Gegen den Trainer des Halbjahrs

Als Markus Weinzierl im letzten Sommer sein Engagement als Trainer beim FC Augsburg antrat, fragten sich viele interessierte Außenstehende, ob Vorgänger Jos Luhukay nicht die beste Chance des Vereins gewesen wäre, eine dritte Saison in der ersten Liga zu sichern. Niemand konnte so richtig verstehen, warum man sich vom erfolgreichen und in der Öffentlichkeit beliebten Niederländer getrennt hatte. Die Hinserie der laufenden Saison schien die Skeptiker zu bestätigen. An Weihnachten galt der FCA neben Greuther Fürth in vielen Medien bereits als sicherer Absteiger.

Dass es anders kommen kann, haben in den vergangenen Spielzeiten bereits Mönchengladbach oder der SC Freiburg bewiesen. Und auch Weinzierls Team ist derzeit auf einem guten Weg, zumindest die Relegationsspiele zu erreichen. Inzwischen stehen die Augsburger deutlich vor den abgeschlagenen Fürthern und weiterhin vier Punkte vor dem Circus Hoppiano. Was deutlich macht, wie viel man mit guter Führungsarbeit erreichen kann. Niemand weiß natürlich, wo Luhukay mit dem Team zu diesem Zeitpunkt stehen würde, und nachvollziehen können muss man die Animositäten zwischen den Vereinsverantwortlichen und ihm nach wie vor nicht.

Doch seit dem Beginn der Rückserie trägt die Arbeit von Markus Weinzierl auch ganz sichtbar Früchte. Der FCA hat mit seinen bescheidenen Mitteln und mit Hilfe von mehreren ausgeliehenen oder günstig verpflichteten Neuzugängen 15 Punkte aus zehn Spielen geholt. Das ist nicht die Quote eines Absteigers. Jürgen Klopp hat seinen Kollegen Weinzierl deswegen etwas verfrüht als „Trainer des Halbjahrs“ geadelt. Ob diese Aussage im Mai noch Gültigkeit haben wird, hängt auch von der Fähigkeit des Konkurrenten Hoffenheim ab, mit derem individuell viel stärker besetzten Kader endlich mal etwas richtig zu machen.

Richtig ist in jedem Fall, dass es deutlich schwerer geworden ist, Augsburg zu schlagen. Klopp lobte in der Pressekonferenz zum kommenden Spiel in Dortmund unter anderem das 4-5-1-System mit häufig nur einem Mann direkt vor der Abwehr. Ärgerlich wäre für die Gäste allerdings der Ausfall von Topstürmer Sascha Mölders. Dessen Einsatz steht wegen einer Fußverletzung auf der Kippe. Ungewiss ist auch das Mitwirken von Linksverteidiger Ostrzolek.

Bei der Borussia sieht es personell endlich mal sehr gut aus – daran haben auch einige härtere Attacken des FC Malaga am Mittwoch nichts ändern können. Mats Hummels und sogar Patrick Owomoyela konnten heute voll trainieren und stünden für einen Platz im Spieltagskader zur Verfügung. Bei Kuba könnte es nach Klopps Worten eng werden – gut möglich, dass dem Trainer Jakubs Mitwirken am Dienstag wichtiger ist. In der PK deutete Klopp auch an, dass ein wenig Rotation zu erwarten ist, aber nicht im Übermaß. Fast sicher erscheint der Einsatz von Nuri Sahin, darüber hinaus böte sich angesichts der zurückliegenden Länderspiele auch eine Pause für Robert Lewandowski und eine Chance für Julian Schieber an. Nicht ganz ausgeschlossen sind sicher auch Varianten mit Kirch oder Großkreutz für Piszczek sowie Bittencourt für Reus oder Götze.

Als Fan darf man etwas entspannter in die Partie am Samstagnachmittag gehen, die Mannschaft hat in der Hinsicht hoffentlich ihre Lektion gelernt. Alles andere als ein Sieg wäre selbst gegen den ‚Trainer des Halbjahres‘ eine Überraschung.

Ein Absteiger wie Piszczek

Borussia Dortmund hat heute die Verpflichtung von Oliver Kirch bekanntgegeben. Der 29-jährige wechselt vom Bundesliga-Absteiger 1.FC Kaiserslautern zum deutschen Meister und unterschreibt einen Zweijahresvertrag. Die Ablöse soll rund 400.000 Euro betragen.

Mit dem Transfer ist Michael Zorc und den anderen Verantwortlichen mal wieder eine Überraschung gelungen. Allgemein war damit gerechnet worden, dass die Borussia nur noch einen Stürmer als Alternative zu Robert Lewandowski und Ersatz für Lucas Barrios holen würde. Kirch ist dagegen als Back-up für Lukasz Piszczek rechts hinten eingeplant, kann jedoch auch im defensiven Mittelfeld und sogar auf der rechten Außenbahn eingesetzt werden. Neben der Position gibt es weitere Parallelen zu Piszczek: Auch der kam 2010 von einem Absteiger – Hertha BSC – nach Dortmund und hatte dementsprechend wie Kirch nur einen mäßigen Notenschnitt beim „Kicker“ (Kirch 4,1 in 2011/12). Der sofort feststellbare Unterschied zwischen den beiden ist das Alter.

Oliver Kirch also. Mit ihm haben sicher nur absolute BVB-Insider gerechnet, doch das Beispiel Piszczek legt nahe, dass sich Zorc, Klopp und die BVB-Scouts eingehend mit dem Spieler beschäftigt haben. Und bei ihm das Potenzial sahen, beim BVB notfalls für Piszczek oder im Mittelfeld einzuspringen. Eine breit besetzte Defensive kann auch sicher nicht schaden. Bleibt die Frage, ob Patrick Owomoyela, mit dem im Frühjahr um ein Jahr verlängert wurde, nach seiner Verletzung nur noch dritter Rechtsverteidiger oder vierter Innenverteidiger sein wird. Und ansonsten vor allem guter Geist der Mannschaft. Außerdem erschließen sich noch nicht so ganz die Vorzüge von Kirch zu Florian Kringe, der die gleichen Positionen hätte abdecken können. Oder ging es da etwa nur ums Gehalt?

Der Kicker spekuliert nun aufgrund eines zwei Wochen alten Interviews mit Michael Zorc, dass Kirch der letzte Neuzugang des BVB in der kommenden Transferphase sei. Dass die Schwarz-Gelben wirklich nur mit Lewandowski und Reus als möglicher Sturm-Alternative in die Saison gehen, erscheint jedoch wenig wahrscheinlich. Zumal sich mögliche Nachrücker aus der zweiten Mannschaft wie Daniel Ginczek und Terence Boyd anderweitig orientiert haben. Ob es Julian Schieber vom VfB oder jemand anders wird – in der Offensive dürfte noch ein Neuer kommen. Doch heute sage ich erst mal: Willkommen beim BVB, Oliver Kirch!

Zweite Mannschaft ganz groß

1. Bundesliga, 33. Spieltag / 1.FC Kaiserslautern 2 BVB 5

Die offizielle Zweite Mannschaft von Borussia Dortmund hat es nach einer wahnsinnigen Aufholjagd in der Rückserie selbst in der Hand, den Aufstieg in die dritte Liga zu schaffen. Gestern gewannen die ‚kleinen Schwarz-Gelben‘ durch ein spätes Tor mit 1:0 gegen die Verfolger von der anderen Borussia. Die inoffizielle zweite Mannschaft stand am Samstag in der Bundesliga auf dem Platz und löste die gestellte Aufgabe in beeindruckender Weise besser als die Meisterelf vom letzten Jahr im ersten Spiel nach der Sicherung des Titels.

Natürlich hatten die abgestiegenen Lauterer den motivierten Borussen weniger entgegenzusetzen als die Bremer letzten Mai. Und trotzdem war der Auswärtssieg in dieser Höhe beeindruckend. Jürgen Klopp machte mit der Entscheidung, auf einige Spieler aus der zweiten Reihe zu setzen, alles richtig. So kamen nicht nur der wiedergenesene Stammspieler Götze für den erkrankten Kuba und Chris Löwe für den verletzten Marcel Schmelzer ins Team, sondern auch Langerak, Santana, Owomoyela und Barrios. Und im Laufe des Spiels noch Moritz Leitner und sogar Florian Kringe. Zwar führten zwei Fehler von Santana und Langerak zu den beiden Gegentoren, doch ansonsten machten die vermeintlichen B-Elf-Spieler sehr viel richtig.

Es stand selbstredend keine echte B-Elf auf dem Platz. Gerade Mittelfeld und Angriff waren topbesetzt und es zeigte sich, dass die Variante mit Lewandowski als hängende Spitze oder ’10er‘ hinter Barrios gegen manche Gegner prima funktioniert. Man muss den Spielern, die zuletzt wenig gespielt haben, wie Perisic, Barrios und Owomoyela, ein Kompliment dafür machen, wie sie gestern aufgetreten sind. Sie haben ihre Chance genutzt.

Einen kleinen Weckruf benötigten die Schwarz-Gelben allerdings schon. Felipe Santana verlor im Mittelfeld unnötig den Ball gegen Fortounis und lief in der Folge auch noch so unglücklich in dessen Pass von links, dass der Ball vom Schienbein des Innenverteidigers ins Tor sprang. Man merkte jedoch sofort danach, dass die Motivationsbekundungen der Borussen keine Lippenbekenntnisse gewesen waren. Und so gelang Lucas Barrios schon zwei Minuten später der Ausgleich per Kopf nach einer Flanke von ‚Uwemoyela‘. Im Anschluss wurden die Qualitätsunterschiede zwischen den Teams überdeutlich und auch der Glaube an einen Heimsieg zum Abschied aus der Liga schwand bei den Gastgebern wohl spätestens, nachdem Barrios mit seinem zweiten Treffer die Führung erzielt hatte.

Es war kein perfektes Spiel der Borussia – phasenweise erinnerte die Partie ein wenig an Sommerfußball. Doch es überwog das Positive. Die Schwarz-Gelben eroberten früh die Bälle und boten den Lauterern nach dem 2:1 kaum noch Platz zum Kontern. Und sie waren engagiert und aufmerksam. Ganz besonders Ivan Perisic, der vor dem 4:1 gegen Torwart Sippel zunächst den Kürzeren gezogen hatte, jedoch sah, dass der Keeper den Ball leichtsinnig aus dem Strafraum spielen wollte, daraufhin nachsetzte und das Leder von Sippels Fuß zu Barrios spitzelte, der nur ins leere Tor schießen musste. Ivan hatte gestern einen ganz starken Tag, bereitete auch noch den zweiten Treffer vor und erzielte mit einem tollen Schlenzer den fünften.

Und damit sind noch immer nicht alle schönen Aspekte dieses Spiels genannt. Das dritte Tor ging auf das Konto von Mario Götze, der somit ein Startelf-Comeback nach Maß feierte und bereit für die noch kommenden Aufgaben zu sein scheint. Zu meckern gibt es kaum etwas. Bei zwei weiteren Aluminium-Treffern war mehr Pech als Unvermögen im Spiel. Vor dem großen Saisonfinale mit Schalenübergabe und Endspiel in Berlin dämpft höchstens eine Sache die tolle Stimmung: Auch Sportdirektor Michael Zorc hat heute bestätigt, dass ein Wechsel von Shinji Kagawa nicht unwahrscheinlich ist. Derzeit will der japanische Nationalspieler seinen Vertrag nicht verlängern und könnte bei einem angemessenen Angebot – womöglich aus England – den Verein verlassen. Darüber hinaus scheinen auch beim gestrigen Hattrick-Torschützen Lucas Barrios die Zeichen auf Trennung zu stehen.

Die Aufstellung: Langerak (5) – Owomoyela (7), Subotic (7), Santana (6), Löwe (6) – Gündogan (7), Kehl (7) (64. Leitner) – Götze (7) (77. Kringe), Lewandowski (7) (66. Kagawa), Perisic (9) – Barrios (9). Gelbe Karte: Barrios. Tore: Barrios (3), Götze, Perisic

Gegen alle Widerstände

Borussia Dortmund war nach der überraschenden Qualifikation für die Champions League angetreten, um die Rückkehr auf Europas höchste Fußballbühne zu zelebrieren. Die Realisten unter den Fans hatten ein Ziel: Die schwarz-gelben Auftritte zu feiern, unabhängig davon, was am Ende herausspringt. Im Heimspiel gegen Arsenal, aber auch in Marseille, gelang das eindrücklich. Was Fans und womöglich auch die Mannschaft am Mittwoch beim Spiel in Piräus erwartet, könnte das Feiern massiv erschweren.

Nach heutigem Stand werden die griechischen Fluglotsen am Mittwoch und Donnerstag komplett streiken, so dass keinerlei Starts und Landungen möglich sind. Da deutlich über 95% der BVB-Fans, die das Spiel besuchen wollen, mit dem Flugzeug anreisen dürften und viele ihren Hinflug für Mittwoch und den Rückflug für Donnerstag geplant haben, könnte das schwarz-gelbe Kontingent im Georgios Karaiskakis-Stadion kleiner ausfallen als gedacht. Wegen der großen Entfernung und der schwierigen Lage in Griechenland wird es ohnehin kleiner sein als in Marseille und London. Für viele Fans ist der Weg zum Flughafen am Mittwoch eine Fahrt mit ungewissem Ausgang. Entweder man muss enttäuscht und unverrichteter Dinge umkehren oder es wird 2000 Kilometer südöstlich doch noch irgendein Kompromiss ausgehandelt. Mit Fußball wird er jedoch kaum zu tun haben und woher er kommen soll, ist nicht abzusehen. Ich wünsche allen, die sich auf die Reise machen, viel Glück und dass es doch irgendwie hinhaut!

Zu allem Übel hat der griechische Fußball wiederkehrende Probleme mit Gewalt und Korruption. Ersteres war zuletzt beim Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft gegen Kroatien zu beobachten, im gleichen Stadion in Piräus. Die Gästefans haben sich daran allerdings ebenfalls beteiligt. Ausschreitungen vergleichbaren Ausmaßes sind in der CL nicht zu erwarten, vorsichtig sein müssen BVB-Fans trotzdem. Für die Schwarz-Gelben, die es nach Athen / Piräus schaffen, hat die Borussia einen Bustransfer zum Stadion organisiert. Beide Probleme, Korruption und Gewalt, beleuchtete heute Abend ein Beitrag im WDR-Magazin „Sport Inside“.

Die Mannschaft und die sie für teures Geld direkt begleitenden Fans haben es bei der Anreise etwas besser. Ankunft ist bereits am Dienstag, die Abreise erfolgt spätestens gegen 23 Uhr MEZ am Donnerstag. Was natürlich suboptimal für das Spiel am Samstag gegen Köln wäre, aber mit drei Punkten aus dem krisengeschüttelten Griechenland könnte man das verschmerzen. Jürgen Klopp und sein Team werden alles tun, um die Fokussierung auf das Spiel zu ermöglichen und allzu große Bedenken braucht man da nicht zu haben. Fokussierung heißt jedoch nicht gleich Auswärtssieg. Für beide Vereine geht es um die wahrscheinlich letzte Chance, mit einem Sieg den Anschluss an die beiden Führenden wieder halbwegs herzustellen.

In der griechischen Liga stehen nach wenigen Spieltagen mal wieder Panathinaikos und Olympiakos an der Tabellenspitze – noch geht es allerdings knapp zu. Seit meiner ersten Einschätzung des Gegners hat sich Dennis Rommedahl in seine dänische Heimat verabschiedet und der ehemalige spanische Nationalspieler Riera ist zu Galatasaray Istanbul gewechselt. Dafür hat der griechische Meister zwei Spieler von Olympiakos Volos geholt, nachdem dem Verein die Lizenz entzogen worden war.

Die Stimmung im Stadion wird am Mittwoch heiß sein – hoffentlich im positiven Sinne. Die Borussia hat gute Chancen, wenn sie abgeklärt bleibt und ihre Stärken ausspielt. Unglaublich, aber leider wahr: Der glückliche Torschütze vom Freitag, Patrick Owomoyela, hat sich erneut verletzt – er fällt mit einem Muskelfaserriss aus. Glücklicherweise sollte Lukasz Piszczek auf die Position hinten rechts zurückkehren können. Lucas Barrios ist angeschlagen, sein Einsatz fraglich. In der Sturmspitze wird aller Voraussicht nach Robert Lewandowski beginnen. Dahinter heißt es mal wieder drei aus vier: Perisic, Kagawa, Großkreutz und Götze konkurrieren um die Positionen im offensiven Mittelfeld. Letzterer ist bei voller Fitness selbstverständlich gesetzt.

Allen Widrigkeiten und Verletzungen zum Trotz haben die Schwarz-Gelben nach den jüngsten Erfolgen das Potenzial, auch dieses abenteuerliche Auswärtsspiel positiv zu gestalten. Wenn Wille und Konzentration sich noch mit Glück verbinden, könnte dem BVB auch in der Champions League ein Comeback gelingen.

Treffen der Generationen

1. Bundesliga, 9. Spieltag / Werder Bremen 0 BVB 2

Im Bremer Weserstadion kam es gestern zum Treffen der alten und neuen vermeintlichen Bayern-Jäger. Borussia Dortmund hatte den Jagdschein aufgrund der Verdienste der letzten Saison quasi ehrenhalber von den Medien erhalten und setzt sich eher für eine temporäre friedliche Koexistenz ein. Die Gastgeber hatten den Liga-Platzhirschen in den letzten Jahren das eine oder andere Mal einen ins Fell gebrannt und gaben sich in den letzten Tagen in Person von Klaus Allofs bereits wieder verhalten optimistisch ob ihres Jagdglücks. Aber liebe Bremer: Wer die Lizenz als Bayern-Jäger bekommen will, sollte sich nicht wie verwundetes Wild aufführen.

Die Flugeinlagen des Leichtgewichts Marko Marin sind ja sattsam bekannt. Aber auch ein paar andere Bremer Spieler schienen Probleme mit der Schwerkraft zu haben, so dass sie Schiedsrichter Meyer einfach mal unbedrängt zum Schuss kommen ließ – per Freistoß. Was deutlich über das erträgliche Maß an Fehlentscheidungen hinausging, war die Gelb-Rote Karte gegen Ivan Perisic kurz nach der Pause. Weniger wegen der zweiten Aktion, sondern wegen der ersten Verwarnung. In der Szene war Perisic einfach eher am Ball als sein Gegenspieler Sokratis, der Schiedsrichter bewertete jedoch nur den Fall des Griechen. Wenn so was bestraft wird, kann man das Tackling gleich ganz verbieten. In England hätten sie das einen „inch-perfect tackle“ genannt. Viel weniger streng sah der Unparteiische Mayer dagegen taktische Fouls und Schwalben der Bremer – und den Schubser gegen Gündogan im Strafraum.

Der Schiedsrichter sorgte andererseits dafür, dass aus einer ohnehin spannenden, intensiven Partie echter Nervenkitzel  wurde. In der ersten Hälfte sahen wir zwei Mannschaften mit offenem Visier. Die zwei hoch stehenden Abwehrreihen sorgten dafür, dass sich das Spiel im Mittelfeld verdichtete und kaum Zeit zum Atem holen blieb. Die vorhandene Defensivqualität (bei Bremen zeigte Naldo ein gutes Comeback in die Startelf) brachte es jedoch auch mit sich, dass Großchancen selten blieben. Weiterlesen „Treffen der Generationen“

Wir sind Champions League! Und nun?

Es gibt für einen deutschen Fußballverein nichts Schöneres und Wichtigeres als Deutscher Meister zu werden, egal was manche Beteiligte sagen. Höchstens der Rekordmeister kann es sich leisten, für maximal ein Jahr die Champions League in den Vordergrund zu stellen. Auf die Arbeit von BVB-Sportdirektor Michael Zorc hat die Frage, ob die Borussen den nationalen Titel holen oder nicht, jedoch keinen großen Einfluss. Seit die Teilnahme an der Champions League feststeht, kennen die Vereinsverantwortlichen die finanziellen Eckdaten für die kommende Saison, die sich nur noch durch Spielerverkäufe erheblich verändern könnten. Eine mögliche Meisterprämie vom Sponsor oder die etwas höheren Einnahmen aus dem Fernsehgeld-Topf fallen dagegen kaum ins Gewicht.

Der BVB kann mit garantierten 20 Millionen Euro von der UEFA rechnen. Geschäftsführer Aki Watzke hat sich zur Verwendung der Einnahmen bereits geäußert. Zehn Millionen sollen für die Verstärkung des Kaders zur Verfügung stehen, fünf für Renovierung und Verbesserungen des Stadions und mit den restlichen fünf Millionen sollen Verbindlichkeiten abgebaut werden. Watzke sagt im Interview, dass die zehn Millionen für den sportlichen Bereich Ablösesummen und Gehälter umfassen. Es ist davon auszugehen, dass die Gehälter neuer Spieler komplett aus diesem ‚Topf‘ finanziert werden müssen, da die geplante Aufstockung des Gehaltsetats von 36,5 auf 40 Millionen Euro allein durch Vertragsverlängerungen und die damit verbundenen Gehaltsanhebungen absorbiert werden wird. Wie schon angedeutet können nur Transfererlöse den Spielraum erheblich erweitern.

Die Planung der Herren Watzke, Zorc, Klopp, Treß etc. ist solide und ich stehe voll dahinter. Wenn wir eins in den letzten 15 Jahren gelernt haben, dann hoffentlich, dass wir keine unvernünftigen Dinge machen sollten, um zu den Großen Europas zu gehören. Selbst mit größeren Investitionen wäre die Borussia bei der ersten CL-Teilnahme seit Jahren in der Gruppenphase Außenseiter. Wir werden so gut wie sicher im vierten Lostopf landen und drei nach dem UEFA-Koeffizienten stärkere Gegner zugelost bekommen. In dieser Situation macht es am meisten Sinn, im wesentlichen der Mannschaft zu vertrauen, die die Qualifikation geschafft hat und auf eine Überraschung zu hoffen. Weiterlesen „Wir sind Champions League! Und nun?“

Wenn Jürgen Klopp zum Schlussspurt startet

1. Bundesliga, 29. Spieltag / Hamburger SV 1 BVB 1

Der heutige Sprint des BVB-Trainers kam nicht ganz an den Tanz über die Sitzreihen der Tribüne ran, den er beim späten Siegtor in Köln vor einem guten Jahr hinlegte. Der Jubel von Jürgen Klopp über den Ausgleich in der Nachspielzeit war jedoch mal wieder exemplarisch für die positive Verrücktheit, die ihn Fans und Spielern gleichermaßen nahebringt. Denn bei so einem späten Tor muss man einfach abgehen, selbst wenn es ’nur‘ das 1:1 war. Noch dazu kann sich Klopp anrechnen, mit Vorbereiter Owomoyela und Vollstrecker Kuba den Punktgewinn eingewechselt zu haben.

Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen HSV, dem man zugestehen muss, dass er in der ersten Halbzeit offensiv und mit zwei echten Stürmern – Petric und van Nistelrooy – auftrat. Eine rein abwartende Haltung war bei den Hanseaten zunächst nicht zu erkennen. Sie wäre vom Selbstverständnis und der Tabellensituation her den Fans auch schwer zu vermitteln gewesen. So entwickelte sich eine offene, spannende Partie, der es jedoch an Torszenen mangelte. Wie erwartet verdichtete sich das Spielgeschehen im Mittelfeld. Die Hamburger schafften es in der ersten Hälfte, Sahin, Bender und vor allem Lewandowski weitgehend aus dem Spiel zu nehmen, so dass sich die Schwarz-Gelben häufig mit langen Pässen behalfen. Die waren jedoch schlicht nicht genau genug.

Unsere Defensive stand meistens sicher. Gefährlich wurde es gelegentlich über Hamburgs linke Seite. Dem wendigen Eljero Elia scheint der Trainerwechsel besonders gut getan zu haben, er stellte Lukasz Piszczek vor einige Probleme – besonders eklatant in einer Szene in der zweiten Halbzeit, als er unseren Rechtsverteidiger richtig alt aussehen ließ. Das war gestern ein Riesenunterschied zur anderen Außenbahn, auf der Schmelzer mit Ben-Hatira sehr gut zurechtkam. Der Hamburger konnte nur einen, wenn auch gefährlichen, Weitschuss verbuchen und flog in der 78. Minute aufgrund zweier gelbwürdiger Fouls an Schmelle vom Platz. Es war ansonsten kein unfaires Spiel – mit Ausnahme der Flugeinlagen von David Jarolim und Mladen Petric, die leider mit Freistößen belohnt wurden. Von ersterem ist man solche Aktionen ja schon gewohnt.

In der 33. Minute gelang Nuri Sahin mal ein öffnender Pass auf Lucas Barrios, der den Ball ins Tor schoss, jedoch wegen Abseits zurückgepfiffen wurde. Es war eine Millimeterentscheidung, die zwar vertretbar war, aber – wie leider üblich – nicht der eigentlich geltenden Richtlinie „im Zweifel für den Angreifer“ folgte. Fünf Minuten später war die BVB-Abwehr einmal unaufmerksam, so dass Petric plötzlich im Strafraum frei durch war. Hummels rempelte den Ex-Dortmunder von hinten um und Schiedsrichter Gagelmann hatte keine andere Wahl als auf Elfmeter zu entscheiden. Nach den Buchstaben des Gesetzes wäre auch eine rote Karte möglich gewesen – das hätte allerdings eine sehr harte Entscheidung dargestellt. Der starke Roman Weidenfeller, der ebenso wie Frank Rost mehrmals glänzend klärte, hatte bei van Nistelrooys Schuss vom Punkt keine Chance, obwohl er die richtige Ecke wählte.

Einen Vorgeschmack auf die aus schwarz-gelber Sicht viel bessere zweite Hälfte gab uns kurz vor der Pause der unwiderstehliche Mario Götze. Seinen Pass in die Mitte hätte Jarolim fast ins eigene Tor bugsiert – Kacar konnte jedoch diesen ‚Schuss‘ und Götzes folgenden Einschiebversuch von der Linie kratzen. Gerade Mario steigerte sich im zweiten Durchgang und hatte selber zwei große Chancen, als er einmal nach Sahins schönem Zuspiel den Ball über das Tor setzte und später an Rost scheiterte, nachdem er zuvor ähnlich wie gegen Hannover durch die Abwehr spaziert war. Vom HSV war nach der 60. Minute nichts mehr zu sehen. Die Schwarz-Gelben hatten nun auch das Mittelfeld komplett im Griff und erspielten sich die Chancen, die zuvor spärlich geblieben waren. Piszczek traf den Pfosten, Lucas Barrios die Latte…es war mal wieder zum Verzweifeln.

Eines habe ich aber in dieser Saison gelernt: Wir müssen wegen dem BVB nicht verzweifeln. Diese Mannschaft gibt nicht auf. Und dieses Engagement wird belohnt, wenn es mit der notwendigen Qualität gepaart wird. Nicht immer, aber oft. Tore in der Nachspielzeit sind sowieso die schönsten. In diesem Fall eroberte Nuri Sahin den Ball und setzte den starken Schmelzer auf dem linken Flügel ein. Dessen Flanke verlängerte Owomoyela im Strafraum mit dem Kopf – wegen seiner Kopfballstärke hatte ihn Klopp eingewechselt. Gegen Hoffenheim und mit einem anderen stürmenden Abwehrspieler, Felipe Santana, war die Idee nicht aufgegangen – gestern klappte es. Denn halb rechts stand Kuba und donnerte den verlängerten Ball ins Netz. Es folgte mal wieder enthemmter Jubel.

Nun hat der BVB zwar keine big points, aber möglicherweise einen big point errungen. Der war nach der zweiten Halbzeit höchstverdient. Ja, Leverkusen hat knapp gegen St. Pauli gewonnen und den Rückstand auf fünf Punkte verkürzt. Am nächsten Wochenende könnte trotzdem eine Vorentscheidung fallen – sollte die von Uli Hoeneß angekündigte Leistungsexplosion nach der van Gaal-Entlassung bei den Bayern wahr werden. Allerdings hat Hoeneß in dieser Saison, nun ja, nicht immer richtig gelegen mit seinen Aussagen. Wir sollten uns auf jeden Fall nicht darauf verlassen, dass Leverkusen noch einbricht, weil sie das immer tun. Weil auf ewig der Vizekusen-Fluch auf ihnen lastet. Das ist Blödsinn. Wann, wenn nicht jetzt, sollte die Werkself mal die Chance haben, beim FCB zu gewinnen? Einfacher wird das durch den Trainerwechsel bei den Bayern jedoch nicht.

Freuen wir uns also auf den Super-Sonntag. Was sich nach einem einfallslosen Sport1-Trailer anhört, wird in einer Woche wahr. Bayern gegen Bayer und im Anschluss Dortmund gegen Freiburg. Crunch Time. Von mir aus könnte der Sonntag schon am Dienstag sein.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Subotic, Piszczek – Sahin, Bender (80. Owomoyela) – Großkreutz, Lewandowski (62. Kuba), Götze – Barrios (77. Zidan). Gelbe Karte: Sahin. Tor: Kuba

Ein bis zwei Jahre Uwe

Nun haben sie sich doch geeinigt und herausgekommen ist eine sehr vernünftige Lösung – wie von Michael Zorc nicht anders zu erwarten. Rechtsverteidiger Patrick Owomoyela hat seinen Vertrag bei Borussia Dortmund bis Juni 2012 verlängert. Aufgrund der schweren Verletzung des an den MSV Duisburg verliehenen Julian Koch war es keine Überraschung mehr, dass ‚Uwe‘ bleibt. Die Laufzeit des neuen Kontrakts war jedoch zwischen Spieler und Verein umstritten, Owomoyela wollte bekanntlich zwei Jahre bleiben.

Man hat sich nun auf eine salomonische Klausel geeinigt: Laut den „Ruhr Nachrichten“ verlängert sich der Vertrag um ein weiteres Jahr, wenn Uwe in der nächsten Saison 20 Bundesliga-Einsätze absolviert. Ob es dazu kommen wird ist fraglich. Ich halte Owomoyela zum jetzigen Zeitpunkt seiner Karriere für einen soliden Bundesliga-Spieler – nicht mehr und nicht weniger. Als Typ passt er selbstverständlich gut zu uns. An Lukasz Piszczek wird er jedoch nur dann noch mal vorbeikommen, wenn der sich verletzt. Wofür Uwe selbst ebenfalls anfällig ist.

Der gefundene Kompromiss sollte alle ‚Parteien‘ zufriedenstellen. Die jüngeren Spieler Piszczek und (später) Koch haben die Chance, ihren Vorsprung vor Owomoyela zu verteidigen. Uwe selber kann sich ein zweites Vertragsjahr erspielen, wenn er überragende Leistungen bringt und verletzungsfrei bleibt. Der BVB kann sich bei der Suche nach Verstärkungen für die Defensive auf die linke Seite konzentrieren, wo nach Dedes Abschied mehr Handlungsbedarf bestehen wird.

Homo Sympathicus

Einer meiner BVB-Lieblingsspieler der letzten Jahre kehrt zurück: Florian Kringe. Ja, der, der eigentlich schon lange weg sein sollte, weil er angeblich nicht zum Tempofußball von Jürgen Klopp passt. Gestern ist der von zwei aufeinanderfolgenden Mittelfußbrüchen genesene 28-jährige wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Die Hoffnung ist da, dass er die Verletzung dieses Mal richtig auskuriert hat.

Florian Kringe ist in gewisser Hinsicht ein Opfer der heute beinahe steinzeitlich anmutenden Prä-Klopp-Ära. Der Fußball, den die Borussia damals spielte, war häufig langweilig und manchmal schlecht. Kringe ragte durch sein Engagement und seine immer vorhandene Motivation heraus. Spielerisch ist er vielen vor allem durch seine Fehlschüsse in Erinnerung, aber das beruht auf selektiver Wahrnehmung, denn bis zum Strafraum ist er kein Schlechter. Durch die dröge Doll-, Röber und späte van Marwijk-Zeit ist ein Schatten auf die Leistungen von Florian gefallen. Es war nicht ohne Grund und aus damaliger Sicht verständlich, dass sein Vertrag zu für ihn sehr guten Konditionen langfristig bis 2012 verlängert wurde.

Kringe wird heute als ein Relikt aus der Vergangenheit betrachtet, das den BVB vor allem viel Geld kostet. Letzteres ist eine Tatsache, ersteres dagegen eine Wertung, der ich nicht vorbehaltlos zustimme. Und das nicht nur deshalb, weil Kringe für einen Fußballer sehr sympathisch und intelligent rüberkommt. Er spielt seit seiner Jugend bei der Borussia – mit Ausnahme der Leihaufenthalte in Köln und Berlin – und hat sich immer mit diesem Verein identifiziert. Der springende Punkt ist jedoch: Ich finde nicht, dass er als Back-Up zu schlecht für uns ist. Florian ist vielseitig und technisch kann er eben doch was.

Natürlich wird er kaum wieder Stammspieler beim BVB werden. Er könnte jedoch der Ausweg aus dem Dilemma um Julian Koch sein. Der noch an den MSV Duisburg ausgeliehene, ebenfalls sehr vielseitige Koch wird wahrscheinlich bis Ende des Jahres verletzt ausfallen. Wenn wir den auslaufenden Vertrag mit Patrick Owomoyela nicht verlängern, stünden wir also mit nur einem Rechtsverteidiger da – wenn Kringe wie geplant den Verein verlassen sollte. Bliebe Kringe, wären wir nicht auf eine Verlängerung mit Owomoyela oder eine Neuverpflichtung angewiesen, sondern könnten die paar Monate mit Florian als Back-Up überbrücken.

Dieser Vorschlag beruht auf drei Prämissen: Erstens müsste Kringe fit bleiben und an seinen früheren Leistungsstand anknüpfen können. Das haben vor ihm viele Rekonvaleszenten geschafft, andere nicht. Zweitens wäre er, wenn Prämisse 1 gegeben ist, nicht schlechter als Patrick Owomoyela. Drittens wird Florian im Sommer, ein Jahr vor Vertragsende und nach langwieriger Verletzung, ohnehin schwer woanders unterzubringen sein.

Sicher werden mir hier nicht alle folgen. Ich denke, es könnte sich trotzdem lohnen, einem fitten Florian Kringe noch eine Chance zu geben. Antonio da Silva hat gezeigt, dass mancher beinahe Ausgemusterte noch mehr drauf hat als man denkt. Ich weiß, Kringe ist teurer – aber wer mal von Kurz- auf Langzeitgedächtnis umschaltet, weiß, was wir mal an ihm hatten. Rein vom Charakter her könnten wir einen solchen Spieler schon in den nächsten Wochen gebrauchen.

Gute und weniger gute Nachrichten aus Dortmund

Normalerweise wäre diese Überschrift deutlich überschwänglicher ausgefallen, aber angesichts der fürchterlichen Ereignisse in Japan halte ich es für unangebracht, die vergleichsweise unbedeutenden Vorgänge bei einem westfälischen Fußballverein zu überhöhen. Es ist nicht das erste Mal, dass man als Fußball-Blogger zwischen Weltlage und Sport in einem Dilemma steckt, aber nach meiner persönlichen Einschätzung ist es das größte bisher. Trotzdem hilft es niemandem in Japan, wenn ich meine Beiträge zu meinem eigentlichen Thema einschränke. Deshalb bleibt es bei dem Appell an alle, alles zu tun, damit sich die Teile dieser Katastrophe, die von Menschen verhinderbar sind, nirgendwo auf der Welt wiederholen können.

Zu den guten Nachrichten. Schneller als in den letzten Wochen erwartet hat Mats Hummels seinen Vertrag bei Borussia Dortmund bis 2014 verlängert! Der Innenverteidiger, der nach seinem Wechsel von den Bayern einen kometenhaften Aufstieg in schwarz-gelb hingelegt hat und der einer der wichtigsten Garanten für den Erfolg in dieser wunderbaren Saison ist, hat damit seinen Worten Taten folgen lassen. Natürlich bleiben die genauen Vertragsinhalte geheim, aber es ist davon auszugehen, dass Mats deutlich mehr verdienen wird und dass sich der Verein nicht erneut auf eine Ausstiegsklausel eingelassen hat – sollte es sie denn im bisherigen Vertrag überhaupt gegeben haben. Hummels Verbleib in Dortmund ist ein entscheidender Baustein für den langfristigen Erfolg, der nur durch eine vorzeitige Verlängerung von Nuri Sahin noch übertroffen werden könnte.

Kurzfristig viel bedeutender sind die positiven Neuigkeiten von Sven Bender. Seine Zwangspause wird sehr viel kürzer sein als selbst in den optimistischen Prognosen angenommen. Die Kernspinuntersuchung durch Doc Braun hat ergeben, dass sich der defensive Mittelfeldspieler nur eine Kapselzerrung in der Schulter zugezogen hat und somit lediglich für einige Trainingstage ausfallen wird. Bereits übermorgen soll er wieder einsteigen und am Samstag gegen Mainz spielen können!

Ungetrübt bleibt der Tag jedoch auch aus rein schwarz-gelber Sicht nicht. Neben Mats‘ Vertragsverlängerung gab der BVB heute ebenfalls bekannt, dass die Ära Dede im Sommer enden wird! Bei dieser Nachricht dürfte es den meisten BVB-Fans so gehen wie mir: Ich finde das sehr traurig. Dede war bekanntlich mit 13 schwarz-gelben Jahren der dienstälteste Dortmunder und ich hätte mir gewünscht, dass dieser Musterprofi seine Karriere bei uns beenden kann, so wie er es sich in den letzten Jahren gewünscht hatte. Aus der Verlautbarung des Vereins und der heutigen Pressekonferenz (anzuschauen bei den „Ruhr Nachrichten„) geht hervor, dass sich Dede nach Gesprächen mit Jürgen Klopp und Michael Zorc selbst entschieden hat zu gehen, da der Trainer auch in Zukunft auf Marcel Schmelzer setzen will. Nicht zu Unrecht findet sich der 32-jährige noch zu gut für die Ersatzbank:

Schmelle spielt gut, er ist ein super Kollege. Aber ich bin noch schnell, habe noch meine Qualitäten und fühle mich zu jung, um auf der Bank zu sitzen. (…) Die Entscheidung, so lange hier zu bleiben, war die richtige. Ich würde sie noch einmal treffen.

Da es scheinbar auch nicht um Geld ging, müssen wir die Entscheidung des Vereins und von Dede schweren Herzens akzeptieren. Es wird aber nicht leicht sein, ihn demnächst womöglich für eine gegnerische Mannschaft auflaufen zu sehen, denn ein Verbleib in der Bundesliga gilt als gut möglich. Eine ausführliche Würdigung von Dedes Zeit beim BVB folgt hier nach Saisonende – denn mindestens bis dahin ist er Dortmunder.

Eine weitere negative Nachricht kommt aus Duisburg bzw. dem Klinikum Dortmund. Der an den MSV ausgeliehene Julian Koch wurde in besagtem Krankenhaus zum zweiten Mal an seinem verletzten Knie operiert und wird sich in zwei Monaten einer weiteren OP – dann am angerissenen Kreuzband – unterziehen müssen. Der 20-jährige hatte vor seiner Verletzung auf verschiedenen Positionen für Furore gesorgt und großen Anteil daran, dass die Duisburger das Pokalfinale erreicht haben und bis vor kurzem noch im Aufstiegsrennen waren. Koch hätte in der nächsten Saison auch in Dortmund gute Chancen auf einen Platz im Kader gehabt – nun wird er sich eventuell bis zur Rückrunde gedulden müssen. Daraus ergeben sich neue Perspektiven für Patrick Owomoyela. Michael Zorc wird entscheiden müssen, ob er dem Rechtsverteidiger doch den gewünschten Zweijahresvertrag anbietet oder möglicherweise ein Leihgeschäft mit einem anderen Spieler in Frage kommt. Das Wichtigste jedoch: Gute Besserung, Julian!