Die Traumstarter sind wieder da

1. Bundesliga, 18. Spieltag / Borussia Mönchengladbach 1 BVB 3

Was will man mehr? Borussia Dortmund hat die Eindrücke aus den Testspielen bestätigt und zum Rückrundenauftakt auch das Spiel im Borussia-Park gegen Gladbach souverän gewonnen. Thomas Tuchel und sein Team scheinen die freie Zeit genutzt zu haben. Ein Fortschritt gegenüber den vollgestopften Wochen vor Weihnachten ist deutlich erkennbar.

Dabei hatte Tuchel noch gar nicht seine Bestbesetzung zur Verfügung. Für Nuri Sahin kam die Partie ohnehin zu früh, aber auch Marcel Schmelzer stand nicht im Kader. Für ihn kam erneut Joo-Ho Park zum Einsatz. Nach einer ordentlichen ersten Hälfte war der Linksverteidiger dann nicht unschuldig am Gladbacher Anschlusstreffer und wird über den Status des Ersatzmannes wohl nicht hinauskommen.

Abgesehen davon bewies das Team aber absolut Rückrundenreife. Auch wenn Gladbach nach einem Eckball die erste Chance per Lattenkopfball markieren konnte, wirkte der BVB schon vor der Führung wie die Heimmannschaft. Vor allem die Präsenz im Mittelfeld, die vielen gewonnenen Zweikämpfe und Balleroberungen waren beeindruckend. Und das betraf ja nicht nur die klassischen Mittelfeldspieler. Besonders stark agierte der Käpt’n: Mats Hummels brillierte sowohl in letzter Reihe wie auch in vorgezogener Position und selbst einen Sturmlauf ließ er sich nicht nehmen.

Wichtig war gestern vor allem, dass alle ähnlich wach waren wie Mats. Das sah man beim 1:0: Präziser Abschlag von Bürki, der superstarke Gündogan leitet weiter auf Reus rechts außen und der schließt ins lange Eck ab. So schnell kann es gehen, wenn alle mitmachen. Tuchel und allen voran die Spieler können auch Klopp. Exemplarisch für das schwarz-gelbe Spiel war auch der zweite Treffer, den Hummels mit einem, ja, bockstarken Tackling einleitete, ehe es wieder über Gündogan und Reus lief und schließlich Miki vor dem Tor cool blieb.

Die Schwächen über die linke Seite versuchte Thomas Tuchel später mit der Hereinnahme des genesenen Erik Durm zu kompensieren; Mkhitaryan wechselte auf rechts. Sonst gab es tatsächlich wenig zu kritisieren, denn eine Mannschaft wie Gladbach schießt man eben nicht aus deren eigenem Stadion. Die Gastgeber bekamen nach dem Anschluss kurzfristig Oberwasser, aber die Mentalität eines griechischen Helden sorgte für die Entscheidung. Nach Hummels war es nun Sokratis, der den Ball eroberte und einfach mal nach vorne durchlief, um dann in den Laufweg von Miki zu legen. Flanke in den Rückraum und Ilkay hatte endlich mal Glück im Abschluss. Mehr als Aubameyang, dem das gestern fehlte.

Die schwarz-gelbe Borussia scheint gerüstet – selbst wenn Yunus Malli oder ein anderer nicht kommen sollten. Das Einzige, was einem nach diesem Auftakt zu denken gibt: Die Interessenten für Ilkay, Miki und – trotz null Toren – Aubama werden nicht weniger. Und ohne diese drei möchte man sich den BVB derzeit doch nicht vorstellen.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Sokratis, Hummels, Park – Weigl – Gündogan, Castro (70. Ginter) – Reus (70. Durm), Mkhitaryan – Aubameyang (76. Ramos). Gelbe Karte: Weigl. Tore: Reus, Mkhitaryan, Gündogan

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