Aufwärtstrend, doch keine Euphorie

1. Bundesliga, 22. Spieltag / VfB Stuttgart 2 BVB 3

DSC_0115 Ausverkauftes Stadion, Freitagabend-Flutlichtspiel, ein Auswärtssieg mit erneut drei erzielten Toren – kann man mehr verlangen? Borussia Dortmund katapultiert sich vorerst auf Platz 10 der Bundesliga, doch die kommenden Aufgaben und einige Unzulänglichkeiten lassen alle auf dem Boden bleiben.

Für den VfB Stuttgart wird es ganz eng, nimmt man die gestrige Leistung zum Maßstab. Selten, eigentlich fast ausschließlich durch Standards wurden die Gastgeber dem BVB-Tor gefährlich – und das obwohl Mats Hummels erneut nicht in der Dortmunder Startelf stand. Die Schwarz-Gelben hatten die Partie weitestgehend unter Kontrolle und hätten sie viel früher entscheiden können. Mit Aubameyang im Sturmzentrum, einem wieder aufblühenden Marco Reus, einem Selbstvertrauen tankenden Shinji Kagawa und den erfreulich konstanten Sahin und Gündogan ist mehr als das Rückgrat einer ansehnlichen Offensive beisammen. Kagawa bereitete zwei Treffer vor; sehenswert vor allem das 2:1, wo er mit der Hacke zu Gündogan weitergab. Den Gegentreffer nach einem von unserer Position aus nicht so deutlichen Elfmeter steckten die Borussen gut weg.

In der zweiten Halbzeit war die Idee wohl zeitweise, ein ruhiges, abwartendes Ballbesitzspiel aufzuziehen, um den VfB zu locken und zu Fehlern zu zwingen. Wiederholt machte etwa Nuri Sahin beruhigende Handbewegungen. Es hätte gegen die ganz schwachen Stuttgarter eine verständliche Taktik sein können, wenn man eigene Ballverluste vermieden und die sich bietenden Chancen genutzt hätte. Lange Zeit geschah das nicht – speziell Henrikh Mkhitaryan, zur Pause für Kampl eingewechselt, tat sich dadurch hervor, in jeder seiner drei auffälligen Szenen die falsche Entscheidung zu treffen.

Gerade gegen den VfB hätte man trotz der eigenen Dominanz nicht darauf gewettet, dass eine solche Partie am Ende gewonnen wird. Doch die Schwaben taten Schwarz-Gelb den Gefallen: Ein bezeichnender Fehlpass des jungen Baumgartl führte zur 1:1-Situation, die Marco Reus gegen Sven Ulreich zum umjubelten 3:1 nutzte. Leider folgte kurz darauf noch der Schönheitsfehler durch Niedermeiers Anschluss nach einem Eckball, doch dann war auch bald Schluss.

Auffällig war im Daimlerstadion auch die unterschiedliche Tonalität bei den Fans, aufgrund des Spielverlaufs nicht ganz überraschend. In der BVB-Ecke wurde in der zweiten Hälfte gut gefeiert; außerdem gab es Kritik an den – auch in Stuttgart – teilweise derben Ticketpreisen. In der Cannstatter Kurve mehrten sich nach einer guten Stunde die Pfiffe und ein Spruchband forderte „Auf geht’s Stuttgart, kämpfen ihr Nieten!“

DSC_0119 Drei Siege aus drei Spielen, jetzt Juventus und das Derby – der BVB ist mittendrin in der Saison und könnte diese künftig wieder aufregend statt quälend gestalten. Doch Schwächen bleiben: die Gegentore, die Anfälligkeit über die Flügel. Und auf der Bank oder auch der Tribüne tummeln sich die teuersten Einkäufe der letzten Jahre. Es bleibt spannend und Stoff für Diskussionen ist ebenso vorhanden.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Subotic, Sokratis, Schmelzer – Gündogan, Sahin – Kampl (46. Mkhitaryan), Kagawa (69. Blaszczykowski), Reus (90. Ginter) – Aubameyang. Gelbe Karten: Kagawa, Piszczek. Tore: Aubameyang, Gündogan, Reus

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