Machen Zorc und Watzke den BVB fit für die Zukunft?

Es war nur noch eine Formalie: Kaum jemand dürfte überrascht sein, dass Michael Zorc bei Borussia Dortmund verlängert hat. Bis 2021 soll „Susi“ nun laut Vertrag Sportdirektor der Schwarz-Gelben bleiben – das neue Arbeitspapier von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke läuft ein Jahr länger.

So wenig überraschend diese Entscheidung von beiden Seiten war: Kritik an der Arbeit der zwei BVB-Verantwortlichen hatte es zuletzt schon gegeben. Hart und oft unsachlich in den Leserkommentaren diverser Sportmedien, in aller Regel von Menschen, die es nicht mit der Borussia halten. Aber auch in Fankreisen, auch in diesem Blog, waren Fragen gestellt worden. Vor allem nach der Qualität der Transferpolitik. Zorc und Watzke schienen ihr Augenmerk zu sehr auf die Offensive zu richten, auf junge, im Idealfall entwicklungsfähige Spieler, die einmal Stars werden sollten.

Im zentralen Mittelfeld glaubte man sich zu lange gut aufgestellt, setzte auf die glorreiche Vergangenheit (Nuri Sahin) oder zu schnell gehypte Akteure wie Dahoud und Weigl. Was die Abwehr anbetrifft, fällt nur die eklatante Überbewertung der vorhandenen Außenverteidiger negativ ins Gewicht. Dass die Hummels-Nachfolge ein schwieriges Thema werden würde, ist Michael Zorc nicht vorzuwerfen. Mit Marc Bartra holte man jemand, der in die Rolle hätte hineinwachsen können – wie einst Hummels selbst. Was dann passierte, wissen wir alle.

Normale Erwartungen in einer unnormalen Situation

Überhaupt sollte man nie vergessen: Für die Mannschaft wie auch die BVB-Verantwortlichen muss die Zeit nach dem Bus-Anschlag eine unglaublich schwierige gewesen sein. Selbst für die, die nicht im Bus saßen. Niemand weiß, wie sehr die sportliche Entwicklung noch damit zusammenhängt. Allein schon deshalb sollten Michael Zorc und Aki Watzke die Chance bekommen, das Team aus der nicht einfachen Situation wieder herauszuführen. Zumal man sich zwar vielleicht im Europapokal blamiert hat, aber in der Liga noch auf Kurs ist.

Angesichts der Meldungen der letzten Monate scheinen Zorc und Watzke erkannt zu haben, auf welchen Positionen im Kader nachjustiert werden muss. Bei aller Vorsicht vor Transfergerüchten haben die Außenverteidigung und das defensive Mittelfeld nun wohl die Priorität, die ihnen zusteht. Natürlich muss außerdem ein neuer Mittelstürmer her.

Dank ihrer langjährigen erfolgreichen Arbeit haben sich Hans-Joachim Watzke wie Michael Zorc ihre Chance ganz einfach auch verdient. Und der Sportdirektor redete nach seiner Vertragsverlängerung die Situation nicht schön:

Die vergangenen eineinhalb Jahre waren trotz des DFB-Pokalsieges und der Qualifikation für die UEFA Champions League bekanntlich aus vielerlei Gründen schwierig. Ich betrachte es vor diesem Hintergrund umso mehr als unsere gemeinsame Aufgabe, Borussia Dortmund in ruhigeres Fahrwasser zu bringen (…)

Sie wissen, dass es etwas zu tun gibt. Sie wissen, dass die Mannschaft schon bald wieder überzeugender auftreten sollte. Und was ebenfalls noch wichtig ist: Zorc und Watzke sind trotz der jüngsten Rückschläge Anker der Stabilität. Einer Stabilität, die es – für Dortmunder Verhältnisse ungewohnt – zuletzt auf der Trainerbank nicht gab.

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