BVB 5 VfB 0 – Favre hätte das gefallen

1.Bundesliga, 11. Spieltag / BVB 5 VfB Stuttgart 0

Späte Rache für Lucien Favre: Vor knapp zwei Jahren sorgte der VfB Stuttgart mit einem 1:5 im Westfalenstadion für die Entlassung des damaligen BVB-Trainers. Gestern gab es die Quittung – die Schwaben wurden mit fünf Gegentreffern und ohne eigenen Torerfolg nach Hause geschickt. Stuttgarts Interimstrainer Michael Wimmer kostete das nicht seinen Job: Nach aktuellem Stand soll er mindestens bis zur Winterpause weitermachen dürfen. Nicht, dass nach Schlusspfiff der erste Gedanke der Dortmunder Fans Favre gegolten haben dürfte. Eines hat sich aber seit Dezember 2020 nicht verändert: Viele Schwarz-Gelbe fragen sich nach wie vor, wie diese, ihre Mannschaft tickt.

Zwei schwachen Auswärts-Auftritten folgte eine Heim-Gala – da liegt es nahe, dass das laute Westfalenstadion dabei eine Rolle gespielt haben könnte. Das war allerdings am 3. Spieltag gegen Bremen auch ausverkauft. Wenn natürlich der Gast so mitspielt wie der VfB, haben es die Borussen auch nicht so schwer. Beim Blitztor in der 2. Minute durch Jude Bellingham waren die Verteidiger viel zu weit vom Schützen entfernt, orientierten sich in Richtung Fünf-Meter-Raum und ließen den 19-Jährigen fast ungestört seinen ersten Saisontreffer erzielen. Hört sich das schon ein wenig bekannt an, erlebten die BVB-Fans auch beim 2:0 ein Déja-Vu: Ein Standard, bei dem der entscheidende Mann laufen gelassen wird – sowas passiert doch normalerweise auf der anderen Seite. Doch gestern unterboten die Gäste das in dieser Saison gelegentlich schludrige Abwehrverhalten der Dortmunder nochmal deutlich.

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BVB stolpert ins Achtelfinale

DFB-Pokal, 2. Runde / Hannover 96 0 BVB 2

Ein 0:2-Auswärtssieg beim Tabellenfünften der zweiten Liga ist zunächst mal ein vollkommen akzeptables Ergebnis. Die andere Borussia wäre sicher auch mit einem Sieg im Elfmeterschießen beim aktuellen Spitzenreiter jener Liga zufrieden. Doch war es natürlich die Art des BVB-Auftritts im Niedersachsenstadion, die gerade im Kontext der bisherigen Saison Fragezeichen hinterlässt. Denn in jenem Licht kann man den mühsamen Sieg eben nicht als „bad day at the office“ abtun. Trotzdem gab es auch etwas – jemanden – zu feiern…

Nach seinem angeblichen Fehler an der Alten Försterei präsentierte sich Torwart Gregor Kobel, als sei er die letzten Wochen nicht weg gewesen. Sieben gehaltene Schüsse auf sein Tor, davon mindestens drei wirklich starke Paraden, gute Strafraumpräsenz – da fallen auch zwei, drei ins Aus geschlagene Bälle nicht ins Gewicht. Ohne Kobel, das legte nach der Partie auch Emre Can nahe, hätte die Borussia in Hannover noch mehr, vielleicht sogar unlösbare, Probleme gehabt.

Besser als in Berlin, aber nicht in jeder Hinsicht

Dabei lief es zunächst gegensätzlich zum und deutlich besser als beim Union-Spiel: Schon nach zehn Minuten gingen die Schwarz-Gelben in Führung. Moukokos Schuss von rechts war eher eine Hereingabe, doch Hannovers Arrey-Mbi fälschte den Ball ins lange Eck ab. Trotzdem gebührt Youssoufa unbedingt Respekt dafür, wie er sich in der Szene flink durchsetzte – und Julian Brandt dafür, wie er den Ball über den Kopf zu Hazard weiterleitete. Überhaupt Brandt: Auch wenn bei ihm immer noch zu viel falsch läuft – er ist andererseits der Borusse für die besonderen Momente. Die münden nicht immer in einem Tor, aber man hat Spaß beim Zuschauen.

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Zehn Spieltage und kein bisschen weise

1.Bundesliga, 10. Spieltag / 1. FC Union Berlin 2 BVB 0

Rechtzeitig zur Zwischenbilanz, die man nach zehn Spieltagen gerne zieht, rutscht Borussia Dortmund in einer zugegeben engen Bundesliga um gleich vier Plätze auf Rang 8 ab. Nach der Niederlage beim Tabellenführer Union Berlin liegen die Schwarz-Gelben nun schon sieben Punkte hinter den Köpenickern zurück und nur noch drei vor beispielsweise Augsburg. Immerhin: In einer derzeit noch spannenden Saison ist der FC Bayern bisher nur drei Punkte enteilt. Viel besorgniserregender als der Tabellenstand ist dementsprechend die Leistung, die wir an der Alten Försterei zu sehen bekamen.

Der BVB tritt ganz offensichtlich auf der Stelle: Beachtliche Leistungen oder willensstarke Auftritte wie gegen Kopenhagen, in Sevilla und gegen Bayern wechseln sich ab mit den Pleiten gegen Bremen, in Köln oder jetzt Berlin. Klar, die Borussia wird auch in dieser Spielzeit über Gebühr von Verletzungen und Krankheiten sowie schlichtem Spielpech gebeutelt. Letzteres war schließlich der Ausrutscher von Gregor Kobel vor dem 1:0 – eigentlich verbietet es sich fast, von einem Torwartfehler zu sprechen. Hätte unsere Nummer 1 da irgendwie weniger riskant zum Ball gehen können? Fraglich. Nur reicht das Pech bei weitem nicht als Erklärung für die vielen individuellen Fehler, lethargische Spielphasen und fehlende Kreativität.

Individuelle Aussetzer und die M-Frage

Nehmen wir das 2:0, das bereits in der 21. Minute fiel. Karim Adeyemi probiert in der eigenen Hälfte einen Querpass mit der Hacke – macht also genau das, was Mats Hummels nach dem letzten Spiel kritisiert hatte, ohne Namen zu nennen. Union schnappt sich den Ball, bringt ihn nach vorne und muss dann natürlich nicht automatisch treffen. Man hätte das als Abwehr konsequenter verteidigen können. Doch gegen einen formstarken Tabellenführer, der in der Offensive klar und einfach agiert, war es nach Adeyemis Aussetzer auch nicht soo einfach. Karim muss jedenfalls noch viel lernen und arbeiten, um die erhoffte Verstärkung und kein neuer Schürrle zu werden. Ich war angesichts der beträchtlichen Ablöse skeptisch, hoffe aber trotzdem noch, dass es anders kommt.

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BVB macht halben Schritt in Richtung Achtelfinale

Champions League, 4. Spieltag / BVB 1 FC Sevilla 1

Borussia Dortmund hat den vorzeitigen Einzug in die nächste Runde der Champions League, mit dem wohl viele gerechnet hatten, verpasst. Die Schwarz-Gelben haben jedoch das direkte Duell mit dem FC Sevilla gewonnen und brauchen maximal noch zwei Punkte aus den letzten beiden Partien für den Schritt ins Glück. Die andalusischen Gäste präsentierten sich im Westfalenstadion gegenüber dem Hinspiel stark verbessert, während die Borussia an altbekannten Defiziten scheiterte.

Ein paar Minuten Mats Hummels-Interview nach der Partie sind in der Regel aufschlussreicher als alle Experten-Kommentare während einer Live-Übertragung. Auch wenn sich Dortmunds redegewandter Innenverteidiger selbst ein wenig aus dem Spiel nahm, um keine Schlagzeilen für den nächsten Tag zu produzieren: Seine Analyse, dass die Gastgeber nur zwischen der 25. und 45. Minute überzeugen konnten, brachte es perfekt auf den Punkt.

Zuvor war Sevilla das bessere, ballsicherere Team gewesen. Und in einer zweiten Hälfte mit ganz wenigen Torgelegenheiten hatten die Gäste noch die beste. Insgesamt kam Sevilla laut der Fotmob App auf einen doppelt so hohen xG-Wert wie der BVB (0,75 zu 0,37), zurückzuführen auf eben jene Riesenchance von Lamela in der 67. Minute (xG: 0,36), die Rückkehrer Gregor Kobel vereiteln konnte.

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In der letzten Minute der Nachspielzeit

1.Bundesliga, 9. Spieltag / BVB 2 Bayern München 2

Es war einer der Momente, die einen für den Augenblick mit dem Profifußball und der mäßig spannenden 1. Bundesliga versöhnen: Mit der letzten Aktion der Partie köpft – ausgerechnet – Anthony Modeste den Ausgleich für den BVB. Es war nicht ganz so spektakulär wie Malaga mit gleich zwei späten Toren, es war weniger spektakulär als Bremen aus Bremer Sicht. Doch im Kontext der ganzen Duelle der letzten Jahre gegen den FCB, die alle verloren wurden oder eher bedeutungslos waren, war das am Samstag groß. Ganz späte Glücksgefühle und zur Abwechslung auch mal Glück mit dem Schiedsrichter – was will man mehr?

Spielen gegen den FC Bayern muss man keinen geklauten Begriff wie „Classico“ geben; für die Borussia sind sie ohnehin der ultimative Härtetest und sportlich die wichtigsten Partien der Saison – zumindest, um zu sehen, wo man steht. Nun liegen die Schwarz-Gelben nach der stellenweise hitzigen Begegnung punktgleich nur knapp hinter dem Rekordmeister – das ist zu diesem Zeitpunkt ein ordentliches Zwischenergebnis.

Bayerische Sichtweisen bei Sky

Als Sky-Zuschauer war es interessant zu beobachten bzw. mitzuhören, wie sich nach der Partie zwei Narrative verselbständigten, die Akteure oder Ehemalige des FCB lanciert hatten. Zum einen war da die von Lothar Matthäus stammende Darstellung, die Bayern hätten die ersten 70 Minuten dominiert und der BVB wäre erst danach, also kurz vor dem Anschlusstreffer, in die Partie gekommen. Eine bestenfalls sehr oberflächliche, aber eigentlich unzutreffende Einschätzung. Die Gäste hatten zwar schon in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz und wirkten insgesamt passsicherer. Doch kamen sie bis zur Pause inklusive Goretzkas Tor nur auf einen Expected Goals-Wert von 0,05, die Borussia immerhin auf 0,26. Dass die Bayern dementsprechend vor dem Tor sehr effektiv waren, ist eine andere Sache.

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Ehrenwerte null Punkte

Champions League, 2. Spieltag / Manchester City 2 BVB 1

Nur 1:2 – das hätten viele vor dieser Partie als kleinen Erfolg angesehen. Nach dem unerwartet spannenden Abend von Manchester dürfte das Urteil zwiegespaltener sein: Die Leistung des BVB war zweifellos ein Erfolg, doch die späte Niederlage schmerzt natürlich trotzdem.

Lange taten die Schwarz-Gelben das, was man gegen City offensichtlich tun muss: Sie standen kompakt, wenn nötig auch tief, und verteidigten bravourös. Sehr gute Noten verdienten sich dabei vor allem Hummels und Süle, aber auch die Außenverteidiger Meunier und Guerreiro machten es gestern ordentlich. In Ballbesitz blieben die Gäste ruhig und leisteten sich lange Zeit wenig hektische Ballverluste. Und trotz der abwartenden Spielweise kamen sie zu einigen Gelegenheiten.

Ein weiterer Fortschritt gegenüber den letzten Partien: Endlich war eine Ecke mal wieder Ausgangspunkt für einen Treffer. Zwar nicht im Sinne von Ecke-Kopfball-Tor, doch Reus‘ Bilderbuch-Flanke von der anderen Seite, die im Übrigen fast wie ein Torschuss aussah, war in jedem Fall noch eine Folgeaktion. Dass Bellingham nun wieder gegen City traf, war schon keine große Überraschung mehr.

Fünf Minuten reichen City

Es hätte so schön sein können, wenn die Schwarz-Gelben in ihren Defensivaktionen bis zum Schluss konsequent und nah am Mann geblieben wären. Doch dafür reichte mutmaßlich die Kraft nicht mehr. So kam zunächst John Stones unbedrängt zum Schuss aus etwa 18 Metern. Klar, den hätte man verhindern sollen. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Alexander Meyer ihn hätte halten können. Schwierig bis unmöglich war das dagegen bei – natürlich – Erling Haalands artistisch eingesprungenem Siegtreffer. Auch hier wäre die Flanke von Cancelo zuvor aber wohl nicht so gekommen, wenn ein Schwarz-Gelber näher dran gewesen wäre. Ein Unentschieden wäre zweifellos verdient gewesen: Donyell Malen hätte nach einem herrlichen Dribbling ein Traumtor verdient gehabt – klappte leider nicht ganz.

So ist es zweifellos ein bitteres Ergebnis, aber auch ein verschmerzbares, wenn man die Leistung in die nächsten CL-Partien mitnimmt. Sevilla hat gegen Kopenhagen nur Unentschieden gespielt und bleibt somit hinter dem BVB. Auf das direkte Duell mit den Andalusiern wird es am Ende wohl ankommen – man darf ein bisschen zuversichtlich sein. Auch fürs Derby – das Einzige, was jetzt zählt.

Die Aufstellung: Meyer – Meunier, Süle, Hummels, Guerreiro – Bellingham, Can, Özcan (89. Moukoko) – Reyna (62. Malen), Reus (88. Adeyemi) – Modeste (78. Schlotterbeck). Gelbe Karten: Özcan, Meunier. Tor: Bellingham

Geglückter Start vor gelber Wand

Champions League, 1. Spieltag / BVB 3 FC Kopenhagen 0

Borussia Dortmund hat gegen den FC Kopenhagen außer Pyros nichts anbrennen lassen: Ein 3:0 im Auftaktspiel der anspruchsvollen Gruppe lässt den Schwarz-Gelben alle Chancen und einiges an Zuversicht, nach fünf weiteren Partien im Achtelfinale zu stehen. Die dänischen Gäste ließen in entscheidenden Momenten die nötige Qualität vermissen und der BVB nutzte das teilweise sehr sehenswert aus.

70.700 Zuschauer – ausverkauft war das Westfalenstadion trotz Stehplatzerlaubnis nicht. Was aber angesichts des frühen Anstoßes unter der Woche auch nicht überraschte. Ob die wiederholten Pyro-Shows auf der Süd und im Gästeblock dazu beitragen, dass die UEFA den Stehplatz-Modellversuch entfristet, darf allerdings bezweifelt werden. Es hat zwar nicht direkt miteinander zu tun, aber vorausschauend wäre es wohl besser gewesen, auf die Zusatzbeleuchtung zu verzichten. Unter Fans gibt es mindestens zwei Meinungen dazu, ob Pyrotechnik zum Stadionerlebnis dazugehört – und das ist ok so. Gestern war deren Einsatz aber wohl nicht so klug.

Souverän und engagiert

Die Partie selber war eigentlich ansehnlich genug. Kopenhagen war bis auf einige wenige Szenen offensiv abgemeldet und der BVB kontrollierte das Geschehen. Eine Vielzahl von Chancen entstand daraus nicht, solange die Ordnung der Gäste hielt. Man merkte jedoch, dass dem amtierenden dänischen Meister in dieser Saison noch die Konstanz fehlt. In den letztendlich entscheidenden Szenen, als die Borussia ihre Qualität im Kombinationsspiel auf den Platz brachte, waren die Kopenhagener doch zu weit weg oder schalteten nicht schnell genug.

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Alles außer Langeweile: Später Auswärtssieg in Frankfurt

1.Bundesliga, 18. Spieltag / Eintracht Frankfurt 2 BVB 3

Man kann dem BVB einiges vorwerfen in den letzten Wochen: Unkonzentriertheiten, die löchrige Abwehr, temporäre Passivität. Doch es war selten langweilig, wenn Schwarz-Gelb beteiligt war – mit Ausnahme von Teilen des Fürth-Spiels. Gestern dann die Krönung: keine übermäßig attraktive Partie der Borussia, aber dafür mal wieder ein Wechselbad der Gefühle. Mit einer bis zum Schluss kämpfenden Mannschaft, die sich mit zwei späten Toren und drei Punkten belohnte. Nicht Malaga, aber doch mal wieder ein toller Schluss.

Das aktuelle Problem des BVB: Gegen ein Team, das halbwegs kicken kann und ein paar Pässe zusammenkriegt, laufen die Schwarz-Gelben immer Gefahr, durch eigene Unzulänglichkeiten in Schwierigkeiten zu geraten. Und die Eintracht ist mehr als so ein Team. Nehmen wir das 2:0 als Fallstudie: Es wurde eingeleitet durch einen Fehlpass im Spielaufbau. Es wurde am Ende ermöglicht durch einen technischen Fehler von Marco Reus, der den Ball im Strafraum erst eroberte und dann wieder verlor. Dazwischen lag eine ansehnliche Passstafette der Gastgeber, in die die Borussen es nicht schafften, einzugreifen.

Die Fehlerkette vor dem 1:0 endete an einer ungewöhnlichen Stelle: Ebenfalls ein unnötiger Ballverlust, gefolgt von einem unnötigen Freistoß für die Eintracht. Kostic führte aus, Reus konnte den Ball nicht aufhalten, Bellingham Borré nicht am Schuss hindern. Am Ende war es jedoch Torwart Gregor Kobel, der an die Kugel kam, sie aber nicht am Überqueren der Torlinie hindern konnte – einer der bisher wenigen klaren Fehler der neuen Nummer 1.

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Dortmund und der Spielverderber

1.Bundesliga, 14. Spieltag / BVB 2 Bayern München 3

Da sieht man mal wieder ein über weite Strecken wirklich atemberaubendes Topspiel und dann wird es durch einen umstrittenen Handelfmeter entschieden. Das ist unabhängig von der Bewertung der Schiedsrichter-Entscheidung einfach nur traurig. Natürlich ist diese Sichtweise schwarz-gelb gefärbt, aber sicher hätten sich auch viele neutrale Fußballfans einen anderen Ausgang dieser Partie gewünscht. Nun wird es kommen wie immer: Bayern wird mit 12 Punkten Vorsprung Meister. Das mag die Fans vieler Bundesligavereine gar nicht so sehr stören – für die, die von der Spitze träumen oder sich einfach nur ein spannenderes Rennen wünschen, ist es einfach frustrierend.

Klar, man könnte das Spiel jetzt noch im Detail analysieren. Da muss man allerdings Lust zu haben. Es war bis zum Elfmeter in der 78. Minute eine tolle Partie, aus welcher der BVB mit erhobenen Köpfen rausgehen kann. Lassen wir mal Mats Hummels außen vor, der eben einen rabenschwarzen Tag hatte, obwohl ihn nur beim ersten Bayern-Tor klar die Schuld traf. Traumtore von Julian Brandt, dem es nach seinem Zusammenprall den Umständen entsprechend gut zu gehen scheint, und Erling Haaland. Klar, mehr als ein Unentschieden hatte sich der BVB spielerisch nicht verdient – aber es wäre eben eines der besten Unentschieden seit Langem gewesen.

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Große Punkte für den BVB

1. Bundesliga, 31. Spieltag / VfL Wolfsburg 0 BVB 2

Was ist schöner als ein Sieg im Sechs-Punkte-Spiel? Klar – ein Sieg in Unterzahl. Die Borussia bleibt damit nach dem Auswärtsspiel, das sie über eine halbe Stunde zu zehnt bestreiten musste, zweifellos einer der Angstgegner der Wölfe. Seit knapp sechs Jahren haben jene nicht mehr gegen Schwarz-Gelb gewonnen, bei nur einem Unentschieden seither.

Zu passiv, aber effektiv

Für den BVB kehrte Jadon Sancho in die Startelf zurück und Lukasz Piszczek behielt seinen Platz. Kein Vertrauensbeweis für die Rechtsverteidiger-Kollegen Morey und Meunier, aber in dieser eminent wichtigen Partie war es zumindest verständlich, dass Edin Terzic auf den Routinier setzte. Es begann munter und ausgeglichen, bis Erling Haaland den katastrophalen Rückpass von Ridle Baku abfing und sich nicht mehr vom 0:1 abhalten ließ. Bleibt die Frage, wie jemand ernsthaft glauben konnte, dass Erling womöglich ein längerfristiges Problem mit dem Toreschießen habe.

Solange die Schwarz-Gelben zu elft spielten, verhielten sie sich nach der Führung zu passiv – abgesehen von der Anfangsphase der zweiten Hälfte. Wenn starke Gegner sie früh anlaufen, reagieren die Borussen mit zu viel Vorsicht und ziehen sich häufig zu weit zurück. Teilweise ist es schwer nachzuvollziehen, warum im eigenen letzten Drittel so häufig quer gespielt wird, vom Torwart bis zu den Mittelfeldspielern, anstatt schneller den Raumgewinn und den Weg nach vorne zu suchen. Ballkontrolle ist gut – wenn man sich aber beim dritten oder vierten Querpass von anrückenden Gegenspielern nervös machen lässt, ist die Kontrolle eben dahin. Weiterlesen „Große Punkte für den BVB“