Zweiter Abschied von Sahin, erstes 0:0 in Hannover

Kurz vor Schließung des Transferfensters hat Borussia Dortmund noch einen Spieler abgegeben. Nur einen, was die Kadergröße auf immer noch stolze 29 Mann verringert. Weitere Abgänge sind ohne Vertragsauflösung nur noch ein paar Tage in Länder wie Tschechien, die Slowakei, Bulgarien oder ganz exotische Ziele wie Kongo und Curacao möglich. Halten wir also fest, dass es die BVB-Verantwortlichen erneut nicht geschafft haben, eine vernünftige Kadergröße zu erreichen.

Gegangen ist Nuri Sahin. Ausgerechnet Nuri Sahin, der Mann aus der eigenen Jugend und Held vieler Geschichten. Er wechselte zu Werder Bremen, für eine eher nominelle Ablöse von angeblich rund einer Million Euro, und unterschrieb einen Zweijahresvertrag. Von vielen traditionsbewussten BVB-Fans wird er vermisst werden. Es gab emotionale Abschiedsworte von beiden Seiten, von Nuri wie von Susi Zorc und Aki Watzke. Die Sätze sind passend und glaubwürdig.

Trotzdem sehe ich es etwas weniger sentimental. Nuri Sahin hat sich schon einmal von Schwarz-Gelb verabschiedet, um sein Glück bei Real Madrid zu versuchen. Hätte das funktioniert, wäre er heute wohl noch nicht zurück. Vielleicht wäre er mit 32 zum Karriereausklang mal zurückgekehrt. Es kommt hinzu, dass Nuri nie für längere Phasen an seine alte Stärke vor dem Wechsel anknüpfen konnte. Für mich ist der erneute Weggang also sportlich und emotional verkraftbar. Jemand wie Marco Reus verkörpert heute für mich glaubwürdiger einen ‚echten schwarz-gelben Jungen‘. Und natürlich hoffe ich, dass aus unserer Jugendakademie mal wieder jemand zu den Profis durchkommt.

Dann war da noch ein Freitagabendspiel, dessen bemerkenswertester Fakt der war, dass es erstmals in Hannover ein torloses Unentschieden für den BVB gab. Auch, aber nicht nur wegen der Übertragungssituation schaue ich mir die Freitagsspiele nur noch selten an. Die Sky-Zusammenfassung und die Presseberichte ergeben das Bild, das die schwarz-gelbe Defensive viel richtig machte und/oder kaum gefährdet war. In der Offensive standen zwei Alu-Treffer zu Buche und sonst wenig Brauchbares. Mehr Fürth als Leipzig also. Es scheint so, als ob noch viel Arbeit und Paco Alcacer nötig sind, um die Borussia richtig in Fahrt zu bringen.

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