Dortmund gewinnt Sieben-Tore-Thriller

1.Bundesliga, 4. Spieltag / Bayer Leverkusen 3 BVB 4

Spiele gegen Leverkusen… inzwischen kann man da ja fast schon mit einem Spektakel rechnen. Aber die Partie gestern hatte wirklich alles, was ein Fußballspiel ausmacht und wird in bester Erinnerung bleiben. Klar waren da auch ein paar Fehler und Fehlpässe bei – das schadete aber dem extrem hohen Unterhaltungswert keineswegs. Der BVB kam dreimal nach Rückstand zurück und traf per Elfmeter zum Sieg – mehr kann man nicht verlangen.

Marco Rose hatte Neuzugang Marin Pongracic direkt in die Startelf beordert. Alles in allem machte der Kroate seine Sache gut. Beim frühen 1:0 der Gastgeber offenbarten sich aber noch Abstimmungsprobleme zwischen ihm und Abwehr-Kollege Manuel Akanji, so dass Florian Wirtz zwischen den beiden durchdribbeln konnte. Die Schwarz-Gelben zeigten sich aber zu keiner Zeit des Spiels geschockt, sondern versuchten immer direkt zu antworten. Es ging hin und her, es gab kaum Verschnaufpausen, es war eine Begegnung, die immer – oder zumindest bis in die Schlussphase – im Fluss war.

Tore und Fehler

Auf die Tore lohnt es sich, kurz einzeln einzugehen: Das 1:1 durch Haalands Kopfball wurde von Thomas Meunier mit einer Flanke vorbereitet. Der Belgier war offensiv auffällig, defensiv hat er noch Verbesserungsbedarf. Trotzdem war es eine seiner besten Partien in schwarz-gelb, was natürlich auch am bisherigen Niveau liegt. Leverkusens 2:1 war stark nach vorne gespielt; der BVB-Fehler lag hier bei Julian Brandt, der in der Nähe des gegnerischen Strafraums den Ball verlor. Doch auch der Rückstand kurz vor der Pause schockte die Borussia nicht: Schon wenige Minuten nach der Pause konnte Brandt an alter Wirkungsstätte seinen Fehler mit einem Klasse-Abschluss wieder ausbügeln.

Beim 3:2 durch Diaby im Anschluss an eine Ecke war es der sonst wieder starke Jude Bellingham, der Diaby den auf die linke Dortmunder Seite geklärten Ball nicht streitig machen konnte. Es folgte aber auch ein gezielter Schuss. Doch der BVB kam erneut zurück und mehr als das: Ein zauberhafter direkter Freistoß von Raphael Guerreiro traf das Ziel ebenso wie Erling Haaland vom Elfmeterpunkt. Die Entscheidung zum Strafstoß war allemal eindeutiger als das, was die Leverkusener auf der anderen Seite reklamierten. Ja, Koussounou schirmte zunächst gegen Marco Reus nur den Ball ab, machte dann aber eine eindeutige und unnötige Schlagbewegung, die den BVB-Kapitän im Gesicht traf – was durch Marcos Blut hinreichend belegt sein dürfte.

BVB siegt statistisch korrekt

Im Anschluss an die erstmalige Dortmunder Führung in der 77. Minute hätte ich von den Gastgebern noch etwas mehr erwartet, aber es sprang nur noch eine echte Chance durch Alario raus. Da war dann wohl der Tank nicht mehr voll genug. Egal, für uns Schwarz-Gelbe sowieso, es war dennoch ein Fest. Und der Sieg statistisch nicht unverdient, vor allem, was die Qualität der Chancen angeht: Die Gastgeber kamen auf 0,86 Expected Goals, der BVB auf 2,33 (davon 0,79 durch den Elfmeter) – hier waren die Schwarz-Gelben in der ersten Hälfte deutlich überlegen. Laut der FotMob App hatten die Gäste insgesamt vier Großchancen, Leverkusen eine.

Spannung und Spektakel für drei Spiele in einem – ob da der Champions League-Auftakt bei Besiktas am Mittwoch, 18.45 Uhr, mithalten kann?

Die Aufstellung: Kobel – Meunier, Pongracic (84. Hummels), Akanji, Guerreiro – Witsel (66. Malen) – Bellingham (89. Wolf), Dahoud – Brandt – Haaland, Reus. Gelbe Karten: Meunier, Haaland, Wolf. Tore: Haaland (2, davon 1 EM), Brandt, Guerreiro

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