Alles ruhig in Dortmund

Teure Sportwagen fahren vor der Geschäftsstelle vor, im Blitzlichtgewitter der Fotografen steigen junge Männer aus, um bald darauf im Stadion den Vereinsschal zu schwenken – all das haben wir am Transfer Deadline Day in Dortmund nicht erlebt. Mal wieder nicht. Stattdessen sagte Tobias Raschl leise ‚Ich bin dann mal weg‘ – oder Ähnliches. Der 21-jährige Mittelfeldspieler wechselt zur extrem abstiegsgefährdeten Spielvereinigung Greuther Fürth. Raschl kam aus dem eigenen Nachwuchs und konnte sich nicht über längere Zeit im Spieltagskader von Marco Rose festsetzen. Schade. Jede/r muss wohl für sich selbst entscheiden, ob es für Raschl „einfach nicht gereicht hat“ oder er „zu wenig Spielpraxis“ bekam – Verletzungen bremsten ihn jedenfalls zusätzlich aus.

Schon am Wochenende wurde bekanntgegeben, dass Ansgar Knauff für eineinhalb Jahre an Eintracht Frankfurt ausgeliehen wird. Von ihm haben wir schon etwas mehr gesehen und die Leihe könnte sich als sinnvoll erweisen. Knauff hat auf jeden Fall das Tempo für einen Flügelspieler, muss aber in Zweikampf und Passspiel noch zulegen.

Spannung nur um Bürki

Die einzige weitere Personalie, über die bis gestern Abend ernsthaft diskutiert wurde: Roman Bürki. Der Schweizer ist bekanntlich nur noch die Nummer 3 im BVB-Tor, aber mögliche oder zumindest kolportierte Wechsel zu Galatasaray oder dem FC Lorient ließen sich nicht realisieren. In die Türkei, in sein Heimatland, nach Russland oder ab 10. Februar in die USA könnte Bürki jetzt u.a. noch wechseln. Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit dafür wohl nicht, ganz ausschließen würde ich es jedoch auch nicht.

Für den Großteil der Fans sind Abgänge aus der zweiten Reihe langweiliger als Neuzugänge. Und natürlich werden jetzt wieder Stimmen laut, die das Ausbleiben von Letzteren den Vereinsverantwortlichen ankreiden. Wenn, dann sind die Fehler jedoch in der Vergangenheit zu suchen. Solange einige Gutverdiener im Kader, die selten zum Einsatz kommen, sich nicht verändern wollen – und das ist ihr gutes Recht – kann der BVB in der derzeitigen Lage wenig machen.