Bosz weg, Stöger da: Es bleibt spannend

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Schon gestern Abend war eigentlich klar, was heute passieren würde – zumindest der erste Teil davon. Nach einer lange nicht erlebten Pleitenserie haben die BVB-Verantwortlichen Peter Bosz entlassen und dies heute offiziell bekanntgegeben. An dem halben Tag, der zwischen ersten Gerüchten und der Pressekonferenz lag, durfte über den Nachfolger noch eifrig spekuliert werden. Armin Veh war ja aus dem Rennen, Lucien Favre in Nizza noch im Sattel.

Einiges sprach also dafür, dass es zunächst nur eine kurzfristige Lösung bis zur Winterpause geben würde. Doch Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc haben sich für den Mittelweg bis zum Saisonende entschieden und den wohl einzigen denkbaren Kandidaten geholt, der dafür unmittelbar zur Verfügung stand. Peter Stöger ist sicher kein Überraschungsmann. Schon Anfang Juni war er als Tuchel-Nachfolger im Gespräch und der BVB hatte auch mit ihm gesprochen, wie Zorc und Watzke heute auf der PK bestätigten.

Der Mann aus dem Abstiegssumpf

Dass Stöger heute verfügbar war und damals nicht, hängt natürlich mit den letzten Monaten beim Effzeh Köln zusammen. Aus dem überraschend stabilen Vorzeigeklub ist spätestens in den letzten Wochen etwas geworden, wofür der Begriff Karnevalsverein noch ein Euphemismus wäre. Vor allem aber ist der FC wohl nicht mehr vor dem Abstieg zu retten – nach einem Drama gegen den SC Freibug, das das jüngste Revierderby noch in den Schatten stellt.

Das heutige Spiel der Kölner ist ein erstes Anzeichen dafür, dass Peter Stöger nicht der Hauptschuldige der Misere am Rhein war. Aber natürlich fragt man sich – und deshalb war ich heute vom Namen Stöger doch ein wenig überrascht – wie die BVB-Führung auf den Trainer eines historisch schlechten Tabellenletzten kommt. Dazu muss man ja die bisherige Saison 2017/18 aus seinem Gedächtnis streichen und auf die Kraft der Vergangenheit setzen. Die Überlegungen von Watzke und Zorc dürften dahin gegangen sein, dass suboptimale Transferpolitik und die Verletztenmisere in Köln mehr Einfluss hatten als der Trainer.

Nun kann man diskutieren, ob Peter Stöger in Dortmund nicht auf die gleichen Probleme stoßen wird. Aber natürlich ist der Kader deutlich besser besetzt und in wenigen Wochen könnte man noch nachlegen. Stögers Art dürfte auch zum BVB passen. Aber das haben viele, auch ich, von Peter Bosz genauso gedacht.

Unerklärliches Scheitern

Überhaupt ist es gerade die undurchschaubare Gemengelage der letzten Wochen, die es so schwierig macht, die Erfolgsaussichten von Peter Stöger zu beurteilen. Das betrifft Köln wie Dortmund. Denn auch für Schwarz-Gelb bleiben Fragen woran Bosz letztendlich gescheitert ist. Es war doch längst nicht mehr die zu offensive Ausrichtung. Man kann nur hoffen, dass Susi Zorc und Aki Watzke bei ihrer Analyse gründlich waren und sich nicht nur auf die Meinung einiger Spieler verlassen haben. Denn nur ein Spielerversteher wird nicht reichen.

Ich hätte Peter Stöger schon im Sommer mit offenen Armen begrüßt. Aber das habe ich auch bei Bosz getan. Ich glaube nach wie vor, dass es mit Stöger etwas werden könnte. Vielleicht ist da noch eine Spur mehr Emotionalität, die sicher hilfreich ist. Aber es wird ein Abenteuer, dessen Ausgang niemand wirklich vorhersagen kann. Und so sieht es auch mit der Trainerfrage für 2018/19 aus. Trotzdem: Danke Peter Bosz, willkommen Peter Stöger!

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Dortmund ist mit seinem Niederländisch am Ende

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1. Bundesliga, 15. Spieltag / BVB 1 Werder Bremen 2

Es bleibt dabei: Auf einen leisen Hoffnungsschimmer wie in Magdeburg und Madrid folgt eine schwere Enttäuschung. Die Borussia kriegt die Kurve mit Peter Bosz nicht und bekommt selbst im Heimspiel gegen den Tabellensiebzehnten nicht mal eine ordentliche Halbzeit hin. Auch mit viel Wohlwollen sieht der Weg des Trainers inzwischen stark nach einer Sackgasse aus.

Problemzonen nehmen überhand

Man kann jetzt lamentieren, warum der BVB ausgerechnet auf dieses erstarkte Werder treffen musste und nicht auf die harmlosen Grün-Weißen der letzten Nouri-Wochen. Aber wenn man nicht gegen den immer noch Vorletzten zu Hause die Wende schafft, gegen wen dann? In Mainz oder München? Gegen Hoffenheim? Nach dem heutigen Spiel erscheint keine dieser Optionen wahrscheinlich.

Wer positiv in die Partie ging – ich etwa fand zumindest die Startelf absolut nachvollziehbar – wurde schnell eines Schlechteren belehrt. Die ersten paar Minuten gingen ja noch. Aber es braucht derzeit erschreckend wenig, um den Gameplan der Schwarz-Gelben zu erschüttern. Nur ein bisschen Pressing am rechten Ort, einen gefährlichen Angriff des Gegners – schont scheint das Selbstvertrauen dahin.

Und was Peter Bosz in Abwehr und Mittelfeld auch probiert: Nichts kann wirklich überzeugen. Nehmen wir Neven Subotic: Mit seiner resoluten, selbstbewussten Art wirkt er zwar erfrischend und einen Bonus hat er sowieso. Aber auch er kann die Defensive eben nicht entscheidend stabilisieren und war am 1:2 nicht ganz unschuldig. Die Dreierkette, die ja sowieso kein Allheilmittel ist, funktioniert natürlich nicht, wenn die Außen wie beim 0:1 nicht anständig verteidigt werden. Ein Raphael Guerreiro in seiner Post-Verletzungs-Form hilft uns dort auch nicht weiter. weiterlesen

Der lange Weg des ersten Meisters

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Endlich wieder erste Liga: Die Fans des ersten und zweiten englischen Meisters nach Gründung der Football League träumen davon seit 1961. Die Zeiten der großen Pokale sind für Preston North End sowieso lange vorbei. Nach besagten Meisterschaften 1889 und -90 gab es 1938 noch den FA Cup zu bejubeln. Seither: Nichts mehr, auch wenn die Fünfziger mit dem Mittelfeldstar Tom Finney durchaus eine Blütezeit waren.

Seit den Sechzigern vagabundieren die „Lilywhites“ durch die Ligen 2, 3 und 4. Lange Zeit schien der Tunnel eher dunkler als heller zu werden und die Premier League (wie zuvor die First Division) war ein weit entferntes Land. Heute ist man in Preston erst mal froh, sich in der zweiten Liga (Championship) wieder akklimatisiert zu haben. Deepdale ist das schmucke, moderne Stadion des Klubs, das mit seinen rund 23.000 Plätzen Premier League-tauglich wäre. Die vielen unterklassigen Jahre haben jedoch ihre Spuren in der Anhängerschaft hinterlassen. Die Zuschauerzahlen bewegen sich bei normalen Ligaspielen im niedrigen fünfstelligen Bereich.

Und es ist ja nicht nur der Verein, der zuletzt wenig zu lachen hatte. Preston, Verwaltungssitz der Grafschaft Lancashire im Nordwesten des Landes, hat schwierige Jahre hinter sich. Die Finanzkrise verschärfte die strukturellen Probleme und so hatte die in Teilen gar nicht hässliche 115.000-Einwohner-Stadt ihren Bewohnern wenig anzubieten. Geht man in einer solchen Zeit zum ewig erfolglosen Fußballklub? Nur wenn man es sich leisten kann und wirklich eng mit ihm verbunden ist. Immerhin: Die härteste Zeit für die Stadt gilt als überwunden.

Pferde und Fußball

Im Gegensatz zu manch anderem englischen Verein kommt die Führungsebene von Preston North End recht seriös daher. Zumindest auf Eigentümer Trevor Hemmings trifft das zu. Er stammt aus dem Nordwesten, hat sein Vermögen mit Immobilien gemacht und sein großes Hobby sind Rennpferde. Klingt noch nicht so überzeugend? Nun, Hemmings engagiert sich laut Wikipedia in seiner Geburtsstadt Preston auch für soziale Zwecke und mit seinen 82 Jahren liegen die wilden Zeiten wohl hinter ihm. Ungewiss ist eher, was passiert, wenn Hemmings mal verkaufen möchte. weiterlesen

Wo ist eigentlich Joo-Ho Park? Weg!

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Er war einer der Spieler, die man in den Tiefen des Dortmunder Kaders zuletzt gänzlich vergeblich suchte. In dieser Saison kam Joo-Ho Park nur noch für die U23 des BVB in der Regionalliga West zum Einsatz. Nun wurde sein Vertrag „in beiderseitigem Einvernehmen“ mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Park will sich voraussichtlich in seiner südkoreanischen Heimat den Suwon Bluewings anschließen.

Rückblende: Es war der Sommer 2015, als Park sein Engagement in schwarz-gelb begann. Jener Sommer, als in Dortmund auch Thomas Tuchel auf Jürgen Klopp folgte. Und mit großer Wahrscheinlichkeit dürfte der neue Trainer auch bei der Verpflichtung des Außenverteidigers von seinem ehemaligen Verein Mainz 05 ein Wörtchen mitgeredet haben.

Um es kurz zu machen: Joo-Ho Park wurde von Beginn an eher als Ergänzungsspieler gesehen. Als einer, der dem Verein mehr Optionen gibt. Aber natürlich hätte wohl niemand gedacht, dass es so wenige Einsätze für den mittlerweile 30-Jährigen werden. Park lieferte auch keine Gründe für mehr, so dass man wohl von einem Fehleinkauf sprechen muss. Es ist ja nicht so, dass die Linksverteidiger-Position beim BVB bockstark besetzt wäre.

Man darf fragen, warum Park nicht schon im Sommer gehen wollte – oder woran ein möglicher Wechsel scheiterte. Man darf ihm aber auch ein paar freundliche Worte hinterherschicken wie sein letzter Trainer Jan Siewert:

Joo ist ein Spieler mit einem fantastischen Charakter. Er hat diese Situation, bei uns zu spielen, super angenommen, einen tollen Umgang mit unseren Jungs gepflegt und sich in jeglicher Hinsicht vorbildlich verhalten.

Die BVB-Verantwortlichen müssen sich jetzt der Frage stellen, ob man nicht auf Parks Position endlich mal eine überzeugende Alternative zu Platzhalter Schmelzer präsentieren will, nachdem man scheinbar auch Raphael Guerreiro nicht links hinten sieht.

Teilerfolg, aber keine Erlösung

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1. Bundesliga, 14. Spieltag / Bayer Leverkusen 1 BVB 1

Es kam wie meistens in solchen Make-it-or-break-it-Spielen: Am Ende geht es Unentschieden aus. Ob das 1:1 auswärts bei einem formstarken Gegner nun ein Fortschritt war, ist angesichts des Spielverlaufs schwer zu beurteilen. Klar ist jedoch: Es war kein Grund, jetzt Peter Bosz zu feuern.

Ein Spiel der zwei Hälften

Nichts ganz Neues für Schwarz-Gelb: Wieder mal sahen wir zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten. Doch es lief andersrum als im Derby: Nach ein paar ordentlichen Anfangsminuten mit viel Ballbesitz bekamen die zuletzt so erfolgreichen Gastgeber die Partie in den Griff. Das äußerte sich vor allem in zielstrebigeren, effektiveren Angriffen. Während der BVB Muster zeigte, die wir in dieser Saison schon häufiger, und gelegentlich auch davor schon gesehen haben: lange Bälle nach vorne im Aufbauspiel, weil Kreativität und Anspielstationen fehlten.

Zu diesem Zeitpunkt war Maximilian Philipp schon lange nicht mehr auf dem Feld, sondern auf dem Weg ins Krankenhaus. Jenseits von allem Gerede vom Berufsrisiko eines gut bezahlten Profisportlers ist die wahrscheinliche schwere Knieverletzung einfach bitter. Ich mag den Jungen; er tickt richtig, hat genügend Ehrgeiz und auch die Fähigkeiten, um den zu rechtfertigen. Gute Besserung, Maximilian!

Natürlich änderte die Rote Karte gegen Wendell nach Videobeweis die Partie. Sie war berechtigt und ihr folgte der zweite verletzungsbedingte Wechsel bei der Borussia: Kagawa kam noch vor der Pause für Castro. Die Schwarz-Gelben spielten die Überzahl in Hälfte 2 gut aus und dominierten die Begegnung. Ja, es gelang nur ein Treffer, so dass es nur für einen Punkt reichte. Aber natürlich hätten auch letzten Samstag die Blauen niemals noch einen Punkt geholt, wenn es den fälligen Platzverweis für Kehrer gegeben hätte. weiterlesen

Hard Times

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1. Bundesliga, 13. Spieltag / BVB 4 FC Schalke 4

Dieser verdammte Fußball: Der FC Schalke nimmt Revanche für die Jahre zurückliegende Aufholjagd der Borussia, die in einem der großen Derbys noch zum 3:3 führte. Und die Blauen setzen mit 4:4 nach 0:4 noch einen drauf. Einem absoluten Rausch in der ersten Hälfte folgte ein ganz dicker Kater, den man schon nach dem 4:1 anschleichen spürte.

Derby-Wahnsinn

Sieht man es mal einen Moment von der neutralen Seite, dann darf man begeistert sein: Ein solches Derby gab es seit Jahren nicht mehr. Es hatte einerseits seine eigenen Gesetze, aber am Ende zeigten sich doch Muster aus den letzten Wochen. Zunächst schien es ja, als ob die Blauen übermotiviert (durch das öffentliche Abschlusstraining?) und dadurch unkonzentriert ins Spiel gingen. Ja, sie hatten die erste Chance. Aber dann zeigten die Schwarz-Gelben, was mit einer Offensivreihe aus Yarmolenko, Pulisic und einem wachen Auba sowie den zunächst formstarken Sahin und Götze möglich ist. Eine halbe Stunde lang wurden die Gäste zerlegt und vorgeführt – inklusive einem Eigentor.

S04-Trainer Dominic Tedesco muss man eins zugutehalten: Er reagierte rechtzeitig. Mit einem Doppelwechsel schon nach 34 Minuten, bei dem Goretzka und mit Harit einer der Matchwinner – so muss man es nennen – kamen. Ohne diesen Wechsel hätte der BVB wohl deutlich gewonnen. Im Gegensatz dazu wirkten Peter Boszs Einwechslungen in der zweiten Hälfte mutlos. weiterlesen

Dortmund wird in Stuttgart schwarz vor Augen

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1. Bundesliga, 12. Spieltag / VfB Stuttgart 2 BVB 1

Die hässlichsten Sondertrikots seit Menschengedenken bleiben ungesühnt: Ganz in schwarz ist der heimstarke VfB im Gottlieb-Daimler-Stadion auch gegen die Borussia erfolgreich. Die Gäste fallen vor allem durch einen slapstickhaften Fehler und einen uneffektiven Mittelstürmer auf.

Frühe Gegentore stoppen Wende

Es war ein Spielverlauf zum Gruseln: Nach fünf Minuten nutzt Stuttgarts Akolo das versuchte Zusammenspiel von Marc Bartra und Roman Bürki zur Führung. Nach dem zum vermeintlich idealen Zeitpunkt vor der Pause gefallenen Ausgleich überstehen die Schwarz-Gelben nach dem Wiederanpfiff wieder nur gut fünf Minuten unbeschadet. Der Rest der zweiten Hälfte muss dann wohl unter Kollektivversagen verbucht werden. Eine der wesentlichen Fähigkeiten des BVB, unabhängig vom Spielstand in einer Partie zu bleiben, ist verloren gegangen.

Nun wird es immer ungemütlicher, aber man muss auch auf das extreme Verletzungspech eingehen: Nach der berechtigten Suspendierung von Aubameyang mussten sich auch noch Alexander Isak und Christian Pulisic aus gesundheitlichen Gründen abmelden. Glaubt jemand, dass wir mit den beiden auch verloren hätten? weiterlesen

Zehn Jahre später: Was vom Fußball bleibt

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Vor zehn Jahren und ein paar Tagen erschien mein erster Blog-Artikel unter dieser Adresse. Die Geburtsstunde von Any Given Weekend, vor der ich bereits seit Anfang 2006 mit ähnlichem Konzept bei einem anderen Anbieter gebloggt hatte. Nun könnte man denken, das sei ein Grund zum Feiern. Es gibt zwar viele Fußball-Blogs, die ich ambitionierter, aktueller, lustiger finde, aber tatsächlich nicht so viele, die schon so lange und ununterbrochen im Geschäft sind.

Und was ist nicht alles passiert in dieser Zeit. Viele schöne Dinge kamen hier vor: die Verpflichtung von Jürgen Klopp, der Aufschwung, gekrönt durch die zwei Meisterschaften, das 5:2 gegen die Bayern in Berlin, das unvergessliche 3:2 gegen Malaga, zwei Siege im Pokal in München. Natürlich auch bittere Momente: das deutsche CL-Finale oder das EL-Aus in Liverpool. Allein diese ganzen Geschichten sind schon ein Ansporn, noch lange weiterzumachen. Auch wenn Zeit und Lust schwanken.

Damit kommen wir jetzt zur Erklärung, warum mir nicht so recht zum Feiern zumute ist. Zum einen liegt das an Zeitgründen. In den zehn Jahren Any Given Weekend ist auch ein klassischer 9-to-6-Job dazugekommen und eine kleine Familie gewachsen. Was natürlich sehr schön ist – bis auf den winzigen Schönheitsfehler, dass die Frequenz der Blogartikel und gelegentlich wohl auch deren Qualität darunter leiden.

Fünf Buchstaben gegen den Sport

Was aber im Zusammenhang mit meiner Erklärung viel wichtiger ist: Ich finde die jüngste Entwicklung des Profifußballs kaum noch tolerabel. Dazu nur fünf Buchstaben: RB und PSG. Dass die dahinter stehenden Entwicklungen von regionalen Fußballverbänden, DFB, DFL, UEFA und FIFA zugelassen wurden, war ein entscheidender Schlag gegen die Fußballkultur, zumindest im Bereich des Spitzensports. Manche wollen trotz gewichtiger Argumente nicht die neue Qualität einsehen, die diese Prozesse haben. Manche wollen alles mit dem BVB, Bayern und Gazprom in einen Topf werfen. weiterlesen

Geordnete Verhältnisse

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1. Bundesliga, 11. Spieltag / BVB 1 Bayern München 3

Sechs (bzw. vier) Punkte Vorsprung für den FC Bayern – so ist es, so war es, so wird es immer sein. Nach dem Topspiel sind die Kräfteverhältnisse geklärt, die Liga wieder in ‚bester‘ Ordnung. Wenigstens die vorschnelle Taktikdiskussion dürfte nun abebben; zu deutlich waren beim BVB die fehlende Qualität in der Defensive und die schwache Chancenverwertung.

Die Schwarz-Gelben müssen wegen der gezeigten Leistung nicht in Sack und Asche gehen. Im Gegensatz zu den schwachen Auftritten gegen schwächere Teams in den letzten Wochen war das gestern eine klare Steigerung. Doch gegenüber Bayern fehlen die entscheidenden Prozente. Es war natürlich richtig, etwas tiefer zu stehen als zuletzt. Allerdings waren die Borussen dafür nun streckenweise und besonders in der ersten Hälfte nicht nah genug dran an den Gästen. Hier den richtigen Mittelweg zu finden ist gegen ein Spitzenteam wie den FCB schwer bis unmöglich.

Eine Frage der Qualität und der Besetzung

Schauen wir uns die Gegentore an, dann werden die Probleme deutlich. Natürlich ist Arjen Robben ein Topspieler und das 0:1 gut gemacht. Aber Schmelzer und Toprak sind eben auch nicht in der Lage, Vorlage und Schuss zu verhindern. Dass sich die Besetzung der Außenverteidigung derzeit problematisch darstellt, ist ja nicht neu. Wie schon nach dem CL-Spiel geschrieben: Marc Bartra ist für mich erste Wahl neben Sokratis. Außen muss Peter Bosz andere Optionen finden. Jeremy Toljan machte es gestern nach seiner Einwechslung besser als zuletzt. Bezeichnenderweise fiel das 0:2 gerade dann, als Sokratis draußen behandelt wurde. weiterlesen

Lasst es uns Ergebniskrise nennen!

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Champions League, 4. Spieltag / BVB 1 Apoel Nikosia 1

Rein ergebnistechnisch ist das 1:1 im Heimspiel gegen Nikosia der Höhepunkt der neuen Tristesse, die Borussia Dortmund erfasst hat. Gleichzeitig lieferte es aber weniger Anhaltspunkte als zuletzt, um gleich von einer vom Trainer verursachten Systemkrise zu sprechen. Das Problem: Was die Borussia hinten falsch macht, bügelt sie vorne nicht mehr aus.

Zeit für eine stabile Abwehrformation

Man kann das wegen seiner Offensichtlichkeit banal nennen. Gemeint ist aber neben der Notwendigkeit, Fehler abzustellen noch etwas anderes. Peter Bosz sollte gerade in solch wackeligen Phasen die Abwehrspieler auf ihren stärksten Positionen einsetzen. Es wird Zeit, dass Marc Bartra in die Innenverteidigung zurückkehrt. Er hatte ohne Zweifel ein paar gute Momente außen und mit mehr offensiven Freiheiten. Doch seine Stärken kommen innen genauso zur Geltung und seine Schwächen weniger. Ömer Toprak spielte auch gestern nicht grottig, war aber wie Bartra am Gegentor beteiligt. Der Unterschied: Marc hatte bei seinem Ballverlust fernab seiner eigentlichen Position auch noch Pech, da der Ball unglücklich versprang.

Wer sollte an seiner Stelle außen spielen? Allzu viele Alternativen gibt es ja nicht. Sokratis wäre eine Möglichkeit, aber ich sähe ihn lieber an der Seite von Bartra innen. Ein weiterer Versuch mit Toljan ist denkbar, aber bitte nicht gegen Bayern. Man könnte sich bei der U23 umschauen. Am erfolgversprechendsten scheint aber, einfach Raphael Guerreiro mal auf rechts zu probieren. Der Mann kann doch fast alles. weiterlesen