Kovac wechselt nach Zagreb!

Der Transfer ist perfekt. Wie vermutet wechselt Robert Kovac mit sofortiger Wirkung zum kroatischen Erstligisten Dinamo Zagreb. Angesichts der Restlaufzeit seines Vertrages (bis Ende Juni) und seines Alters geht die Ablösesumme von 450.000 Euro in Ordnung. Inzwischen halte ich auch die Lösung für charmant, Kovacs Platz im Kader vorerst mit einem Spieler aus der zweiten Mannschaft zu besetzen. Es soll jedoch nicht der ganz junge Marc Hornschuh, sondern der 23 Jahre junge Uwe Hünemeier werden, der auch Kapitän der Zweiten ist.

Man muss die Entscheidung der BVB-Verantwortlichen natürlich auch vor dem Hintergrund der finanziellen Lage sehen. Durch das Pokal-Aus entgehen dem Verein attraktive Einnahmen (allein an Fernsehgeldern erhält jeder Viertelfinalist knapp eine Million Euro). Desweiteren ist man offensichtlich bemüht, die Fehlkalkulation im UEFA Cup, als man das Erreichen der Gruppenphase bilanztechnisch einplante, durch einen Transferüberschuss in der Winterpause wieder halbwegs auszugleichen. Sorgen brauchen wir uns wohl keine machen, aber nur mit der abstrakten Bedrohung durch die allgemeine Finanzkrise lässt sich die Zurückhaltung auch nicht erklären.

Das erste Spiel des Jahres

Nun ist es fast soweit. Erstes Pflichtspiel 2009 und was für eins: Die Neuauflage des letztjährigen Pokalfights gegen Werder Bremen. Wieder im Westfalenstadion. Und wer hier ernsthaft einen Favoriten ausmachen kann, muss schon prophetische Gaben haben. Die Bremer haben zwar sehr schwankende Leistungen geboten in der Hinrunde, aber gerade angesichts ihres Tabellenplatzes werden sie dieses Pokal-Achtelfinale sehr ernst nehmen. Der BVB darf die Gäste deshalb trotz Heimvorteil auf keinen Fall unterschätzen.

Zumal wir wohl die gewichtigeren Ausfälle verkraften müssen. Es fehlen mit Dede, Kehl, Kuba und Hummels weiter vier unangefochtene Stammspieler. In der Abwehr dürften Lee und Owomoyela (gegen seinen Ex-Klub) die Außenpositionen einnehmen, innen sollten Subotic und Santana spielen – Kovac ist mit dem Kopf sicher woanders. Tinga wird die Defensivzentrale im Mittelfeld übernehmen. Kringe und Boateng werden ob ihrer Robustheit auf den Halbpositionen den Vorzug vor Sahin kriegen. Hajnal is eh klar. Vorne würde ich Frei spielen lassen. Auch wenn die Bremer bekanntlich eine gute Abseitsfalle haben. Morgen brauchen wir den Typen und Goalgetter Frei. Daneben Zidan oder Valdez. Mir persönlich egal, aber es dürfte eher Zidan werden.

Bei den Gästen fehlen Pasanen, Prödl, Hunt und Jensen. Auch wenn zumindest Pasanen und Jensen in Normalform und -konstitution wahrscheinlich in der Startelf wären, sind das keine absolut unverzichtbaren Leute. Härter dürfte es Werder treffen, wenn auch Naldo noch ausfällt. Dann müsste Baumann in der Innenverteidigung (neben Mertesacker) ran. Der ist da immer für nen Patzer gut.

Wir werden es sehen. Eins ist klar: Der Verlierer der Partie wird mit einer schweren Hypothek in die Rückrunde gehen. Werder mit einer noch schwereren, weil sie ohnehin schon hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Die Schwarz-Gelben hätten sich immerhin den leichteren Weg zurück ins internationale Geschäft verbaut.

Heute Abend gibts aber zunächst das ideale Warm-Up: Mario Gomez kann den Bayern zeigen, warum sie ihn bis vor kurzem kaufen wollten. Nicht zu vergessen: Jena zuhause gegen Gelsenkirchen.

Wechselt Robert Kovac nach Zagreb?

(Updated) Die Woche vor Beginn der Bundesliga-Rückrunde und dem Ende der Transferperiode scheint doch noch spannender zu werden als ohnehin schon. Nach Informationen der „Ruhr Nachrichten“ liegt dem BVB ein Angebot von Dinamo Zagreb für Innenverteidiger Robert Kovac vor. Der Kroate könnte gegen Ende seiner Karriere noch mal in seinem Heimatland spielen.

Für uns stellt das ein Dilemma dar. Nach der vergangenen Saison war der Abschied von Kovac erwartet und von vielen sicher erwünscht worden; es fand sich aber kein neuer Arbeitgeber. In der Hinrunde dieser Spielzeit kam Robert doch wieder einige Male zum Einsatz und zeigte sich wie die ganze Abwehr viel stabiler. Trotzdem dürfte das junge Duo Subotic/Hummels erste Wahl sein, wenn nicht letzterer noch für einige Wochen verletzt ausfallen würde. Deshalb wäre es Jürgen Klopp sicher lieber, Kovac noch bis Ende der Saison in Dortmund zu halten – oder adäquaten Ersatz zu bekommen. Klopps Worte dazu:

Ich weiß seit zwei Tagen von dem Angebot. Es ist eine schwierige Situation. Wir sind noch in der Überlegungsphase.

Das Hauptproblem ist das sich schließende Transferfenster. Vertraglich gebundene Spieler dürfen nur noch bis Ende Januar 2. Februar verpflichtet werden. Der BVB hatte offenkundig nicht damit gerechnet, gerade beim erfolgreichsten Mannschaftsteil der Hinrunde noch mal tätig werden zu müssen. Sicher wird es irgendwo einen Zettel oder eine Datei mit interessanten Namen geben, aber solche Quickie-Transfers bergen immer das Risiko, entweder zu viel zu kosten oder qualitativ fragwürdig zu sein.

Es gibt zwei Alternativen. Entweder man versucht, mit drei Innenverteidigern die Rückrunde zu bestreiten. Bis zur Rückkehr Hummels wären Subotic und Santana gesetzt. Das wäre angesichts des ‚Knochenjobs‘ Abwehrspieler sehr riskant. Im Fall der Fälle müsste ein IV aus der zweiten Mannschaft einspringen. Über diese Option wird sich Jürgen Klopp sicher mit Theo Schneider, dem Trainer unseres Regionalliga-Teams, austauschen, ich denke aber, dass ihm und den anderen Verantwortlichen das angesichts der Herausforderungen zu heikel sein wird.

Die andere Möglichkeit ist, Kovac nicht gehen zu lassen. Dazu müsste man intensive Gespräche mit ihm führen. Bisher hieß es aus Vereinskreisen, der 34-jährige wolle nach dieser Saison seine Karriere beenden. Sollte dies wirklich so sein, hätte eine Halbserie als Stammspieler in der Heimat zum Abschluss sicher einen besonderen Charme für ihn. Dann dürfte es schwer werden, ihn zum Bleiben zu überreden. Vermutlich müsste man Kovac das Weitermachen über den Sommer hinaus schmackhaft machen, ihm für die Rückrunde Zusagen über Einsatzzeiten geben.

Letztendlich wird für Klopp und Michael Zorc entscheidend sein, ob mit der zu erwartenden geringen Transferentschädigung von Zagreb plus des gesparten Gehalts auf die Schnelle ein ordentlicher Ersatz zu bekommen ist, der aber nicht direkt Stammplatz-Ansprüche anmeldet. Wie gesagt, eine spannende Woche…

UPDATE: Die „Ruhr Nachrichten“ berichten nun, dass Robert Kovac vorhat, seine Karriere doch bis zur WM 2010 fortzusetzen – und anscheinend nicht in Dortmund. Es steht noch nicht fest, ob wir ihn gehen lassen. Dagegen schon, dass im Fall der Fälle kein neuer Spieler geholt werden soll. Bis zur Genesung von Mats Hummels würde voraussichtlich der erst 17-jährige Marc Hornschuh aus der Zweiten auf der Bank Platz nehmen. Sportlich riskant, wirtschaftlich vernünftig…

Das Tal der Wölfe

Eigentlich läuft es zur Zeit ganz gut für den VFL Wolfsburg. Am Donnerstag ist man mit dem Last Minute-Sieg in Portugal der nächsten Runde im UEFA Cup ein gutes Stück näher gekommen und letzten Samstag hat die 4:1-Demontage des vorletzten Meisters (mit bekannten Folgen) wieder einmal die Offensivqualitäten der De Facto-Werkself unterstrichen. Regelmäßig auf Talfahrt gehen die Wölfe jedoch, wenn sie auf Reisen gehen. Aus ihren sieben Auswärtsspielen haben sie bisher ganze drei Punkte geholt und stehen deshalb in der Gesamtabrechnung der Bundesliga nur auf Platz 8 (Platz 16 der Auswärtstabelle). Selbstverständlich darf sich der Trend morgen in Dortmund gerne vorsetzen. Selbst wenn die Zukunft der Gäste eher positiv aussieht – es gibt, um bei der Metapher zu bleiben, auch Bergtäler…

Prinzipiell hat Wolfsburg eine gute Entwicklung genommen, seit Felix Magath da ist. Der Meistertrainer hat in der sog. Autostadt bekanntlich die Rolle eines englischen ‚manager‘ inne, vereint also Trainerjob und den Posten eines Sportdirektors auf seiner Person. Da kann er es sich leisten, ohne Rücksicht auf Verluste ein harter Hund zu sein. Der Erfolg gibt ihm Recht. Und vieles, was Magath zur Bundesliga oder den Schiedsrichtern sagt, ist richtig – ein guter Mann, ohne den die Wölfe immer noch planlos herumdoktern würden.

Wir Schwarz-Gelben wollen nun aber noch mal von der Auswärtsflaute unserer Gäste profitieren, wobei es sich als günstig erweisen könnte, dass deren unumstrittener Top-Torjäger Grafite nach einem Trainingsunfall nicht einsatzfähig ist. Aber auch der BVB muss weiter auf wichtige Spieler wie Kehl und Valdez verzichten, deren Rückkehr in den Kader aufgeschoben werden musste. Ebenso fehlt nach wie vor Klimowicz, so dass im Sturm erneut nur die Wahl zwischen Frei und Zidan als Partner von Kuba ansteht – es sei denn, Kloppo probiert es mit einer anderen taktischen Variante. In der Abwehr dürfte der nach Sperre wieder verfügbare Kovac erstmal das Nachsehen gegen Hummels und Subotic haben.

Die Mannschaft wird also ähnlich aussehen wie in Karlsruhe, muss aber die gelegentlichen Konzentrationsschwächen abstellen – dann könnte es gegen den auswärts nicht so wolfigen VFL reichen. Es steht ja noch die Revanche für die zwei bitteren Niederlagen von letzter Saison an, wobei uns die am letzten Spieltag vielleicht Jürgen Klopp beschert hat – oder zumindest der berühmte ‚Tropfen zuviel‘ war.

Geldstrafe für Klopp

(Updated) Spieler und Trainer vs Schiedsrichter. Einmal mehr die mediale ‚Sau der Woche‘. Und mittendrin die Dortmunder Robert Kovac und Jürgen Klopp. Eigentlich dachte ich, zu dem Thema am Sonntag schon alles gesagt zu haben. Unüberlegte bis dumme Worte und Aktionen waren das ohne Zweifel von beiden nach dem Hamburg-Spiel. Aber das daraus gleich wieder so ein Riesending gemacht wird? Gut, es gab noch die ‚Vorkommnisse‘ beim Spiel Frankfurt-Stuttgart, die Worte von Pizarro…vielleicht eine gewisse Häufung von umstrittenen Ereignissen rund um die Männer, die inzwischen meistens in Gelb- oder Rottönen auflaufen. Ist das deswegen gleich ein Trend?

Von unterschiedlicher Seite, Volker Roth und Kaiser Franz etwa, wurde der Ruf nach harten Strafen für ‚Attacken‘ gegen den Schiedsrichter laut. Herausgekommen ist nun für Jürgen Klopp eine Geldstrafe von 12.000 Euro. Eine Innenraum-Sperre erhält der Dortmunder Trainer nicht. Angesichts der Aufgeregtheit der letzten Tage ein ausgewogenes, angemessenes Urteil. Schließlich hat sich Kloppo inzwischen auch für sein Verhalten entschuldigt. Im DSF referierte der DFB-Sportjurist Dr. Koch vor ein paar Tagen die Aussage von Schiedsrichter Drees, Klopp habe Vokabeln wie „Unverschämtheit“ benutzt und sei ihm noch bis in die Kabine gefolgt. Von einer echten Beleidigung ist mir nichts bekannt, deshalb ist das Urteil gerecht. Und wo wir im Fußball nicht hinkommen sollten, ist, dass nicht mal mehr nach dem Schlusspfiff der Schiedsrichter angesprochen werden darf. Ganz frei von manchmal auch überschäumenden Emotionen wird dieser Sport hoffentlich nie sein.

Gegen Robert Kovac wird nun morgen in Frankfurt mündlich verhandelt, da der BVB Berufung gegen die verhängten drei Spiele Sperre eingelegt hat. Dem Kroaten könnte die Häufung der verbalen und non-verbalen Ausrutscher nach Abpfiff am Samstag zum Verhängnis werden. Neben den schon angesprochenen Aussagen soll Kovac Drees dann noch den Vogel gezeigt haben – für das allein hatte zuletzt der Gelsenkirchener Engelaar ein Spiel Sperre erhalten. Weiterlesen „Geldstrafe für Klopp“

BL 12.Spieltag / Hamburger SV 2-1 BVB

Kein Pünktchen Trost.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Lee, Kovac, Subotic, Owomoyela (85. Federico) – Kehl – Kringe, Tinga – Hajnal – Zidan (76. Buckley), Kuba (46. Klimowicz).

Kann ma ja mal verlieren da, in Hamburg. Auch wenn man über weite Strecken mindestens gleichwertig war und mehr fürs Spiel getan hat. Wieder mal. Ärgerlich fand ich nur das Verhalten der Mannschaft von etwa fünf Minuten vor bis fünf Minuten nach Spielschluss. Viel zu früh begannen die Schwarz-Gelben, einfach nur noch die Bälle nach vorne zu schlagen. Was bei einigen Versuchen zuvor im Spiel schon nichts gebracht hatte. Anstatt noch mal ein oder zwei Angriffe auszuspielen, egal ob über die Flügel oder durch die Mitte. Das war viel zu planlos gegen Ende.

Eher verplant dann die Aktionen bzw. Reaktionen nach Abpfiff. Nein Herr Kovac, man muss dem Schiedsrichter nicht sagen, dass er sich ins Hemd gemacht hat. Nein Kloppo, man muss sich auch nicht wegen zu kurzer Nachspielzeit aufregen und damit die Stimmung anheizen, denn zwei Minuten waren genauso vertretbar wie es drei gewesen wären. Wenn die Mannschaft so weiter gespielt hätte wie in den letzten Minuten, wäre auch in der 105. Minute noch kein Tor gefallen. Nun stehen wir dank der Roten Karte gegen Kovac im nächsten Spiel in der Innenverteidigung mit dem letzten Aufgebot da – Santana und Subotic. Ärgerlich weil komplett unnötig.

Ich fand Schiedsrichter Drees zumindest während des Spiels sehr souverän. Er ließ viel laufen, was sehr angenehm war und erkennbar zum Spielfluss beitrug. Dementsprechend auch kein Vorwurf wegen des nicht geahndeten Schubsers von Petric vor dem 0:1 – da muss man als Abwehr auch anders stehen und hingehen. Genau wie später beim 0:2, das einfach zu einfach passierte. Zurück zum Schiri: Welche Worte jetzt genau fielen nach Spielschluss, werden wir wohl nicht aus neutraler Quelle erfahren. Wenn der von Kovac zugegebene Ausspruch das Einzige war, kann man dafür vom Platz fliegen, muss aber nicht. Aber dumm ist es allemal, nach Abpfiff noch Rot zu kassieren. Weiterlesen „BL 12.Spieltag / Hamburger SV 2-1 BVB“

Gesucht: Der Erfolgsweg

Zum Pokalspiel aus Zeit- bzw. Aktualitätsgründen nur noch soviel: Gefightet, gewonnen, egal wie, aber nicht unverdient. Hoffnungsträger Kovac? Stadionverbot für Thurn und Taxis. Und ohne Hertha fahrn wir nach Berlin!

Was kommt jetzt? Nach einer ziemlich desillusionierenden Woche, die aber am Mittwoch noch die Kurve kriegte? Die Euphorie in Dortmund ist erstmal vorbei – wenn man sich die nur gut 30.000 Zuschauer im Pokal vergegenwärtigt. Ich selber habe, wie schon mehrfach erwähnt, nicht an irgendwelche luftigen Höhenflüge geglaubt und habe deshalb vielleicht etwas mehr Geduld. Furchtbar abgedroschen, aber wahr: Jedes Spiel fängt mit 0:0 an. Und das ist das Schöne.

Morgen zu Gast: Der VFB Stuttgart. Inzwischen schon wieder Tabellendritter. Und die Schwaben haben bedeutend weniger Ausfälle zu beklagen. Pardo, Bastürk und Simak sind zwar auch klangvolle Namen, aber Abwehrchef Mathieu Delpierre scheint wieder hinzukriegen zu sein bis zum Spiel. Beim BVB dürften die mehrwöchig Verletzten inzwischen bekannt sein, und das sind schon einige, ganz zu schweigen von Dede. Kringe, Rukavina und die kürzlich ins Team zurückgekehrten Frei und Tinga werden wohl spielen, selbst ein Einsatz von Kuba liegt im Bereich des Möglichen. Fraglich sind allerdings zwei, die am Mittwoch zu den (teils überraschenden) Stützen der Mannschaft gehörten: Nelson Valdez und Robert Kovac. Bei beiden wird sichs wohl erst morgen entscheiden. Vor allem Nelson würde ich schon vermissen.

Finden die Schwarz-Gelben nun endgültig zurück auf den Erfolgsweg? Es klingt wieder nach einer Floskel, wenn Jürgen Klopp sagt:

Wenn es die Zuschauer schaffen, die gleiche Form zu zeigen wie am Mittwoch, dann haben wir einen echten Heimvorteil!

Aber es könnte wirklich entscheidend sein, gerade jetzt, wo die Mannschaft irgendwo zwischen oben und unten steht und sich wahrscheinlich selbst nicht richtig einschätzen kann. Gegen zumindest potenziell spielstarke Stuttgarter ist wieder ähnlicher Einsatz gefragt wie er phasenweise gegen Hertha zu sehen war. Und den können die Fans wirklich fördern. Taktisch bietet sich an, die Mittelfeldraute erstmal beizubehalten. Oder im Falle des Ausfalles von Valdez auf 4-2-3-1 umzustellen, mit Kehl und Tinga zentral defensiv, Hajnal offensiv und Frei vorne. Aber das weiß Kloppo sicher alles schon 😉 .

Owomoyela ist da – und Klopp will lange bleiben

Wieder mal ging alles schnell zwischen Bekanntwerden des Gerüchts und vollzogenem Wechsel: Klaus Allofs hat inzwischen bestätigt, dass Patrick Owomoyela zum BVB geht. Der 29-jährige wird in Dortmund einen Vertrag bis 2011 erhalten. Über die Ablöse hört man von den Vereinen natürlich nichts; in „Insiderkreisen“ wird von 2,5 Millionen Euro gesprochen, also etwas mehr als zunächst angenommen.

Über das Für und Wider des Transfers habe ich mich schon geäußert; Jürgen Klopp wird sich seine Gedanken zu dieser Personalie gemacht haben, immerhin wird Owo in den Medien als sein „Wunschkandidat“ bezeichnet. Nach Angaben von Allofs haben die Bremer Owomoyela nach längerem Zögern ziehen lassen, weil er sich in Dortmund bessere Chancen auf einen Stammplatz erhofft. Ich halte ihn zumindest für eine interessante Alternative.

Unterdessen hat Jürgen Klopp bekräftigt, dass er sich auf ein langfristiges Engagement in Dortmund einstellt – und damit den Träumen so manches Bayern-Fans eine Absage erteilt:

„In Dortmund lodert eine brutale Fußball-Leidenschaft, und diese brutale Fußball- Leidenschaft lodert auch in mir. Nichts in mir ist darauf eingestellt, dass diese Zusammenarbeit nur kurzfristiger Natur sein wird“

Im Kicker-Interview sieht er außerdem weiterhin eine wichtige Rolle für Robert Kovac in der Abwehr…das löst bei mir jetzt die ersten leisen Zweifel aus, aber letztendlich kommt es ja darauf an, dass wir die nötigen Alternativen haben, die dann einspringen können.

Nach dem Pokal

Kaum ist das Pokalfinale gespielt, hagelt es beim BVB geradezu Neuigkeiten bzw. Gerüchte vom Transfermarkt. Scheinbar gab es da sowas wie ein unausgesprochenes Stillhalteabkommen in den Tagen zuvor, an das sich jedoch in der Trainerfrage auch nicht alle gehalten haben, aber dazu später mehr. Wollen wir mal etwas Ordnung reinbringen.

Würde es nur von der B++d kommen, würde ich es nicht erwähnen, aber auch das BVB Online-Fanzine „Die Kirsche“ berichtet unabhängig davon, dass der 24-jährige Schweizer Torwart David Zibung vom FC Luzern vor einem Wechsel nach Dortmund steht. Zibung hat sich trotz seines Alters in der letzten Saison als Stammkeeper des Schweizer Erstligisten etabliert und stand auch schon in der ‚U 21-Nati‘. Sein Spitzname lautet „Pink Panther“ – weil er, ähnlich wie ehemals Bremens Tim Wiese, gerne pinkfarbene Trikots trägt. Wie gut Zibung ist, wage ich nicht zu beurteilen; die Leser des Schweizer Boulevardblatts „Blick“ meinen zumindest, er solle als dritter Torhüter der Nati bei der EM dabeisein (wobei „Blick“ das eidgenössische Pendant zur B++d ist). Der 24-jährige soll für unter eine Million Euro zu haben sein und beim BVB mit Roman Weidenfeller um die ‚Nummer 1‘ konkurrieren. Marc Ziegler dürfte die Schwarz-Gelben dann verlassen, eventuell als zweiter Mann zum FC Bayern, wobei an der Säbener Straße auch noch andere im Gespräch sind. Mein Urteil: Angesichts der wiederholten Unsicherheiten von Weidenfeller und Ziegler macht die preisgünstige Verpflichtung eines ambitionierten Torhüters durchaus Sinn.

Erwartet wurde allgemein, dass sich in der Abwehr was tut. Der BVB hat seit letzter Woche die schlechteste Defensive der Liga (53 Gegentreffer), und auch wenn die Innenverteidigung daran natürlich nicht allein schuld ist, sind Veränderungen dort überfällig. Dass Christian Wörns den Verein aller Voraussicht nach verlassen wird, überrascht wohl niemand mehr. Aber auch unserem anderern Ü 30-Abwehrmann, Robert Kovac, soll nach Kicker-Informationen nahegelegt worden sein, zu gehen, ein Jahr vor Vertragsende. Als Nachfolger ist weiterhin Marko Basa vom UC Le Mans im Gespräch, zudem könnte vom momentan Tabellen-14. der Ligue 1, dem FC Sochaux, der 28-jährige Jeremie Brechet ablösefrei kommen. Dahinter könnten die jungen BVB-Verteidiger Hummels, Amedick und Brzenska einen neuen Anlauf nehmen. Aber fix ist hier noch nix – weder, dass die beiden Angesprochenen kommen, noch, dass alle drei Jungen bleiben.

Die umstrittenste Personalie wurde zur absoluten Unzeit thematisiert: Am Samstag, kurz vor dem Endspiel, berichtete u.a. der Nachrichtensender N24, dass Trainer Thomas Doll nach Saisonende von Jürgen Klopp abgelöst werden soll. Andere brachten sogar den Namen Frank Pagelsdorf ins Spiel. Wenn es die ‚Insider‘, die diese Informationen lanciert haben sollen, wirklich gibt, sollte man sie ggf. wegen vereinsschädigendem Verhalten ausschließen – vermutlich werden wir aber nie erfahren, wer sie waren oder ob es nicht doch nur alles auf Spekulationen der Journalisten beruht. Tatsache ist: Jürgen Klopp hat sich dahingehend geäußert, dass er bei einem Mainzer Aufstieg ein weiteres Jahr dort bleiben will (abgesehen davon, dass auch beide Vereine das Gerücht dementiert haben). Tatsache ist auch, dass Frank Pagelsdorf einen Verein trainiert, den ich für einen ganz heißen Abstiegskandidaten halte.

Es spricht jedoch vieles dafür, dass man sich in Vereinskreisen wirklich Gedanken über Thomas Doll macht. Zu enttäuschend ist die Ligasaison bisher verlaufen. Und auch in meiner Brust schlagen zwei Herzen. So falsch ich die Spekulationen am Samstag fand – eine weitere Tatsache ist, dass der BVB bei noch fünf ausstehenden Spielen und sieben Punkten Vorsprung auf Platz 16 durchaus noch in Abstiegsgefahr geraten könnte – wenn wir so weiter spielen, wie in den letzten Ligapartien. Denn die Teams hinter uns haben den Abstiegskampf längst angenommen. Dass die Mannschaft in Berlin anders auftrat, ist gerade kein Argument pro Doll, denn man fragt sich, warum das nur so selten gelingt. Trotzdem liegt es natürlich auch an der Zusammenstellung des Kaders, und die ist nicht allein Dolls Schuld. Deshalb würde ich die Leistung in den verbleibenden Spielen zur Grundlage einer Beurteilung von Doll machen: Sollte der BVB nach der überzeugenden Leistung von Berlin wirklich nochmal in den Abstiegskampf hineingezogen werden, halte ich einen Neuanfang im Sommer für besser. Schon am Freitag übrigens könnte mit einem Sieg in Frankfurt der entscheidende Schritt weg aus der ‚Twilight Zone‘ gelingen, denn die Teams hinter uns spielen gegeneinander (Nürnberg v Bielefeld, Cottbus v Rostock).