Auf Augenhöhe mit den Wölfen

1. Bundesliga, 33. Spieltag / VfL Wolfsburg 2 BVB 1

Borussia Dortmund hat die Generalprobe für das Pokalfinale, die niemand wirklich gebraucht hat, verloren. Angst vor dem Tabellenzweiten, zumal in einem vorwiegend schwarz-gelben Berlin, muss man aber nicht haben. Das sind die Lehren aus dem für die europäischen Hoffnungen des BVB sehr glimpflich verlaufenen 33. Spieltag. Beim Ligafinale hat man zu Hause gegen Bremen noch alles selbst in der Hand. Verloren gegangen ist nur die Möglichkeit, die Saison vor dem Dauerrivalen aus Gelsenkirchen zu beenden. Aber wer wollte gerade mit denen tauschen?

Die knifflige Auswärtspartie in der selbst ernannten Autostadt begann denkbar schlecht: zum vierten Mal in dieser Spielzeit kassierte die Borussia in der ersten Spielminute einen Gegentreffer. Ausschlaggebend war ein Fehlpass von Ilkay Gündogan, den man trotz zwei, drei ordentlicher Aktionen gestern angesichts der Leistungen in 2014/15 nicht sonderlich vermissen wird. Schnelle Gegenzüge sollte man den Wolfsburgern bekanntlich nicht zu oft gestatten – Caligiuri und de Bruyne ließen die BVB-Defensive im Anschluss alt aussehen.

Anschließend war es ein sehr gutes Bundesligaspiel, wie es – mit anderem Ausgang – auch gerne in Berlin aussehen dürfte. Chancen auf beiden Seiten und der schnelle Ausgleich per Elfmeter, nachdem Kampl von Torwart Benaglio von den Beinen geholt worden war. Eine rote Karte musste in dieser Szene nicht zwingend sein – dafür sollte der BVB noch zweimal benachteiligt werden. Zwar hatten die Gastgeber durch den erstaunlich verschwenderischen Bas Dost in der ersten Hälfte die besseren Gelegenheiten, doch kurz vor der Pause hätte es nach Foul von Klose an Mkhitaryan erneut Strafstoß geben müssen. Und beim 1:2 durch Naldo, erneut kurz nach (Wieder-)Anpfiff, standen zwei Wolfsburger im strafbaren passiven Abseits. Auf der anderen Seite hätte Schiedsrichter Fritz das Handspiel von Durm im Zweikampf gegen de Bruyne ahnden können.

Alles in allem war es zwar eine Auswärtsniederlage, die man akzeptieren konnte, doch auf die Fehleinschätzungen des Referees und seiner Assistenten können wir im Finale gut verzichten. Zu lernen war für die Borussia, wie schon öfter in dieser Saison, dass die Außenverteidigung gegen Topteams Probleme hat. Sowohl Durm als auch Schmelzer zeigten defensiv Schwächen, wobei Letzterer nach vorne sogar besser aussah als sonst. Das MUSS ein Mann mit frischem Blick wie Thomas Tuchel doch sehen. Immerhin fuchste sich Subotic nach durchwachsenem Beginn in die Partie – er musste den kurzfristig ausgefallenen Hummels ersetzen.

Mkhitaryan und Aubameyang wussten trotz ausgelassener Chancen zu überzeugen, auch Kampls Einsatz und der gewonnene Elfmeter lassen hoffen. Für Shinji Kagawa und Ilkay Gündogan könnte es dagegen in der nächsten Saison mit Stammplätzen – wo auch immer – schwer werden.

Fürs Endspiel – gegen Bremen und in Berlin – besteht auch deshalb berechtigte Hoffnung, weil Marco Reus nach seiner Einwechslung belebend wirkte und bis nächste Woche noch weiter sein wird. Und auch Mats Hummels sah auf der Bank nicht schwerer verletzt aus. Es werden spannende zwei Wochen – für die Borussia und am Samstag auch für den Rest der Liga.

Die Aufstellung: Langerak – Durm, Subotic, Sokrates, Schmelzer (76. Piszczek) – Gündogan, Kehl – Mkhitaryan, Kagawa (70. Reus), Kampl (70. Immobile) – Aubameyang. Gelbe Karten: Subotic, Gündogan. Tor: Aubameyang (EM)

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