Borussia zurück im Torzirkus

1. Bundesliga, 21. Spieltag / BVB 4 FSV Mainz 05 2

Die Bundesliga erlebt an diesem Wochenende einen ihrer spektakuläreren Spieltage: mit vielen, schönen und späten Toren. Und das Schönste: Borussia Dortmund mischt kräftig mit. Schon am Freitagabend trafen die Schwarz-Gelben viermal und drehten erstmals in dieser Saison ein Spiel. Dabei erinnerte der Beginn fatal an die tragikomisch vergeigten Auftritte in der Hinserie: Schwaches Abwehrverhalten von Neven Subotic im Strafraum veranlasste Roman Weidenfeller zu einer Faustabwehr weit vor seinem Tor, so dass ihn anschließend Soto mit einem feinen Heber überwinden konnte. Zwar traf Neven später per Kopf zum Ausgleich, machte aber ansonsten ein deutlich schwächeres Spiel als in der zweiten Hälfte in Freiburg.

Eindeutig positiv zu bewerten war die Reaktion der Schwarz-Gelben auf den frühen Rückstand und die allgemeine Leistung der Offensive. Da wächst möglicherweise etwas zusammen, was genau so zusammengehört: Aubameyang, dahinter Reus, Kampl und einer aus dem Trio Kagawa, Kuba und Miki – daran könnten wir für den Rest der Saison noch viel Freude haben. Der BVB kreiert endlich wieder genügend Chancen, schoss 21-mal Richtung Mainzer Tor. Den Gästen gebührt durchaus Lob für ihre disziplinierte erste Hälfte, in der sie sogar noch einen Handelfmeter hätten bekommen können. Doch Jürgen Klopp muss in der Pause die richtigen Worte gefunden haben: Nach 55 Minuten führte die Borussia. Nevens Ausgleich folgte das 2:1 durch den Helden der Woche, Marco Reus.

Kurz darauf stand es 2:2. Roman Weidenfeller kam schlecht getimet aus dem Kasten und gab Malli die Gelegenheit, auszugleichen. Zwei Rückschläge in einem Spiel hätte dieses Team vor Freiburg vielleicht noch nicht verkraftet, doch man merkte, dass das Selbstbewusstsein wieder zurück ist. Zwar schlugen die Schwarz-Gelben nicht postwendend zurück, aber dafür war das 3:2 in der 71. Minute umso schöner. Marco Reus legte von links herrlich mit dem Außenrist für Aubameyang vor und der spitzelte den Ball gekonnt ins Tor. So macht die Borussia wieder Spaß – egal ob sie auf Platz 16 oder 6 steht. Weiterlesen „Borussia zurück im Torzirkus“

Erlösung im Breisgau

1. Bundesliga, 20. Spieltag / SC Freiburg 0 BVB 3

Borussia Dortmund hat den ersten Schritt zurück zur Normalität geschafft. Das mag nach allem was passiert ist etwas hoch gegriffen klingen, doch der Auswärtssieg in Freiburg war zusammen mit dem Hinspiel der beste Saisoauftritt der Schwarz-Gelben in der Bundesliga. Natürlich lag das auch am Gegner, dem wir offensichtlich nicht liegen. Auch gestern offenbarte die Freiburger Abwehr Schwächen, die selbst die vom BVB in den letzten Monaten gezeigten Defizite noch überboten. Doch das zumindest vergleichsweise extrem überzeugende 3:0 zeigte jedem aufmerksamen Beobachter, was der Dortmunder Kader leisten kann. Das Wichtigste: Auch die Mannschaft selbst dürfte das gemerkt haben.

Jürgen Klopps Änderungen der Startelf – Subotic für Sokratis, Kagawa für Immobile, den Aubameyang in der Spitze ersetzte – waren nicht direkt naheliegend. Sie müssen wohl auf Trainingseindrücken beruht haben. Entscheidend daran war nur, dass Pierre-Emerick Aubameyang ganz vorne ran durfte und davon befreit war, weite Flanken schlagen zu müssen. Was sich für den Sportclub verheerend auswirkte. Auba war an allen drei Treffern maßgeblich beteiligt. Beim ersten, der für den BVB perfekterweise nach 09 Minuten fiel, war er nach einem zu kurzen Rückpass von Frantz auf Torwart Bürki zur Stelle und überließ den Ball am Ende Reus, der das leere Tor vor sich hatte. Das 2:0 nach einem perfekt getimeten Pass von Gündogan war in der Folge Auba pur und beim dritten krönte er einen Spielzug wie zu besten Dortmunder Zeiten, an dem unter anderem der eingewechselte Kuba beteiligt war.

Man konnte vom gestrigen Spiel bei sonnigem Wetter, aber nach Meinung der Gastgeber bescheidenem Rasen schlichtweg nicht mehr erwarten. Aus schwarz-gelber Sicht war es eine von Anfang an viel konsequenter und sicherer geführte Partie – schon vor dem frühen 1:0 hatte die Borussia zwei Chancen. Und ja, es wirkte auch alles viel positiver, wie von Jürgen Klopp gefordert. Sicher war die Führung, so banal das klingt, extrem wichtig. Denn der BVB konnte danach genau das machen, was ihm zuletzt selten vergönnt war: Das Spiel aus der eigenen Hälfte kontrollieren und auf Möglichkeiten zu schnellen Gegenstößen warten. Der Freiburger Offensive fehlten weitgehend die Ideen für ein Gegenrezept.

Neven Subotic fand sich nach zwei Unsicherheiten in der ersten Hälfte sehr gut in die Partie hinein und auch Shinji Kagawa machte eine solide Partie. Am ehesten könnte man hinter den sehr unauffälligen Nuri Sahin ein Fragezeichen setzen, aber in Wahrheit wäre es unfair, nach diesem Turnaround etwas zu kritisieren.

Natürlich: Niemand sollte sich dazu hinreißen lassen, die Lage jetzt plötzlich wieder rosarot darzustellen. Zum einen, weil die Freiburger gestern ein in fast allen Aspekten schwacher Gegner waren. Zum anderen, weil auch andere Klubs im Tabellenkeller im Aufwind sind: Bremen, der HSV und sogar Hertha BSC haben ebenfalls gesiegt, die ersten beiden bereits mehrfach. Huub Stevens‘ VfB wird ebenfalls ein unangenehmer Gegner sein; vom Effzeh Köln wissen wir das bereits. Trotzdem: Der Glaube an das gute Ende ist zurück in Dortmund. Das könnte entscheidend sein.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer – Gündogan (80. Ginter), Sahin – Kampl (68. Blaszczykowski), Kagawa, Reus (80. Mkhitaryan) – Aubameyang. Gelbe Karten: Piszczek, Kagawa. Tore: Reus, Aubameyang (2)

Vorne aufgebaut, hinten eingerissen

1. Bundesliga, 16. Spieltag / BVB 2 VfL Wolfsburg 2

Das vorletzte Ergebnis von Borussia Dortmund im Jahr 2014 lässt verschiedene Lesarten zu. Man kann sich aus der Warte des Tabellen-16. durchaus über einen Punkt gegen den Tabellenzweiten freuen, den man im Verein auch vor der Saison schon für einen ernsthaften Konkurrenten gehalten hat. Man kann aber auch sagen, dass die Schwarz-Gelben sich zu Hause gar keinen Punktverlust mehr erlauben dürften angesichts des hinter dem Horizont verschwindenden Saisonziels und des ebenfalls weit entfernten Minimalziels Europa League. Letzteres ist immerhin noch über den Pokal erreichbar.

Direkt nach der Partie gestern Abend dürften die wenigsten Variante 1 zugeneigt haben. Zweimal hatte die Borussia geführt, Ciro Immobile hatte einen Treffer erzielt, der es verdient gehabt hätte, das Siegtor zu sein. Doch Wolfsburg kam zweimal zurück, Naldo traf nach Ecke per Kopf zum 2:2. Die Art und Weise, wie die Tore fielen, war das eigentlich Ärgerliche. Zwar hätten die Gäste auch aus dem Spiel heraus das eine oder andere Mal treffen können, sie taten es aber durch einen Freistoß aus rund 18 Metern, den Mitch Langerak hätte abwehren sollen, und nach besagter Ecke, als sich ausgerechnet Riese Naldo völlig frei durch den Strafraum bewegen konnte. Jürgen Klopp rutschte im Sky-Interview nach dem Spiel heraus, dass Kehl für die Deckung hätte sorgen sollen.

Es war ohnehin nicht der Tag des ehemaligen Kapitäns, auch nicht der des wieder aufgebotenen Großkreutz – dafür der von Ciro Immobile. Der italienische Stürmer zeigte nahezu über die gesamte Spielzeit alle Qualitäten, die man von einem Mittelstürmer erwarten kann. Er bereitete mit seiner Flanke das 1:0 durch Aubameyang vor. Hier zeigte sich übrigens, dass der BVB davon profitieren kann, wenn er sein Spiel wieder breiter macht. Sein eigenes Tor, dem ein tolles Tackling des eingewechselten Oliver Kirch voranging, war ein Schuss wie ein Strahl ins linke Eck. Ciro hatte weitere Szenen, wo er den Ball gut an- und mitnahm, nur im Abschluss weniger Glück hatte. Wenn er diese Form irgendwie konservieren kann, erübrigt sich das Gemunkel der Medien über eine neue Offensivkraft ganz schnell wieder.

Bei allem Ärger über den späten Ausgleich und das Auf-der-Stelle-treten war es eine tolle Partie mit offenem Visier von beiden Teams. Also auch von Schwarz-Gelb. Wolfsburg hatte mehr Ballbesitz, es gab Phasen von Dominanz der Gäste, aber auch der Gastgeber. Gegen viele andere Bundesligamannschaften hätte die Leistung der Borussia zum Sieg gereicht. Doch die Wolfsburger sind angeführt von Kevin De Bruyne zu einem Spitzenteam geworden. Einen vergleichbaren Spieler hatte der BVB in Abwesenheit von Marco Reus nicht zu bieten. Das Passspiel auf engem Raum sah auch deswegen bei den Gästen besser aus, während die Schwarz-Gelben deutlich leidenschaftlicher wirkten.

Vorschau auf Bremen

Man kann auf diesem „Pünktchen Hoffnung“, wie der „Kicker“ es nennt, aufbauen. Aber vor allem dann, wenn nun endlich der Auswärtssieg gelingt. Wo sonst, wenn nicht bei den wackligen Bremern? Die neben Prödl mit dem gesperrten Caldirola einen weiteren Innenverteidiger ersetzen müssen. Mit drei Punkten am Samstag würde die Borussia fast sicher die Abstiegszone verlassen. Doch waren wir in dieser Saison schon zu oft Aufbaugegner, um nicht vorsichtig zu sein. Neben den bekannten Ausfällen muss Jürgen Klopp am Samstag ebenfalls auf einen gesperrten Innenverteidiger, Neven Subotic, verzichten. Für ihn wird Ginter spielen. Lukasz Piszczek sollte zumindest in den Kader zurückkehren; Fragezeichen gibt es noch bei Kehl und Bender. Fiele einer von ihnen aus, wäre Oli Kirch sicher eine interessante Option.

Die Aufstellung: Langerak – Durm, Subotic, Hummels, Schmelzer – Bender, Kehl – Aubameyang, Gündogan (75. Kirch), Großkreutz – Immobile. Gelbe Karte: Subotic. Tore: Aubameyang, Immobile

Dortmunds Krise hat auch Gründe

1. Bundesliga, 13. Spieltag / Eintracht Frankfurt 2 BVB 0

Wer wollte dieser weisen Erkenntnis der ARD-Sportschau widersprechen? Fragen wir uns also mal wieder, welche Gründe dazu geführt haben, dass die Borussia auch am 13. Spieltag mit null Punkten nach Hause fährt. Und zu diesem Zeitpunkt der Saison so schlecht da steht wie seit knapp 30 Jahren nicht mehr – seit der Spielzeit mit dem legendären Relegations-Krimi gegen Fortuna Köln. Der Übersichtlichkeit halber erfolgt die Analyse in zwei Teilen. Über die Transferpolitik und erzwungene Transfers wird in der nahen Zukunft zu sprechen sein.

Gegen die Eintracht wurde der BVB erneut Opfer einer unguten Mélange aus haarsträubenden Abwehrfehlern, unglücklicher bis schwacher Chancenverwertung, fehlender Kreativität und grenzwertiger Schiedsrichterentscheidungen. Um es gleich zu sagen: Einen klaren Fehler wie Wolfgang Stark beging der Unparteiische Gagelmann jedoch nicht – obwohl das Einsteigen gegen Aubameyang vor dem 0:2 äußerst robust war.

Das Verletzungspech ist derzeit vor allem daher ein Problem, weil es im schwarz-gelben Kader doch größere Leistungsunterschiede gibt. Und die, die nach einer Verletzung wieder zurückkommen, noch nicht bei 100 Prozent sein können. Um es deutlich zu sagen: Eine Innenverteidigung aus Matthias Ginter und Neven Subotic muss so bald wie möglich vermieden werden. Mit sehr einfachen Mitteln waren die beiden heute zu überrumpeln – dass Piszczek / Großkreutz und Durm zu viele Flanken zuließen, kommt noch dazu. An Jürgen Klopp muss man wiederum die Frage stellen, warum er mit den zuletzt allesamt nicht besonders glücklich agierenden offensiven Mittelfeldleuten Großkreutz, Kagawa und Mkhitaryan begann. Gündogan oder Ramos von Beginn an wären naheliegende Alternativen gewesen.

Für die Abwehr, wo sich inzwischen selbst Roman Weidenfeller von der Unsicherheit anstecken lässt, ist hoffentlich bis Freitag Abhilfe in Sicht. Schwieriger wird es, die fehlenden Ideen und die Torgefahr von Marco Reus kurzfristig zu ersetzen. Ein ‚Weiter so‘ kann es im Offensivbereich auch nicht geben. Nachdem ein Festhalten an Personen und am System nicht wirklich geholfen hat, muss Klopp hier wieder mehr experimentieren. Adrian Ramos und Ciro Immobile sind im derzeitigen Kader die Einzigen, die einen ähnlichen Torinstinkt wie Aubameyang und Reus haben. Sie besser ins Spiel zu integrieren, wird in den nächsten Tagen eine wesentliche Aufgabe für Klopp und sein Team sein.

Machen wir uns nichts vor: Die Partie in Frankfurt war nicht gut und für Dortmunder Verhältnisse auch keine unglückliche Niederlage. Der Unterschied selbst zur Vorsaison ist groß. In den nächsten Wochen werden nach derzeitigem Stand bis auf Marco Reus alle Spieler wieder zur Verfügung stehen. Wenn das nicht weiterhilft – nur dann wäre Jürgen Klopp mit seinem Latein am Ende.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek (38. Ramos), Subotic, Ginter, Durm – Bender, Kehl (74. Gündogan) – Mkhitaryan, Kagawa (74. Jojic), Großkreutz – Aubameyang. Gelbe Karten: Ginter, Großkreutz

Hinten wackelts, vorne krachts

DFB-Pokal, 1. Runde / Stuttgarter Kickers 1 BVB 4

Borussia Dortmund hat sich standesgemäß in die zweite Pokalrunde geschossen, auch wenn das Ergebnis nicht die ganze Geschichte der Partie im Gottlieb-Daimler-Stadion erzählt. Die Schwarz-Gelben setzten sich vor allem wegen ihrer deutlich effizienteren Offensivabteilung durch, während die Abwehrreihen beider Klubs häufig wackelten.

Natürlich hatten der Stuttgarter Trainer Horst Steffen und seine Schützlinge ihre Hausaufgaben gemacht und nahmen außerdem noch Selbstvertrauen aus der Liga mit. Pressing ist als probates Mittel gegen den BVB bekannt, erfordert jedoch hohe Konzentration. Den Kickers gelang das zunächst sehr ordentlich; sie ließen bis auf eine Szene, als Jojic zentral im Strafraum frei stand, kaum etwas zu, so dass sich eine halbe Stunde lang in Tornähe wenig tat. Marco Reus stand überraschend bereits wieder in der Startformation. Der ideelle Wert seiner Rückkehr schien aber fast größer als der sportliche. Wie zunächst auch viele seiner Kollegen hatte der stellvertretende Kapitän kein glückliches Füßchen beim letzten Pass in die Spitze.

Deshalb musste es wohl ein präziser langer Pass sein, der das erste Tor vorbereitete. Oliver Kirch, zu diesem Zeitpunkt der Saison absolut verdient in der Startelf, schlug ihn aus der eigenen Hälfte auf Lukasz Piszczek auf dem rechten Flügel, der bei seiner Flanke das richtige Auge für den nachrückenden Henrikh Mkhitaryan hatte. Piszczu sollte später noch das dritte Tor vorbereiten, doch darf auch nicht verschwiegen werden, dass er defensiv einige Male ausgespielt wurde und ihm manches zu schnell zu gehen schien. Jürgen Klopp hatte die Viererkette auf zwei Positionen verändert, Subotic für Ginter und Durm für den verletzten Schmelzer gebracht. Richtig überzeugen konnte gestern jedoch keiner der vier. Neven merkte man die fehlende Spielpraxis an; Sokratis war bis auf seinen schlampigen Fehlpass, der in der Folge fast zu einem Tor durch Soriano geführt hätte, der stärkere Innenverteidiger. Erik Durm spielte unauffällig, aber nicht immer sicher im Positionsspiel.

Kurz vor und kurz nach der Pause hatten die Kickers mehrere gute Szenen, scheiterten aber an Langerak oder verzogen. Das ist dann halt der Unterschied: Pierre-Emerick Aubameyang, den manche schon aus Dortmund wegschreiben wollten, zeigte sich wieder sehr gut aufgelegt und nutzte einen zu schwachen Rückpass von Fennell, um den Torwart zu umspielen und auf 2:0 zu erhöhen. Schon zuvor war ein weiterer Schuss von ihm gerade noch von einem Abwehrspieler geklärt worden. Die Kickers nutzten zwar eine weitere Unentschlossenheit in der Dortmunder Abwehr zum Anschlusstreffer, der aber wegen Abseitsstellung nicht hätte zählen dürfen. Andererseits konnten sich die Gastgeber über ein nicht mit Gelb-Rot geahndetes Handspiel von Mkhitaryan ärgern, dessen erste Verwarnung aber fragwürdig war.

Nach Aubameyangs straightem 3:1 nach erneuter Piszczek-Flanke war es schön, noch einen der neuen Stürmer treffen zu sehen. Wieder war ‚die Spinne‘ beteiligt: Pierre-Emericks Pass setzte Adrian Ramos ein, der von links präzise ins lange Eck abschloss. Schön zu sehen, dass gestern Aubas Zuspiele vermehrt ankamen.

Nach dem verdienten Erfolg gegen einen starken Drittligisten sehen wir jetzt natürlich gespannt dem Bundesliga-Auftaktkracher gegen Leverkusen entgegen. Vor allem an der Viererkette muss Jürgen Klopp tüfteln. Während sich die Außenverteidiger beinahe von selbst aufstellen, ist innen fast alles offen. Nur an einen Einsatz von Neven von Beginn an glaube ich derzeit nicht. Die Auslosung der zweiten Pokalrunde erfolgt übrigens nach dem Topspiel am Samstag live auf Sky.

Die Aufstellung: Langerak – Piszczek, Subotic, Sokratis, Durm – Kirch – Jojic, Mkhitaryan – Reus – Ramos, Aubameyang. Gelbe Karten: Mkhitaryan, Ramos. Tore: Mkhitaryan, Aubameyang (2), Ramos

Der Stand der frühen Dinge

Morgen ist die offizielle Saisoneröffnung von Borussia Dortmund. Der Verein veranstaltet dazu wieder einen Familientag – und eröffnet die neue Fan-Welt an der Nordwestecke des Westfalenstadions. Schön für die Menschen in und um Dortmund, für die übrigen Fans von peripherem Interesse. Schon am Sonntag steht dann allerdings das letzte Testspiel vor dem Pflichtspiel-Auftakt bevor, für das Kevin Großkreutz sogar früher aus dem Urlaub gekommen ist: Es geht zum FC Liverpool an die legendäre Anfield Road (Anpfiff 13.15 Uhr / live im WDR Fernsehen).

Der Klub von der Merseyside möchte sich in der kommenden Saison nach der knapp verpassten Meisterschaft endgültig unter den Topteams der Premier League etablieren. Wie die Bundesliga startet auch die höchste englische Spielklasse in einer guten Woche – für beide Mannschaften geht es also um einen echten Härtetest. Zeit also, die Lehren aus der bisherigen Vorbereitung des BVB zu ziehen.

Einfach ist das angesichts der nach und nach hereintröpfelnden Spieler nicht. Ohne alle im TV übertragenen Partien in voller Länge gesehen zu haben, noch schwerer. In den letzten beiden Partien gegen Verona und Wroclaw war die defensive Stabilität bereits recht hoch, die offensive Gefährlichkeit stimmte erst in Polen, wo denn auch zwei der neuen Stürmer, Ciro Immobile und Adrian Ramos, trafen.

Erste Eindrücke: Bei der Besetzung der Innenverteidigung wird Jürgen Klopp wie vermutet die Qual der Wahl haben. Neven Subotic befindet sich schon in ordentlicher Form, so dass sich Mats Hummels ganz in Ruhe die nötige Fitness für einen Einsatz holen kann. Im Sturm könnten zunächst ein wenig Rotation und gelegentliche taktische Veränderungen angebracht sein, denn vor allem Pierre-Emerick Aubameyang hat sich in der Vorbereitung in den Vordergrund gespielt – er war ja auch nicht in Brasilien.

Entscheidend in einer vermutlich nicht leichten Saison dürften Teamspirit und Teamwork sein. Medien und interessierte andere Parteien werden Gerüchte um die Zukunft von Marco Reus und auch Mats Hummels konstant am Köcheln halten. Dagegen müssen sich die Betroffenen, aber auch Mitspieler und Führung so immun wie möglich zeigen. Was nicht heißt, dass man nicht auch mal deutliche Worte benutzen sollte.

Ginters Kindheitstraum und Nevens Rückkehr

Wie angekündigt hat Borussia Dortmund noch am Mittwochabend Matthias Ginter vom SC Freiburg verpflichtet. Der 20-jährige Abwehrspieler hat einen Vertrag bis Juni 2019 unterschrieben und soll die Schwarz-Gelben zehn Millionen Euro plus Bonuszahlungen kosten. Und es gibt wohl kaum schönere Musik in den Ohren der BVB-Fans als Matthias‘ erstes Statement:

Für mich geht heute ein Kindheitstraum in Erfüllung. Ich war immer großer BVB-Fan und darf nun das Trikot meines Lieblingsvereins tragen. In Dortmund möchte ich den nächsten Schritt meiner sportlichen Entwicklung machen.

Beste Voraussetzungen also für eine goldene Zukunft in schwarz-gelb? Bekannt ist, dass sich die Transferverhandlungen zwischen den Vereinen hingezogen haben und der SC Freiburg einen Wechsel zwischenzeitlich ausgeschlossen haben soll. Ein Argument der Breisgauer war, dass es für die Entwicklung Ginters besser sei, Woche für Woche zu spielen. Ob er das beim BVB in seiner ersten Saison schaffen wird, ist sehr fraglich.

Ginter wird von den Dortmunder Offiziellen primär als Innenverteidiger gesehen, doch Michael Zorcs Aussage zu seinen Fähigkeiten ist offener geworden. „Matthias ist als spielstarkes und flexibel einsetzbares deutsches Toptalent für uns immer in höchstem Maße interessant gewesen“, sagte der Sportdirektor nach der Vertragsunterzeichnung. Man traut dem Neuzugang offensichtlich zu, im defensiven Mittelfeld oder womöglich im Notfall auch auf den Außenpositionen einzuspringen. Was dann doch etwas mehr Sinn ergibt als noch einen reinen Innenverteidiger zu verpflichten.

Klar, zu Beginn der Saison könnte Ginter in die Startelf rutschen. Mats Hummels ist wegen seines Urlaubs erst zum Ligaauftakt wieder eingeplant. Bei Neven Subotic muss man abwarten, ob ihm die Vorbereitungsphase reicht, um wieder auf die notwendige Match-Fitness zu kommen – auch in qualitativer Hinsicht. Der Kreuzbandriss scheint ausgestanden: Gestern wurde Neven beim Testspiel in Heidenheim in der 74. Minute eingewechselt. Der BVB gewann 4:3 und kassierte während Nevens Einsatzzeit kein Gegentor mehr. Mkhitaryan gelangen in glühender Hitze im Albstadion zwei Treffer, Aubameyang erzielte das 1:0 und Gyau den Endstand.

Ginter muss also bis zum Supercup gegen Bayern Neven oder Sokratis hinter sich lassen. Keine einfache Aufgabe, da Jürgen Klopp verdienten Spielern gewöhnlich erst mal Rückendeckung gibt. Gut möglich, dass Matthias deshalb in den Testspielen auch mal auf der ‚6‘ ausprobiert wird. Ein weiterer Aspekt seiner Verpflichtung ist die schwarz-gelbe Abwehr der Zukunft. Es wird in der kommenden Saison unweigerlich Gerüchte über einen möglichen Wechsel von Mats Hummels geben. Die starke WM und seine Fähigkeiten nach vorne machen ihn zu einem äußerst begehrten Spieler. Ob er auch angesichts des privaten Umfelds weiterhin voll auf Dortmund fixiert bleibt, ist offen. Gut möglich, aber wer will dafür die sprichwörtliche Hand ins Feuer legen? Neven Subotic wird selbstverständlich diese Saison in schwarz-gelb spielen, aber er äußerte in der Vergangenheit, sich irgendwann die Premier League vorstellen zu können.

Ginter scheint also in jedem Fall eine lohnende Investition in die Zukunft zu sein – und ein Spieler, der zum Verein steht. Bleibt die Frage nach dem Zeitpunkt des Transfers. Wie glücklich der gewählt ist, muss die Saison erweisen. Unabhängig davon freue ich mich auf den jungen Weltmeister. Willkommen, Matthias Ginter!

Zehn laufen wieder – Neven auch

Naturgemäß ist der Trainingsauftakt bei Borussia Dortmund wie bei den anderen Bundesligisten dank der Ereignisse in Brasilien medial ein wenig untergegangen. Nicht bei uns Fans natürlich. Bei den Schwarz-Gelben ging es am Samstag los – mit zehn Profis. Bekanntermaßen gibt es eine Reihe von Spielern, die noch bei der WM beschäftigt sind oder waren und deshalb erst später zum Kader stoßen werden. Und Jürgen Klopp muss auf die Verletzten Marco Reus, Ilkay Gündogan und Marian Sarr verzichten.

Die erfreulichste Nachricht nicht nur für den Trainer dürfte daher gewesen sein, dass unter den zehn Trainingsteilnehmern Neven Subotic war. Der beliebteste Autofahrer Dortmunds hat seinen Kreuzbandriss überwunden und die Chancen stehen gut, dass er zu Saisonbeginn im August wieder voll einsatzfähig, wenn auch vielleicht qualitativ noch nicht bei 100 Prozent ist. Zunächst steht für die per Medizin- und Laktattest Gemusterten das erste Trainingslager in den Kitzbühler Alpen an. Das erste Testspiel bestreitet der BVB erst danach, am 15. Juli bei Hessen Kassel.

Im Gegensatz zu den letzten Turnieren bekommen die involvierten Borussen in diesem Sommer länger frei – bis zu vier Wochen. Dadurch soll eine ausreichende Regeneration gewährleistet werden, obwohl der späte Einstieg ins Mannschaftstraining natürlich Abstimmungsschwierigkeiten mit sich bringen könnte. Auch das „mentale Tief“, von dem Mats Hummels nach der EM 2012 gesprochen hat, dürfte bei der veränderten Einschätzung der Urlaubsbedürftigkeit eine Rolle gespielt haben. Ob die Vor- letztendlich die Nachteile überwiegen, wird sich im Lauf der Saison zeigen. Das frühe Ausscheiden Italiens könnte immerhin für die Eingliederung von Ciro Immobile nützlich sein.

Ob in Matthias Ginter ein weiterer Nationalspieler zu Borussia Dortmund stoßen wird, ist unterdessen weiterhin unklar. Nach der vermeintlichen Absage des SC Freiburg haben die Schwarz-Gelben nun laut Michael Zorc ein finales Angebot abgegeben. Was man als Big Player in der Bundesliga vermutlich nicht machen würde, wenn die Sache absolut chancenlos wäre. Der Trainer des Sportclubs Christian Streich sagte dem „Kicker“, er sei „gewappnet für Dinge, die sich verändern können“.

Einer dieser Tage

1. Bundesliga, 12. Spieltag / VFL Wolfsburg 2 BVB 1

(Updated) Fußball kann ein A-loch sein. Wenn sich äußere Einflüsse, Pech und die eigene Leistung gegen eine Mannschaft verbünden, hilft es auch nicht, Borussia Dortmund zu sein. Höchstens der FC Bayern. Am Ende eines schwarzen Tages für die Schwarz-Gelben steht eine knappe Niederlage in Wolfsburg, die höchst unglücklich, aber nur bedingt unverdient ist.

Einen Tag nach der Bekanntgabe der Entscheidung, dass den drei aktivsten Ultra-Gruppen die Auswärtsdauerkarten entzogen werden, war es nicht überraschend, dass die Stimmung im Gästeblock nach den Eindrücken vom Bildschirm äußerst bescheiden war. Vorsänger waren nicht zu sehen oder zu hören, aber dazu wird sicher an anderer Stelle Genaueres zu lesen sein. Hilfreich war die Situation sicher nicht.

Die Gastgeber machten ihre Sache gut. Sie spielten keinesfalls zurückhaltend, sondern aggressiv, mit Pressing, aus dem sich die Borussia heute zu selten befreien konnte. Deutlich zu viele Fehlpässe verhinderten schöne Kombinationen, wie es sie noch gegen Arsenal gegeben hatte. Oft wurde zu optimistisch anstatt einfach agiert. Nuri Sahin erwischte keinen guten Tag. Defensiv wirkte vor allem Marcel Schmelzer nie auf der Höhe – heute war zum ersten Mal so ein Tag, an dem man die Entscheidung, im Sommer keinen Außenverteidiger mehr zu verpflichten, kritisch sehen kann. Wolfsburgs Rechtsverteidiger Ochs wirkte über Schmelles Seite jedenfalls viel zu präsent.

Vor der Pause passierte noch emotional sehr Gegensätzliches. Nach einem Zweikampf mit Ivica Olic fiel Neven Subotic unglücklich. Die Szene sah zunächst eher harmlos aus, doch Neven signalisierte schnell, dass es etwas Ernsthaftes war. Der Innenverteidier musste mit der Trage vom Platz getragen und durch Sokratis ersetzt werden. Jürgen Klopp sprach nach dem Spiel von einem wahrscheinlichen Kreuzbandriss – Aufschluss wird eine Kernspintomographie geben, die noch heute Abend in Dortmund vorgenommen wird. Alles Gute, Neven; auf dass sich der Trainer geirrt hat!

Kurz vor dem Halbzeitpfiff gab es dann doch noch etwas zum Jubeln: Der BVB bekam einen Freistoß aus etwa 18 Metern Torentfernung zugesprochen – und Marco Reus zirkelte den Ball über die Mauer ins linke Eck. Leider wussten die Schwarz-Gelben nur in den ersten Minuten der zweiten Hälfte nachzusetzen. Nach der schönsten Kombination der Partie verzog Aubameyang knapp. Und dann war die Zeit der Wölfe gekommen. Rodriguez schlug einen Freistoß in den Strafraum, der junge Knoche stieg zum Kopfball hoch, traf jedoch nicht – der Ball schlug trotzdem ins linke Eck ein. Es war nicht der einzige Standard, bei dem die Borussia Probleme hatte: Auch die Mehrzahl der Wolfsburger Ecken war gefährlich; mehrmals musste Weidenfeller mit der Faust klären.

Die Partie war danach spannend und ausgeglichen, doch die Gastgeber zeigten sich effektiver. In der 69. Minute zog Olic von rechts aus etwa 17 Metern ab – und der Ball sprang vom linken Innenpfosten ins Tor – ein Schuss, den man nicht halten, aber womöglich verhindern konnte.

In den letzten 20 Minuten kam dreierlei zusammen: Die den Schwarz-Gelben an diesem Tag fehlende Ruhe bei Abschluss und letztem Pass, die auch durch die Einwechslungen von Hofmann und Duksch nicht ins Spiel kam. Aluminium-Pech bei Reus‘ zweitem Freistoß aus zentraler Position. Und die alles in allem bescheidene Leistung des Schiedsrichters Dr. Jochen Drees. Der hatte durch frühe gelbe Karten Hektik ins Spiel gebracht, danach aber zu oft mit zweierlei Maß gemessen – tendenziell zuungunsten der Borussia. Eklatant war jedoch vor allem das Ausbleiben des Elfmeterpfiffs, als Lewandowski in der Schlussphase von Rodriguez an der Schulter gerissen wurde. Wäre das bei einem Ribery auch passiert?

Am Ende war es eben jedoch vor allem einer dieser Tage, an denen alles gegen einen läuft. Jürgen Klopp und seiner Mannschaft wird nach dieser Woche die Länderspielpause recht kommen. Dass das Spiel danach wegweisend wird, muss wohl nicht extra betont werden.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Großkreutz, Subotic (45. Sokratis), Hummels, Schmelzer – Bender (77. Duksch), Sahin – Aubameyang (77. Hofmann), Mkhitaryan, Reus – Lewandowski. Gelbe Karten: Bender, Hummels, Mkhitaryan, Lewandowski. Tor: Reus

UPDATE: Noch am Samstagabend schufen Neven Subotic auf seiner Facebook-Seite und der BVB auf der Homepage Gewissheit: Der Innenverteidiger hat sich tatsächlich einen Kreuzband- und zusätzlich einen Innenbandriss zugezogen und fällt aller Voraussicht nach für den Rest der Saison aus. Extrem bitter, aber Neven ist sich sicher, dass er noch stärker zurückkommen wird und warum sollte man ihm da widersprechen? Noch mal gute Besserung – ich bin zuversichtlich, dass Neven nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Spielfeld in Dortmund bald mal wieder etwas zu feiern hat.

Arsenals Rache

Champions League, 4. Spieltag / BVB 0 FC Arsenal 1

Die Gunners haben nach der Heimpleite gegen die Schwarz-Gelben in London den Spieß umgedreht und ihrerseits dank eiskalter Effektivität 1:0 im Westfalenstadion gewonnen. Der einzige Trost nach einem bitteren Abend: Dank der Auswärtstorregel hat der BVB den direkten Vergleich für sich entschieden. Und das könnte in der ebenso schweren wie engen Gruppe noch wichtig werden.

15:4 Torschüsse standen am Ende für die Gastgeber zu Buche – trotz Phasen, in denen der Ball bei Arsenal deutlich besser durch die Reihen lief, hätte die Borussia eigentlich sogar mehr als einen Punkt verdient gehabt. Wie zu erwarten agierten die Gäste zunächst deutlich defensiver als im eigenen Stadion, erarbeiteten sich zwar nach und nach ein Plus an Ballbesitz, was sie jedoch nicht in ernstzunehmende Angriffe umsetzten. Dafür sorgte in der ersten Hälfte auch ein präsenter und kompromissloser Sven Bender und die wache Dortmunder Innenverteidigung, die aus Subotic und Sokratis bestand. Den beiden unterliefen nur beim einzigen Treffer der Partie ernste Fehler, doch Spekulationen, was Mats Hummels hätte ausrichten können, wäre er einsatzfähig gewesen, lassen sich nicht vermeiden.

Der BVB hatte seine Chancen: Subotic zielte knapp daneben, Mkhitaryan hatte aus etwa 15 Metern sogar etwas Zeit, schoss aber ebenfalls links vorbei. Einen Kopfball von Marco Reus musste Torwart Szczesny parieren; in einer anderen Szene schaffte es der frei stehende Dortmunder Mittelfeldspieler nach einer Hereingabe unerklärlicherweise nicht, den Ball in Richtung Tor zu lenken. Abspielfehler gab es auf beiden Seiten; zudem war die Defensivarbeit der Londoner alles in allem überzeugend.

Es war kein überragendes Spiel, aber es gab einige Kombinationen zum Genießen – durchaus auch auf Dortmunder Seite. Dass Arsenal der Siegtreffer gelang, war auch einer Fehlerkette der Schwarz-Gelben zuzuschreiben. Sokratis verlor den Ball im Aufbauspiel, Schmelzer konnte eine Özil-Flanke nicht verhindern, Subotic und Weidenfeller wirkten zentral erneut zu unkoordiniert im Zusammenspiel. Nach der Führung hatte Arsenal eine weitere Großchance, die Weidenfeller vereiteln konnte. Dennoch war erstaunlich, was sky-Kommentator Marcel Reif – kompetenzbefreit wie nie – von sich gab: Dortmund habe vor dem Tor gerade in die zweite Halbzeit gefunden gehabt – in Wahrheit hatten sie dominiert. Und Arsenal habe sich die Führung mit jener zweiten Chance bereits verdient.

Aber das sind Nebensächlichkeiten. Reif ist ebensowenig verantwortlich für die Niederlage wie der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers. Der hätte zwar in der Nachspielzeit eindeutig Elfmeter für die Borussia geben müssen, als Mertesacker Lewandowski umriss. Aber gut zehn Minuten zuvor war Roman Weidenfeller bei einer Abwehraktion auch in Koscielny hineingesprungen. Auch der mögliche Platzverweis gegen Arsenals Arteta war angesichts des harmlosen letzten Fouls nicht zwingend.

Letztlich lag die Niederlage an der mangelnden Chancenverwertung auf der einen und der Effektivität auf der anderen Seite. Allzu große Vorwürfe kann man der Mannschaft ohnehin nicht machen. Dass diese Gruppe schwer werden würde, war klar. Natürlich ist es bitter, dass die Blauen in ihrer Gruppe trotz ihrer Leistungen immer noch besser da stehen – doch das Losverfahren folgt ja transparenten Kriterien. Die entscheidende Phase folgt jetzt: Mit einem Sieg gegen Neapel zu Hause hätte man alles weiter selbst in der Hand, wenn auch gegen die Italiener der direkte Vergleich gewonnen wird – dazu reicht schon ein 1:0.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Großkreutz, Subotic, Sokratis, Schmelzer – Bender (75. Hofmann), Sahin – Blaszczykowski (74. Aubameyang), Mkhitaryan, Reus (86. Schieber) – Lewandowski. Gelbe Karte: Lewandowski