Läuft wieder nicht gegen den HSV

1. Bundesliga, 24. Spieltag / Hamburger SV 0 BVB 0

Schon nach den ersten paar Spielzügen in Hamburg, zu einer Zeit, in der Bayer Leverkusen schon Tore schießt, war zu sehen, dass die gestrige Partie ein gemütlicher Frühlingskick werden könnte. Es wurde letztendlich ein harter Frühlingskrampf. Borussia Dortmund war die überlegene Mannschaft und hätte einen Sieg mehr verdient gehabt als der HSV. Doch Quantität und Qualität der Torgelegenheiten waren dafür am Ende zu gering.

Das volle Programm in den letzten zwei Wochen kann nur ein Grund für das deutlich weniger zwingende Spiel der Schwarz-Gelben gewesen sein. Die Herangehensweise mit weniger flüssigen Kombinationen und mehr langen Bällen hatte mehrere sichtbare Ursachen. Zum einen verdichteten die Gastgeber geschickt die Räume. So harmlos die Hamburger vorne agieren – mit Härte und Disziplin machten sie auch nach Djorous Ausscheiden hinten zu.

Dagegen bekam die Borussia keinen Zugriff im zentralen Mittelfeld. Vor allem in der ersten Halbzeit nahmen Bender und Gündogan kaum am Spielaufbau teil – oder zumindest nicht auf den vorgesehenen Positionen. Weiter vorne konnten sich Kagawa und Mkhitaryan kaum in Szene setzen – die Einwechslung von Kampl für den Japaner zur Halbzeit war folgerichtig. Shinji und Miki können vorhandene Räume brillant nutzen, doch der neue Kevin kann sie möglicherweise besser schaffen. Andererseits muss man sagen: Obwohl die zweite Hälfte von Schwarz-Gelb streckenweise stringenter aussah, blieben echte Chancen Mangelware.

Ein weiteres Problem des BVB: Oliver Kirch konnte von rechts hinten weit weniger nach vorne bewegen als noch im Derby, wirkte zeitweise spielerisch ziemlich unglücklich. Somit fiel auch das Flügelspiel weitgehend weg, da die einzigen Offensivaktionen von Marcel Schmelzer nach wie vor die Freistöße sind, die er unerfindlicherweise immer häufiger treten darf.

Die Härte des HSV war stellenweise jenseits des Vertretbaren. Dass Behrami für seinen Schlag gegen den Hals von Mkhitaryan kein Gelb sah, ist nicht nachzuvollziehen. Später hätte er durch einen Platzverweis und nicht durch seinen Trainer vom Spielfeld gehört. Andererseits wurde an diesem Spieltag ein anderer HSV noch viel mehr verpfiffen als der BVB, denn wirklich spielentscheidende Fehler machte Peter Gagelmann nicht.

Man hätte gestern mit Recht mehr von unserer Borussia erwarten können als zu sehen war. Man hätte Boden gut machen können, auch wenn nicht alle anderen Ergebnisse optimal für Schwarz-Gelb ausfielen. Wenn man dagegen sieht, woher der BVB kommt, dann ist ein Punkt in Hamburg nach vier Siegen in Folge okay. Der Vorsprung auf Platz 16 wird heute Abend mindestens vier Punkte betragen. Zwingend wäre dann eher wieder ein Sieg im Topspiel zu Hause gegen Köln.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Kirch, Subotic, Hummels, Schmelzer – Bender, Gündogan – Mkhitaryan (76. Blaszczykowski), Kagawa (46. Kampl), Reus – Aubameyang (76. Immobile). Gelbe Karten: Mkhitaryan, Subotic.

4 Gedanken zu “Läuft wieder nicht gegen den HSV

  1. Es ist schon erstaunlich, dass es (mal wieder) nicht für drei Punkte gegen den HSV gereich hat. Vor allem in Hamburg tut man sich seit geraumer Zeit besonders schwer, unabhängig von der Tatsache in welcher Form sich der HSV befindet…Das Thema Europapokal dürfte damit wohl erledigt sein

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  2. Korrekter Kommentar:

    „Die nächste schlechte Lektion dieses Wochenendes: ihr könnt den Gegner auch einfach aus dem Spiel treten, das ist kein Problem. Beigebracht von Peter Gagelmann in Hamburg. Dabei mache ich Velon Behrami nicht mal den Vorwurf, dass er die Grenzen austestet und als fußballerisch unterlegener Spieler aggressiver zu Werke geht. Man muss aber auch mal aussprechen: Dass sich weder Mkhitaryan noch Reus an diesem Wochenende verletzt hat, hing in keinster Weise damit zusammen, dass sie vom Schiedsrichter geschützt worden sind… Und die aller wichtigste Aufgabe der Schiedsrichter in jeder Liga sollte es doch sein, sicher zustellen, dass sich niemand durch übermäßig hartes Einsteigen der Gegenspieler ernsthaft verletzt…
    Die Absolute Krönung war dann jedoch, dass Gagelmann, nachdem er Behrami 3 mal hätte vom Platz stellen müssen, diesen noch extra nach 55 Minuten darauf hinweist, dass er bei der nächsten Aktion vom Platz fliegen wird…. ERNSTHAFT? GEHT’S NOCH? Der Mann hätte nach 3 Minuten das erste Mal, nach 32. Minuten das 2. Mal (wenn es wenigstens für die erste Attacke Gelb gegeben hätte) und nach 55 Minuten das 3. Mal vom Platz gestellt werden MÜSSEN und der Schiedsrichter gibt ihm dann nochmal eine letzte Warnung, damit der Trainer ihn ja auf jeden Fall einen neuen Spieler bringen kann, der die Dortmunder Profis dann fröhlich weiter umtreten kann…
    Und das Dortmund unter diesen Umständen ihr Spiel nicht durchdrücken kann, erscheint auch logisch…“

    http://passives-abseits.blogspot.de/

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  3. Stimmt, auch wenn ich nicht finde, dass Gagelmann außer bei Behrami weitere krasse Fehler gemacht hat. Guter Kommentar jedenfalls und gutes Blog scheinbar auch.

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