Der unsichtbare Dritte: Albert Capellas wird Co-Trainer

Stille Zeitgenossen waren sie in der Öffentlichkeit meistens, die Co-Trainer von Borussia Dortmund. Das letzte richtige Interview mit Arno Michels, zweiter Mann hinter Thomas Tuchel, scheint laut Suchmaschinen vom März 2015 zu stammen – da war er gerade beschäftigungslos. Zeljko Buvac war die geradezu ikonische Nummer Zwei neben Jürgen Klopp auf der Trainerbank. Es ist ja auch logisch, dass der Chef im Vordergrund steht, selbst wenn es graduelle Unterschiede gibt. Beim FC Bayern wird man häufiger über Willy Sagnol lesen. In England äußern sich gelegentlich auch die Assistenten gegenüber der Presse, da die klassischen „Trainer-Manager“ oft noch mehr zu tun haben als die Trainer bei uns.

Hierzulande fliegen die ‚Cos‘ häufig unter dem Radar der Medien und verrichten ihre Arbeit tatsächlich weitgehend auf dem Trainingsgelände. Deshalb lassen ihre Namen nur aufhorchen, wenn man sie mit etwas verbinden kann. Der BVB hat sich Albert Capellas ins Team geholt. In Deutschland wird der 49-jährige Spanier auch nur wenigen etwas sagen – deshalb ist natürlich erwähnenswert, dass er Leiter von La Masia war, der legendären Jugendakademie des FC Barcelona. Elf Jahre war er bei Barca tätig, doch  seine Zeit dort liegt schon sieben Jahre zurück. Es ist also schwer, Capellas heute noch danach zu beurteilen.

Stationen in Spanien, Dänemark, Israel

2010 ging der Spanier zu Vitesse nach Arnheim, wo er in seiner letzten Saison Co-Trainer unter Peter Bosz war. Es folgten ab 2014 zwei Jahre bei Bröndby IF, wo er ebenso als Assistent agierte wie in der letzten Saison bei Maccabi Tel Aviv. Der Mann hat also einiges an internationaler Erfahrung vorzuweisen. In Dortmund wird er laut Kicker und DerWesten.de „einer der Co-Trainer von Peter Bosz“. Ob das heißt, dass er auf der gleichen Ebene steht wie Hendrie Krüzen oder Letzterer der eigentliche Assistenztrainer und damit die Nummer Zwei ist, wurde noch nicht bekannt – ebenso wenig die Aufgabenteilung.

Die Borussia bekommt ein sehr internationales Trainerteam. Nicht zum ersten Mal – bisher waren die Erfahrungen gemischt. Ich betrachte das neutral, finde es interessant und bin gespannt, ob und wie es sich auswirkt. Wichtig ist sicher, dass Peter Bosz sehr gut Deutsch spricht. Außerdem soll das Team nicht nur extern besetzt sein: Als Athletiktrainer und Videoanalyst sind Andreas Beck und Serdar Ayar vorgesehen, schreibt der Kicker. Beide waren schon vorher im Verein tätig.

Niemand kann heute mehr bestreiten, dass der BVB ein Global Player ist. Das bringt der Erfolg mit sich, das hat gute und schlechte Seiten. Die Nationalität unserer Trainer gehört zu keiner der beiden. Lassen wir die Herren also erst mal ihre Arbeit machen, ab morgen im Training!

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Der Nachzügler: Rangelov wechselt nach Tel Aviv

Beim BVB ist doch noch etwas passiert, das die Verpflichtung von Antonio da Silva mit Blick auf das Budget als akzeptabel erscheinen lässt. Kurz vor dem Ende der israelischen Transferperiode hat Maccabi Tel Aviv – leider nicht Lokalrivale und Schalke-Gegner Hapoel – Dimitar Rangelov für ein Jahr ausgeliehen. Über finanzielle Details oder eine Kaufoption wurde nichts bekannt.

Angesichts des aktuellen Spielsystems, in dem nur ein echter Stürmer gebraucht wird, ist das Ausleihgeschäft absolut verständlich. Die „RN“ berichten, dass bis zur Genesung von Mohamed Zidan Daniel Ginczek in der Rangordnung dritter Stürmer hinter Barrios und Lewandowski sein soll. Da frage ich mich erneut: Was ist eigentlich mit Le Tallec? In jedem Fall braucht man sich erst mal keine Sorgen um eine zu geringe Stürmerdichte zu machen. Wenn sich Barrios verletzt, ists so oder so blöd.