Auf der Suche nach dem Spielglück

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Champions League, 2. Spieltag / BVB 1 Real Madrid 3

Die Borussia verliert auch ihr zweites Gruppenspiel mit 1:3. Nicht unverdient, wenn man die hochkarätigen Chancen zählt. Und doch hätte auch die Partie gegen den Titelverteidiger anders laufen können, hätten die Schwarz-Gelben nicht wieder Pech gehabt. Der Diskussion um die taktische Herangehensweise werden sie trotzdem nicht ganz entkommen können.

Drei Gedanken zum Spiel

Wie sagte es Nuri Sahin nach dem Spiel: „Man braucht auf dem Niveau auch ein bisschen Spielglück.“ Und tatsächlich ist die Leistung zwar das Wichtigste, doch es entscheiden eben manchmal Millimeter – und fehlbare Schiedsrichter. Kurz nach der Pause scheiterten Auba und Yarmolenko knapp am Ausgleich.

Meistdiskutiert war aber natürlich die Szene in der 14. Minute, als Sergio Ramos den Ball im Strafraum mit der Hand spielte. Zuvor hatte Keeper Navas pariert, von ihm sprang der Ball zum nahen Abwehrspieler. Journalisten, unbeteiligte Schiedsrichter und sogenannte Experten waren geteilter Meinung. Im Zweifelsfall geben diese Personenkreise jedoch eher dem Referee Recht. Dabei war im Fernsehen klar ersichtlich, dass Ramos nicht einfach nur den Arm zu hoch hatte, sondern ihn auch aktiv in Richtung Ball bewegte. Eine billige Ausrede ist Sahins Aussage daher nicht. Nur bleibt es eben beim Konjunktiv: Was wäre gewesen, wenn? weiterlesen

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Bambule, Randale, Dortmund im Finale!

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Champions League, Halbfinale / Real Madrid 2 BVB 0

Icon_spielbericht_newWembley. Ein neues Stadion, doch wenigstens der Name bleibt ein Fußballmythos. Borussia Dortmund wird dort am 25. Mai spielen. Der unglaubliche Turnaround ist fast perfekt: Acht Jahre nach der Beinahe-Insolvenz stehen die Schwarz-Gelben im Champions League-Finale! Acht Jahre, in denen die neuen Verantwortlichen wunderbare Arbeit geleistet haben. Nicht völlig ohne Rückschläge, aber es geht ja bekanntlich um immer mal wieder unberechenbaren Sport. Zum Ende dieser Periode dann die unfassbare Steigerung: Meister, Doublesieger, Finale in Wembley.

Ganz ohne Drama ging es nicht. Zu viel Drama für den ohnehin nie überoptimistischen Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der an der im ersten Absatz skizzierten Entwicklung so großen Anteil hat. Viele wunderten sich gestern in der Schlussphase, warum Watzkes Sitz plötzlich leer war. Die Erklärung:

Das erste Mal in meinem Leben musste ich wegen Herzproblemen aufgeben. Ich bin die letzten 20 Minuten auf die Toilette gegangen und konnte nicht mehr hinsehen. Ich habe mich eingeschlossen, mir die Ohren zugehalten und auf die Uhr geschaut. Da gehen einem alle möglichen Gedanken durch den Kopf.

Und darum hat dieser Verein die Kurve gekriegt. Weil es Menschen gibt, die ihn so sehr lieben. Die all die Jahre für ihn gearbeitet haben, ins Stadion gegangen oder Mitglieder geworden sind. Die Unterstützung war immer da und immer groß – deshalb steht der BVB jetzt in Wembley.

Jürgen Klopp hatte in Madrid die gleiche Startelf gewählt, die schon das Hinspiel begann. Der von Real bekundete Wille zur Aufholjagd war von Beginn an sichtbar, was keine sonderliche Überraschung darstellte. Das Ziel der Gastgeber schien ein frühes Tor um jeden Preis zu sein. Und sie hatten eine Reihe von Chancen und viele Ecken. Zum Glück war das alles lange Zeit ungewohnt hektisch, so dass die hohe Abschlussqualität von Mourinhos Spielern nicht zum Tragen kam. Was aufs Tor kam, parierte ein erneut fantastischer Roman Weidenfeller. weiterlesen