Im Visier von Michael Zorc

Nach einem Bericht des „Kicker“ steht die Verpflichtung eines jungen, alten Bekannten ganz oben auf der Prioritätenliste von Michael Zorc und Jürgen Klopp. Es handelt sich um den 21-jährigen Robert Lewandowski, „das größte Talent des polnischen Fußballs“. Schon im vergangenen Sommer wollte der BVB den jungen Stürmer verpflichten, der Transfer scheiterte aber an den Ablöseforderungen seines Vereins Lech Posen. Lewandowski soll dieser Tage diverse Angebote aus dem Ausland vorliegen haben – auf die Frage nach dem Ziel der Reise antwortet sein Berater:

Ein Verein, der junge Spieler hat, einen guten Trainer und eine Philosophie, die zu Robert passt.

Check! Ein nicht unbedeutendes Detail ist außerdem die Freundschaft mit Jakub „Kuba“ Blaszczykowski. Die beiden verstehen sich privat ebenso gut wie spielerisch in der Nationalmannschaft – ein Wechsel könnte auch Kuba privat und spielerisch Auftrieb geben. Laut „Kicker“ naht in der Angelegenheit bereits die Entscheidung: Bis zum 10. April soll sich angeblich klären, ob der Transfer im zweiten Anlauf zustande kommt. Für den BVB wär das schon eine feine Sache: Was soll mit dem „größten Talent des polnischen Fußballs“ und dem „polnischen Figo“ in einer Mannschaft noch schief gehen? 😉

Weniger hört man unterdessen von der eher noch dringlicheren Suche nach einem Rechtsverteidiger. Vom schon im Winter in der Gerüchteküche gehandelten Mouhamadou Dabo gibt es laut „Kicker“ und Michael Zorc nichts Neues zu berichten.

Schneegeflüster

Andere Vereine kaufen sich in dieser verkürzten Winterpause entgegen ihrer klar formulierten Absichten einen Personalüberschuss zusammen, um dann am Ende doch höchstens Vierter zu werden. In Dortmund wird allenfalls über Transferaktivitäten getuschelt. Wie immer spekulieren die einschlägigen Webseiten über eine Vielzahl von Namen, aber belastbare Informationen dringen nicht nach außen. Für die BVB-Verantwortlichen gibt es auch gar keinen Grund zur Hektik, denn eigentlich muss man nicht viel verändern.

Äußerst wenig Substanz haben offensichtlich die periodisch auftretenden Gerüchte über ein Interesse an Neven Subotic aus der Premier League. Anfang des Jahres war es – natürlich – Manchester City, die angeblich ein Angebot über 25 Millionen vorbereiteten. Dabei wird der Club mit beinahe jedem international anerkannten Abwehrspieler Europas in Verbindung gebracht. Neven selbst hat sich für einen Fußballspieler recht eindeutig positioniert:

Nein. Ich werde nicht im Winter wechseln. Wann der richtige Zeitpunkt ist, wird sich zeigen. Ich habe ein Riesenjahr vor mir. Ich will mit Dortmund Großartiges leisten, dann die WM spielen. Das ist für mich ein Test auf höchstem Niveau. Wie ich in Südafrika abschneide, wird ein bisschen was ausmachen. (Quelle: Der Westen)

Interessanter finde ich Spekulationen über mögliche Verstärkungen für unsere rechte Abwehrseite. Kurz vor dem Jahreswechsel tauchte der Name Mouhamadou Dabo vom AS St. Etienne auf, schaffte es allerdings nicht bis in seriöse Quellen. Auch auf dieser Position werden Michael Zorc und Jürgen Klopp wohl nur handeln, wenn es finanziell Sinn macht – im Moment deutet einiges darauf hin, dass ein Transfer von wem auch immer erst im Sommer angestrebt wird.

Die aktuellen Mannschaftsmitglieder haben uns in der zweiten Hälfte der Hinrunde ja auch genug Freude gemacht und bereiten sich derzeit im etwas milderen Marbella auf die Rückrunde vor. Heute kassierten sie allerdings im zweiten Testspiel die zweite Niederlage: Dem 0:2 gegen Gladbach folgte heute ein 0:1 gegen Zweitligist Energie Cottbus, dem neuen Verein von Markus Brzenska und Marc Kruska. Wie immer sind solche Resultate nicht überzubewerten – das eigentlich Interessante dieser Tage sind die Spekulationen, die es zur Aufstellung für das Köln-Spiel in acht Tagen gibt.

Mohamed Zidan wird am Afrika-Cup teilnehmen – so der denn nach den tragischen Ereignissen in Angola wirklich stattfinden wird. Ich wüsste nicht, was die richtige Entscheidung der Organisatoren sein könnte. Wenn Zidan fehlt, ist die 10er-Position vakant. Für Tamas Hajnal kommt ein Einsatz in Köln noch zu früh. Jürgen Klopp experimentierte gegen Gladbach mit drei Spielern auf der Position: Nelson Valdez, Kevin Großkreutz und Mario Götze. Bei allem Respekt vor den jungen Dortmundern, ich würde dem Paraguayaner die Rolle am ehesten zutrauen. Eigentlich ist es doch genau das Richtige für Nelson: Er kann seinen Offensivdrang ausleben, muss aber nicht so oft selber aufs Tor schießen. 😉

Sebastian Kehl soll bald wieder Teile des Mannschaftstrainings mitmachen können, ist allerdings noch einige Wochen von einem Einsatz entfernt – ebenso wie Markus Feulner, Dimitar Rangelov und Damien Le Tallec, die allerdings sowieso eher für einen Bankplatz in Frage kämen. Am weitesten von den Verletzten ist Tinga, der in Köln womöglich bereits auf der Bank sitzen wird. Die spannendste Frage ist jedoch, wer die Position links hinten übernehmen wird: Marcel Schmelzer, der sich gesteigert hat und gerade zum Ende der Hinrunde richtig aufdrehte, oder wieder Dede, der nach seinem Kurzeinsatz gegen Freiburg anscheinend auch in den Testspielen zu überzeugen wusste. Dies ist jedoch gegenüber der Besetzung des offensiven Mittelfelds ein Luxusproblem.