So war die schwarz-gelbe Woche

Es begann alles in Hannover. Die niedersächsische Landeshauptstadt ist eine 2 1/2-stündige Autofahrt von Berlin entfernt und daher immer eine beliebte Auswärtsfahrt bei BVB-Fans von der Spree. Persönlich finde ich, dass es außer den Getränkepreisen und Martin Kind wenig am Bundesliga-Standort Hannover auszusetzen gibt. Natürlich hätte ich noch mehr zum Tag und dem Spiel schreiben können – allein, es fehlte die Zeit. Das Fazit: Kein völlig unverdientes Unentschieden für die Gastgeber, aber es hätte kurz vor Schluss durchaus Freistoß oder Elfmeter für die Borussia geben können, auch wenn der Gefoulte Marco Reus das anders sah.

Buntes Unentschieden in Hannover

Neben dem letztlich unbefriedigenden Ergebnis, das jedoch immerhin einen Fortschritt zur letzten Hannover-Fahrt darstellte, hatte der BVB nach dem Spiel drei verletzte Spieler zu beklagen. Jakub Blaszczykowski erwischte es ohne gegnerische Einwirkung am schlimmsten, er fällt mit einem Teilriss des Syndesmosebandes etwa sechs Wochen aus. Kuba in Bestform ist wie ein Zug zum Tor – verdammt schwer aufzuhalten. Er wird uns fehlen, gerade in der Champions League. Mats Hummels erlitt eine Fußverletzung und Sven Bender beim Zusammenprall mit Ya Konan eine Schädel- und Augapfelprellung. Beide könnten bei normalem Heilungsverlauf im Derby wieder einsatzbereit sein.

Für die drei Auswechslungen kann man nur bei Manni den Gegenspieler wirklich mitverantwortlich machen. Ya Konan ging einfach zu ungestüm in den Mann. Nach dem Testspiel in Koblenz kam ein vierter, allerdings nur kurzzeitig Verletzter hinzu: Kevin Großkreutz bekam beim 2:1 der Nicht-Nationalspieler gegen den Regionalligisten einen Schlag auf den Fuß.

Ach ja, die Nationalmannschaft. Das Thema ist ja nicht so meines, ich habe das Spiel am Freitag nicht gesehen, aber man kommt als Borussen-Blogger heutzutage nicht mehr darum herum. Die Schmelzer-Schelte von Joachim Löw war stillos und unnötig – in diesem Fall hätte der Bundestrainer mal besser ausweichend auf eine Frage geantwortet. Dass seine Antwort Kalkül war, um Schmelle anzustacheln, wirkt konstruiert. Inhaltlich kann man Löw aber nicht komplett widersprechen. Schmelzer ist in der deutschen Nationalmannschaft derzeit gesetzt, weil es auf der Linksverteidiger-Position die wenigsten überzeugenden Alternativen gibt. Wer regelmäßig BVB-Spiele verfolgt, weiß, was Schmelle kann und was nicht.

Trotzdem hat sich der Bundestrainer mit seinen Aussagen einen Fauxpas geleistet. Die überzogene Kritik der Medien nach der EM hat ihm anscheinend derart zugesetzt, dass er nach dem Österreich-Spiel lieber den leichten Weg gehen wollte und einen Sündenbock gesucht hat. Bedenkenswert ist auch folgende Frage: Hätte Löw einen Bayern-Spieler nach einer schlechten Leistung in ähnlicher Weise kritisiert? Bei dem andauernden Hintergrundrauschen aus München?

Beim 6:1 in Irland zeigten die eingesetzten Dortmunder, was die Nationalmannschaft an ihnen hat. Vor allem an Marco Reus natürlich. Mario Götze blieb wegen einer leichten Verletzung nur der Platz auf der Tribüne, er könnte aber gegen Schweden zum Einsatz kommen.

Und dann sorgte noch ein junger Amerikaner für leichte Aufregung im BVB-Umfeld. Die „Washington Post“ hatte gemeldet, der 16-jährige offensive Mittelfeldspieler Junior Flores habe einen Vertrag in Dortmund unterschrieben, der im März 2014 in Kraft trete. Dann wird Flores 18, erst ab dann ist ein internationaler Transfer regulär erlaubt. Die Information über einen unterzeichneten Vorvertrag stammt von Juniors Vater Oscar. Michael Zorc sagte zur Vollzugsmeldung von Oscar und Junior (per Twitter): „Er ist ein interessanter Junge, aber es besteht keine vertragliche Bindung.“ Was ja wahr sein könnte, wenn sie noch nicht besteht oder es nur eine mündliche Vereinbarung gibt. Oder der BVB sich sogar alle Möglichkeiten offen gelassen hat.

Will die Borussia sich langfristig in der Spitze etablieren, führt jedenfalls kein Weg daran vorbei, auch weltweit die Augen offen zu halten, um Talente frühzeitig zu entdecken. Hoffentlich gelingt das, ohne die Regularien zu missachten. Ich bin gespannt auf die Wiedervorlage des Falls Flores.

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