Prüfungszeit für Schwarz-Gelb

Brügge war der Höhepunkt der Favre’schen Effektivität. Oder der BVB hat schlecht gespielt und einmal gut das Bein hingehalten. Diese schwer erklärbare, aber sehr positive Fähigkeit, verzwickte bis verkorkste Spiele zu gewinnen, wird am Samstag mit Sicherheit arg auf die Probe gestellt. Es wäre also genau der richtige Zeitpunkt für spielerische Verbesserungen.

Die Schwarz-Gelben fahren zur TSG Hoffenheim, stets einer der unangenehmsten Gegner. Ja, die Truppe des künftigen Brause-Trainers zeigt in dieser Saison bisher zwei Gesichter. Niederlagen gegen Bayern (verständlich) und Düsseldorf (sehr überraschend), ein Sieg gegen Freiburg (erwartbar) und ein ehrenwerter Punkt gegen Donezk. Aber wer den in deutschen Pressekonferenzen sonst recht einsilbigen Lucien Favre heute von den Qualitäten Hoffenheims dozieren hörte, der weiß: Das wird kein Spaß und seine Analyse ist kein Understatement der eigenen Fähigkeiten. Schnell raus schiebende und gefährliche Außen, Stürmer, die den Ball festmachen können, eine Mannschaft, die das Spiel breit macht – hört sich alles nicht nach elf Freunden an, die uns nichts können.

Julian Nagelsmann fehlen ein paar Spieler, darunter Nadiem Amiri, Benjamin Hübner und Kasim Adams. Doch die TSG hat einen mit 32 Mann noch riesigeren Kader als der BVB. Bei dem steht leider noch ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Paco Alcacer. Gut sieht es bei Thomas Delaney aus. Dagegen fallen Toprak und Guerreiro aus.

Ein hoher Sieg wie gegen Leipzig ist am Samstag ungefähr so wahrscheinlich wie ein gemeinsamer Oktoberfestbesuch von Uli Hoeneß und Karim Bellarabi. Gut möglich, dass uns die Gastgeber über die Außen mehr weh tun werden als Brügge am Dienstag. Schon da sah man mal wieder, dass Schmelzer und Piszczek einfach nicht mehr dieses Topniveau haben, dass es als Klub mit internationalen Ansprüchen braucht. Trotz Schmelles starker Rettungsaktion. Ganz entscheidend wird für den BVB sein, den oder die Stürmer wieder besser ins Spiel einzubinden. Wenn einer davon Alcacer hieße, wäre ein Punktgewinn um einiges wahrscheinlicher.

Sie nennen es Losglück

„Deutsches Quartett im Losglück“ – so wird selbst bei Kicker.de nach der heutigen Champions League-Auslosung pauschalisiert. Wer die vier Gruppen der deutschen Vertreter, mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen, so zusammenfasst, der findet natürlich auch gleich alles Scheiße, wenn die Deutschen international mal ein schwarzes Jahr haben.

Borussia Dortmund trifft in der CL-Gruppenphase also auf Atletico Madrid, AS Monaco und Club Brügge. Das mag etwas leichter sein als gegen Real und die Spurs. Aber es ist alles andere als Tiefstapelei, wenn das BVB-Vertreter unisono als anspruchsvoll bezeichnen. Diego Simeones Atletico ist nach wie vor eine ungeheuer stabile Mannschaft mit einem Superstar Antoine Griezmann. Das Finale des Wettbewerbs wird 2019 in ihrem neuen Stadion ausgetragen.

Der AS Monaco liegt vielleicht ein wenig unter dem Niveau der vorletzten Saison, als die Borussia unter unglückseligsten Umständen gegen den Klub aus dem Fürstentum der Reichen und nicht so gerne Steuern Zahlenden ausschied. Die Monegassen haben aber immer noch genügend illustre Namen in ihren Reihen wie Kolumbiens Stürmer Falcao, die junge belgische Mittelfeldhoffnung Youri Tielemans oder natürlich Kroatiens Nationalkeeper Danijel Subasic. Außerdem wird das erneute Aufeinandertreffen womöglich Erinnerungen zurückbringen, auf die die Borussen gerne verzichten würden. Angenehm wird Monaco sicher auch nicht.

Bleibt Brügge. Dieses Los kann man sicher als machbar bezeichnen. Man kann auch die Statistik ins Reich der Geschichte verweisen, die besagt, dass der BVB bei den letzten beiden Aufeinandertreffen jeweils ausgeschieden ist. Ganz aktuell ist aber die Tatsache, dass der belgische Fußball bei Länderturnieren gerade zum Ansehnlichsten weltweit gehört. Alles werden sie also auch im Klubfußball nicht falsch machen.

Ja, natürlich hat der BVB in Gruppe A Chancen, Zweiter oder gar Erster zu werden. Schließlich haben wir ordentlich aufgerüstet. Aber der Verein muss es sich von niemandem zur Pflicht erklären lassen. Lucien Favre hat schon die passenden Worte gefunden:

Ein schweres Los mit starken Gegnern. (…) Wir nehmen die Herausforderung gerne an.

Brügge sehen und verlieren

Gegen Brügge kann man mal verlieren, auch 2012. Vor neun Jahren leitete die Niederlage in der Champions League-Qualifikation nach Elfmeterschießen den endgültigen finanziellen Absturz des BVB ein. Und längerfristig betrachtet natürlich die Wende zum Guten. Gestern verlor die Borussia erneut im Jan-Breydel-Stadion, und zwar wohl verdient mit 1:3. Man kann davon ausgehen, dass diese Testspiel-Pleite keinen ähnlichen Wendepunkt in der Vereinsgeschichte darstellt – doch was ist im Fußball schon noch sicher? Die Bayern verpassen zweimal die Meisterschaft, in Schottland spielen die Rangers künftig in der vierten Liga…

Die schwarz-gelbe Entschuldigung für die Niederlage ist nicht aus der Luft gegriffen: Für den FC Brügge beginnt in zwei Wochen die Meisterschaft, der BVB arbeitet dagegen in der aktuellen Phase der Saisonvorbereitung vor allem an der Kondition. Dennoch darf man als Fan beruhigt sein, wenn alle Nationalspieler gesund aus dem Urlaub zurückkehren. Immerhin stand gestern eine mit Stammspielern verstärkte B-Auswahl der Bundesligamannschaft auf dem Feld und kein besseres Nachwuchsteam. Positiv war immerhin, dass den Berichten zufolge erneut einer der Jungen aus der vermeintlichen zweiten Reihe von sich reden machte: Überzeugte in Meppen besonders Mustafa Amini, so konnte sich gestern Leonardo Bittencourt unter anderem mit einem schönen Tor und einer Rettungsaktion in Szene setzen.

Über das Ergebnis braucht sich niemand ernsthaft zu ärgern. Doch was ein Teil der mitgereisten angeblichen BVB-Anhänger ablieferte, macht wirklich schlechte Laune. Mögen sie vorher irgendwo Stress gekriegt haben – selbstverliebt und egozentrisch zeigten sie dann im Stadion, dass ihnen eigentlich nichts am Verein liegt. Selbst wenn es keine Videos gäbe: Was haben diese Leute am Spielfeldrand zu suchen? Es ist inzwischen fast jedes Jahr das Gleiche: Bei Testspielen im Ausland benehmen sich Leute aus dem Dortmunder Umfeld daneben. Weil sie wissen, dass diese Partien in der Regel nicht so stark überwacht werden. Weil sie deswegen davon ausgehen, mit keiner Festnahme, Anzeige und weiteren Verfolgung in Deutschland rechnen zu müssen. Viel bleibt nicht von der Rückkehr nach Brügge – dieser schlechte Eindruck leider schon. Und der ist die eigentliche Niederlage.

Brügge sehen und siegen

Christoph Daum hat in dieser Woche in deutschen Medien viel Spott für seine Entscheidung einstecken müssen, beim FC Brügge anzuheuern. Stellvertretend seien hier Kommentare aus zwei Berliner Zeitungen zitiert. Dominik Bardow vom „Tagesspiegel“ schreckt zwar davor zurück, in der Überschrift den vollständigen Titel des sehr guten Spielfilms „Brügge sehen und sterben“ zu verwenden. In der Folge referiert er jedoch schön zusammengefasst die Handlung – Colin Farrell spielt einen Auftragsmörder, für den die belgische Stadt zur Endstation seiner Karriere (und seines Lebens) wird. Die Pointe am Ende des Textes ist, dass das natürlich überhaupt nichts mit Daum zu tun habe. Soll witzig sein, aber vielleicht sollte der Autor lieber für die Filmseite schreiben.

Markus Lotter schließt am Donnerstag in der „Berliner Zeitung“ mit großem Gedöns, dass man in diesem Fall zwischen subjektiver und objektiver Realität unterscheiden müsse. Auch er bemüht einen großen Film, Akira Kurosawas „Rashomon“. Nur um sich dann ganz schnöde auf die Seite der Daum-Basher zu schlagen:

Dieser Trainertransfer gibt einerseits einen eindeutigen Hinweis darauf, wie verzweifelt Christoph Daum mittlerweile sein muss. Andererseits zeigt er, wie klein sich der belgische Fußball mittlerweile denkt. (BLZ 10.11.2011, S. 14)

Der Kommentar redet also sowohl Daum als auch den belgischen Fußball klein und beinhaltet kurz vor Schluss noch dies: „Verbrannt und verpönt ist er in seiner Heimat, in der man ihn vor elf Jahren noch um ein Haar zum Bundestrainer gemacht hätte.“

Ist der Spott berechtigt? Ich halte das, wie man sich schon denken kann, für eine rhetorische Frage. Was der Autor der „Berliner Zeitung“ völlig ausblendet: Die belgische Nationalmannschaft hat sich in der EM-Qualifikation über weite Strecken nicht schlecht präsentiert und Platz 2 um zwei Punkte verpasst. Zwischendurch war schon die Rede von einer Renaissance der belgischen Auswahl. Wie sich das nach der verpassten Quali in den kommenden Jahren fortsetzt, ist zwar ungewiss, es gab jedoch positive Anzeichen.

Noch weniger ist zu verstehen, warum der FC Brügge so schlecht wegkommt. Ok, der Club hat es vor sechs Jahren zum letzten Mal in die Champions League geschafft. Aber wie viele deutsche Traditionsvereine wären stolz darauf, wenn sie das von sich behaupten könnten? In der Liga war Brügge nur einmal in den letzten zehn Jahren nicht unter den ersten fünf platziert. Und in der Europa League und ihrem Vorgängerwettbewerb haben sie es in diesem Zeitraum bis auf einmal immer mindestens in die Gruppenphase geschafft. Nicht nur als Borussia Dortmund-Fan sage ich: es gibt keinen Grund, den FC Brügge zu unterschätzen.

Die oben zitierten und andere negative Kommentare zu Daums Ernennung in Brügge beziehen sich wohl eher auf die Person Daum als auf seinen neuen Verein. Nur ersteren kennen die beiden Autoren wirklich und sie haben insofern recht, als dass er in Deutschland auf höchstem Niveau zurzeit nicht mehr vermittelbar ist. Aber was gibt es dann an der Entscheidung zu kritisieren, bei einem ambitionierten Verein, der im letzten Jahrzehnt im europäischen Fußball einen ordentlichen Namen hatte und noch dazu in der Nähe der Heimat liegt, einen neuen Anlauf zu nehmen? Der Name Daum ist nur in Deutschland verbrannt – international geht man vorurteilsloser mit der Person um und würdigt seine Leistungen im Ausland, in der Türkei.

Es kann schiefgehen. Es gibt jedoch keinen rationalen Grund, warum der FC Brügge für Christoph Daum eine Endstation und der finale Karriereknick sein muss. Einige belgische Zeitungen haben ihn so ähnlich empfangen wie ihn die deutschen Medien verabschiedet haben. Trotzdem dürfte man unvoreingenommener mit ihm umgehen und der Druck wird etwas geringer sein. Viel mehr als die Kritik an Daum finde ich jedoch die undifferenziert herablassende Haltung gegenüber dem belgischen Fußball insgesamt fehl am Platze.

(Quelle: Transfermarkt.de)

Besser als belgische Schokolade: Perisic wechselt zum BVB

Ivan Perisic, der aktuelle belgische Spieler des Jahres, wechselt vom FC Brügge zu Borussia Dortmund und unterschreibt einen Vertrag bis 2016. Die Ablösesumme soll erfolgsabhängig zwischen fünf und fünfeinhalb Millionen Euro liegen. Laut den „Ruhr Nachrichten“ ist der 22-jährige Mittelfeldmann ein absoluter Wunschspieler von Jürgen Klopp. Der BVB-Trainer äußerte sich folgendermaßen:

Perisic ist beidfüßig, schnell, strategisch nicht unbegabt und hat einen starken Kopfball.

Das Fanzine „Schwatzgelb.de“ führte bereits vor einer Woche ein Interview mit einem belgischen BVB-Fan. Dessen Tenor: Perisic kann eigentlich alles, hat aber keinen einfachen Charakter.

Wie ist also die seit längerer Zeit erwartete und mancherorts als „Königstransfer“ bezeichnete Verpflichtung zu beurteilen? Klar ist: Wenn wir von Perisics Leistungen reden, sprechen wir über die erste belgische Liga. Es wäre nicht richtig, diese generell abzuqualifizieren, man kann jedoch selbstverständlich Auszeichnungen wie den „Spieler des Jahres“ nicht 1:1 auf deutsche Verhältnisse übertragen. Hier kann die Erinnerung weiterhelfen: Robert Lewandowski war ebenfalls Spieler des Jahres in Polen. Er hat sich gut, aber nicht spektakulär in Dortmund eingeführt.

Ein ganz großes Plus von Ivan Perisic ist seine Vielseitigkeit. Im Mittelfeld kann er auf beiden Außenbahnen spielen und auch die Sahin-Position wird ihm zugetraut. Zudem bekommt der BVB nach Shinji Kagawa einen zweiten torgefährlichen Mittelfeldspieler. Die Torausbeute war in der Rückrunde eines der wenigen ausbaufähigen Details im Dortmunder Spiel. Der ’schwierige Charakter‘, der Perisic nachgesagt wird, passt nicht in ein auch auf Harmonie aufbauendes Mannschaftsgefüge. Andererseits ist nicht gesagt, dass mögliche negative Charakterzüge auch unter Jürgen Klopp zum Vorschein kommen. Mohamed Zidan ist ebenfalls nicht überall zurechtgekommen. Letztendlich wird es von Einsatzzeiten, spielerischer und menschlicher Integration abhängen – bisher konnten wir auf diesem Gebiet Klopp und seinem Team voll vertrauen.

Beim Durchgehen der personellen Alternativen im offensiven Mittelfeld dürfte die Vorfreude auf die nächste Saison unter den BVB-Fans ins Unermessliche steigen. Ivan Perisic, Shinji Kagawa, Mario Götze, Moritz Leitner, Kevin Großkreutz und Kuba bewerben sich um drei zu vergebende Positionen. Die Borussia ist in diesem Mannschaftsteil exzellent aufgestellt.

Es stellt sich die Frage, ob Perisic der letzte Neuzugang in diesem Sommer war. Die Medien werden nicht aufhören, zu spekulieren und abstruse Gerüchte wie das um Goran Pandev zu verbreiten. Michael Zorc wird jedoch deutlich genug: „Wir werden nur noch einmal aktiv, wenn wir das Gefühl haben, noch etwas tun zu müssen.“ Voraussichtlich wird also kein weiterer Spieler kommen – es gibt jedoch drei mögliche Szenarien, die an der Haltung der sportlichen Führung etwas ändern könnten:

1. Der BVB startet katastrophal in die neue Saison und legt deshalb personell nach. Ohne den Spielplan kennen zu müssen ist das ein unwahrscheinliches Szenario. Der Auftakt müsste extrem desaströs verlaufen, um die besonnenen Verantwortlichen vor Ende der Transferphase Anfang September zu einer Panikreaktion zu verleiten.

2. Mehrere Stammkräfte verletzen sich schwer. Im Sturm und in der Abwehr ist der BVB quantitativ ordentlich, aber nicht reichhaltig besetzt. Sollten Lucas Barrios oder Robert Lewandowski lange ausfallen oder die Genesung von Patrick Owomoyela sich deutlich verzögern, könnten Michael Zorc oder Jürgen Klopp die Situation noch mal neu überdenken. Gleiches wäre bei einem Ausfall mehrerer Innenverteidiger denkbar.

3. Ein wichtiger Stammspieler äußert den Wunsch, den Verein noch in diesem Sommer zu verlassen. Dafür gibt es zurzeit keine Anzeichen und viele BVB-Fans möchten dieses Szenario am liebsten verdrängen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen – die Transferperiode ist noch lang und es gibt viele Klubmanager, die ihre Hausaufgaben nicht so zeitig erledigen wie Michael Zorc. Lassen wir mal einen spanischen CL-Teilnehmer bei Lucas Barrios oder einen englischen bei Neven Subotic anfragen. Aus finanziellen Gründen müsste der Verein niemanden gehen lassen, aber Spieler haben ihre eigenen Vorstellungen – auch wenn sie den BVB lieben.

Stand heute können wir uns beruhigt zurücklehnen, über Gerüchte lachen und die Bemühungen anderer Vereine auf dem Markt verfolgen. Nach allem, was wir heute wissen können, hat Borussia Dortmund erneut eine vorbildhafte Transferpolitik verfolgt. Selbst eine solche schützt nicht immer vor Komplikationen – wir dürfen jedoch zuversichtlich sein. Willkommen in Dortmund, Ivan Perisic!

Ivan und der Löwe

Der bedauerliche Abschied von Nuri Sahin sorgt bei Borussia Dortmund für eine Verstärkung der Transferaktivitäten. In den vergangenen zwei Jahren war zu erkennen, dass der frühzeitige Vollzug von Verpflichtungen den Schwarz-Gelben Vorteile gegenüber so manchem Konkurrenten gebracht hat. Michael Zorc scheint auch 2011 wieder gemäß dieser Prämisse zu handeln.

Zwei Transfers stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Der Name Ivan Perisic zirkuliert schon einige Wochen durch Medien, Blogs und Foren. „Der Westen“ vermeldet nun, dass sich der 22-jährige Kroate mit dem BVB bereits einig sei und Michael Zorc mit dem FC Brügge Verhandlungen über einen Wechsel des offensiven Mittelfeldspielers führe. Perisic hat bei den Belgiern noch einen Vertrag bis 2015 und wird daher nicht ganz billig. Spekuliert wird über eine Ablöse zwischen fünf und sechs Millionen Euro. Dafür bekäme die Borussia einen torgefährlichen Spieler, der für alle offensiven Positionen im Mittelfeld in Frage käme.

Glaubt man den gewöhnlich gut informierten „Ruhr Nachrichten“, ist der Wechsel von Chris Löwe noch weiter gediehen. Der ebenfalls 22-jährige Linksverteidiger soll die Lücke schließen, die der Abgang von Dede hinterlässt. Ideell ist das kaum möglich, aber das kann man dem jungen Spieler auch nicht aufbürden. Löwe würde vom Spitzenreiter der Regionalliga Nord, dem Chemnitzer FC, kommen. Damit scheint klar, dass er wie Dede eindeutig die zweite Geige hinter Marcel Schmelzer spielen wird. Löwe ist auch im linken Mittelfeld einsetzbar und soll „einen niedrigen sechsstelligen Betrag kosten“. Als ‚zweiten Mann‘ auf der Linksverteidiger-Position einen günstigen Perspektivspieler zu holen, macht natürlich Sinn. Bleibt nur die Frage, ob der BVB für rechts hinten noch jemand holt oder auf die pünktliche Genesung von Patrick Owomoyela vertraut.

Die „Ruhr Nachrichten“ melden auch, dass Lasse Sobiech, in der laufenden Saison nominell vierter Innenverteidiger der ersten Mannschaft, an den FC St. Pauli ausgeliehen wird. Zuvor soll er seinen Vertrag nach dem Vorbild von Julian Koch verlängern.

In keinem der drei Fälle gibt es bereits einen offiziellen Vollzug zu vermelden. Die Wechselwahrscheinlichkeit liegt zwischen hoch (Perisic) und nahezu sicher (Sobiech). Es ist in jedem Fall gut zu sehen, dass sich Michael Zorc und die anderen Verantwortlichen weder aufhalten noch aus der Ruhe bringen lassen.

Marbella und Villa Park

Inzwischen dürften die Spieler von Borussia Dortmund angekommen sein in ihrem andalusischen Trainingslager. Dort soll es tatsächlich zweistellige Pluswerte und Sonnenschein geben – kaum zu glauben angesichts der Bilder, die man in den Nachrichten aus Nordspanien gesehen hat. Vermutlich nicht mehr mitgeflogen ist Marc-Andre Kruska. Die „Ruhr Nachrichten“ vermelden seinen Wechsel zum belgischen Erstligisten FC Brügge als perfekt. Wie ist die Ablösesumme von angeblich mindestens 750.000 € einzuschätzen? Für den Kapitän der deutschen U 21-Nationalmannschaft scheint das erstmal nicht viel zu sein. Auf der anderen Seite war Kruska in der Hinrunde beim BVB nur Ergänzungsspieler und sein Vertrag lief nur noch bis Ende Juni. Kein ganz schlechtes Geschäft also. Im Videotext wird unterdessen darauf hingewiesen, dass Kruska nach den Spekulationen um einen Wechsel zu Real Madrid im Sommer nun einen weit unglamouröseren Arbeitgeber kriegt. Dabei sollte man nicht vergessen, dass der 21-jährige in der spanischen Hauptstadt zunächst für die zweite Mannschaft eingeplant gewesen wäre.

Gerade angesichts der aktuellen Verletztenliste des BVB sollte man es nun in Sachen Kaderausdünnung dabei bewenden lassen – es sei denn, es gibt noch ein ordentliches Angebot für Delron Buckley. Nach jetzigem Stand werden Ende des Monats gegen Bremen und Leverkusen Hummels, Kehl, Dede und wohl auch Kuba noch fehlen. Geld für Neuverpflichtungen gibt es nicht; es soll ja auch die Ablösesumme für Mats Hummels gestemmt werden. Aber mit diesem Kader kann Jürgen Klopp trotzdem guten Gewissens in die Rückrunde gehen. Schön ruhig ist es im ‚Dortmunder Umfeld‘, das eigentlich auch einen anderen Ruf hat.

Schon morgen findet in Marbella das erste Testspiel gegen einen interessanten Gegner, den SC Freiburg, statt. Richtig hochkarätige Sparringspartner stehen in der Rückrundenvorbereitung nicht auf dem Programm; auf dem Papier sind die abstiegsgefährdeten Gladbacher der stärkste Gegner (20.1.), die anderen heißen VFL Osnabrück (15.1.) und Eintracht Braunschweig (23.1.). Angesichts des Charakters vieler hochrangig besetzter Vorbereitungsspiele in der Vergangenheit muss das kein Nachteil sein. Weiterlesen „Marbella und Villa Park“