Borussia und der Ex-Effekt

1.Bundesliga, 6. Spieltag / RB Leipzig 3 BVB 0

Es sind Tage wie der gestrige, die es manchmal so frustrierend machen, BVB-Fan zu sein. Damit will ich nicht sagen, dass viele andere Vereine weniger Frustpotenzial bieten. Aber diese Diskrepanz zwischen vielversprechendem, hochwertigem Kader und schwachen Leistungen in wichtigen Spielen macht einem schon zu schaffen. Dass dabei in Leipzig erneut Verletzungsprobleme eine Rolle gespielt haben dürften, tröstet kaum. Wenn es neben dem nun nahenden Derby eine Partie gibt, in der das nicht abgerufene Potenzial unverzeihlich ist, dann die gegen das Brause-Konstrukt.

Marco Rose als frisch gebackener Leipziger Trainer hatte womöglich im Vergleich zu Edin Terzic einen Wissensvorsprung hinsichtlich des Gegners. Aber so schwierig war es nun auch nicht, die Herangehensweise der Gastgeber zu erahnen. Und es gibt genügend Quellen, sich über einen Gegner in der Bundesliga zu informieren. Vermutlich war es auch weniger ein Informationsdefizit als vielmehr die Umsetzung der Vorgaben auf dem Platz, die den Schwarz-Gelben zu schaffen machte.

Gegen eine Mannschaft wie Leipzig, deren Potenzial zuvor nur ein wenig schlummerte, ist ein frühes Gegentor nicht hilfreich. Selbst das Leipziger Publikum hat nichts zu meckern, wenn man mit dem neuen einheimischen Trainer, der dem Konstrukt endlich das Lokalkolorit verleiht, das es vorher nie hatte, 1:0 führt. Und dann noch gegen den Verein, den die traditionslosen Leipziger wohl als Erzrivalen ansehen. Da muss man als Gastgeber gar nicht so viel den Ball haben, sondern kann erstmal auf Fehler des Gegners warten. Der BVB hatte am Ende des Spiels 56 Prozent Ballbesitz, aber wenig damit zustande gebracht – der xG-Wert lag bei 0,33.

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Das Beben vom Rheinlanddamm oder: Der Nächste, bitte!

Da hatte ich gedacht, ich würde nach der Rückkehr aus dem Urlaub ganz in Ruhe zwei erwartete Transfers aufarbeiten. Und dann das: Marco Rose und sein Team verlassen Borussia Dortmund bereits nach einer Saison. Die langfristig angedachte Zusammenarbeit endet wie alle jüngeren schwarz-gelben Trainer-Engagements vorzeitig. Es muss beim BVB mehr Spannung in der Luft gelegen haben als von außen fühlbar war. Sie entlud sich in der sogenannten Saisonanalyse am Donnerstag. Oder, um im Bild der Überschrift zu bleiben: Rose, Watzke, Kehl und Sammer, die tektonischen Platten der Borussia, verschoben sich, rieben sich und dabei knirschte und rumpelte es gewaltig.

Die Entscheidung zur Trennung von Rose muss erst am Donnerstag gefallen sein. Alles andere würde die Kommunikation des BVB noch unglaubwürdiger machen als sie es in dieser Causa ohnehin schon ist. Denn trotz aller berechtigten Kritik am Abschneiden in den Pokalwettbewerben war man sich nach außen hin ja einig, mit Marco Rose in die neue Spielzeit gehen zu wollen. Man verortete die Probleme mehr im Kader und in der Verletzungsproblematik als auf der Trainerbank und wollte gemeinsam daran arbeiten. In die Transfers von Nico Schlotterbeck und Karim Adeyemi war der Trainer noch eingebunden.

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Borussia Dortmund – einfach unerklärlich

1.Bundesliga, 23. Spieltag / BVB 6 Mönchengladbach 0

Ich habe es schon vor Wochen offiziell aufgegeben, vom BVB irgendetwas, ob Positives oder Negatives, zu erwarten und seine Ergebnisse erklären zu wollen. Mehr als Beobachtungen gibt es auch in dieser Woche nicht zu lesen, nachdem man dem Gegner im Borussen-Duell mal eben sechs Dinger eingeschenkt hat. Womöglich ist Borussia Dortmund auch ein riesengroßes Puzzle, an dem man jahrelang sitzt und erst ein Gesamtbild erkennt, wenn man die letzten der 5000 Teile einfügt.

Solange der BVB ein Rätsel bleibt, ist der beste Ansatz, um ein Resultat zu erklären, ein Blick auf den Gegner zu werfen. Da fanden wir am Sonntag eine Mannschaft vor, die noch inkonsistenter als die Schwarz-Gelben spielt, mit Sicherheit verunsichert ist und durch ihre grundsätzlich offensive Ausrichtung bei nicht sattelfester Abwehr den Gastgebern entgegenkam. Die Leistung der Fohlen war dabei vor allem in der ersten Hälfte nicht so ein großes Debakel, wie es das Endergebnis aussagt. Beide Teams starteten in einem 3-4-2-1-System, das vor allem der BVB häufig auch als 3-4-3 spielte. Drei Innenverteidiger auf dem Platz – das war wohl auch angesichts des Torhagels im Rangers-Spiel die richtige Entscheidung von Marco Rose.

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Premierensieg an der Alten Försterei

1.Bundesliga, 22. Spieltag / 1. FC Union Berlin 0 BVB 3

Ist dieser kleine Fluch also gebrochen: Borussia Dortmund gewinnt zum ersten Mal an der Alten Försterei und bleibt dabei zum ersten Mal seit 15. Dezember ohne Gegentor. Ersteres konnte man in einer unbeständigen Saison wie dieser fast schon erwarten, Letzteres kam durchaus überraschend, besonders angesichts der personellen Situation.

Marco Rose musste auf alle gelernten und angelernten Rechtsverteidiger verzichten und setzte stattdessen auf einen, der da auch schon irgendwann mal gespielt hatte: Manuel Akanji. Der machte dort das, was er auf dieser Position kann: seine Seite halbwegs dicht. Große Ausflüge nach vorne standen eher nicht auf dem Aufgabenzettel und Manuel verzichtete dementsprechend auf sie. Rose ließ ein 4-2-3-1 spielen, das ein wenig mehr auf Sicherheit ausgerichtet war als man es vom Trainer bisher kannte. Mit der Hereinnahme von Axel Witsel und dem vermutlich klaren Auftrag an Mo Dahoud, zunächst mal nichts anbrennen zu lassen, schuf er eine solidere Grundlage für erfolgreiches Defensivverhalten. Trotzdem mussten die Spieler ihre Rollen erstmal ausfüllen und das gelang gestern weitgehend.

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Dortmund stellt die Qualitätsfrage

1.Bundesliga, 21. Spieltag / BVB 2 Bayer 04 Leverkusen 5

Viele Tore hat es mal wieder gegeben – alles andere hätten sich die Schwarz-Gelben beim Aufeinandertreffen mit Leverkusen anders vorgestellt. Nach der Partie gaben die beiden Marcos – Reus und Rose – unumwunden zu, dass die Borussen genau das nicht umsetzen konnten, was sie sich für diese Partie vorgenommen und was sie für wichtig erachtet hatten: früh in die Zweikämpfe zu kommen, leichtsinnige Ballverluste zu vermeiden, schnelle Gegenzüge zu antizipieren und zu verhindern.

Nach dem schweren Fehler von Dan-Axel Zagadou, der vor dem 0:1 einen waghalsigen Querpass spielte, wird dem 22-jährigen Innenverteidiger nun in den sozialen Medien von einigen die Qualität abgesprochen. Es war tatsächlich nicht Daxos erster Fehler seit seiner Rückkehr, aber man muss zumindest seine lange Verletzungsgeschichte mit erwähnen, wenn man ihn nun kritisiert. Selbstverständlich ist es legitim, die Qualitätsfrage zu stellen – der BVB stellt sie durch seine Auftritte selber immer wieder. Aber genauso wenig, wie sich die enormen Schwankungen des Teams erklären lassen, kann man die Qualitätsfrage an ein oder zwei Spielern festmachen – und schon gar nicht an Zagadou, der abgesehen von seinem Aussetzer kein Hauptproblem dieses Auftritts war.

Viel Aufwand ohne Haaland

Eine Ausnahme gibt es: Ohne Erling Haaland ist die BVB-Offensive gegen starke Teams nur die Hälfte wert. Es wurde hier und anderswo schon häufig genug diskutiert, wie der Norweger an seinen zahlreichen guten Tagen allein durch seine Präsenz schon einen Unterschied macht. Den Schwarz-Gelben fehlen ohne ihn die Räume, die Durchschlagskraft und häufig – auch gestern über weite Strecken – die Ideen. Am Ende der Partie war der Expected Goals-Wert ausgeglichen (1,86 zu 1,86). Dass der BVB auf diesen Wert kam, lag daran, dass in der zweiten Hälfte wenigstens der Aufwand und die Griffigkeit halbwegs stimmten, sich das Zweikampfverhalten verbesserte. Dass Leverkusen (nur) auf diesen Wert kam, lag daran, dass sie aus unspektakulären Situationen viel machten: saubere bis richtig starke Konter und das Nutzen von Fehlern führten zum Übertreffen der Erwartungen. Am erwartbarsten war da noch das Freistoßtor von Andrich aus gerade mal 17 Metern.

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Jubel, Trubel, Attraktionen

Spiele zwischen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen gehören zum Besten, was die Bundesliga zu bieten hat – zumindest was den Unterhaltungswert angeht. In jeder der letzten acht Begegnungen fielen mindestens drei Tore und häufig noch einige mehr. Trafen sich die Schwarz-Gelben und die Schwarz-Roten im Westfalenstadion, hatten zudem in den letzten Jahren die Gastgeber immer das bessere Ende für sich. Den letzten Dortmunder Punktverlust daheim gab es 2014 (0:2). Diese Fakten allein machen schon richtig Lust auf die Partie am Sonntag um 15.30 Uhr. Doch es gibt noch mehr zu wissen und Grund zur Vorfreude…

Gios Rückkehr

Der Trainer freute sich jedenfalls sichtlich, als er auf der Pressekonferenz vor dem Spiel verkünden durfte, dass Giovanni Reyna seit zwei Wochen ohne größere Probleme das Mannschaftstraining mitmacht und am Sonntag zumindest für einen Teileinsatz zur Verfügung stehen dürfte. Es klang so, als ob Marco Rose auch von Gios Trainingsleistungen angetan war. Gerade bei der sich abzeichnenden personellen Situation (siehe nächster Absatz) täte ein frischer, kreativer Spieler auf dem Platz gut. Ob Reyna nicht nur frisch genug fürs Training, sondern auch für ein Topspiel gegen Leverkusen ist, bleibt natürlich abzuwarten.

Spielt er oder spielt er nicht?

Die Personalie, die mal wieder die größte Aufmerksamkeit erregen dürfte: Wird Superstürmer Erling Haaland bis Sonntag fit? Nach Roses Einschätzung bei der PK wahrscheinlich nicht. Ebenso wie Emre Can ist der Norweger noch nicht ins reguläre Mannschaftstraining zurückgekehrt, während Mats Hummels immerhin schon wieder auf dem Fahrrad gewesen sei. Wir brauchen nicht darüber zu reden, dass Erlings Fehlen eine immense Schwächung wäre. Sein Auflaufen wäre aber auch nicht die erste Haalandsche Wunderheilung.

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Pokal-Aus: Sisyphos Rose und der verpasste Serienstart

DFB-Pokal, Achtelfinale / FC St. Pauli 2 BVB 1

Man kann mitfühlen mit Marco Rose: Da steht er nach der Pokalpleite am Millerntor im ARD-Interview Rede und Antwort und so ziemlich das Einzige, was ‚Experte‘ Bastian Schweinsteiger zu den Schwarz-Gelben einfällt, ist, dass sie mehr Typen bräuchten, die auch mal den Mund aufmachen – so wie Thomas Müller bei den Bayern. Die, worauf Rose hinwies, im Pokal mit 0:5 an Gladbach gescheitert sind – übrigens mit Thomas Müller. Das Gespräch blieb eher kurz und inhaltlich substanzarm, natürlich auch wegen der Enttäuschung des BVB-Trainers. Die Crux sprach Rose aber schon an: Man schaffe es einfach nicht, eine Serie zu starten.

Die Borussia hatte in Frankfurt die nötige „Haltung“ gezeigt und gegen Freiburg eindeutige Verbesserungen erkennen lassen. Doch es bleibt dabei: Die Entwicklung ist nicht nachhaltig. Klar ist es schwer, wenn man gegen den Tabellenführer der 2. Bundesliga, der in der gestrigen Form allemal das Format für die höchste Spielklasse hat, in Rückstand gerät. Ohne eigene Fans auf anscheinend schwerem Boden gegen ein defensivstarkes Team. Doch der BVB hatte noch 86 Minuten Zeit und nutzte sie nicht entsprechend seiner Ansprüche.

Das 1:0 darf so nie fallen und offenbarte einen riesigen Kontrast zum aggressiven Auftreten gegen Freiburg. Auf der rechten Seite standen vor der verhängnisvollen Flanke zwei bis drei Hamburger fünf bis sechs Dortmundern gegenüber. Keiner der Schwarz-Gelben ging im entscheidenden Moment energisch in den Zweikampf. Ein Tackling/ein Zweikampf ist zwar nicht immer das beste Mittel des Defensivspielers, wenn er eins gegen eins steht, doch bei einer solchen Überzahl hätte ein Borusse problemlos aktiv werden können, um die Hereingabe zu verhindern. Doch die kam, in der Mitte waren Reus und Akanji auf sich gestellt und nicht in der Lage, den Torabschluss von Amenyido zu verhindern. Die Mannschaft offenbarte die gleiche Passivität wie früher, die gegen den SCF überwunden schien.

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5:1 – Besuch vom Lieblingsgegner

1.Bundesliga, 19. Spieltag / BVB 5 SC Freiburg 1

Manche BVB-Fans finden den SC Freiburg ok, aber unbedeutend. Sie würden lieber häufiger gegen den HSV, den Effzeh Köln oder die Blauen spielen – wegen der Tradition, den größeren Fanszenen. Für mich ist das ein Aspekt, aber nicht der entscheidende. Ich finde die Überheblichkeit gegenüber ‚kleinen‘ Vereinen fehl am Platz – zumindest, wenn jene es durch gute, ehrliche Arbeit in die Bundesliga geschafft haben. Auf keinen Club trifft das mehr zu als auf den SCF. Was gibt es da nicht zu mögen: Trainer, die eine Ära prägen. Starke Jugendarbeit, die für den Nachwuchs nicht selten in der ersten Mannschaft endet. Die Verbindung von sportlichem Ehrgeiz und Bescheidenheit. Ich gönne den Breisgauern jeden Erfolg. Aber natürlich ist es auch schön, dass es für sie im Westfalenstadion seit vielen Jahren nichts zu holen gibt – selbst in einer Spielzeit, in der für den Sportclub sogar die Champions League-Plätze noch in Reichweite sind.

Ob es da ein metaphysisches oder psychisches Element gibt, weswegen die Rot-Schwarzen irgendwie nicht in Dortmund gewinnen können, oder ob es einfach mit der Spielweise zu tun hat, sei mal dahingestellt. Der SCF ist die zweitfairste Mannschaft der Saison (nach dem FCB), hat bisher 19 Gelbe Karten und noch keinen Platzverweis zu verzeichnen. Die Borussia steht in dieser Statistik in 2021/22 nur auf Platz 14.

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Was der BVB jetzt tun müsste…

… aber größtenteils nicht kann. Auf der einen Seite ist es paradox: Da ist Borussia Dortmund mit fünf Punkten Vorsprung Zweiter und im Pokal haben die Schwarz-Gelben ebenfalls gute Karten. Aber trotzdem reden wir – nicht nur hier – davon, was alles besser werden muss. Denn das ist nun mal das Los als vermeintlich zweite Kraft in Deutschland: Schon wieder neun Punkte Rückstand auf die Bayern und das vorzeitige Aus in einer machbaren Champions League-Gruppe kannst du schwer als vollen Erfolg verkaufen. Und schon am Samstag geht es weiter: Die Schwarz-Gelben fahren nach Frankfurt – zur Eintracht, die sich zum Ende der Hinserie auf den sechsten Platz vorgearbeitet und wettbewerbsübergreifend in den letzten zehn Partien nur einmal verloren hat. Was muss, was kann die Borussia ändern, um in Liga, Pokal und Europa League auf Kurs zu bleiben?

Schneller werden

Der BVB hat schnelle Spieler in seinen Reihen. Allen voran in seiner Verbindung von Geschwindigkeit und Effektivität natürlich Erling Haaland. Aber auch Giovanni Reyna und Youssoufa Moukoko können mit ihrer Top Speed punkten – wenn sie denn fit sind. In der Offensivabteilung stehen weitere Akteure, die so manchem Gegenspieler davonlaufen können. Das Problem: Wichtigen Defensivleuten passiert es auch mal, dass ihnen jemand davonläuft. Mats Hummels, der ohnehin keine fehlerfreie Hinserie spielte, ist nicht (mehr) der Schnellste. Axel Witsel ist in der zügigen Rückwärtsbewegung immer wieder überfordert. Die Außenverteidiger Schulz und Meunier schaffen es nicht, schnell genug zurückzulaufen und dann noch entscheidend eingreifen zu können, ob auf dem Flügel oder weiter innen.

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Da waren es schon neun

1.Bundesliga, 17. Spieltag / Hertha BSC 3 BVB 2

Nach dem Bayern-Spiel prophezeite ich, reichlich frustriert, eine FCB-Meisterschaft mit zwölf Punkten Vorsprung. Drei Partien später, zur Saison-Halbzeit, sind es bereits neun. Und das liegt nicht an den Schiedsrichtern, sondern daran, dass der BVB ein Team, das zuletzt 0:4 in Mainz verloren hatte, einfach mal 25 Minuten gewähren ließ. Mehr als alles andere muss man dafür die Spieler in Haftung nehmen – Marco Rose sprach anschließend von fehlender „Bedingungslosigkeit“. Doch der Trainer hatte es der Mannschaft mit der Besetzung der Defensive auch nicht leicht gemacht.

Vor der Partie sagte Rose auf Sky, dass Dan-Axel Zagadou nach sieben Monaten Verletzungspause kaputt sei. Tatsächlich hatte „Daxo“ am Mittwoch 90 Minuten gegen Fürth gespielt. Die Lösung des Trainers: In der Innenverteidigung liefen Witsel und Pongracic auf, Zagadou saß auf der Bank, Hummels und Akanji fielen bekanntlich krank bzw. verletzt aus. Fragt sich, wie man sich hier Roses Entscheidungsfindung vorstellen muss. Kam Daxo vor dem Spiel und sagte, er fühle sich nicht fit für einen Startelf-Einsatz? Ansonsten wäre es doch naheliegend gewesen, ihn im letzten Spiel vor der immerhin dreiwöchigen Winterpause nochmal von Beginn an zu bringen und, falls nötig, auszuwechseln. Es lief andersherum: Zagadou saß auf der Bank und wurde nach 72 Minuten eingewechselt. Danach erzielte der BVB noch den Anschlusstreffer und hielt hinten dicht.

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