Borussia zurück im Torzirkus

1. Bundesliga, 21. Spieltag / BVB 4 FSV Mainz 05 2

Die Bundesliga erlebt an diesem Wochenende einen ihrer spektakuläreren Spieltage: mit vielen, schönen und späten Toren. Und das Schönste: Borussia Dortmund mischt kräftig mit. Schon am Freitagabend trafen die Schwarz-Gelben viermal und drehten erstmals in dieser Saison ein Spiel. Dabei erinnerte der Beginn fatal an die tragikomisch vergeigten Auftritte in der Hinserie: Schwaches Abwehrverhalten von Neven Subotic im Strafraum veranlasste Roman Weidenfeller zu einer Faustabwehr weit vor seinem Tor, so dass ihn anschließend Soto mit einem feinen Heber überwinden konnte. Zwar traf Neven später per Kopf zum Ausgleich, machte aber ansonsten ein deutlich schwächeres Spiel als in der zweiten Hälfte in Freiburg.

Eindeutig positiv zu bewerten war die Reaktion der Schwarz-Gelben auf den frühen Rückstand und die allgemeine Leistung der Offensive. Da wächst möglicherweise etwas zusammen, was genau so zusammengehört: Aubameyang, dahinter Reus, Kampl und einer aus dem Trio Kagawa, Kuba und Miki – daran könnten wir für den Rest der Saison noch viel Freude haben. Der BVB kreiert endlich wieder genügend Chancen, schoss 21-mal Richtung Mainzer Tor. Den Gästen gebührt durchaus Lob für ihre disziplinierte erste Hälfte, in der sie sogar noch einen Handelfmeter hätten bekommen können. Doch Jürgen Klopp muss in der Pause die richtigen Worte gefunden haben: Nach 55 Minuten führte die Borussia. Nevens Ausgleich folgte das 2:1 durch den Helden der Woche, Marco Reus.

Kurz darauf stand es 2:2. Roman Weidenfeller kam schlecht getimet aus dem Kasten und gab Malli die Gelegenheit, auszugleichen. Zwei Rückschläge in einem Spiel hätte dieses Team vor Freiburg vielleicht noch nicht verkraftet, doch man merkte, dass das Selbstbewusstsein wieder zurück ist. Zwar schlugen die Schwarz-Gelben nicht postwendend zurück, aber dafür war das 3:2 in der 71. Minute umso schöner. Marco Reus legte von links herrlich mit dem Außenrist für Aubameyang vor und der spitzelte den Ball gekonnt ins Tor. So macht die Borussia wieder Spaß – egal ob sie auf Platz 16 oder 6 steht.

Sieben Minuten später konnte Nuri Sahin mit einem ebenfalls sehenswerten Volley noch zum 4:2 abstauben. Er krönte damit einen starken Auftritt – einen seiner besten seit langer Zeit. Demgegenüber fiel Nebenmann Ilkay Gündogan vorgestern etwas ab.

Das Einzige, was nun einem weiteren Aufschwung der Borussia noch im Weg stehen könnte, sind genau diese individuellen Leistungsunterschiede. In dieser Saison ist da mehr als in den Jahren zuvor ein Gefälle zu erkennen. In dieser Saison zeigt sich, dass Spieler wie Schmelzer, Piszczek, Subotic, Großkreutz und Ramos (noch) nicht das erforderliche Niveau erreichen. Fragezeichen stehen derzeit hinter Weidenfeller, Kagawa, Mkhitaryan und Immobile. Entscheidend für den weiteren Saisonverlauf dürfte sein, dass nicht zu viele der Leistungsträger gleichzeitig ausfallen. Im Sommer steht dann wie schon angedeutet eine spannende Analyse bevor.

Kurzfristig geht es jedoch spannend und mit Zuversicht weiter: am nächsten Freitag in Stuttgart. Eine Partie, in der nun wir die angenehmere Rolle gegen einen Tabellenletzten inne haben. „Any Given Weekend“ wird live vor Ort sein.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Sokratis, Schmelzer – Gündogan, Sahin – Kampl (70. Mkhitaryan), Kagawa (78. Ginter), Reus (84. Ramos) – Aubameyang. Tore: Subotic, Reus, Aubameyang, Sahin

 

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2 Gedanken zu “Borussia zurück im Torzirkus

  1. Leider wird es gegen Stuttgart überhaupt nicht lustig werden. Denn Stuttgart ist das neue Hoffenheim, meint, der BVB kommt mit dieser als „körperbetont“! noch freundlich bezeichneten Spielweise oft nicht klar. Ob der BVB in der Woche darauf mit seiner besten Mannschaft gegen Turin auflaufen kann, wenn am Freitag jemand wie Niedermeier auf dem Platz steht? Die wiederentdeckte Passsicherheit könnte der Schlüssel sein, im Mittelfeld nicht in jeden Zweikampf gehen zu müssen, sondern erst in Strafraumnähe. Mein liebster Wunsch – nach den 3 Punkten: Keine Verletzungen.

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  2. Dass es hart zugehen wird befürchte ich auch. Der VfB hat auf nur wenigen Positionen das Personal, um mit einem BVB in guter Form spielerisch mithalten zu können. Wir sollten allerdings, auch wenn er momentan kein Stammspieler ist, auf Ibisevic aufpassen.
    Meine Priorität ist ganz klar: Es darf keinerlei Schonung für das CL-Spiel geben. Das interessiert mich frühestens bei Anpfiff.

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