Perfekter Geburtstag

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DFB-Pokal, Achtelfinale / BVB 5 Hannover 96 1

icon_spielberichtfinalDie Mannschaft hatte Bock auf das Spiel. So wie Jürgen Klopp, der das schon in der Pressekonferenz davor angekündigt hatte. Borussia Dortmund krönt das beste Jahr der Vereinsgeschichte am 103. Geburtstag des Klubs mit einem brillanten Pokalspiel gegen Hannover. Gestern Abend war noch mal all das zu sehen, was die Schwarz-Gelben in den letzten Jahren so stark gemacht hat.

Die Rückkehr von Kapitän Sebastian Kehl in die Startelf gab der Borussia die Struktur, die in den letzten Wochen trotz guter Leistungen etwas weniger ausgeprägt schien. Marcel Schmelzer wurde nicht rechtzeitig fit, aber problemlos durch Kevin Großkreutz ersetzt. Natürlich half der Mannschaft das frühe 1:0 durch den genialen Mario Götze, bei dem allerdings Robert Lewandowski zum Zeitpunkt der Vorlage von Großkreutz im Abseits lauerte. Es deutet allerdings kaum etwas darauf hin, dass die Partie ohne das Tor komplett anders verlaufen wäre.

Wer braucht noch ein Feuerwerk, wenn die Borussia so viele Glanzlichter setzt? Schon mit dem ersten Treffer hatten die Schwarz-Gelben auch einen großen Teil der Fans wieder an ihrer Seite – gestern kam nicht einmal der angekündigte gut zwölfminütige Protest gegen das DFL-Sicherheitskonzept zustande. In dieser stimmungsvollen Atmosphäre machten die Spieler in den ersten 45 Minuten alles richtig, unterbanden durch frühzeitiges Pressing jeden Gästeangriff und erspielten sich selber zahlreiche Chancen. Die Maßnahme, ‚Kuba‘ Blaszczykowski wieder auf seiner angestammten Position einzusetzen, zahlte sich voll aus: mit Lukasz Piszczek bildete Jakub eine starke polnische Seite und erzielte selbst das 2:0. Dabei konnte Torwart Zieler seinen ersten Schuss noch parieren, doch der Ball sprang an Kubas Schulter und von da doch ins Tor.

Auch der dritte Pole Robert Lewandowski hatte bereits in der ersten Hälfte mehrere dicke Möglichkeiten, sollte aber noch eine ganze Weile auf seinen Torerfolg warten müssen. Es war erneut Mario Götze, der den Pausenstand herstellte. Bei einem Freist0ß kurz vor der Strafraumgrenze spekulierte unsere Nummer 10 ein wenig und schoss ihn flach unter der Mauer durch ins linke Eck. Wären die Hannoveraner nicht hochgesprungen, wäre der Versuch kläglich geendet – aber zum Glück haben wir mit Mario jemand, der auch mal etwas ausprobiert.

3:0 zur Pause, variantenreiches, flüssiges Kombinationsspiel, ein beschäftigungsloser Roman Weidenfeller – es war absehbar, dass die zweite Halbzeit nicht ganz würde mithalten können. Doch nur während einer kurzen Phase, die mit dem Gegentreffer endete, sank das BVB-Niveau Richtung Durchschnitt. Ansonsten blieb das Team hellwach, setzte die schwache Gästeabwehr unter Druck und erspielte sich weitere Chancen. Robert Lewandowski kam seinem Treffer näher und näher.

Als in der 79. Minute durch einen präzisen Kopfball von Diouf das 3:1 fiel, sah es kurzzeitig nach ernsthaftem Widerstand aus, was Hannover anbot. Doch mit seinem dritten und schönsten Tor, einem Volleyschuss von halbrechts, machte Mario Götze alles klar. Und in der letzten Minute war es dann für Lewandowski soweit: Seinen ersten Versuch wehrte Zieler ab, doch dank einer schnellen Reaktion brachte Robert den Ball doch im Tor unter. 5:1 gegen eine Mannschaft, die uns im Herbst noch arge Probleme bereitet hat – mehr kann niemand verlangen. Es war ein großartiger Jahresabschluss und Vereinsgeburtstag.

In der ARD wurden noch am Abend die Viertelfinal-Begegnungen ausgelost. Glücksschlumpf Olaf Thon bescherte der Borussia eine Auswärtsfahrt nach München, zum FC Bayern. Bochum hätte jetzt vielen sicher besser gepasst, aber wieso eigentlich nicht die Bayern zum jetzigen Zeitpunkt – müssen sie doch im Viertelfinale auf Franck Ribery verzichten. Eins ist klar: selbst wenn der FCB die Liga gewinnt – eine Heimpleite im Pokal gegen Dortmund würde einen weiteren Flecken auf der Rekordmeister-Jacke hinterlassen.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Hummels, Großkreutz – Gündogan, Kehl – Blaszczykowski (85. Perisic), Götze (87. Bittencourt), Reus (77. Schieber) – Lewandowski. Tore: Götze (3), Blaszczykowski, Lewandowski

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3 Gedanken zu “Perfekter Geburtstag

  1. Marcel

    Ich als Blauer habe mir für die verhassten Bayern GENAU DIESES LOS während der Ziehung gewünscht, weil ich weiß, dass nachdem wir weg vom Fenster sind, ihr die Einzigen seid, die die Bauern aufhalten können.
    Wenn Bayern daheim rausfliegt spendiere ich meinem Schatzgelben-Nachbarn einen Kasten Bier!
    In diesem Sinne – Glückauf!

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  2. Wenn das im Februar klappen sollte, wäre es im nachhinein natürlich ein tolles Los von Olaf Thon gewesen – weil es fast nichts Schöneres gibt, als die Bayern in der Arroganz-Arena zu schlagen. Und ohne Ribery erscheint das nicht unmöglich. Danke für die guten Wünsche!

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