Die größte anzunehmende Kollektivstrafe

Karl-Liebknecht-Stadion Spielfeld beim Spiel Babelsberg 03 gegen Tebe Berlin
Das wollen die allermeisten Babelsberger sehen: einfach Fußball wie beim 3:1 im Testspiel gegen Tennis Borussia Berlin am 13. Juli.

Eine saftige Strafe war zu erwarten gewesen – es wurde der Hammer: Der Regionalligist SV Babelsberg 03 wird für die kommende Saison vom brandenburgischen Landespokal ausgeschlossen. So lautet zumindest das erstinstanzliche Urteil des Landesverbandes FLB.

Was war passiert? Im Pokalfinale im Mai gegen Energie Cottbus waren in der Halbzeitpause vermummte Gestalten im Block aufmarschiert. In der zweiten Hälfte sorgten sie zunächst für eine kurze Spielunterbrechung durch den Einsatz von Bengalos. Nach der späten 0:1-Niederlage gab es dann kein Halten mehr: Böller und Pyros wurden aufs Spielfeld und in Richtung gegnerische Fans geworfen. Auch auf die eigenen Ordner und Spieler wurde keine Rücksicht genommen.

Die ganze zweite Halbzeit und noch lange nach Abpfiff stand die überschaubare Anzahl von vermummten Idioten in der Nordkurve, dem Block der Fanszene inklusive Ultras. Am Ende musste die Siegerehrung abgesagt werden, weil die Sicherheit nicht gewährleistet war. Zaghafte Versuche anderer Fans, die Vermummten zur Einsicht zu bringen, wurden mit banalen Sprüchen und teilweise gewalttätig abgewehrt. Weiterlesen „Die größte anzunehmende Kollektivstrafe“

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Favres Start und Susis Geschäfte

Borussia Dortmund trainiert wieder und es fallen weitere Entscheidungen: Gestern wurde ein weiterer Transfer bekanntgegeben, über den seit gut einer Woche spekuliert würde. Der marokkanische Außenverteidiger Achraf Hakimi, vor Kurzem noch bei der WM im Einsatz, wechselt von Real Madrid zum BVB. Allerdings wird der 19-Jährige nur ausgeliehen, wenn auch für zwei Jahre.

Kommt da also der neue Philipp Lahm zur Borussia? Positiv ist selbstverständlich, dass auf seiner Position etwas getan wurde. Die Außenverteidigung gehört schließlich seit Jahren zu den schwarz-gelben Baustellen. Außerdem ist unsicher ob Raphael Guerreiro in Dortmund bleibt. Hakimi spielt hauptsächlich rechts hinten, kann aber auch links. Für Real kam er letzte Saison immerhin 17-mal zum Einsatz. Ein Transfer mit Potenzial ist das also zweifellos – nur nicht mit dem des Profits. Für den BVB wird er sich Stand jetzt höchstens spielerisch auszahlen. Wäre aber nicht das Schlechteste, wenn wir bald wieder eine überzeugende Außenverteidigung hätten. Mal schauen.

Dass das Geschäft überhaupt zustande kam, soll auch dem freundschaftlichen Verhältnis zwischen Aki Watzke und Real-Präsident Florentino Perez zu verdanken sein. Andere europäische Vereine waren wohl ebenfalls an Hakimi interessiert.

Yarmolenko in die Premier League

Der Kader ist gestern jedoch nicht noch größer geworden, denn es gibt auch einen Abgang zu vermelden. Andriy Yarmolenko, als Dembelé-Ersatz geholt und stark gestartet, verlässt Dortmund in Richtung London. Der Außenstürmer geht zu West Ham United, die derzeit auf großer Einkaufstour sind. Der Kicker berichtet von einer Ablöse um die 20 Millionen Euro, was einen Verlust von rund fünf Millionen bedeuten würde. Der sportliche Verlust scheint überschaubar, aber diese Einschätzung wird sicher auch durch Verletzungspech und die bescheidene Mannschaftsleistung beeinflusst. Bleibt zu hoffen dass Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke nächsten Sommer zufriedener auf ihre Transfers zurückblicken können.

Der, der in dieser Frage eine große Rolle spielen wird, hatte nun seine ersten Auftritte in Dortmund. Lucien Favre auf der Pressekonferenz und dem Trainingsplatz. Auf letzterem fühlte er sich sichtlich wohler. Am flüssigsten sprach Favre vor den Journalisten, als es um seine präferierte Taktik ging. Mit Pressesprecher Sascha Fligge ist der Trainer per Sie. Was alles vollkommen OK ist, wenn hinter verschlossenen Türen vertrauensvoll kommuniziert wird. Die Hoffnung ist da und nicht gering, aber es bleibt spannend.

Papa und Passlack nach England

Das Eine ist lediglich eine Vollzugsmeldung zu einem Transfer, der schon seit Wochen feststand: Sokratis Papasthatopoulos, kurz Papa, wechselt zum FC Arsenal, nach fünf Jahren in schwarz-gelb. Der BVB bekommt dafür laut Kicker 16 Millionen Euro plus Bonuszahlungen. Aus ‚bilanztechnischen‘ Gründen sollte der Transfer erst im Juli offiziell werden.

Beschweren kann man sich weder über Papas Entscheidung noch über die Ablöse für den 31-jährigen Innenverteidiger. Schade finde ich diesen Gang der Dinge trotzdem. Weil ich Sokratis‘ No-nonsense-Attitüde, wie man das in England nennt, vermissen werde. Und weil ich die Vermutung habe, dass seine in der letzten Saison etwas nachlassende Leistung mit dem Busanschlag zu tun haben könnte. Und sei es nur, dass dieser eine gewisse Dortmund-Müdigkeit förderte. Ich hätte Papa gerne noch ein, zwei Jahre in schwarz-gelb gesehen – so gibt es den natürlich nötigen Umbruch halt früher.

Die andere Meldung aus Dortmund hinterlässt Fragezeichen. Die auf zwei Jahre angelegte Ausleihe von Felix Passlack nach Hoffenheim wurde vorzeitig beendet. Stattdessen spielt das Eigengewächs in der nächsten Saison in der Championship, Englands zweiter Liga, bei Norwich City. Dort soll der Ex-Trainer unserer Zweiten, Daniel Farke, Passlack wohl mehr Spielpraxis verschaffen als die gut 60 Minuten bei der TSG. In der letzten Spielzeit lief es allerdings sehr mittelmäßig für Farkes Canaries.

Trotz meiner Grundsympathie für den englischen Fußball unterhalb der Premier League bleibt die Frage, ob Passlacks Karriere dort wieder Fahrt aufnehmen wird. Sicher scheint das nicht und daher auch nicht, ob Felix noch mal für die Borussia auflaufen wird.

Schwerer Start ohne Castro

Zwei Borussia-Meldungen von gestern erfordern einen Rückblick und eine Vorschau. Zunächst mal ist Gonzalo Castro für die Schwarz-Gelben Vergangenheit. Der Mittelfeldspieler wechselt nach drei Jahren in Dortmund zum VfB Stuttgart. Gut fünf Millionen Euro kostet das die Schwaben angeblich.

Nach der letzten Saison werden die wenigsten Fans dagegen Einwände haben. Die lief für Castro, wie für viele andere, nicht besonders. Und der Kader muss verkleinert werden. Ich habe aber die zwei Jahre davor nicht vergessen. Da war ‚Gonzo‘ meist ein antrittsstarker Spieler, der sehr brauchbare Pässe spielen und Freistöße treten konnte. Zu Beginn wurde er leider von Thomas Tuchel noch unterschätzt. Nun also Stuttgart. Vielleicht ist das für den 31-jährigen Castro genau die richtige Herausforderung. Alles Gute, Gonzalo!

Unliebsame Gäste zum Auftakt

Nachdem die deutsche Nationalmannschaft ihren Russland-Aufenthalt beendet hat, bekam die Bekanntgabe des neuen Bundesliga-Spielplans wohl mehr Aufmerksamkeit als es in einem normalen WM-Jahr der Fall gewesen wäre. Borussia Dortmund hat den wohl schwersten Auftakt der letzten Jahre bekommen. Hier wie immer die ersten fünf Spiele in der Übersicht:

RB Leipzig (H), Hannover 96 (A), Eintracht Frankfurt (H), TSG Hoffenheim (A),
1. FC Nürnberg (H)

Ja, drei Heimspiele. Aber nur das letzte ist eine Partie, wo man spontan sagt: sollten wir schaffen. Ein trügerischer Durchmarsch wie beim letzten Saisonauftakt ist also nicht zu erwarten. Nicht einfacher wird es am letzten Spieltag im Mai. Da wird die Borussia bei der anderen Borussia zu Gast sein. Und Favre zurück im Borussia Park, als Gästetrainer, wenn es gut läuft.

Diallo kommt zum BVB

(Updated) Borussia Dortmund hat sich mit dem 22-jährigen Innenverteidiger Abdou Diallo von Mainz 05 verstärkt. Über diesen Transfer wurde bereits seit geraumer Zeit spekuliert, doch der BVB war nicht der einzige Verein, der Interesse hatte. Nun hat sich der Franzose jedoch für die Schwarz-Gelben entschieden.

Die Ablösesumme soll mehr als 25 Millionen Euro betragen. Heftig für einen Innenverteidiger – bis man an Liverpools Van Dijk denkt. Wie sich die Maßstäbe verschoben haben. Sieht man es positiv, hat die Borussia die Verjüngung der Innenverteidigung innerhalb eines halben Jahres abgeschlossen. Diallo dürfte angesichts seines Preisschilds erst mal gute Chancen haben zu spielen. Als Mainzer Abwehrspieler eine Kicker-Durchschnittsnote von 3,09 zu bekommen, ist auch aller Ehren wert. Spannend wird, wer den Platz neben ihm bekommt: Akanji oder Toprak. Die bessere Spieleröffnung hat ohne Zweifel der junge Schweizer.

Bleibt zu hoffen, dass sich die BVB-Verantwortlichen auch ebenso intensiv Gedanken um die Außenverteidigung machen. Oder will man noch jemandem weißmachen, dass Piszczu und Schmelle die Zukunft gehört? Die RN berichten zudem, dass Erik Durm bei David Wagners Huddersfield Town auf dem Zettel steht. Drei wichtige Teile der Transferplanung sind nun abgearbeitet – Stürmer und Außenverteidiger fehlen noch.

Klare Ansage: Delaney kommt aus Bremen

Das Interesse war seit einigen Tagen bekannt, schon heute wurde alles klar gemacht: Mit Thomas Delaney kommt eine der Entdeckungen der letzten Saison und der Topspieler von Werder Bremen zum BVB. Wie sehr er sich in den Vordergrund katapultiert hat, zeigt schon die Ablöse: Zwei Millionen zahlte Werder für den dänischen Mittelfeldmann, der Borussia ist er nun zehnmal so viel wert. Delaney soll trotz seines Interesses an der Premier League Angebote von dort zugunsten des BVB ausgeschlagen haben.

Natürlich macht die Verpflichtung eines mental und physisch starken Box-to-box Mittelfeldspielers für die Schwarz-Gelben Sinn. Zumindest wenn man so ehrlich ist, zu sagen dass es nun für Nuri Sahin und Julian Weigl nicht einfach wird. Denn kommen Spieler, sollten auch welche gehen. Nicht unbedingt die beiden genannten, aber der Kader des BVB war in der letzten Saison schon zahlenmäßig am Limit.

Thomas Delaney hatte in der abgelaufenen Spielzeit all das was die BVB-Spieler auf seiner Position häufig vermissen ließen. Natürlich ist sein Weggang ein herber Verlust für Bremen. Vornehmlich von Bayern-Fans werden wir uns jetzt anhören müssen, wir seien ja auch nicht besser als ihr Klub, täten aber so. Da reden wir dann mal in drei Jahren drüber, wenn wir den dritten Bremer Schlüsselspieler gekauft haben sollten.

Delaneys Verpflichtung ist sicher nicht überraschend und fantasievoll wie die erste von Shinji Kagawa. Aber sie ist eine Absichtserklärung und der BVB gibt Antworten auf die Fragen, die sich 2017/18 aufgetan haben. Mal sehen ob das auch vorne und hinten gelingt. Willkommen Thomas!

Borussia verliert keine Zeit

Während alle Fußball-Welt noch das tragische Champions League-Finale diskutiert, kommt Borussia Dortmund an diesem Montag mal gleich mit drei nicht uninteressanten Neuigkeiten um die Ecke. Nicht alle davon sind schon von Vereinsseite bestätigt. So sollen der BVB und der FC Arsenal nur noch drei Millionen Euro auseinanderliegen – im Poker um die Ablöse für Sokratis. 15 Millionen hätten die Londoner geboten, 18 würde Dortmund gerne haben, schreibt der „Kicker“.

So viel dürfte feststehen: ‚Papa‘ will weg. In diesem Jahr wird der griechische Innenverteidiger 30 und wenn man da noch Premier League spielen kann… Aber es könnte mehr dahinter stecken. So gehörte auch Sokratis zu den Schwarz-Gelben, die durchklingen ließen, dass sie der Busanschlag stark belastet (hat). Unstrittig ist, dass Papa keine besonders gute Saison gespielt hat. Sie war sicher nicht abgrundtief schlecht. Aber Papas Spiel ist unsauberer geworden, er selbst wehleidiger. Bei mir persönlich ist der starke Eindruck der Vorjahre aber noch nicht vergessen. Ich halte es auch für gewagt, Ömer Toprak höher einzustufen als Sokratis. Wenn Letzterer geht, sollten die Verantwortlichen auf dieser Position noch etwas tun.

Mindestens genauso spannend: Der erste richtig neue Feldspieler ist da. Marius Wolf kommt von Eintracht Frankfurt und unterschrieb einen Vertrag bis 2023. Die festgeschriebene Ablösesumme: fünf Millionen Euro. Sieht nach einem Schnäppchen aus – und schon rein äußerlich nach einem dieser Mentalitätsmonster, die wir jetzt haben wollen.

„Wolf ist sowohl auf den offensiven Außenbahnen einsetzbar, kann aber auch im Mittelfeldzentrum spielen und gegebenenfalls auch als Rechtsverteidiger einspringen“, so der „Kicker“. Kommt da der neue Kevin Großkreutz? Oder doch Rode 2.0? Jedenfalls kann Wolf nicht nur dazwischen hauen, sondern auch anders: fünf Tore und neun Assists waren es in 2017/18. Zu den gegebenen Konditionen gibt es da wenig zu überlegen, selbst wenn Marius nicht gleich Stammspieler werden sollte.

Und Nachricht Nummer 3? Die ist zwar ebenfalls noch nicht bestätigt, aber der „Kicker“ ist sich nun auch sicher, dass Edin Terzic der neue Co-Trainer beim BVB wird. Also wie vermutet. Und beim Chef hatte das Sportmagazin schließlich auch Recht.

Buchkritik / Alina Schwermer: Wir sind der Verein

Buch Alina Schwermer: Wir sind der VereinWelchem halbwegs kritischen Fußballfan ging es in den letzten ein, zwei Jahren nicht so, dass er oder sie mal die Nase voll hatte: von Neymar, RB, Dembelé, Scheichklubs, Oligarchenklubs etc.? Wie ein Gegenmodell kommen einem da die aus den verschiedensten Gründen fangeführten Vereine vor, die es in immer mehr Ländern gibt. Ein Hoffnungsschimmer? Die Berliner Journalistin Alina Schwermer, unter anderem bei der Taz für den Berlin-Sport verantwortlich, hat im Februar ein Buch zum Thema veröffentlicht: Wir sind der Verein. Wie fangeführte Klubs den Fußball verändern wollen.

Erschienen ist es im Verlag Die Werkstatt. Der hat zweifellos schon viele lesenswerte Fußball-Bücher veröffentlicht. Was aber immer wieder zu wünschen übrig lässt, ist die Cover-Gestaltung. Ob beim jüngsten Werk von Christoph Ruf oder eben hier: Muss es denn etwas so offensichtlich schnell Zusammengeschustertes sein? Gebt doch ein paar Euro mehr für den Umschlag aus – in unserer visuellen Welt wirkt sich das mit Sicherheit auf die Verkaufszahlen aus und das Geld kommt wieder rein.

Nun aber schnell weg vom Äußerlichen, denn Wir sind der Verein ist das Lesen wert. Alina Schwermer hat neun Vereine in sechs Ländern besucht, in denen Fans mitbestimmen. Man muss das so vorsichtig sagen, weil Schwermer auch dem FC Schalke ein Kapitel widmet. Der ist natürlich kein Fanverein im eigentlichen Sinne, doch gibt es eben bei den Blauen Gremien, in denen so etwas wie Mitbestimmung in der Theorie möglich sein müsste. Wie weit die wirklich geht, damit beschäftigt sich die Autorin in diesem Abschnitt. Dennoch wird die Einbeziehung der Gelsenkirchener nicht jedem einleuchten – sie fällt aber keinesfalls negativ aus dem Rahmen.

International unterwegs

Ansonsten hat Schwermer in England den AFC Wimbledon, einen der Vorreiter für Fanvereine, sowie Telford United besucht. In Deutschland war sie bei Fortuna Köln und der HSV-Abspaltung HFC Falke, in Österreich bei der Salzburger Austria und in Israel bei Beitar Nordia. Den Rest könnt ihr nachlesen – es ist auf jeden Fall ein internationaler Eindruck, den man als Leser gewinnt. Weiterlesen „Buchkritik / Alina Schwermer: Wir sind der Verein“

Vermeintlicher Absteiger fährt nach Wembley

Vor der Saison 2017/18 hatten die meisten Beobachter der englischen League One Shrewsbury Town als ersten Absteiger auf der Liste. Zu gering schienen die Möglichkeiten: Bis vor kurzem war der Marktwert des Kaders laut „Transfermarkt.co.uk“ der niedrigste der Liga – inzwischen wird er als der drittniedrigste eingestuft. Viele Spieler kamen von unterklassigen Vereinen, nur einige Leihspieler von weiter oben. Das Stadion New Meadow am Rand der 71.000-Einwohner-Stadt Shrewsbury hat nur knapp 10.000 Plätze.

Doch am Sonntag steht „Salop“ – so der gängigste Spitzname der Blau-Gelben, der sich auf den lateinischen Namen der Stadt bezieht – im Play-Off-Finale in Wembley gegen Rotherham United. Hätten die Blau-Gelben den lange belegten zweiten Platz gehalten, wäre der Aufstieg schon geschafft. Beinahe unglaublich ist die Geschichte trotzdem.

Die Begründung hat viel mit guter Führung zu tun. Shrewsbury Town gehört Roland Wycherley, Multimillionär und ein Sohn der Stadt. Läge diese in Deutschland, könnte Wycherley mit guten Erfolgsaussichten eine Ausnahme von der 50+1-Regel beantragen. Seit 1996 ist er Vorsitzender des Vereins, den er mit Schulden übernahm. Diese wurden abgebaut und Town zog vom alten, hochwassergefährdeten Stadion Gay Meadow ins frisch erbaute New Meadow. Zwar macht der Verein keine großen Sprünge, aber es sind Ruhe, Wirtschaftlichkeit und zuletzt Zuversicht eingekehrt. Weiterlesen „Vermeintlicher Absteiger fährt nach Wembley“

Favre kommt ohne Überraschungen

Es kam wie schon seit Wochen geschrieben wurde: Am ersten Werktag nach dem Ende der französischen Ligue 1 hat Borussia Dortmund bekanntgegeben, dass Lucien Favre vom OGC Nizza zu den Schwarz-Gelben wechselt. Sein Vertrag – auch das war kolportiert worden – läuft bis 2020.

„Die Verpflichtung von Lucien Favre als Trainer ist ein wichtiger Teil unseres sportlichen Neustarts in diesem Sommer“, sagt Michael Zorc. Favre soll etwas Neues gestalten, für Aufbruchstimmung nach einer unglaublich zähen Saison sorgen. Ob ihm das gelingt, wird maßgeblich davon abhängen, ob es Zorc und Watzke schaffen, eine entsprechende Transferpolitik umzusetzen. Die hängt nicht nur an den finanziellen Möglichkeiten, sondern auch daran, ob gewisse Spieler bereit sind, den Verein zu verlassen.

Natürlich muss Favre nicht bei Null anfangen. Es geht genauso um neue Spielideen und neuen Mut. Favres Fähigkeiten habe ich im letzten Artikel schon behandelt. Vorgestellt wird der 60-jährige Schweizer übrigens erst Anfang Juli. Es gibt ja auch keine Euphorie, die eine frühere Präsentation sinnvoll erscheinen ließe. Spannend bleibt bis dahin die Frage, wen der BVB als Assistenztrainer holt – Favre bringt niemand mit. Spekuliert wird über den früheren Borussen Edin Terzic, der zuletzt in England arbeitete.