Das war der Deadline Day in Dortmund

(Updated) Nach diesem Deadline Day ist der Nimbus der ruhigen BVB-Hand endgültig weg: Vier Transfers haben Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke am letzten Tag der Transferphase oder kurz davor klar gemacht. Hier sind alle der Reihe nach.

Endgültig durch war als erstes der Wechsel von Marc Bartra zu Real Betis aus Sevilla. Der Kicker berichtet von einer Ablöse von gut zehn Millionen Euro. Viele warme Worte begleiteten diesen Transfer und ich nehme allen Beteiligten ab, dass sie ernst gemeint sind. Weder der Borussia noch Bartra kann man vorwerfen, dass es so gekommen ist. Die Schuld trägt Sergej W., der Bus-Attentäter. Von ihm wurde Marc physisch und psychisch aus der Bahn geworfen. Ob es für ihn in schwarz-gelb noch mal aufwärts hätte gehen können, bleibt Spekulation. Leider konnte der BVB gerade in seiner jetzigen Situation nicht darauf warten.

Heute erfolgte auch die Bestätigung der Verpflichtung von Sergio Gómez durch den Verein. Der ist sicher ein vielversprechendes Talent. Trotzdem nehme ich nichts von dem zurück, was ich vorgestern dazu geschrieben habe. Außer dem Namen: Denn der Zugang vom FC Barcelona heißt natürlich Gómez wie Mario, und nicht Lopez.

Die großen Deals kamen mittags und am späten Nachmittag. Pierre-Emerick Aubameyang ist wie erwartet zum FC Arsenal gewechselt. Und zwar, das ist in diesem Fall genau bekannt, für 63,75 Millionen Euro. Das mag in Zeiten von Neymar und Dembelé etwas unter seinem Marktwert liegen, aber Auba ist ja auch nicht mehr der Jüngste. Angesichts der jetzigen Situation kann Borussia Dortmund damit finanziell gut leben. „PEA“ hat in seinem Abschiedspost dann auch recht klar eingeräumt, dass sein Verhalten zuletzt mit seinem Wechselwunsch zu tun hatte. Ob er sich damit irgendwo Freunde gemacht hat?

Nachtrauern kann man ihm da nicht mehr wirklich. Aber wie sehr wird der BVB ihn sportlich vermissen? Die Antwort der Verantwortlichen war die Verpflichtung des belgischen Stürmers Michy Batshuayi vom FC Chelsea. Mit nur einem Mittelstürmer in die Rückserie zu gehen wäre auch fahrlässig gewesen – selbst wenn man Alexander Isak vertraut hätte. Batshuayi werden nun von verschiedenen Seiten, vor allem den weniger wohlmeinenden, einige Verfehlungen aus der Vergangenheit vorgeworfen. Und dann nennt er sich selber auch noch „Batsman“, was natürlich ein wenig an seinen Vorgänger erinnert.

Aber der Deal ist eigentlich wasserdicht. Man bekommt einen Stürmer, der zwar kein Stammspieler war, aber als Joker oder im Pokal effizient getroffen hat. Der 24-jährige Nationalspieler wird bis Ende der Saison für angeblich 1,5 Millionen Euro ausgeliehen. Und nach Ende der Saison möchte Batshuayi gerne mit Belgien die WM in Russland bestreiten, wozu er in den Kader berufen werden muss. Das hat er nach seiner Verpflichtung ganz offen als Grund für den Wechsel kommuniziert:

Um mein großes Ziel zu erreichen, möchte ich möglichst viel spielen und viele Tore schießen. Im Sommer findet die WM statt.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss Michy aber nicht nur sportlich überzeugen, sondern auch Disziplin wahren – denn sonst wird er nicht regelmäßig spielen. Es spricht wenig dafür, dass er es nicht schaffen wird, sich vier Monate zu benehmen. Nein, er weiß, er muss sein Bestes geben und das kann nur gut für den BVB sein, auch wenn wir nur Mittel zum Zweck sein sollten.

Klar, in einer idealen Welt hätte die Borussia im Sommer eine Kaufoption. Darüber wurde bisher nichts bekannt, die Springer-Medien berichten allerdings, es „soll“ eine existieren. Aber einem Verein wie Chelsea kann man eine solche Bedingung nicht diktieren. Und sollte der Abramowitsch-Klub mit Olivier Giroud als zweitem Stürmer glücklich werden, könnte man wegen Michy so oder so noch mal sprechen. Wenn nicht, dann haben Zorc und Watzke nun deutlich mehr Zeit für die Suche nach einem längerfristigen Auba-Nachfolger.

Mehr Probleme habe ich mit dem, was nicht passierte. Mit einem weiteren Außenverteidiger hatte ich zwar zum jetzigen Zeitpunkt sowieso nicht gerechnet. Aber einige Tage lang sah es so aus, als ob André Schürrle uns weitere graue Haare ersparen würde: Mit Swansea City und West Bromwich Albion sollen gleich zwei abstiegsgefährdete Premier League-Klubs an ihm interessiert gewesen sein. Doch dann verletzte sich Andriy Yarmolenko, wird einige Wochen fehlen – und André soll deshalb wieder unabkömmlich sein. Der Meinung bin ich nicht, aber da sind die Verantwortlichen wohl etwas vorsichtiger und wollen sich nicht auf die Rückkehr von Reus und Philipp verlassen.

Noch könnten Spieler den Verein in bestimmte Richtungen verlassen, derzeit sieht es aber nicht mehr danach aus. Action gab es heute auch so genug. Muss man so definitiv nicht jedes halbe Jahr haben.

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