoch: So wie der erste Spieltag der denkbar ungünstigste Zeitpunkt war, um auf Leverkusen zu treffen – auch Klopp merkte das in der PK an – so ist doch dieser kommende zweite Spieltag vielleicht ein idealer Termin, um nach Augsburg zu fahren. Beim BVB stimmt noch vieles nicht, aber aus dem bayerischen Schwaben ein paar Punkte mitzunehmen, scheint derzeit alles andere als unmöglich. Dort könnte es übrigens ein Wiedersehen mit Mittelfeldspieler und Ex-Borusse Markus Feulner geben, der einer der neun Neuen ist. Ich freue mich drauf, aber vor allem auf ein tolles Freitagabendspiel!

Kreuzband gerissen, Sieglos-Serie nicht

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1. Bundesliga, 18. Spieltag / BVB 2 FC Augsburg 2

Das hätten sich alle Schwarz-Gelben anders vorgestellt: Die Borussia macht zwar einen Punkt auf die nächsten Konkurrenten gut, bleibt jedoch auch im vierten Ligaspiel hintereinander sieglos. Aber mit Abstand am bittersten: Jakub ‚Kuba‘ Blaszczykowski reißt sich bereits nach vier Minuten ohne Gegnereinwirkung das vordere Kreuzband. Nach Neven Subotic ist die Saison nun auch für den polnischen Flügelspieler vorzeitig beendet.

Im Westfalenstadion reagierte die Mannschaft zunächst vorbildlich auf die sichtlich schwere Verletzung von Kuba: Noch in Unterzahl entwischte Sven Bender bei einem Reus-Freistoß seinem Bewacher und köpfte den Ball mustergültig an Torwart Hitz vorbei in den Kasten. In der Folge hatten die Schwarz-Gelben das Geschehen im Griff, ließen lediglich eine Halbchance der formstarken Gäste zu und hatten ihrerseits einige Möglichkeiten zum 2:0. Lewandowski zielte in einer 1-zu-1-Situation direkt auf den Torwart, Mkhitaryan vergab halblinks im Strafraum und das war noch nicht alles. Die beste Chance hatte dann Reus einige Minuten vor der Pause, als er reichlich frei am Sechzehnmeterraum zum Schuss kam und rechts verzog.

Ein perfektes Spiel wie phasenweise im Testkick gegen Duisburg war es allerdings nicht. Es gab eine Reihe unnötiger Fehlpässe und mehrere Akteure, von denen wenig Impulse kamen. Kevin Großkreutz blieb bei seinen Vorstößen über rechts farblos, Nuri Sahin fiel ’nur‘ durch sein schönes Freistoßtor zum 2:1 auf und Marco Reus fehlte in nahezu allen Strafraumszenen inklusive seiner zwei Freistöße in die Mauer die Effektivität. Erneut mit Abstand am überzeugendsten in der Offensive agierte Robert Lewandowski – das ist jetzt erst mal kein gutes Omen für die Zukunft. weiterlesen

Und jetzt zum Sport

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Ab heute zählt wieder auf dem Platz. Die Winterpause, die für Borussia Dortmund denkbar schlecht begonnen hatte – mit frischen Erinnerungen an eine Heimniederlage gegen Aufsteiger Hertha BSC – ist fast vorüber und die Laune wieder deutlich besser. Zum Ende der Rückserienvorbereitung hat sich der BVB deutlich gesteigert und beim Benefizspiel in Duisburg überzeugend gewonnen. Zuvor waren die Testspiele zwar siegreich gestaltet worden, hatten aber spielerisch noch einige Fragen offen gelassen.

Vor dem Auftakt zu 17 weiteren Ligaspielen und hoffentlich noch mehreren Pokal- und Champions League-Runden hat die Borussia keinen Grund, pessimistisch zu sein. Das Potenzial, noch Platz 2 zu erreichen, ist da. Doch gleichzeitig ist nicht auszuschließen, dass die Schwarz-Gelben auch mal wieder Saisonziele verfehlen und die Erwartungen nicht erfüllen, die ohnehin bei vielen zu hoch sind. Leverkusen, Wolfsburg und Gladbach schlafen nicht – die Blauen werden sich dagegen weiterhin schwer tun, Konstanz reinzubringen.

Verzichten muss Jürgen Klopp am Samstag gegen den FC Augsburg und noch bis nach Saisonende auf Neven Subotic. Sein Innenverteidiger-Kollege Mats Hummels hofft, bis zum nächsten Ligaspiel in Braunschweig wieder fit zu sein. Mittelfeldregisseur Ilkay Gündogan wurde im Trainingslager von einer Bronchitis zurückgeworfen. Ihm fehlen nach seiner langen Auszeit Stunden auf dem Trainingsplatz wie auch Spielpraxis, so dass sein Comeback noch nicht absehbar ist.

Alle anderen Akteure stehen jedoch zur Verfügung, so dass sich dem Trainer einige Fragen stellen. Etwa die nach Aubameyang oder Kuba auf der rechten Seite und vor allem die nach Schmelzer oder Durm hinten links. Viel spricht dafür, dass Klopp in der Innenverteidigung auf Sven Bender neben Sokratis setzen wird. Sebastian Kehl ist fit, hatte gegen die Hertha einen ordentlichen Auftritt und könnte ‚Manni‘ im defensiven Mittelfeld vertreten. Marian Sarr, aber vor allem Manuel Friedrich haben sich in der Vorbereitung nicht direkt aufgedrängt.

Schade – oder auch nicht – ist, dass wir uns wohl kein Bild vom künftigen Neuzugang Dong-Won Ji machen können. Dessen Einsatz für Augsburg verhindert scheinbar ein tief liegender Pferdekuss. Das neben Berlin zweite Überraschungsteam der Hinserie sollte man aber auch ohne Ji nicht unterschätzen. Nach dem vorweihnachtlichen Dämpfer gegen die Hauptstädter wird das hoffentlich auch niemand tun. Die Augsburger haben eine ähnliche Spielanlage wie der BVB – Fokus auf schnelle Angriffe und Pressing – bei natürlich weniger individueller Qualität. Das wird reizvoll, ist machbar, aber ganz sicher nicht einfach.