Typisch Pokal, oder?

DFB-Pokal, 1. Runde / Chemnitzer FC 0 BVB 2

Borussia Dortmund hat es beim ersten eigenen Pflichtspiel der Saison in Deutschland versäumt, früh für klare Verhältnisse zu sorgen. Nach einigen vergebenen Chancen entwickelte sich eines jener typischen Erstrunden-Pokalspiele, bei denen der Erstligist am Ende schwächer beurteilt wird als er eigentlich war. Denn es gab da ja jene Phase, in der die Chemnitzer drauf und dran waren, den Ausgleich zu erzielen. In der sie – im Gegensatz zu ersten Halbzeit – früh pressten und Fehler der Schwarz-Gelben provozierten. Allerdings hatten die Gastgeber nach einer eher glücklichen Chance durch Danneberg in Hälfte 1 in den zweiten 45 Minuten auch nur noch eine echte Großchance durch einen Distanzschuss von Fink, bei dem Torwart Bürki seine Klasse zeigte.

Nachdem sich der BVB gegen erwartet tief stehende Chemnitzer im ersten Viertel des Spiels schwer getan hatte, aber eindeutig dominant agierte, genügten letztlich eine präzise Flanke von Mkhitaryan und ein gut ins lange Eck platzierter Kopfball von Aubameyang zur Führung. Und  die gut aufgelegte Offensive der Borussia hätte die Partie noch bis zur Pause klar machen können – etwa in Person von Marco Reus.

In der zweiten Hälfte zeigte der CFC in einigen Szenen gepflegtes, schnelles Kombinationsspiel. Möglich wurde das auch durch Ballverluste der Gäste im Mittelfeld, eine hoch aufgerückte Viererkette und weiterhin nicht wirklich überzeugende Außenverteidiger. Man kann sich wirklich nur wünschen, dass Erik Durm bald wieder fit und Jeremy Dudziak eine Chance gegeben wird – oder dass doch noch etwas auf dem Transfermarkt geschieht.

Am Ende lief es dann aber doch so, wie es in solchen Erstrundenspielen läuft – wenn man nicht der HSV, Hoffenheim oder der BVB vergangener Jahrzehnte ist. Weil sich die Schwarz-Gelben die Begegnung eben nicht dauerhaft aus der Hand nehmen ließen, sondern nach der Drangphase der Chemnitzer – die wie alles bei den heutigen Temperaturen Kraft kostete – zurückkamen. In der 83. Minute traf Mkhitaryan selbst, diesmal nach Aubas Vorarbeit. Erneut eine Torbeteiligung des „Fehleinkaufs“. Mal sehen, wann Matze oder Kalle durchklingeln.

Bei der Borussia besteht Verbesserungsbedarf. Und am Samstag kommt Gladbach, worauf nun die Kritiker hinweisen. Andererseits wollen wir doch erst mal sehen, wie die sich morgen am Millerntor schlagen. Tuchels Jungs haben ihren Job gemacht – mit der selben Tordifferenz wie der FC Bayern beim Fünftligisten Nöttingen.

Die Spielbeobachtung von „Fußball in Sachsen“ gibt es hier.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Bender (72. Weigl) – Reus (83. Ginter), Gündogan, Castro (63. Hofmann), Mkhitaryan – Aubameyang. Gelbe Karte: Piszczek. Tore: Aubameyang, Mkhitaryan

4 Gedanken zu “Typisch Pokal, oder?

  1. Ich hoffe sehr das „Micky“ seine bestechende Form mit in die Saison nehmen kann. Ich erinnere mich das er im letztjährigen Supercup gegen die Bayern auch groß aufspielte. Den Rest der Geschichte kennen wir ja.
    Dennoch würde ich es ihm von Herzen wünschen endlich mal sein Potential dauerhaft abzurufen. Er ist halt niemand der vorneweg maschiert, sondern ähnlich wie Marco ein Typ der abhängig ist vom Klima in der Mannschaft.

    Der große Gewinner der Vorbereitung ist aber Julian Weigl für mich. Wahnsinn wie dieser junge Kerl schon den Ball behauptet und in der Mannschaft gesucht wird. Ich sehe im ganzen Kader daher einige Härtefälle kommen. Die Achse Hummels, Gündogan, Reus, Micky und Auba sehe ich als gesetzt. Kuba, Großkreutz, Leitner, Kirch werden es schwer haben und könnten den BVB verlassen.

    Zum Thema Außenverteidiger : Zwar kommen jetzt die Flanken etwas besser, dennoch war ich besonders von Piszeck sehr enttäuscht. Zwei große Böcke im Spiel gegen Chemnitz, da besteht steigerungspotential. Ob Durm (den ich lieber mal auf rechts sehen würde) dies beheben kann, mag ich zu bezweifeln.. Aber Dudziak hätte mal eine Chance verdient.

    Denke wenn überhaupt wird sich eher noch was im Sturm tun. Evtl. könnte ja Oulare von Brügge kommen. Ein Brecher Marke Koller hatten wir schon lange nicht mehr. Fragt sich allerdings dann wohin mit Ramos, auf den Tuchel ja angeblich große Stücke hält. Nun ja in 2,5 Wochen wissen wir mehr.

    Bin gespannt wie die Truppe sich gegen Gladbach schlägt, dies wird der erste wahre Härtetest.

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  2. Was Wechsel angeht könnte es echt noch interessant werden. Vor allem, was die Abgänge angeht, die eigentlich unabdingbar sind. Hätten wir mal ein weniger verletzungsreiches Jahr, wären wir im Mittelfeld gnadenlos überbesetzt. Fragt sich, wo es Kevin hinverschlagen könnte oder wer Moritz Leitner haben will.

    Bei Miki bin ich sehr zuversichtlich, dass es besser wird; bei Schmelzer und Piszczek eher nicht so. Ich befürchte, deren Grenzen werden in Liga und Europa League wieder schnell sichtbar. Trotzdem glaube ich natürlich an eine deutlich schönere Saison.

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