Wie wertvoll ist Youssoufa Moukoko?

In Fan-Foren, in sozialen wie in anderen Medien tobt die Debatte über den Wert von Youssoufa Moukoko für Borussia Dortmund sowie über das Verhalten des Spielers und seiner Berater in den laufenden Vertragsverhandlungen. Die Diskussion bedarf der Versachlichung. Einen Beitrag dazu hat Sascha vom Fanzine Schwatzgelb.de geleistet. Aus seinem Text ergibt sich eine klassische Henne-und-Ei-Frage: Was war eigentlich zuerst da, die Unsummen und fragwürdigen Praktiken im Profifußball oder die „Gier“ der Spieler und Spielerberater? Für Sascha ist Moukoko ein Kind seiner Sozialisation ins große Fußball-Geschäft und verhält sich dementsprechend marktkonform. Zudem ist Youssoufa ja auch nicht durch und durch schwarz-gelb – der BVB holte ihn vielmehr im Sommer 2016 aus der Jugend des FC St. Pauli.

Nun sind wir Fans alle Menschen und erwarten wohl deshalb von einem Spieler, der auch ein Mensch ist, etwas Menschliches wie Dankbarkeit. Der Trugschluss dabei ist, dass wir uns von einem Angestellten eines Fußballvereins die gleiche Leidenschaft für seinen Arbeitgeber erhoffen, die wir Fans zu geben bereit sind. Das ist schlicht überzogen. Ein gewisses Maß an Dankbarkeit und Verbundenheit sollte man aber schon voraussetzen können, wenn ein Verein offensichtlich die Karriere eines Spielers gefördert und ihn nicht schlecht behandelt hat.

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BVB 2023: ein neues Gesicht, ein Wiedersehen und einige Fragezeichen

Kaum war der Rauch der letzten Böller verflogen, startete Borussia Dortmund bereits ins Fußball-Jahr 2023. Die Profis sind nach der WM-Pause zurück auf dem Trainingsplatz und stehen mal wieder vor einer herausfordernden Rückserie. Die Schwarz-Gelben haben es sich selber schwer gemacht – und trotzdem gibt es Grund zum Optimismus. Bei aller berechtigten Kritik an einigen Auftritten in der ja noch nicht ganz beendeten Hinrunde waren es erneut auch Verletzungssorgen, die Edin Terzic und dem Team die Arbeit schwer machten. Es wird nun mit Sicherheit darauf ankommen, ob die kommenden Monate in dieser Hinsicht besser verlaufen. Ein BVB mit allen Mann an Bord ist schwerer vom Kurs abzubringen – das sollte auch für jene außer Frage stehen, die grundsätzliche Zweifel an Terzics Fähigkeiten und/oder der Kaderzusammenstellung haben.

Wer war da am Dienstagnachmittag nicht alles zu sehen? Mo Dahoud, Marco Reus und Marius Wolf standen wieder auf dem Platz. Drei Spieler, die der Mannschaft in guter Form auf jeden Fall gut tun. Die schönste Nachricht: Sebastien Haller nahm am Montag bereits an der üblichen Leistungsdiagnostik teil und soll noch diese Woche wieder Teile des Mannschaftstrainings bestreiten. Natürlich wird seine Rückkehr in den Kader noch länger auf sich warten lassen und vielleicht wird Sebastien in dieser Saison keine Verstärkung mehr sein. Aber er ist wieder im Kreis der Mannschaft und diese Entwicklung ist gut für ihn und mutmaßlich auch für die Stimmung unter den Mitspielern.

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The Catch-up: Moukoko und Chelsea

Was passiert beim BVB? Nach knapp zwei Wochen Ruhe bei Any Given Weekend gibt es das eine oder andere zu besprechen. Nicht dass sich Borussia Dortmund in der Zwischenzeit neu erfunden hätte. In der Bundesliga haben die Schwarz-Gelben zweimal gewonnen: sehr glücklich in Frankfurt und wenig überraschend, zumal nach einer frühen Führung, zu Hause gegen Bochum. Beide Partien können nicht als Anzeichen für einen Trend in die eine oder andere Richtung oder eine Stabilisierung der Borussia gewertet werden.

Spannend wird in dieser Hinsicht Wolfsburg: Historisch gesehen ist der BVB klarer Favorit, hat die letzten acht Partien gegen den VfL gewonnen und 14-mal nicht verloren. Doch was zählt ist jetzt und in der jüngsten Vergangenheit haben sich Niko Kovacs Wölfe in der Bundesliga stabilisiert: In den letzten fünf Spielen gab es drei Unentschieden, gefolgt von zwei Siegen. Es gibt wenig Anzeichen, dass diese Partie ähnlich wie gegen Bochum laufen wird.

Warten auf die Unterschrift

Aus dieser letzten Begegnung der Schwarz-Gelben, dem kleinen Nachbarschaftsduell gegen den VfL, können wir jedoch eines mitnehmen: Youssoufa Moukoko zeigt langsam auch im Profibereich, warum er jahrelang als Dortmunder Wunderkind galt. Zu einem Tor wie dem Lupfer über Riemann beim 3:0 gehört jede Menge Selbstvertrauen und das war vermutlich eine der Eigenschaften, die Youssoufa in dieser Saison noch nicht im Übermaß hatte. Nun stehen auf dem Konto des in zwölf Tagen 18-Jährigen sechs Tore in zwölf Einsätzen. Das sind noch keine Haaland-Zahlen; es lässt einen aber sehnsüchtig darauf hoffen, dass sich Moukoko und der Verein bald auf eine Vertragsverlängerung verständigen.

Gestern wurde das Achtelfinale der Champions League ausgelost, nachdem sich der bereits qualifizierte BVB im letzten Vorrundenspiel Unentschieden von Kopenhagen getrennt hatte. Die Schwarz-Gelben treten als Gruppenzweiter zunächst zu Hause gegen den FC Chelsea an. Ein attraktives Los – vor allem, weil wir es mit den Londonern im Europapokal noch nicht zu tun hatten. Mit Graham Potter ist dort ein interessanter Trainer am Werk, der den Verein nach den Turbulenzen des Frühjahrs wieder zum Erfolg in der Premier League und international führen soll. Natürlich sind bei den Blues auch noch die Ex-Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang und Christian Pulisic beschäftigt. Auf die Borussia wartet zweifellos eine schwere Aufgabe, bei der die Schwarz-Gelben nicht favorisiert sind. Es fühlt sich aber nicht aussichtslos an – dafür fehlt Chelsea noch die Konstanz in den Ergebnissen. Doppelt zufrieden mit dem Los können wir sein, wenn man guckt, wen Leipzig und die Bayern erwischt haben.

Danke Greg! BVB vorzeitig im Achtelfinale

Champions League, 5. Spieltag / BVB 0 Manchester City 0

Das darf man echten Fortschritt nennen: Im Gegensatz zur Vorsaison qualifiziert sich Borussia Dortmund für das Achtelfinale der Champions League und das sogar schon am vorletzten Spieltag. Mit großer Hilfe von Keeper Gregor Kobel gelingt den Schwarz-Gelben ein Statement, dass diese Saison vielleicht doch besser wird als die letzte.

Volles Haus zu Haus – entsprechend trat die Borussia in der ersten Halbzeit auf. Und das ohne gelernte Außenverteidiger: Rechts musste mal wieder Niklas Süle ran, links sogar Thorgan Hazard für den ausgefallenen Guerreiro. Gleich mal vorweg: Süle spielte solide und Hazard überraschenderweise auch. Es waren recht offene erste 45 Minuten, in denen City zwar schon begann, sich den Großteil des Ballbesitzes zu erarbeiten, dem BVB aber einige Durchbrüche und mehr echte Torchancen gelangen. Die größte vergab Youssoufa Moukoko aus kurzer Distanz in der 37. Minute. Es war eine Gelegenheit jener Güteklasse, die du gegen Manchester City eigentlich nicht vergibst, ohne bestraft zu werden. Vorbereiter war Karim Adeyemi – nicht zum einzigen Mal. Ihm gelang zwar nicht jede Aktion, aber seinen Fleiß, gerade auch in der Defensivarbeit, muss man nach dieser Partie hervorheben. So wie es auch Mats Hummels tat.

Kaum am Ball, aber Punkt verdient

Die zweite Hälfte ähnelte nach einer Weile dem, was wir schon in Manchester gesehen hatten: ein klar überlegener englischer Meister, der nun gefühlte 95 Prozent Ballbesitz hatte (am Ende der Begegnung waren es reale 73 Prozent über die 90+ Minuten). Es gab drei Unterschiede zum Hinspiel: Erling Haaland war nicht mehr dabei – er wurde von Pep Guardiola in der Pause ausgewechselt. Den Gästen reichte ein Unentschieden zum Gruppensieg. Und ja, Dortmund machte es in der letzten Reihe ganz vernünftig, Mats Hummels war immens. All das trug wohl dazu bei, dass die Schwarz-Gelben ohne Gegentor blieben und ihrerseits den Einzug ins Achtelfinale feiern konnten. Rein optisch sah das vom BVB in den letzten 20, 25 Minuten aber nicht besser aus als in Manchester.

Trotzdem: Dieser Punktgewinn gegen den großen Titel-Favoriten war verdient. Das sagen auch die Zahlen, zumindest die Expected Goals-Werte. Hier liegt die Borussia nur knapp hinten (1,16:1,19). Rechnet man noch den – zweifellos berechtigten, mal wieder von Emre Can verursachten – Elfmeter heraus, der allein einen xG-Wert von 0,79 hatte, sieht es für die Schwarz-Gelben sogar noch viel besser aus. Wäre Gregor Kobel nicht gewesen, hätte das dem BVB aber vermutlich nichts genutzt. Er hielt Mahrez‘ Versuch stark und wirkte auch sonst souverän wie immer. Ein Unterschiedsspieler eben. Früher war das Haaland, jetzt teilen sich „Greg“ und Jude Bellingham diese Rolle. Die Beiden verstehen sich ja ohnehin ganz gut…

Die Aufstellung: Kobel – Süle, Hummels, Schlotterbeck, Hazard (82. Wolf) – Bellingham, Can – Adeyemi (73. Malen), Brandt, Reyna (87. Papadopoulos) – Moukoko (82. Modeste). Gelbe Karte: Hummels.

BVB 5 VfB 0 – Favre hätte das gefallen

1.Bundesliga, 11. Spieltag / BVB 5 VfB Stuttgart 0

Späte Rache für Lucien Favre: Vor knapp zwei Jahren sorgte der VfB Stuttgart mit einem 1:5 im Westfalenstadion für die Entlassung des damaligen BVB-Trainers. Gestern gab es die Quittung – die Schwaben wurden mit fünf Gegentreffern und ohne eigenen Torerfolg nach Hause geschickt. Stuttgarts Interimstrainer Michael Wimmer kostete das nicht seinen Job: Nach aktuellem Stand soll er mindestens bis zur Winterpause weitermachen dürfen. Nicht, dass nach Schlusspfiff der erste Gedanke der Dortmunder Fans Favre gegolten haben dürfte. Eines hat sich aber seit Dezember 2020 nicht verändert: Viele Schwarz-Gelbe fragen sich nach wie vor, wie diese, ihre Mannschaft tickt.

Zwei schwachen Auswärts-Auftritten folgte eine Heim-Gala – da liegt es nahe, dass das laute Westfalenstadion dabei eine Rolle gespielt haben könnte. Das war allerdings am 3. Spieltag gegen Bremen auch ausverkauft. Wenn natürlich der Gast so mitspielt wie der VfB, haben es die Borussen auch nicht so schwer. Beim Blitztor in der 2. Minute durch Jude Bellingham waren die Verteidiger viel zu weit vom Schützen entfernt, orientierten sich in Richtung Fünf-Meter-Raum und ließen den 19-Jährigen fast ungestört seinen ersten Saisontreffer erzielen. Hört sich das schon ein wenig bekannt an, erlebten die BVB-Fans auch beim 2:0 ein Déja-Vu: Ein Standard, bei dem der entscheidende Mann laufen gelassen wird – sowas passiert doch normalerweise auf der anderen Seite. Doch gestern unterboten die Gäste das in dieser Saison gelegentlich schludrige Abwehrverhalten der Dortmunder nochmal deutlich.

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BVB stolpert ins Achtelfinale

DFB-Pokal, 2. Runde / Hannover 96 0 BVB 2

Ein 0:2-Auswärtssieg beim Tabellenfünften der zweiten Liga ist zunächst mal ein vollkommen akzeptables Ergebnis. Die andere Borussia wäre sicher auch mit einem Sieg im Elfmeterschießen beim aktuellen Spitzenreiter jener Liga zufrieden. Doch war es natürlich die Art des BVB-Auftritts im Niedersachsenstadion, die gerade im Kontext der bisherigen Saison Fragezeichen hinterlässt. Denn in jenem Licht kann man den mühsamen Sieg eben nicht als „bad day at the office“ abtun. Trotzdem gab es auch etwas – jemanden – zu feiern…

Nach seinem angeblichen Fehler an der Alten Försterei präsentierte sich Torwart Gregor Kobel, als sei er die letzten Wochen nicht weg gewesen. Sieben gehaltene Schüsse auf sein Tor, davon mindestens drei wirklich starke Paraden, gute Strafraumpräsenz – da fallen auch zwei, drei ins Aus geschlagene Bälle nicht ins Gewicht. Ohne Kobel, das legte nach der Partie auch Emre Can nahe, hätte die Borussia in Hannover noch mehr, vielleicht sogar unlösbare, Probleme gehabt.

Besser als in Berlin, aber nicht in jeder Hinsicht

Dabei lief es zunächst gegensätzlich zum und deutlich besser als beim Union-Spiel: Schon nach zehn Minuten gingen die Schwarz-Gelben in Führung. Moukokos Schuss von rechts war eher eine Hereingabe, doch Hannovers Arrey-Mbi fälschte den Ball ins lange Eck ab. Trotzdem gebührt Youssoufa unbedingt Respekt dafür, wie er sich in der Szene flink durchsetzte – und Julian Brandt dafür, wie er den Ball über den Kopf zu Hazard weiterleitete. Überhaupt Brandt: Auch wenn bei ihm immer noch zu viel falsch läuft – er ist andererseits der Borusse für die besonderen Momente. Die münden nicht immer in einem Tor, aber man hat Spaß beim Zuschauen.

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In der letzten Minute der Nachspielzeit

1.Bundesliga, 9. Spieltag / BVB 2 Bayern München 2

Es war einer der Momente, die einen für den Augenblick mit dem Profifußball und der mäßig spannenden 1. Bundesliga versöhnen: Mit der letzten Aktion der Partie köpft – ausgerechnet – Anthony Modeste den Ausgleich für den BVB. Es war nicht ganz so spektakulär wie Malaga mit gleich zwei späten Toren, es war weniger spektakulär als Bremen aus Bremer Sicht. Doch im Kontext der ganzen Duelle der letzten Jahre gegen den FCB, die alle verloren wurden oder eher bedeutungslos waren, war das am Samstag groß. Ganz späte Glücksgefühle und zur Abwechslung auch mal Glück mit dem Schiedsrichter – was will man mehr?

Spielen gegen den FC Bayern muss man keinen geklauten Begriff wie „Classico“ geben; für die Borussia sind sie ohnehin der ultimative Härtetest und sportlich die wichtigsten Partien der Saison – zumindest, um zu sehen, wo man steht. Nun liegen die Schwarz-Gelben nach der stellenweise hitzigen Begegnung punktgleich nur knapp hinter dem Rekordmeister – das ist zu diesem Zeitpunkt ein ordentliches Zwischenergebnis.

Bayerische Sichtweisen bei Sky

Als Sky-Zuschauer war es interessant zu beobachten bzw. mitzuhören, wie sich nach der Partie zwei Narrative verselbständigten, die Akteure oder Ehemalige des FCB lanciert hatten. Zum einen war da die von Lothar Matthäus stammende Darstellung, die Bayern hätten die ersten 70 Minuten dominiert und der BVB wäre erst danach, also kurz vor dem Anschlusstreffer, in die Partie gekommen. Eine bestenfalls sehr oberflächliche, aber eigentlich unzutreffende Einschätzung. Die Gäste hatten zwar schon in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz und wirkten insgesamt passsicherer. Doch kamen sie bis zur Pause inklusive Goretzkas Tor nur auf einen Expected Goals-Wert von 0,05, die Borussia immerhin auf 0,26. Dass die Bayern dementsprechend vor dem Tor sehr effektiv waren, ist eine andere Sache.

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Dortmund feiert 04. Derbysieg in Folge

1.Bundesliga, 7. Spieltag / BVB 1 FC Schalke 0

Der Sky-Kommentator verglich das Revierderby vom Samstag mehrmals mit Dortmunds Auftritt in Manchester am Mittwoch. Das stimmt insofern, als dass die Blauen es lange schafften, im Abwehrzentrum gut zu stehen und den Strafraum zu schützen. Torgelegenheiten hatten die Schwarz-Gelben gegen den englischen Meister allerdings mehr. Die Überlegenheit im Derby war nach Expected Goals höher als in allen anderen bisherigen Partien des 7. Spieltags: 2,53 zu 0,10. Knappes Ergebnis, verdienter Derbysieg und schöne andere Resultate = toller Buli-Samstag!

Brauchten wir das Derby zurück? Sagen wir es so: Es gibt kaum eine Begegnung, bei der man bei knappem Spielstand so sehr auf der Sitzkante balanciert. Jene Schalke-Fans, die Marco Reus mit höhnischen „Auf Wiedersehen“-Rufen verabschiedeten, als der BVB-Kapitän verletzt vom Platz getragen wurde, könnten jedoch auf ewig in der zweiten Liga schmoren – oder noch tiefer.

Ein dominanter BVB war zu erwarten gewesen und den bekamen wir auch. 67 Prozent Ballbesitz, 16:3 Torschüsse – eindeutige Werte. Die Schwarz-Gelben bekamen vor allem über die Flügel viel Platz. Doch hier lag die Crux und der Grund für das knappe Ergebnis: Die Gastgeber konnten diese Räume zu selten nutzen. Nachdem sich Raphael Guerreiro mit – Überraschung – muskulären Problemen abgemeldet hatte, entstand zu wenig Konstruktives über die Außen. Thomas Meunier machte wieder eine solide Partie, aber er wählt einfach zu oft den Rückpass, wenn er nicht sofort eine Anspielstation erkennt. Marius Wolf auf der anderen Seite bewegte auch lange Zeit wenig – bis ihm doch die eine, entscheidende starke Vorlage auf Youssoufa Moukoko gelang.

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„Experiment“ gescheitert: no Haaland, no party!

1. Bundesliga, 6. Spieltag / Mönchengladbach 1 BVB 0

Be careful what you wish for: Nach dem letzten Spiel hatte ich geschrieben, dass ich mir als Experiment „einen Sturm aus Donyell Malen und Youssoufa Moukoko schon mal gerne anschauen“ würde – aber nicht unbedingt in der Realität. Warum wurde gestern mehr als klar.

Nicht nur hier wurde die große Abhängigkeit des BVB von Erling Haaland schon länger thematisiert. In Gladbach musste Marco Rose nun nicht nur den Über-Stürmer wegen muskulären Problemen ersetzen, sondern auch noch den ebenfalls formstarken Kapitän Marco Reus wegen einer Kapselreizung im Knie. Beide Verletzungen sollen keine längerfristigen Ausfälle nach sich ziehen. Inwiefern also der enge Terminkalender mit dem bevorstehenden Champions League-Spiel gegen Sporting Lissabon eine Rolle spielte, bleibt dahingestellt. Völlig klar ist natürlich, dass auch Erling Haaland mal eine Pause braucht.

Es blieb auf schwarz-gelber Seite aber nicht bei personellen Veränderungen: Trainer Rose passte auch das System an das der Gastgeber an und ließ mit Dreierkette spielen, gebildet von Akanji, Pongracic und Hummels. Nicht, dass diese drei es nicht alle verdient hätten, zu spielen. Aber der Mannschaft insgesamt schien diese Umstellung, die nach der Pause zurückgenommen wurde, eine zusätzliche Bürde zu sein. Wenn die Außenverteidiger Guerreiro und Meunier weit aufrückten, wirkten die drei hinten einige Male entblößt. Man hätte auch ahnen können, dass ein Mittelfeld aus Witsel, Bellingham und Dahoud und der neue Sturm aus Moukoko und Malen von Anfang an die Unterstützung eines Thorgan Hazard gebraucht hätte, der zugegebenermaßen noch nicht lange wieder fit ist.

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Ausgerechnet Brandt: Dortmund gewinnt B-Movie

1. Bundesliga, 25. Spieltag / BVB 2 Hertha BSC 0

Nach der unvermeidlichen Niederlage in München meldet sich der BVB auch in der Liga zurück und begibt sich wieder auf die Fährte der Eintracht. Sieg ohne Gegentor gegen Hertha – dafür kann man die Mannschaft loben. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Partie ein typischer Geisterkick war: teilweise schwer anzuschauen, mit nur wenigen Highlights.

Fußball, der beim Zusehen müde macht

Sechs Torschüsse, davon einer auf den Kasten, gab es von der Borussia in der ersten Hälfte zu sehen. Doch die war noch langweiliger als diese Zahlen nahelegen. Die Partie ähnelte den ganzen Geisterspielen gegen defensiv eingestellte Teams, in denen den Schwarz-Gelben Inspiration und scheinbar auch Laufbereitschaft fehlen, um torgefährliche Szenen zu erzwingen. Der Sky-Kommentator griff einen Ausruf von Mats Hummels auf, der seine Mitspieler aufforderte, doch auch mal tief zu gehen. Sie merken es ja selber, machen es aber zu selten anders. Zu sehen bekam man also ermüdendes Ballgeschiebe von links nach rechts, zurück und oft auch nach hinten.

Natürlich weiß man als Fußballfan, dass man gerade bei Spielen vor leeren Rängen Geduld haben muss, dass es nicht immer gleich nach vorne gehen kann. Klar muss man sich ein Team, das auftritt wie Hertha, erstmal zurechtlegen. Aber (nicht nur) gestern wären Raumgewinne und sichere Pässe nach vorne deutlich öfter möglich gewesen als die Schwarz-Gelben sie versuchten. Einfach mal ein paar Schritte mehr gehen, ob mit oder ohne Ball, hätte wohl schon früher Wunder gewirkt. Weiterlesen „Ausgerechnet Brandt: Dortmund gewinnt B-Movie“