The Believers

1. Bundesliga, 15. Spieltag / VfL Wolfsburg 1 BVB 2

Es geht immer weiter – und wer nicht glaubt, verliert. Am Ende eines größtenteils würdigen Spitzenspiels mit zwei ungleichen Halbzeiten wollte sich Borussia Dortmund nicht mit einem Punkt beim Tabellendritten abfinden und machte auch in der 93. Minute noch Druck. Elfmeterverursacher Lukasz Piszczek war ebenso am entscheidenden Angriff beteiligt wie Superassistent Henrikh Mkhitaryan. Und ausgerechnet Shinji Kagawa schob dann zum Last-Minute-Sieg ein. Großartig und schon wieder viel zu lange her – da kann man schon mal ein halbes Kahn-Zitat bringen.

Der Siegtorschütze Shinji Kagawa war zuvor nicht unbeteiligt an der deutlich passiveren, wenig effektiven zweiten Hälfte der Borussia gewesen. In der 55. Minute kam der Japaner für den angeschlagenen Ilkay Gündogan, der die Partie in Halbzeit 1 mit gesteuert hatte. Die Schwarz-Gelben hatten sehr dominant begonnen, kaum etwas vom Pokalsieger und Vizemeister zugelassen. Umso verwunderlicher, da die gesetzten Innenverteidiger Mats Hummels und Sokratis mit Magen-Darm-Infekt ausgefallen waren. Doch zunächst machten es die Vertreter und vor allem das Mittelfeld-Duo Ginter und Gündogan richtig gut.

Nachdem es schon in der Anfangsviertelstunde mehrmals brandgefährlich für die Gastgeber geworden war. dauerte es noch bis zur 32. Minute, ehe Mkhitaryan und Marco Reus einen Fehler von Guilavogui ausnutzten. Schön, Marco wieder treffen zu sehen. Was danach bis zur Pause geschah, lässt sich durchaus noch mit „aus einer Position der Stärke den Gegner kommen lassen“ beschreiben, auch wenn Wolfsburg nun die ersten Abschlüsse verzeichnen konnte.

Erst in den zweiten 45 Minuten gab der BVB die Spielkontrolle aus der Hand. Was gegen ein Topteam durchaus mal passieren kann. Hätten die Schwarz-Gelben allerdings vorher die Chancen genutzt, wäre es ebenso entspannter geworden, wie wenn die Entlastungsangriffe in Halbzeit 2 konzentriert zu Ende gespielt worden wären. Es war also mindestens so sehr die fehlerhafte Offensive, die für die gekippte Spielkontrolle verantwortlich war – nicht nur die kleinen Unsicherheiten bei Bürki, Subotic und Co.

Und auch Schiedsrichter Stieler, laut „Kicker“-Noten einer der besten, tat das seinige dazu, als er Maximilian Arnold nach einem Griff in Benders Gesicht nicht die fällige gelb-rote Karte zeigte, dafür aber in der Nachspielzeit auf den Punkt, nachdem Piszczek Schürrle an die Schulter gefasst hatte. Rodriguez verwandelte sicher und man hätte von einem glücklichen, aber nicht unverdienten Punkt für die Gastgeber sprechen müssen. Doch Tuchels BVB glaubte weiter, spielte weiter und bescherte uns mal wieder einen dieser Momente, für die man ganz besonders ins Stadion oder die Kneipe geht. Und das ohne dass jemand eine Eckfahne ausreißen musste.

Die Aufstellung: Bürki – Piszczek, Subotic, Bender, Schmelzer – Ginter, Gündogan (55. Kagawa) – Mkhitaryan, Castro (82. Park), Reus – Aubameyang (82. Hofmann). Gelbe Karten: Reus, Piszczek. Tore: Reus, Kagawa

2 Gedanken zu “The Believers

  1. Muss ehrlich zugeben, dass ich nach dem 1:1 keinen Pfifferling mehr auf einen BVB-Sieg gesetzt hätte. Das war ja schon ein Hauch von Malaga. Die Moral im Team ist auf jeden Fall gut! :) Den Schiri sprichst du zurecht an. Ich bin wirklich niemand, der immer die Schuld beim Schiri sucht, aber Gelb-Rot für Arnold war zwingend. Klare Fehlentscheidung.

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  2. Ich habe mich auch beim Gedanken an Malaga ertappt, aber mir das doch verkniffen zu schreiben – nicht dass das zu inflationär wird. ;) Dürfte aber gerne öfter so passieren.

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