Kurz vor Saisonstart: endlich gute Nachrichten?

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Borussia Dortmund erlebt den unruhigsten Sommer seit Jahren: Nach dem vollzogenen und mMn geglückten Trainerwechsel erfasst den Verein der Schneeballeffekt des Neymar-Transfers. Nach diesem Sündenfall gibt es bei den Akteuren der Spitzenklubs offenbar endgültig keine Hemmungen mehr. Doch verteilen wir die Schuld gerecht: Niemand kann Ousmane Dembelé befehlen, dem BVB-Training fernzubleiben. Dafür ist im Endeffekt schon der Spieler verantwortlich – genau wie Pierre-Emerick Aubameyang für zweifelhafte Äußerungen zu einer italienischen Modemetropole.

Letztlich wollten auch wir Fans es nicht so genau wissen. Wir haben uns alle ein wenig in Ousmane verliebt und Bedenken beiseite gewischt, die man hätte haben können – schließlich hat der Wunderknabe die gleiche Show schon mal in Frankreich abgezogen. Doch wir wollten seiner Darstellung der Dinge Glauben schenken und ihm vertrauen. Inzwischen haben sich auch BVB-Spieler wie Sokratis und Gonzalo Castro kritisch zu Dembelés Verhalten geäußert – was soll man auch sonst sagen? Eine Wiedereingliederung scheint derzeit schwer vorstellbar und doch darf der Verein nicht klein beigeben. Aus Prinzip, auch wenn andere solche Werte schon lange über Bord geworfen haben.

Angesichts der Richtung, in die sich der Profifußball entwickelt, kann man fast nur noch verzweifeln oder sich in Ironie flüchten. Ich respektiere die Leute, die Letzteres teilweise virtuos beherrschen und die Geschehnisse mit trockenem Humor kommentieren. Mir fehlt dazu beim Thema Fußball das Talent. Die einzige Lösung liegt auf dem Platz: Zum Glück geht es morgen wieder los. weiterlesen

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Das ist eure Chance!

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Was nächste Woche bei Borussia Dortmund passiert, könnte spektakulär sein. Medial sogar spektakulärer als das Pokalfinale. Doch je kleiner die Schatten, die diese Ereignisse vorauswerfen, desto besser. Denn die Partie gegen Eintracht Frankfurt morgen Abend im Olympiastadion ist nicht nur ein sportliches Highlight, sondern könnte auch richtig wichtig für die Zukunft der Borussia werden.

Die größten Namen beim BVB sind auch dort, um Titel zu gewinnen. Sokratis und Marco Reus gehören zu denen, die im positiven Sinn nach einem Erfolg gieren. „Wir wollen dieses Finale gewinnen. Wenn wir das nicht schaffen, wäre das verdammter Mist“, sagte ‚Papa‘ bei DerWesten.de. Und natürlich will auch Marco endlich seine erste Trophäe:

Ich freue mich tierisch auf das Spiel und bin unglaublich optimistisch. Wir haben in diesem Jahr viele negative Sachen erlebt und sind trotzdem immer rausgekommen.

Er sieht vergangenes Scheitern als Chance: „Wir haben schon ein paar Finals gespielt – das müssen wir am Samstag auf dem Platz zeigen.“

Die Entschlossenheit und das Gefühl, endlich wieder dran zu sein, stimmen optimistisch. Aber sollten es die Schwarz-Gelben auch mit ihrer ganzen Qualität und gegen den Rückserienletzten der 1. Bundesliga nicht schaffen, könnten Spieler ins Grübeln kommen. Nicht unbedingt Sokratis oder Reus. Sondern auch gefragte Leute, die der Verein verpflichten will – und für die ein Argument die Titelchancen sind. Der Weg und ein weiterer Umbruch könnten schwieriger werden, wenn der BVB dieses Endspiel verlieren sollte.

Doch ich glaube, dass Fans wie Spieler die nächste Woche und die nähere Zukunft noch mindestens 48 Stunden ausblenden können. Berlin ist eine Feier wert. Die Straßen füllen sich bereits mit Menschen in Fußballtrikots. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz beider Vereine vor dem Pokalfinale gab es positive Personalmeldungen von beiden Seiten: Bei der Eintracht sind Innenverteidiger Jesus Vallejo und Torjäger Alex Meier wieder fit – wobei Letzterer auch als Joker in Frage kommt. Es fehlen aber Hasebe und Mascarell. Thomas Tuchel kann mit Marco Reus und Lukasz Piszczek planen, Kapitän Schmelzers Einsatz dürfte sich im Abschlusstraining entscheiden.

Wir dürfen uns auf eine großartige, hoffentlich friedliche Stimmung im Olympiastadion freuen. Es wäre schön, wenn man nachher von einem ungetrübten Fußballfest sprechen könnte. Ganz sicher wird die Eintracht mit vollem Einsatz in dieses Spiel gehen und die Borussia muss darauf spielerische Antworten finden. Und Favorit hin oder her, sollten die schwarz-gelben Jungs den Pokal holen, haben sie etwas Großartiges geschafft. Um das zu verstehen, muss man sich nur die letzten Monate noch mal ins Gedächtnis rufen. Und DAS Tor von Ousmane Dembelé aus dem Halbfinale.

Countdown zum Derby: Noch 1 Tag

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Michael Zorc, Julian Weigl und Roman Bürki haben uns erklärt, wie wichtig ihnen das Derby ist. Nun müssen wir das nur noch morgen auf dem Platz sehen. Viele Gründe daran zu zweifeln gibt es nicht: Direkt nach der Länderspielpause scheint mir ein guter Zeitpunkt für das Spiel der Spiele zu sein. Auch wenn der eine oder andere viel unterwegs war.

Die Pressekonferenzen der Trainer haben noch die eine oder andere neue Info erbracht. Thomas Tuchel verriet heute, dass André Schürrle und Erik Durm verletzungsbedingt ausfallen. Schürrle hat sich bei seinem erfolgreichen Auftritt in Baku wehgetan, Erik im Training. Kein Grund zur Besorgnis, nur in mindestens einem Fall schade fürs Derby. Tuchel äußerte zudem, dass Shinji Kagawa frischer als Christian Pulisic vom Nationalteam zurückgekommen ist. Hinweis oder Täuschungsmanöver?

Generell hat man den Eindruck, dass der BVB-Trainer genau weiß, auf was es morgen ankommt. Doch den hatte man meistens vor den Spielen. Trotzdem schön, wie Thomas Tuchel die Derbyatmosphäre auf den Punkt bringt:

Die Entscheidungen sind noch einen Tick wichtiger. Jeder weiß, dass jeder Fehler entscheidend sein kann und man ihn erst in einem Jahr wieder korrigieren kann.

Gestern hatte auch Schalkes Markus Weinzierl noch nicht alle Karten aufgedeckt: Sead Kolasinac und Eric Maxim Choupo-Moting waren ebenfalls angeschlagen von ihren Länderspielen zurückgekehrt und der Trainer konnte noch nicht sagen, ob es bis morgen reicht. Der lange verletzte Spanier Coke wäre „nur im Notfall“ eine Option.

Mancherorts wurde in den letzten Tagen über das steigende oder ausbleibende Derbyfieber diskutiert. Ich bin zwar mit einigem, was den sogenannten „modernen Fußball“ ausmacht, nicht einverstanden. Aber trotzdem oder gerade deswegen und nach der Länderspielpause noch mehr freue ich mich auf dieses Derby. Und habe kein schlechtes Gefühl!

Countdown zum Derby: noch 3 Tage

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Reinhard Rauball spricht vom emotional wichtigsten Spiel der Saison – und „das hat sich über die Jahre auch nicht abgenutzt“. Da will ich dem BVB- und DFL-Präsidenten nicht widersprechen, denn am Samstag zur besten Fußballzeit ist Derby in Gelsenkirchen. Natürlich darf darüber diskutiert werden, ob Partien gegen den FC Bayern nicht ähnlich aufgeladen sind. Rauball hält sie „rein sportlich und wirtschaftlich“ aktuell für wichtiger als das Revierderby. Das mag in der Regel so sein, aber das 150. Aufeinandertreffen von BVB und S04 ist auch in dieser Hinsicht für beide Klubs eminent wichtig: Für die Schwarz-Gelben geht es um Platz 2 oder zumindest um die direkte CL-Quali, für die Blauen darum, 2017/18 überhaupt europäisch spielen zu dürfen.

Grund genug, im Vorfeld all das aufzugreifen, was eine Erwähnung wert ist und mich noch mehr ins Derbyfieber zu schreiben. Während Thomas Tuchel und Hans-Joachim Watzke gerade Lobeshymnen auf Ousmane Dembelé anstimmen, hätte Schalke-Trainer Markus Weinzierl gerne bessere Spieler – so einen wie Aubameyang beispielsweise. Ousmane oder Auba? Mein Lieblingsschütze für das Siegtor wäre ja ‚Papa‘ Sokratis, aber egal!

Zur Folklore vor einem Revierderby gehört leider, dass sich gewaltbereite Fans verabreden – im aktuellen Fall wohl aus dem BVB-, S04- und Effzeh-Umfeld. Doch die Polizei bekam glücklicherweise Wind von der am Flughafen Weeze geplanten Konfrontation. Außerdem sind gefälschte Tickets für das Spiel in der Turnhalle aufgetaucht.

Die Personalfragen vor dem Derby scheinen bei der Borussia weitgehend geklärt – sofern es darum geht, wer in der Lage ist, im Kader zu stehen. Für Marco Reus kommt die Partie wohl zu früh. Sven Bender und Nuri Sahin trainieren dagegen wieder voll, nachdem sie letztes Wochenende für das Spitzenspiel der zweiten Mannschaft gegen Viktoria Köln (2:3) absagen mussten. Julian Weigl sollte spätestens bis Samstag wieder voll belastbar sein, obwohl er für das Länderspiel in Aserbaidschan ausgefallen war.

Bleibt die Personalie André Schürrle. Dortmunds Rekordtransfer überzeugte in Baku, tut das aber im Verein eher selten. Manche Medien wollen nun leise Kritik am BVB-Trainer aus seinen Worten nach dem Länderspiel herausgehört haben. Thomas Tuchel wird sich davon hoffentlich nicht beeinflussen lassen. Was die anderen offensiven Schwarz-Gelben machen, ist einfach gefährlicher als das, was Schürrle bisher für die Borussia gezeigt hat. Sollte natürlich er am Samstag den Siegtreffer erzielen, könnte sich sein Standing schnell verbessern…

Ich würde so gerne ein Freiburg-Fan sein

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Das Überraschungsteam der bisherigen Bundesligasaison 2016/17 ist nicht RB Leipzig, auch nicht Hertha BSC, die TSG Hoffenheim oder der Effzeh. Nein, diese Auszeichnung gebührt dem SC Freiburg, der als Aufsteiger mit 30 Punkten auf Platz 9 steht – und damit vier Punkte vor Schalke und Gladbach. Die Mittel sind klein, der Kader ist regelmäßig Selbstbedienungsladen für die Großen der Liga und auch die Randlage im Südwesten stellt keinen Standortvorteil dar – trotz gut 226.000 Freiburgern.

Und dennoch trotzt der Sportclub ein wenig den Mechanismen des verrückten Fußballgeschäfts, geht mit Christian Streich in die zweite Liga und kommt direkt zurück. Der Trainer ist nicht nur ein sympathisches Unikat, sondern auch fachlich top, wie sich in dieser Saison wieder zeigt. Das Schwarzwald-Stadion ist mit 24.000 Plätzen nicht groß, aber fast immer ausverkauft. Das Einzige, was fehlt: ein regelmäßiges Fan-Blog (oder?).

Mir ist dieser Verein in seiner Bescheidenheit grundsympathisch und ich fände einen Punktverlust der Schwarz-Gelben gegen den SC weniger schlimm als gegen jeden anderen Ligakonkurrenten. Ja, ich ertappe mich sogar dabei zu überlegen wie es wäre, Freiburg-Fan zu sein. In Tagen wie diesen wäre es leichter, die Breisgau-Kicker zu lieben als den eigenen Verein – wenn man die Wahl hätte. Es wäre leichter, als einer der Kleinen das Modell RB Leipzig zu verurteilen. Auch wenn das Argument, der BVB sei als KgaA irgendwie das Gleiche wie RB natürlich hanebüchen ist. Man könnte angesichts des Tabellenplatzes auch die Transferpolitik der Rot-Schwarzen feiern – und hätte nicht immer die Zahl 55 Millionen im Hinterkopf.

Die Bedeutung der Borussia für die Stadt Dortmund, die Region und die internationale Fangemeinde übertrifft wahrscheinlich die des SC Freiburg für sein Umfeld. Doch die unvergleichliche schwarz-gelbe Fankultur hat Schaden genommen. Es gibt keinen Grund, arrogant gegenüber den 24.000 Stadiongängern und 10.000 Mitgliedern der Breisgauer zu sein.

Natürlich: einmal Schwarz-Gelber, immer Schwarz-Gelber. Nicht nur, weil Freiburg noch weiter entfernt von meinem Wohnort im Osten der Republik ist als Dortmund. Meinen sympathischen Zweitverein gibt es ohnehin schon, er spielt um die Ecke in der Regionalliga Nordost. Aber wenn ich heute zum Fußballfan werden würde, sähe es vielleicht anders aus.

Trotzdem hoffe ich auf drei Punkte morgen – und ein faires Spiel, bei dem sich gern auch die Gastgeber achtbar präsentieren dürfen. Christian Streich hat ein Luxusproblem in der Innenverteidigung – wer spielt neben Söyüncü – und rechnet sich Chancen auf etwas Zählbares aus. Auf der anderen Seite dürfen wir vor allem gespannt sein, ob Sokratis in die Startelf zurückkehrt und Schürrle eine erneute Chance bekommt.

Das nächste Spitzenspiel folgt sogleich

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Nachdem die Spitze und der Keller der Bundesliga etwas statisch geworden sind – und vor allem da ich das Spiel des Dritten gegen den Zweiten nicht live sehen konnte – soll es hier gleich um den Pokalknaller am Dienstag gehen. Schließlich treffen im ehemaligen Neckarstadion die beiden Spitzenteams der Rückserie aufeinander. Und geht es nach den Ergebnissen 2016, sind die Gastgeber Favorit. Der VfB hat bisher alles gewonnen und neun Punkte geholt, die Borussia ’nur‘ sieben.

Was Jürgen Kramny, ein Mann aus dem Nachwuchsbereich, seit seinem ersten Spiel als Cheftrainer, dem 1:4 in Dortmund, geschafft hat, ist beachtlich. Nicht dass der Zeitraum seither schon für eine abschließende Bewertung ausreicht. Aber die kritischen Worte unseres Ex-Spielers und früheren VfB-Sportdirektors Fredi Bobic wirken da einigermaßen unverständlich. Bei allen Defiziten, die die Stuttgarter in den letzten Jahren auf vielen Ebenen aufwiesen, haben sie nun einen – derzeit – erfolgreichen Trainer mit Stallgeruch.

Für den BVB wird es darauf ankommen, sich die Schwierigkeit der Aufgabe zu vergegenwärtigen. Allzu große Sorgen braucht man sich in diesem Punkt wohl nicht zu machen: Thomas Tuchel wird sicher die bestmögliche Mannschaft aufs Feld schicken und es verstehen, sie auf ein Pokal-Viertelfinale einzustimmen. Das 0:0 in Berlin hatte ein Gutes: Verletzte waren nicht zu beklagen.

Die Schwarz-Gelben werden auf einen Gegner treffen, der seine mannschaftliche Geschlossenheit wiedergefunden hat und zuletzt – dem BVB nicht unähnlich – mit einer torgefährlichen Offensive defensive Schwächen im Ergebnis kompensieren konnte. Das gelang allerdings auswärts noch besser als zu Hause.

Keine Rede kann davon sein, dass Neu-Schwabe Kevin Großkreutz für dieses Spiel gegen seine große Liebe frei bekommt. Als Rechtsverteidiger hat er sich nach seiner Rückkehr aus der Türkei in die VfB-Startelf gespielt und durchaus überzeugt. Vor dem Pokalhit sagt er nun: „Ich brenne auf das Spiel und werde alles raushauen, damit wir die Überraschung schaffen.“ Und in Stuttgart sei er super aufgenommen worden. Es ist ihm zu gönnen. Genau wie seinem Verein, wenn er sich an den eigenen Haaren aus dem Ligasumpf ziehen sollte.

Im Pokal ist das Viertelfinale hoffentlich Endstation. Obwohl es zuvor mit ziemlicher Sicherheit ein spannender Abend werden dürfte.

Die Luft vor dem Start

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Was da nun genau in der Luft liegt – wer will das schon sagen? Der Bundesliga-Saisonauftakt 2015/16 beschert Borussia Dortmund ein Abendspiel gegen die andere Borussia, den amtierenden Tabellendritten und Champions League-Teilnehmer. Und es ist verdammt schwer abzuschätzen, wie die Schwarz-Gelben mit einem Gegner solchen Kalibers zurechtkommen.

Die bisherigen Partien unter Thomas Tuchel haben sich gut angelassen, es gab kein Gegentor in den Pflichtspielen. Aber natürlich sind Wolfsberg und Chemnitz nicht der Maßstab, um schon irgendwelche Aussagen zu tätigen. Wer sich unvoreingenommen auf den neuen Trainer einlässt, kommt dennoch zu dem Schluss, dass dieser einen positiven Eindruck macht. Niemand braucht einen zweiten Klopp, denn eine Kopie ist meist nicht so gut wie das Original. Dass ‚die BVB-Fans‘, ‚die Westfalen‘ oder ‚die Ruhrpott-Bewohner‘ nur einen Typ wie Kloppo akzeptieren, war schon immer eine bloße Zuschreibung von außen. Sichtbar ist dagegen: Tuchel lässt mehr den Ball zirkulieren, verschiedene Formationen erproben und hat bisher Erfolg.

Gegen Mönchengladbach wird natürlich gerade die scheinbar gefundene defensive Stabilität auf die Probe gestellt. Es ist bekannt, dass ich vor allem auf den Außenpositionen der Viererkette die Schwachstellen vermute. Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer dürften zunächst mal auflaufen, denn Erik Durm hat auch am Donnerstag noch nicht trainiert. Dudziak steht derzeit wohl noch hinter Schmelle. Es bleibt nur zu hoffen, dass Thomas Tuchel genau hinschaut.

Viele werden erst mal gespannt zwischen die Pfosten schauen. Alles andere als eine Entscheidung für Roman Bürki wäre dort eine Überraschung und eher kontraproduktiv. Noch spannender ist deshalb, ob Weigl, Castro oder Bender neben Ilkay Gündogan ran dürfen. Entscheidend für den Spielverlauf könnte sein, ob Henrikh Mkhitaryan seine ausgezeichnete Frühform gegen das Favre-Team konservieren kann und zum kongenialen Partner von Marco Reus wird.

Gladbach sah im Pokalspiel bei St. Pauli zunächst gar nicht gut aus, um dann in der zweiten Hälfte umso überzeugender zurückzukommen und die Partie keine Minute mehr aus der Hand zu geben. Echte Formvorteile kann sich der BVB also nicht ausrechnen. Ja, die andere Borussia hat Christoph Kramer und Max Kruse verloren – aber das waren zuletzt zumindest nicht die Spieler, die den schwarz-gelben Jungs die meisten Probleme bereitet haben. Und mit Drmic sowie vor allem Lars Stindl haben Max Eberl und Lucien Favre echte Qualität ins Team geholt. In der Abwehr, wo bei den Gästen ein paar Spieler fehlen, wird voraussichtlich Chelsea-Leihgabe Andreas Christensen sein Liga-Debüt geben. Dennoch: Hier könnten die Gladbacher verwundbar sein.

Ein besseres Topspiel hätte sich die DFL für den ersten Spieltag nicht aussuchen können, das muss man den Verantwortlichen lassen. Hohes Tempo, viele Offensivaktionen und gehörige Spannung – es würde doch sehr verwundern, wenn wir nicht alle diese Attribute zu sehen bekommen.

Alles zu Chemnitz aus Chemnitz

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Am Sonntag zur ungewohnt frühen Anstoßzeit um 14.30 Uhr steht für Borussia Dortmund das erste und hoffentlich nicht letzte Spiel in dem Wettbewerb an, in dem man in der Vorsaison am erfolgreichsten war. In der 1. Runde des DFB-Pokals geht es zum Chemnitzer FC. Da ich die 3. Liga auch vor dem Abstieg unserer zweiten Mannschaft nur sporadisch verfolgt habe, kann ich zum kommenden Gegner aus dem Stegreif nicht mehr beisteuern als dass einmal ein gewisser Chris Löwe von dort zum BVB kam. Ganz anders sieht das bei Sebastian vom neuen Blog „Fußball in Sachsen“ aus. In diesem beschäftigt er sich mit den höher-, aber auch den niedrigerklassigen Klubs aus dem Bundesland. Er lebt in Chemnitz und kennt sich mit dem örtlichen Drittligisten bestens aus, auch wenn er selber kein Fan ist. Freundlicherweise hat er für „Any Given Weekend“ ein kleines Briefing zum CFC verfasst.

Brütende Hitze, ein lautes, ausverkauftes Stadion, schwere Beine beim BVB und mit der nötigen Portion Glück könnte der CFC die Sensation schaffen. Realistisch betrachtet ist der Drittligist krasser Außenseiter. Der Start in die neue Saison läuft durchwachsen, die Mannschaft hat sich noch nicht gefunden. Mut macht die jüngere Pokalgeschichte mit dem Vorjahreserfolg gegen Mainz 05.

Die Sternstunde des CFC liegt dagegen weit zurück. 1967 wurde die einzige DDR-Meisterschaft eingefahren, damals noch als FC Karl-Marx-Stadt. Platz 12 der ewigen DDR-Oberligatabelle spiegelt das Kräfteverhältnis und Abschneiden der anschließenden Jahre wider. Dreimal stand der FCK zudem im FDGB-Pokalfinale, konnte dieses aber nie gewinnen. Seit dem 13.6.1990 firmiert der Verein als Chemnitzer FC. weiterlesen

In Dortmund gibt es keine Ferngläser

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Der „Kicker“ hat sich in seiner Montagsausgabe mal wieder ausführlich mit dem BVB beschäftigt: eine provokante Titelseite, ein spannendes Hummels-Interview und ein Blick in die nähere Zukunft der Schwarz-Gelben werden geboten. Das mag auch mit dem bevorstehenden ‚Topspiel‘ gegen Bayern München zu tun haben, aber ebenso liegt es am Interesse, das Deutschlands wahrscheinlich beliebtester Fußballverein mittlerweile wieder hervorruft.

Ob dieses Standing angesichts der katastrophalen Hinserie und der damit verbundenen bevorstehenden Zeit ohne Champions League noch zu retten ist – das ist der Subtext des Artikels. Wie schwer wiegt es wirklich, dass die Borussia sich möglicherweise erst mal in der Reihe der Bayern-Verfolger hinten anstellen muss? Langjährige Fans werden damit besser und vielleicht sogar gut umgehen können. Sie haben verinnerlicht, was ein stets erfolgsverwöhnter Bayern-Anhänger nie verstehen musste: Die Möglichkeit des Scheiterns und die Unterstützung trotz aller Widrigkeiten, bis in die Beinahe-Insolvenz.

Deswegen wird uns und diesen Verein ein unerwarteter Rückschlag nicht auseinanderbringen – egal ob die Saison noch in der Europa League und vielleicht sogar mit einem Sieg in Berlin endet oder nicht. Vielleicht wird diese halb verkorkste Spielzeit auch mal als Katalysator für eine erneute Erneuerung bekannt sein. Einige Anzeichen sprechen dafür, dass Jürgen Klopp, Michael Zorc und Aki Watzke gewillt sind, künftig wieder mehr auf den eigenen Nachwuchs zu bauen. Jeremy Dudziak dürfte da nur der Anfang gewesen sein. Möglicherweise braucht es die Erlebnisse der letzten Monate auch, um in einer Tiefenanalyse des Kaders zur Einsicht zu gelangen, dass andere Positionen als bisher gedacht zu den Problemzonen der Schwarz-Gelben gehören – Stichwort Außenverteidiger. weiterlesen

Volle Kapelle gegen Stuttgart

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Dieser launige Ausdruck von Jürgen Klopp aus der Pressekonferenz vor dem Stuttgart-Spiel bedeutet keineswegs, dass Borussia Dortmund am Freitagabend seinen vollen Kader zur Verfügung hätte. Vielmehr wollte der Trainer zum Ausdruck bringen, dass niemand, der dem BVB körperlich und spielerisch weiterhelfen kann, geschont wird – etwa wegen eines Champions League-Spiels.

Es gibt jedoch eine Reihe von Spielern, die definitiv nicht auflaufen können. Die Grippewelle hat Dortmund immer noch im Griff. Erik Durm und Kuba sind nach wie vor betroffen; Mats Hummels fehlt ebenfalls schon einige Tage und scheint eher kein Thema für Freitag zu sein. Dagegen könnten sich die Optionen im zentralen Mittelfeld dank der möglichen simultanen Rückkehr von Sven Bender und Sebastian Kehl schlagartig erhöhen. Sollten sie topfit sein, könnten sie eine Alternative darstellen – ansonsten gibt es wenig Änderungsbedarf bzw. -möglichkeiten.

Der VfB Stuttgart ist trotz Huub Stevens neuerdings Tabellenschlusslicht, ohne in den letzten Partien katastrophal aufgetreten zu sein. Immerhin ging es auswärts nach Köln und Hoffenheim sowie zu Hause gegen Gladbach und Bayern. Trotzdem fehlt den Schwaben die spielerische Rafinesse, die der BVB zuletzt hier und da wieder gezeigt hat. In dieser Hinsicht ist jedoch der Winter-Neuzugang fürs Mittelfeld Serey Dié zu beachten, der vom FC Basel kam. Dagegen müssen die Gastgeber am Freitag auf Kapitän Christian Gentner verzichten, der gesperrt ist und auch noch Vater wird.

Jürgen Klopp erwartet morgen einen aggressiven VfB auf einem schlechten Platz. Für die Borussia muss beides kein Nachteil sein. Aggressivität kann sich auch in Fehlern äußern, gerade bei schwierigem Untergrund. Die Schwarz-Gelben haben dagegen bereits in Freiburg bewiesen, dass sie mit solchen Voraussetzungen zurechtkommen können. Dagegen steht für die Stuttgarter bisher ein einziges Rückserien-Tor zu Buche.

So scheinen die Chancen für den sage und schreibe dritten BVB-Sieg in Folge nicht so schlecht zu stehen, auch wenn es gegen den VfB wirklich nicht immer rund lief. Vorbedingung: Ähnliche Aufmerksamkeit wie zuletzt, gepaart mit Selbstbewusstsein.