Dortmund gewinnt tolles Fußballspiel

1.Bundesliga, 3. Spieltag / BVB 3 TSG Hoffenheim 2

Man kann aus gutem Grund weiterhin ein Problem mit diesem Gegner haben, doch eine packende Partie haben sich der BVB und die wenig geliebten Gäste aus Hoffenheim gestern geliefert – mit vielem, was den Fußball so sehenswert macht: Emotionen, viele Torszenen und spätes Drama.

Sebastian Hoeneß‘ Team hat scheinbar einen großen Schritt gemacht und sollte zumindest spielerisch für das obere Tabellendrittel in Frage kommen. Hatte man in der Anfangsphase noch die Sorge, die Gäste würden wieder auf Klopper-Mentalität setzen – zwei berechtigte Gelbe Karten gab es in den ersten sieben Minuten, die erste nach neun Sekunden – zeigte die TSG danach ihr Können. Wobei der BVB nach einer guten Viertelstunde die Kontrolle übernahm und seinerseits gefällig und zügig nach vorne spielte.

Leise Zweifel an der Defensive

Die erste Halbzeit bot Chancen, aber keine Tore, die zweite dann beides und ein noch ausgeglicheneres Spiel. Auf die Treffer antwortete der Gegner jeweils mit Druckphasen, was für die Mentalität beider Teams spricht. Reyna wird sein 1:0 gut getan haben und Jude Bellingham hatte sich sein Tor schon lange verdient. Nicht ganz zufrieden wird Marco Rose erneut mit der Abwehrleistung gewesen sein. Meunier und Guerreiro waren wie erwartet in die Außenverteidigung gerutscht, Witsel begann erneut zentral neben Akanji.

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Nächster Schweizer Goalie: Kobel-Transfer angeblich perfekt

Nach übereinstimmenden Medienberichten hat Borussia Dortmund Torwart Gregor Kobel vom VfB Stuttgart verpflichtet – oder steht unmittelbar vor der Vertragsunterzeichnung. Der 23-jährige Schweizer war in der abgelaufenen Bundesliga-Saison hinter Manuel Neuer und Bielefelds Stefan Ortega drittbester Torhüter nach Kicker-Noten (mit 2,86). Er hat sich beim VfB schnell etabliert und gilt als Keeper mit großer Zukunft, der obendrein auch mitspielen kann. Laut den Ruhr Nachrichten soll Kobel rund 15 Millionen Euro kosten und die neue Nummer 1 werden. Klare Verhältnisse also: Marwin Hitz würde wieder Ersatzmann, Roman Bürki soll demnach verkauft werden.

Läuft das so reibungslos ab, wie es sich der BVB gemäß der Ruhr Nachrichten vorstellt, ist die Lösung absolut begrüßenswert. Ja, die Torwartfrage war 2020/21 nicht das Hauptproblem der Borussia, spielte aber angesichts einiger eindeutiger Fehler und gelegentlicher Unsicherheit beider Keeper zumindest eine gewisse Rolle. Nun hat Marwin Hitz erst kürzlich seinen Vertrag verlängert. Die BVB-Verantwortlichen werden ihm davor wohl kaum gesagt haben, dass er wieder zur klaren Nummer 2 zurückgestuft wird. Hier könnte Konfliktpotenzial lauern – und ein Abnehmer für Roman Bürki muss angesichts des wohl üppigen Gehalts auch erst gefunden werden.

Sollte es doch einen offenen Wettbewerb zwischen Hitz und Kobel geben und der Neuzugang den Kürzeren ziehen, würde unweigerlich die Frage aufkommen, wieso in der derzeitigen Situation, nach rund 75 Millionen Euro Corona-bedingten Verlusten, ein 15-Millionen-Mann nur auf der Bank sitzt. Da aber gerade Optimismus im Trend liegt, gehen wir mal vom Best-Case-Szenario aus: In dem wird Gregor Kobel zu einer Nummer 1, die dem BVB auf Jahre hinweg gut tun wird. Und er nutzt sein Potenzial, zum komplettesten Dortmunder Keeper seit – so wenig ich ihn als Person mag – Jens Lehmann zu werden. Dann würde sich die in diesen Zeiten beträchtliche Investition selbstverständlich bezahlt machen.