Spannungsfrei auf Platz 2 – mit 76 Punkten

Dieser 34. Spieltag war auf dem Papier der spannendste der letzten zehn Jahre, verlief aber eher fade, was die Meisterfrage angeht. Man durfte es so ähnlich erwarten, ich hatte es so ähnlich erwartet. Vielleicht keine fünf Bayern-Treffer, vielleicht keine weiße Weste für Roman Bürki – aber dass die Eintracht der letzten Wochen in München kaum etwas holen würde, schien klar. Und trotzdem: Was hat es allein in den letzten Wochen für Wendungen im Fußball gegeben: Liverpool gegen Barcelona, Derby County in Leeds.

Doch leider nicht in der Bundesliga. Ob es die frühe Bayern-Führung war oder die aus der Rückserie nicht unbekannte Dortmunder Passivität gegen aggressive Teams: Die erste Halbzeit verlief aus schwarz-gelber Sicht lange nicht so überzeugend. Erst wirkten die Gastgeber spritziger, dann plätscherte die Partie so vor sich hin.

Guter Kapitän, guter Schiedsrichter

Aber Marco Reus war ja wieder zurück. In der 45. Minute versuchte er zweimal, von links den Ball in die Mitte zu passen. Beim zweiten Mal fand er Jadon Sancho. Ob der Ball zuvor komplett im Toraus gewesen war, schauten sich sowohl der Videoschiedsrichter als auch Manuel Gräfe auf dem Platz noch mal an. Im Fernsehen sah es so aus; allerdings waren die Einstellungen nicht dazu geeignet, zu entscheiden ob der Ball die Linie überhaupt nicht mehr berührte. Ausgesprochen souverän und transparent hat sich Gräfe nach dem Spiel dazu geäußert – nachzulesen im Kicker.

Das Tor hatte dem BVB auf die Sprünge geholfen: Viel besser kamen die Schwarz-Gelben aus der Kabine zurück. Gladbach wirkte plötzlich verunsichert und geriet gehörig unter Druck. Drei Minuten konnten die Gäste nach Frankfurts 1:1 wieder auf das große Ganze hoffen, legten dann auch das 2:0 nach. Sancho, Götze, Pulisic und natürlich Torschütze Reus waren beteiligt – eine schöne Koproduktion der gesamten BVB-Offensive. Fast zeitgleich legten aber in München auch die Bayern nach, schafften dann bald klare Verhältnisse, so dass die Stimmung auf den Rängen des Borussia-Parks merklich nachließ.

Neue Namen für die Borussia

Eine Zeit lang bemühten sich die Schwarz-Gelben noch redlich um die Offensive, doch ab der 80. Minute war es ein arges Ball-hin-und-her-Geschiebe, von beiden Seiten, wobei insgesamt 70 Prozent Ballbesitz für den BVB schon einiges über die Gladbacher Leistung aussagen. Es ging alles unaufgeregt zu Ende. Ein absolut ehrenwertes Ergebnis bei der anderen Borussia, das man erst mal hinkriegen muss. Feiern vor dem Auswärtsblock. Aber natürlich gaben die Spieler – Marco Reus und Roman Bürki bei Sky – zu, auch enttäuscht zu sein. Nicht über diese Partie, sondern natürlich im Nachhinein über die vergebenen Chancen. Kapitän Marco erwähnte das Derby und Bremen.

Und wir werden nicht drum herum kommen, für die Saisonrückblicke beides in Betracht zu ziehen: die 76 erreichten Punkte nach 55 im Vorjahr ebenso wie die Rückrundenspiele gegen Hoffenheim, Schalke und Bremen to name but a few. Und auch wenn die Chance noch so gut und vielleicht einmalig war: Bald wird trotzdem gelten, dass nach der Saison vor der Saison ist.

In diesem Sinne soll Borussia Dortmund kurz vor der Bekanntgabe zweier größerer Transfers stehen: Linksverteidiger Niko Schulz wird von Hoffenheim kommen und Offensivmann Thorgan Hazard höchstwahrscheinlich auch schon diesen Sommer von Gladbach. Beide für um die 30 Millionen, womit das Pulisic-Geld fast reinvestiert wäre. Für Raphael Guerreiro oder sogar Marcel Schmelzer könnte es unterdessen die letzten Partie in schwarz-gelb gewesen sein. Aber jetzt: Erst mal alles sacken lassen! Bald gibt’s hier noch einen Saisonrückblick.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Weigl, Akanji, Guerreiro – Witsel, Delaney – Pulisic, Reus (83. Schmelzer), Sancho (87. Dahoud) – Götze (75.Paco Alcacer). Gelbe Karte: Delaney. Tore: Sancho, Reus

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