Tuchels Gameplan hält nur 90 Minuten

Europa League, Viertelfinale / FC Liverpool 4 BVB 3

Ein furioser Start, ein faszinierender Europapokal-Abend, der Werbung für den Wettbewerb war – doch bei der Auslosung zum Halbfinale heute Mittag ist Borussia Dortmund nicht im Topf. Das Stehaufmännchen Nummer 1 bleibt Jürgen Klopp.

Lange sah es so aus, als ob die Schonung vieler Stammkräfte im Derby bei S04 Früchte getragen hätte. Marco Reus, Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang spielten lange nahe ihrer Bestform. Doch so überzeugend der BVB zunächst angriff, defensiv sah es immer dann gefährlich aus, wenn die Reds zielstrebig und passsicher kombinierten. Lukasz Piszczek war stark nach vorne, aber defensiv nicht immer im Bild. Und Marcel Schmelzer? Hat der gestern eine Flanke verhindert? Er schien immer da zu sein, wo der Ball nicht war. In der Zentrale wurde es unterdessen immer gefährlich, wenn mehr als zwei Spieler zu decken waren.

In den ersten 20 Minuten war dieses Spiel eine Leistungsschau der BVB-Offensive, danach ein packender Europapokal-Fight. Doch den Borussen half es am Ende weder, sich einreden zu lassen, man habe das stärkere Team, noch dass man kräftemäßig am Limit sei. Nach solch einem Last-Minute-Desaster lässt sich natürlich nicht seriös sagen, wie sich eine geringere Rotation am Sonntag ausgewirkt hätte. Doch de facto steht man nun 7 Punkte hinter Bayern und nicht mehr in der Europa League.

Die Dramaturgie des Spiels verlief in der zweiten Hälfte zunächst denkbar ungünstig. Ein schnelles Gegentor hätte es nun wirklich nicht gebraucht. Doch der großartige Marco Reus schien alles klar gemacht zu haben – wäre nicht Klopps Liverpool Meister der Aufholjagd. Dass der BVB sich dem nicht mehr widersetzen konnte und noch drei Tore kassierte, ist schwer erklär- und verzeihbar. Auch der Doppelwechsel – Ramos und Gündogan für Reus und Castro – muss kritisch hinterfragt werden.

Es waren nicht die besten Tage von Thomas Tuchel, unbenommen dem, was er bereits mit den schwarz-gelben Jungs geleistet hat. Was bleibt, ist erst mal Leere. Und fast schon die Pflicht, am Mittwoch zu verhindern, dass Berlin nach Berlin fährt. So ist das Business.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer – Weigl, Castro (82. Gündogan) – Mkhitaryan, Kagawa (77. Ginter), Reus (83. Ramos) – Aubameyang. Gelbe Karten: Hummels, Piszczek, Schmelzer. Tore: Mkhitaryan, Aubameyang, Reus

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